Ausgabe 
(4.3.1939) Nr. 63
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Meiner Muno

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

Anzeigen - Grundprelsel

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Nr. 6Z / 9. Jahrgang

Sonnabend, 4. März 19Z9

der Nationalsozialisten Vremens

pmtliches verkündungsblatt des Beichsstatthalkers in Vldenburg und Bremen

kinzelpreis 1S Nps.

freches jüdischesUltimatum

Palöftina-Konferen; auf dem toten Punkt

Zionisten bei tbamberlain / flraber fordern Volksabstimmung / Veröffentlichung des vriefwechsels zwischen McMakon und dem Scherif von Mekka

(vrslltberlcllt unseres llouckoner Vertreters)

London, 4. März.

Der britische Ministerpräsident Chamberlain empfing den Präsidenten der Zionisti­schen Weltorganisation Dr. Waitzmann und zwei andere Delegierte der Juden» die ihm nach längeren Besprechungen ein außerordentlich freches Ultimatum vorlegten.

Darin kkündigten die Juden drohend an, sie würden die Palästina-Konferenz verlassen, wenn der britische Vorschlag nicht wesentlichen Aenderungen unterworfen würde. Chamberlain gelang es nach längerem Ver­handeln. die Zionisten noch zu einem zweiten Gespräch mit der englischen Delegation zubewegen".

In den Kreisen der arabischen Konferenzteil­nehmer hat die angekündigte Verwässerung des briri- schen Vorschlages neue Beunruhigung hervorgerufen. Als Gegenaktion haben die Araber verlangt, daß in Palästina Wahlen zu einer gesetzgebenden Versamm­lung stattfinden sollen. Aus der gesetzgebenden Ver­sammlung heraus sollten dann der arabische Präsident und das Kabinett bestimmt werdei. Ausgabe der Ver­sammlung sei es weiterhin, eine Verfassung auszu­arbeiten und sich mit London über einen Staatsnertrag zu einigen.

Sie englische Sarantie für ein arabisches Königreich

Die britische Regierung hat gestern die berühmte Mc Mahon-Korrespondenz, die der ehemalige Ober- kommissar von Aegypten, Sir Henry McMahon, im Jahre 1915/16 mit dem Scherif Hussein von Makka ge­führt hatte, als Weihbuch veröffentlicht. Damit wird seit 23 Jahren zum ersten Male der geheimnisvolle Briefwechsel zwischen Engländern und Arabern der Öffentlichkeit unterbreitet.

Bekanntlich nehmen die Palästina-Araber das Schrei­ben des früheren Oberkommissars zur Grundlage ihrer Forderungen. In dem ersten Brief des Scherifs an Sir Henry heiht es, England möge die Unabhängigkeit der arabischen Länder anerkennen, die im Norden von Mersina und Adana bis zum 37. Breitengrad, bis zur Grenze von Persien und dem Golf von Pasra, im Süden bis zum Indischen Ozean, mit Ausnahme von Aden, und im Westen bis zum Roten Meer und dem Mit­telmeer reichen. England möge ferner die Proklamierung eines arabischen Kalifats zustimmen. In einem wei­teren Schreiben macht der Scherif dif Stellung des Arabertums zum britischen Weltreich von der Fest­

legung der geographischen Grenzen des Araberreiches abhängig.

In dem entscheidenden Bries, den daraus McMahon am 24. Oktober 1915 an den Scheris gerichtet hat, gibt dieser im Namen der britischen Regierung die Er­klärung ab, dah seine Regierung die vom Scheris vor­geschlagenen "Grenzen des neuen Araberreiches an­nehme. McMahon schlicht jedoch ausdrücklich die Distrikte von Mersina und Alexandrette sowie Teile von Syrien mit dem Hinweis aus, dah diese Gebiete nicht als rein arabisch anzusehen seien. (Es handelt sich dabei um das heutige französische Mandatsgebiet Syrien.) McMahon erklärt sodann ausdrücklich im Namen der britischen Regierung, dah Grohbritannien unter der Voraussetzung der erwähnten Abänderungen bereit ist, die Unabhängigkeit der Araber in den gesam­ten von dem Scherif geforderten Gebieten anzuerkennen und zu unterstützen (!).

Der Scherif weist in seinem Antwortschreiben vom 5. November auf die Bereitschaft der Araber hin, hn

London, 4. März.

DerDaily Expreß" setzt sich mit einer Deutlichkeit, wie man sie nur selten in der englischen Presse antrifft, für die Rückgabe der deutschen Kolonien ein. Das Blatt schreibt:Gebt die deutschen Kolonien zurück! Be­haltet diesen Besitz nicht länger. Sie sind nur unser anvertrautes Gut, nicht aber unser Eigentum, und wir würden einen Vertrauensbruch begehen, wenn wir ver­suchten, uns diese Gebiete anzueignen. Was aber noch mehr zählt, ist, dah wir sie nicht unserem Empire ein­fach einverleiben können. Das machen die Bedingungen, unter denen uns die Kolonien anvertraut wurden, un­möglich. Wir haben die Kolonien lediglich übernommen,

Interesse eines baldigen Abschlusses der Verhandlungen auf die Einbeziehung der Bilajets von Mersina und Adana in das arabische Königreich zu verzichten, ver­langt aber, daß die Bilajets von Aleppo und Beirut mit den dazu gehörigen Küstenstrichen in das arabische Königreich mit einbezogen werden, da diese Gebiete ausschließlich von Arabern bewohnt seien. McMahon nimmt in seinem Schreiben vom 15. Dezember diesen Vorschlag hinsichtlich von Mersina und Adana an, er­klärt aber, daß die britische Regierung mit Rücksicht auf die Interessen des französischen Bundesgenossen die Entscheidung über die Bilajets von Aleppo und Beirut einer weiteren Prüfung vorbehalten müsse.

tord kitten of Hartwood gestorben

London, 4. März.

Der bekannte englische Politiker und Freund Deutsch­lands, Lord Allen of Hartwood, ist, wie aus Montana- Vermala (Schweiz) berichtet wird, im 50. Lebensjahr gestorben. Lord Allen war der Sohn einfacher Hand­werker und ist als Leiter der unabhängigen Arbeiter­partei in England bekannt geworden. Er war lange Zeit die rechte Hand Ramsay Macdonalds und wurde 1 1932 in den Adelsstand erhoben. Er hat in England immer wieder den Grundsatz vertreten, dah man Deutsch­land Gerechtigkeit widerfahren lassen müsse, um den I Frieden in Europa zu sichern.

weil wir erklärten, dah die Deutschen nicht sähig seien, sie zu regieren. Nachdem wir aber jetzt Deutschlands diesbezügliche Rechte anerkannt haben, müssen wir die Kolonien auch wieder zurückgeben."

Dieser Aufruf desjenigen Londoner Blattes, das . die höchste Auflage hat (annähernd 2V-Millionen) ist um so beachtlicher, als derDaily Expreß" der stärkste Ver­treter der sogenannten Jsolierungspolitik ist. Das Blatt ist stets in allen weltpolitischen Fragen für den Gedanken des britischen Empires eingetreten und hat sich immer dafür eingesetzt, daß England sich, nur um sein Empire, nicht aber um die Angelegenheiten anderer Staaten kümmern solle.

Sekt die deutschen Kolonien zurück"

knglands größtes BlattBattg erpreß" fordert die Niickgabe der deutschen Besitzungen

MNere Pillen für Präsident Noosevelt

45 Milliarden Bollar Staatsschulden peinliche fragen des Senators fast Senator Harrison für Srdnung im eigenen Haus

Washington, 4. März.

Der Vorsitzende des Finanzausschusses des Vundes- senats, Senator Harri son, hat eine formelle Er­klärung abgegeben, in der er betont, dah wirtschaftliche Verwirrung und Chaos unvermeidlich seien, falls die Ricsenausgabcn der Regierung andauerten und die Staatsschuld weiter steige. Das neue Rechnungsjahr bringe ein weiteres Defizit von 3,5 Milliarden Dol­lar, so dah die Staatsschuld Anfang 1940 45 Milliarden Dollar betragen werde. Harrison fordert deshalb eine

Konferenz der verantwortlichen Regierungsstellen, die ein Programm zur sofortigen Beschränkung der Vundes- ausgaben auszuarbeiten habe. Amerikanische Politik müsse sein, das eigene Haus in Ordnung zu bringen. Durch sinnlose Geldausgaben könne man sich aber nicht aus der wirtschaftlichen Unordnung her­ausarbeiten.

Auch im Währungsausschuß des Vundessenats wurde nicht gerade freundlich über den amerikanischen Prä­sidenten gesprochen.-Hier wurde beraten, ob man Roose-

velt das Verfügungsrecht über den 2-Milliarden- Dollar-Stabilisterungssonds belassen und bis zum Ende seiner Amtszeit verlängern solle. Auf eine Bemerkung des Finanzministers Morgenthau, die Vollmachten dienen nur alsStoßdämpfer für Amerika vor den Weltverhältnissen", erwiderte der demokratische Aus­schuß-Vorsitzende Glaß erregt, die bloße Tatsache, daß die Regierung diese Vollmachten ausübe, sei ein ge­waltiger Störungsfaktor. Der republikanische Senator Taft fragte Moraenthau geradezu, ob nicht bei den augenblicklichen Bestimmungen im Kriegsfall der gesamte Fonds einer fremden Nation zur Hilfe­leistung angeboten werden könne, was Morgenthau nicht direkt beantwortete. Im Laufe der Debatte, die bisher zu keinem Ergebnis geführt hat, zweifelten dann noch mehrere Senatoren die Ehrlichkeit der Be­gründung an, mit der das Verfügungsrecht für Roose- velt gefordert wird.

Noosevelt mußte nachgeben

Washington, 4. März.

Der Sonderausschuß des Unterhauses in Washington nahm einen neuen von Roosevelt ausgearbeiteten Vor­schlag zur Reform des gesamten Verwaltungsapparates der Bundesregierung an. Die Annahme war vom Kongreß noch vor einem Jahr verweigert worden, nachdem im ganzen Land heftige Einwände erhoben worden waren. Roosevelt hat wie man hört die Vorlage jetzt nach den Wünschen der Oppo­sition geändert und sie so zur Annahme gebracht.

lüde bindet Nadiopater Maulkorb um

Newyork, 4. März

Im Lande der vielgepriesenen Redefreiheit ist soeben einem weiteren Radiopater der Maulkorb angelegt worden. Dem Geistlichen Lovell wurde von der Rundfunkstation in Fortworth (Texas) während seines Vertrages, der dem jüdischen Programmleiter offenbar mißfiel, plötzlich das Mikrophon ausgeschaltet. Lovell wurde unterbrochen, als ex über Wallstreet im allge­meinen und die Fin,anzinteressen des Vizepräsi­denten Garner im besonderen sprach. Der Pater mußte der Aufforderung des Juden, den Senderaum zu ver­lassen, Folge leisten.

2 um ^.bsvbluü des Konuvrtabends bsim b'üdrer rieixte Lüolk Hitler seinen Kästen äie neue kkeiebsIranLlsi. Unser Bild: Iw Arbeitszimmer dos I'übrers. (8iedv Lericdt im Innern des Llattes.)

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Reichsleiter Korpsführer Huhn lein, einer der ältesten Mitkämpfer des Führers, weilt heute und morgen in unserer alten Hansestadt, die an diesen beiden Tagen völlig im Zeichen des NSKK. steht. Der Korpssührer, der seinen Besuch über­raschend ankündigte, wird nach Bremen kommen, um hier die Motorstandarte 62 zu besichtigen. Be­reits vor etwa einem halben Jahr war Reichsleiter .Korpsführer Hühnlein in Bremen, um von dem

Lrssso-Aokkwava (2).

während des letzten Reichsparteitages in Nürnberg so jäh aus unserer Mitte gerissenen ehemaligen Führer, der Motorgruppe Nordsee, Standarten­führer Wilder, Abschied zu nehmen. Der jetzige Besuch des Reichsleiters erfolgt im Rahmen einer besonderen Besichtigungsreise, die der Korpsführer in lausender Folge vor Einsatz des eigentlichen Sommer-Sportbetriebes durch alle deutschen Gaue unternimmt, um sich hierbei vor allem unter der neuen Zielsetzung vom Stand der Erziehung und Ausbildung in der Breitengliederung des Korps aus eigener Anschauung ein Bild machen zu können.

Daß der Korpsführer als erste die Motorstan­darte 62 in Bremen besichtigt und damit seine Be­sichtigungsfolge in unserer nordwestdeutschen Hei­mat beginnt, mag uns alle mit berechtigtem Stolz aus die Männer im Braunhemd der Kampsorgani­sation der Bewegung erfüllen, denen als Ange­hörige des NSKK. die Ausgabe gestellt ist, neben der vor- und nachmilitärischen Aus- und Weiter­bildung auch anderer Volksgenossen vor allem die Motorisierung des deutschen "Volkes voranzutragen.

Korpssührer Hühnlein. der vor nicht langer 'Zeit vom Führer durch die Ernennung zum Reichsleiter der NSDAP. besonders geehrt und ausgezeichnet wurde, schuf die heute im Nationalsozialistischen Kraftfahr-Korps alsehernerBlock zusammen­geschweißte Kampforganisation der Bewegung aus

»mmiiiiiiiiiiiiiimmmiimmiiumiiiiimiiiiuiuiiimumiimmimimumiiiimiii

Unser Issesspiiegel

(Die beutle KusZabe umksüt 16 Seiten)

Amerikas Schulden wachsen unter dem Roosevelt- Kurs ins Unermeßliche.

Auf der Londoner Palästina-Konferenz stellten die Juden ein frechesUltimatum".

Englands größtes Blatt fordert die Rückgabe der deutschen Kolonien.

Aus der Festsitzung der Deutschen Akademie für Lustfahrtsorschung wurde die Hermann-Göring- Denkmünze an Professor Prandtl verliehen.

Bremen steht heute und morgen im Zeichen des Be­suches Reichsleiters Korpssührer Hühnlein.

Frau Dr. Reber-Gruber sprach auf einer Großver­anstaltung der NS.-Frauenschast Kreis Bremen.

Die VZ. beantwortet Zweifelsfragen über das Ver­fahren bei der Zurückstellung von der Ableistuna des RAD. und des Wehrdienstes.

Max Schmeling befindet sich nach erfolgreichen Ver­handlungen in USA. auf der Heimfahrt.