Ausgabe 
(31.5.1938) 148
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parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatt drs Negierenden vürgermeisters der Zreien liansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches Verkündungsblatt des Neirlssstatchalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 148/8. Jahrgang

Dienstag. Zl.Mai 19Z8

Einzelpreis 15 Npf.

kmpörung zu Notterdamer stttentat Sie holländische kegierung greift ein

Holland eine ideale Sperationsbafts für 6PU. / See iNord an Konowalec kein kinzelverbrechen des Kreml Umfangreiche Industrie- und Kolonialspionage

Warschau, 31. Mai.

Die Warschauer Zeitung „Gazeta Polska" meldet, datz in Rotterdam der ukrainische Hetman Konowalec, der Leiter der sich auch in Polen betätigenden illegalen „Natio­nalen Ukrainischen Organisation", um Leben gekommen ist. Konowalec habe sich unter dem Namen Nowak in Rotterdam aufgehalten und sei dort von einer B/unbe getötet worden. Unterdessen ist es der holländischen Polizei gelungen, die Hintergründe dieses Attentates völlig zu klären. Das Opfer dieses GPU.-Anschlages ist tatsächlich der Ukrainer Eugen Konowalec.

Als im Jahr« 1926 in Paris der damalige Führer der Ukrainer, Hetman Petljura ermordet worden war, übernahm Kdnowalec dessen Auf­gaben. Konowalec war am 23. Mai nach Rotterdam gekommen, weil «r dort von einem Landsmanm namens Waluch eine, größere Geldsumme erhalten sollte. Um die EPU.-Ag>enten zu täuschen, benutzte Konowalec bei seiner Reise nach Holland «inen Patz, der auf den Na­men Nowak ausgestellt war. Trotz dieser Vorsichtsmatz­nahme war er der EPll. in die Falle gegangen, denn Waluch war selbst GPU.-Ageirt. Er übergab in einem Kaffee Konowalec eiP Paket, das angeblich Banknoten enthalten sollt«, tatsächlich aber eine Höllenmaschine verbarg. Unmittelbar nach Empfang des verhängnis­vollen Paketes verließ Konowalec das Kaffee. Auf dem Coolsingel, der Hauptstraße von Rotterdam, ereignete sich dann wenig später die Explosion.

Die Polizeibehörden Hollands haben umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um den Mörder verhaften zu lassen, der jedoch anscheinend unmittelbar nach dem Mordanschlag Holland bereits verlassen hatte. Es wird angenommen, daß Waluch sich schon in der Sowjetunion befindet. Ferner' wird bekannt, daß die Zeit des Mor­des der sowjetrussische Dampfer „Menfhin'fki" im Hafen von Rotterdam lag. Der Dampf«r war am 20. Mai aus Antwerpen.mit einer Ballastladung eingetroffen und hat am Tage nach der Mordtat Rotterdam mit Be­stimmung Leningrad verlassen.

Die Vermutung, datz der Mörder mit dem Dampfer „Menshinski" «ach Rotterdam gekommen ist und mit Hilfe dieses Dampfers nach Sowjetrutzland entflah» liegt auf der Hand. Der Agent des sowjetrussische» Schiffes in Rotterdam spielt eine bedeutende Rolle in der Bermittlung von Kriegsmaterialsendungen nach Sowjetspanien.

Verbrecherisches treiben aufgedeckt

Amsterdam» 31. Mai.

Der GPU.-Mord an Oberst Konowalec in Rotterdam gibt der holländischen Presse Veranlassung, mit größtem Nachdruck stärkere Wachsamkeit über das verbrecherische Treiben der GPU.-Agenten zu fordern. Das „Handels- blad" stellt fest, datz dieser Mord keineswegs ein Einzel­fall, sondern nur ein Glied in einer ganzen Kette ähn­licher Verbrechen des Kreml sei. Das Blatt berichtet, I datz seit 1923 in Holland «ine Zentralstelle der GPU. I bestehe. Diese Zentralstelle sei durch die sowjetrussische >

Abordnung bei der Haager Konferenz ins Leben ge­rufen w«den. In den Augen Moskaus gelte Holland als geraoezu ideale Operationsbasis für die Agenten -er GPU. Wenn auch das feige Verbrechen in Rotter­dam -er erste GPU.-Mord sei, der aus holländischem Boden verübt wurde, so müsse doch mit Sicherheit an­genommen werde«, datz zahlreiche EPU.-Morde in an­dere« Staaten in der holländischen Zentrale vorbereitet würden sind.

Die Ausla-nidsstellen der GPU. versähen, wie die Er­fahrung lehre, ihre Agenten besonders häufig mit nie­derländischen Pässen und Ausweispapieren, die in der Fälscherzentrale in Moskau hergestellt werden. Die GPU. betreibe in Holland umfangreiche Industrie» und Kolonialspionage. Jahrelang habe in Den Haag ein angeblicher Pole, der sich Walter.nannte, un­gestraft wohnen und arbeiten können. Erst viel später konnte festgestellt werden, dah sich hinter dieser glänzen­den gesellschaftlichen Erscheinung der Leiter der EPU.- Zentrale für Westeuropa verbarg. Acht Jahre hab« der GPU.-Agent Reis ungehindert in Holland sein dunkles Handwerk treiben können. Die GPU. habe ihre Spitzel in den holländischen Gewerkschaften und Arbeiter­vereinen. Die letzten Ereignisse hätten wiederum ge­zeigt, daß die Erklärung Lttwinow-Finkelsteins, die Sowjetunion kenne keinen persönlichen Terror, Lüge sei. Die kommunistische Internationale schrecke vor keinem Verbrechen zurück. Die holländische Regierung muffe da­her alles tun, um diese Gefahr vom Lande abzuwenden.

Prämie für Ergreifung des lälers

Amsterdam, 31. Mai.

Die allgemeine Empörung über den feigen GPU.- Mord in Rotterdam ist in Holland ständig im Wachsen begriffen. Die niederländische Regierung legt größten Nachdruck auf die energische Weiteroerfolgung des GPll.-Mörders. Zu diesem Zweck wurde der Rotter- damer Polizei vom Justizministerium ein sehr bedeuten­der Geldbetrag zur Verfügung gestellt. Die holländische Zeitung „Telegraaf" bringt den Zeitpunkt der Ermor­dung des Obersten Konwalec mit der augenblicklichen Entwicklung in der Sowjetukraine in Zusammenhang. Moskau fürchte heute mehr denn je einen allgemeinen Aufstand in der Ukraine. Daher mußte Konowalec, der erbittertste Feind der Moskauer Gewalthaber, einem Morde zum Opfer fallen.

rroh tschechischer VajoneNe über­wältigender subetendeutscher Sieg

gas Wahlergebnis vom 29. Mai in der tschechischen Hauptstadt

Prag, 31. Mai.

Das Ergebnis der Wahl in Prag vom 29. Mai zeigt im tschechischen Lager das gleiche Bild wie am Sonntag vorher. Zunahmen verzeichnen einerseits die tschechischen Agrarier und — was man auf tschechischer Seite als eine Vertrauenskundgebung zur Regierung erblickt — die tschechischen Volkssozialisten. Besonders bedeutungs­voll aber für die Entwicklung in der tschechischen Haupt­stadt mutz die starke Zunahme der Linksparteien, beson­ders der Kommunisten erscheinen. Eine starke Einbutze erlitten die rechtsoppositionelle nationale Liga und die tschechischen Faschisten, ebenso die tschechische EewerSe- partei wie andere kleine Mittelgruppen.

Einen empfindlichen Verlust erlitten die demokratischen Parteien, der nach tschechischer Meinung darauf zurückzu­führen ist, daß die Juden fast ausschließlich „tschechisch"- national wählten. Bei den Wahlen für die Bezirksver­tretungen in Prag erhielten die tschechisch-nationale- Vereinigung 67 903 (Ergebnis am 22. Mai 64 784); die kommunistische Partei 99 900 (90 373); die tschechischen Sozialdemokraten 75 719 (77 530); die tschechischen Volks- sozralisten 151569 (142 436); die tschechisch-nationale Liga (rechtsoppositionell) 21 264 (29 236); die Gewerbe- partei 35 497 (35 740); die tschechisch-klerikal« Partei

37 759 (37 542); die tschechische Agrarpartei 28 624 (29174) und die Sudetendeutschen 10 879 (15 420).

Eine Reihe von Splitterparteien und Jnteressenten- gruppen erreichte zusammen wenig über 9000 Stimmen, die aber bei der Auswertung praktisch ohne Erfolg bleiben. Bemerkenswert ist, daß auch die Auflösung des bedeutungslosen Restes des früheren deutschen demokra­tischen Wahlblockes sehr rasche Fortschritte macht. Diese Gruppe kann heute als^ völlig einflußlos gelten.

Verfolgung subetendeutscher Veamter

Reichenberg, 31. Äai.

Gegen alle Gerichbsbeamten ReichenLergs, die an der Feier des 1. Mai teilgenommen haben, wurde eine Untersuchung eingeleitet. Sie wird vom Gerichtsprä­sidenten des Präger Landgerichts, Dr. Dobias, geführt, der am Freitag in Reichenberg eingetroffen ist. Die deutschen Beamten wurden gefragt, ob sie der Erklärung zugestimmt haben, die von der Versammlung im Sinne der Forderungen der SDP. angenommen worden ist. Ebenso wie in Reichenberg finden ähnliche Vernehmun­gen auch bei anderen Gemeinden in sudetendeutschen Gebieten statt.

(Siehe auch Sorte H

Der lulii'«!' in Dessau. Hm Labubok «ler Rudrer von einem kleinen Zläckeben bvZrükt; reebts 6zu­leiten 3oräan. , . (krssss-Uokkmgrm.)

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^uilossungsn um 6ie musilcolisclis Kunst

Immer wieder begegnet man den Worten: „Die

Musik ist ob ihrer Wesensart, ihrer Allgemeinverständ- lichkeit eine internationale Kunst. Denn alle Nationen bedienen sich ihrer in derselben „Sprache", den Tönen." Nun ist es schon durchaus unrichtig, die Musik als eine „Sprache" zu bezeichnen. Die Sprache setzt Begriffe voraus. Die Musik dagegen richtet sich an das Ge­fühl» will gar nicht im eigentlichen Sinne „verstan­den", d. h. vernunftgemäß aufgenommen werden. Des­halb ist ds z. B. auch falsch, wenn wir, befragt nach dem Anhören einer musikalischen Darbietung von ihr behaupten, „sie verstanden zu haben". Damit würden wir sie aus der Sphäre des Metaphysischen in das Ge­biet einer rein materiellen Welt verpflanzen. Ein« Entgöttlichung der Musik ist dem Expressionismus ge­lungen, der in seiner Mustkproduktion nicht das See­lische, das Ur-Eigenste der Musik zum Ausdruck bringen wollte, sondern an ihr das zum Wesentlichen machte, was dem wahren Künstler nur das Hilfsmittel, das Werkzeug sein kann, um uns ihr Innerstes zu erschlie­ßen: die Technik. Allerdings: der Kulturbolschswismus erstrebte mit dieser Richtung eine „Jnternationalisie- rung" der Mnfik. Er vertrat eine Musikgattung, die nicht im Dolkstum, sondern in einem sterilen Intel­lektualismus ihren Nährboden suchte. Mit diesem Vor­gang fraß sich der Marxismus mit Gewalt auch in die Musik hinein. Er gab mit seiner alle wahren Werte umstürzenden Haltung die geistige Voraussetzung zur Entstehung von etwas bisher nicht Vorhandenem, nicht Naturgemäßem und darum im tiefsten Unkünstlerischem: einer „M usik mikbewutzt internationalem Ausdruck".

Kommen wir jetzt wieder auf die eingangs wieder­gegeben« n Worte zurück, so drängt sich die Frage auf, welcher Art die Ursachen sein konnten, die die Musik bereits lange vor dem Auftreten der bewußt „inter­nationalen jüdischen Musikshöpfungen" zu einer „inter­nationalen Kunst" stempelten. Wie bereits vorher erwähnt, ließ man' sich zunächst dadurch beirren, daß man die Musik als eine „Sprache" bezeichnete. Man ah in ihr «ine Art „Esperanto" verkörpert, dessen sich

alle Nationen bedienen konnten und die scheinbar auch all« Nationen verstanden. Eine solche Ansicht zeigt deutlich die Saat liberalistischen Gedankengutes, das zu seinem Ideal des Weltbürgertums keine bessere Hymne finden konnte, als eine als internationale Kunst auf­gefaßte Musik, deren Ausdruck eine von allen Menschen „verstandene Sprache" war, die alle Landesgrenzen überwölbte. Der Materialismus wollte auch die Musik zu einem realistischen Begriff herabwürdigen und ihr«

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Auch der zweite Wahltag in der Tschechoslowakei erbrachte Konrad Henlein einen überwältigende« Sieg.

Die Offensive zwischen Teruel und der Küste brachte die Truppen Francos bis Kv Kilometer vor Valencia. Die Verluste der italienischen Freiwilligen aus dem spanischen Kriegsschauplatz betrage» einschl. Offiziere rund 19 909 Mann.

Ein ruchloser EPU.-Mord an dem Ukrainer Konowalec in Rotterdam erregt allgemein« Em­pörung.

Reichswirtschaftsminister Funk eröffnete in Ber­lin den Handwerks-Fachkongretz.

Reichspressechef Dr. Dietrich sprach in Berlin vor ausländischen Pressevertretern.

DAP. Osnabrück-Stadt bei.

Geschwindigkeit über Bremen.

Die Kaserne des neuen bremischen Truppenteil, der Beobachtungsabteilung 22. erhielt den Name .Lettow-Borbeck-Kaserne".

Der Trainer des Bremischen SB., Jonny Otter wurde nach Estland verpflichtet.

Bremens Leichtathleten errangen in Wilhelm», haven und Hannover schöne Erfolge.

Dem ersten Trainingstag Max Schmelings für den Weltmeisterschastskamp' wohnten 3609 Menschen bei. schen oer.