Ausgabe 
(30.5.1938) Nr. 147
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Steiner Muno

parteiamtliche Tageszeitung

vas flmisbtatt des Negierenden vürgermeisters der Freien Hansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Bremens

stattliches Nerkiindungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Meinen

Hr. 14? / 8. Jahrgang

Einzelpreis 15 Npf.

Wieder siegten die Sudetendeutschen

Semeindewcilsien belehren Prag

Volksdeutsche kiicheit bestätigt: Vis zu ldv Prozent der deutschen Stimmen für die Liste der SdP. / Marxistischer Überfall in kibenberg / Vereitelter slnschlog aus sudeten­deutschen Abgeordneten e»

» Prag, 30. Mai.

Bei den gestrigen Gemeindewahlen in der Tschechoslowakei wurden im sudeten­deutschen Reichenberger Bezirk sür die Sudetendeutfche Partei durchschnittlich 93 bis IM v. H. aller deutschen Stimmen abgegeben. Die Zunahme beträgt seit 1935 29 bis 65 vom Hundert.

Die Stimmenzahlen der Sozialdemokraten und Kommunisten sind überall bedeu­tend zurückgegangen. Die ersten Wahlergebnisse lagen vor aus der Riesengebirgs- gemelnde Marschendors. Dort erhielt die Sudetendeutfche Partei, die als einzige Partei Listen ausgestellt hatte, von insgesamt 584 Stimmen 51V Stimmen (14 Mandate), die tschechische Wahlgruppe 52 Stimmen (1 Mandat).

Ein außerordentliches Resultat ist in Maffers- dorf, dem Geburtsort Konrad Henleins, zu verzeich­nen. Dort erzielte die Sudetendeutfche Partei 29 von 32 Eemeindevertretersitzen. In Zwickau bei Böhmisch- Leipa konnten die Sudetendeutschen 96 v. H» allßr derrt- schen Stimmen auf sich vereinigen.

Im folgenden verzeichnen wir weitere Einzekergeb- nisse: Weiden au: SdP. 1139 Stimmen (28 Man­date), Sozialdemokraten 46 Stimmen (1 Mandat), Kom­munisten keine Stimme, Tschechische Wahlgruppe 73 Stimmen (1 Mandat). Die SdP. erhielt 96,1 v. H. aller deutschen Stimmen. Jauernigg: SdP. 1705

Stimmen (28 Mandate), Sozialdemokraten 23 Stimmen

(kein Mandat), Kommunisten 27 Stimmen (kein Man­dat), Tschechen 81 Stimmen (2 Mandate), 98,6 v. H. aller deutschen Stimmen sür die SdP. Fulnek: SdP. 1802 Stimmen (24 Mandate), Sozialdemokraten 141 Stimmen (2 Mandate), Kommunisten (keine Stim­men), Tschechen 312 (4 Mandate). 98,7 v. H. aller deut­schen Stimmen für die SdP. Odrau : SdP. 1187 Stim­men (17 Mandate), Sozialdemokraten 176 Stimmen (2 Mandate), Kommunisten 525 Stimmen (7 Mandate), Tschechen 220 Stimmen (3 Mandate). 87,1 v. H. aller deutschen Stimmen für die SdP. Freiwaldau: SdP. 4302 Stimmen (33 Mandate), Sozialdemokraten 130 Stimmen (1 Mandat), Kommunisten 69 Stimmen

(kein Mandat), Tschechen 302 Stimmen (2 Mandate). 97,3 v. H. aller deutschen Stimmen für die SdP.

Dank der Disziplin der Sudetendeutschen verlief die Wahl im allgemeinen ruhig.

Schüsse aus dem strnteichalt

Prag, 30. Mai.

Auch am gestrigen Wahlsonntag ist es an einigen Orten zu Zwischensiillen gekommen. In der Gemeinde Eibenberg im politischen Bezirk Graslitz wurde ein sndetendeutscher Ordner niedergeschossen.

Schon seit langer Zeit werden diedeutschen" Marxi­sten in der Tschechoslowakei von den Tschechen mit allen Mitteln, u. a. auch mit starken finanziellen Beihilfen, gegen das Sudetendeutschtum aufgewiegelt und auf­gehetzt. Die Presse derdeutschen" Marxisten führt ohne Behinderung durch die tschechische Zensur seit Monaten eine unglaubliche Sprache gegen die Angehörigen der Sudetendeutschen Partei und betreibt offene Mordhetze. Die Folge dieser Hetze ist der Zwischenfall in Eibenberg, wo aufgehetzte bewaffnete Marxisten über Ordner der Sudetendeutschen Partei herfielen. Es kam zu einer Schlägerei, in deren Verlauf die Marxisten zur Schuß­waffe griffen und eine Reihe von Schüssen auf die unbe- waffneten Sudetendeutschen abgaben.

Einer der Ordner der Sudetendeutschen Partei, der einen Bauchschuß erhalten hatte, muhte schwerverletzt einem Krankenhaus zugeführt werden. Drei andere Per­sonen wurden leicht verletzt. Gendarmerie stellte schließ- lich die Ordnung wieder her und nahm bis zur Klä­rung des DorsallLs 75 Personen fest. Wie die ärztliche Untersuchung im Krankenhaus ergab» steckt das Geschoß bei dem verletzten Ordner Dehn im Rückgrat.

Bereits am Freitag hatten Marxisten auf den Ab­geordneten der Sudetendeutschen Partei, Wöllner, einen Anschlag geplant, indem sie Stacheldraht und ein Draht­seil über den Weg, den der Abgeordnete nehmen mußte, gespannt hatten. Ordner der Sudetendeutschen Partei tonnten den Anschlag rechtzeitig verhindern.

Der sichrer nimmt Vorbeimarsch in Dessau ab

Sr. Goebbels rechnet auf dem Sautag Magdeburg-dessau scharf mir den internationalen Friedensstörern ab

Dessau. 3». Mai.

Mehr als 300 000 Volksgenossen des Gaues Magdeburg-Dessau waren am Sonn­tag in ihrer alten Residenz- und jungen Gauyauptstadt als einzig festlich bewegte Ge­meinschaft zum diesjährigen Gautag der NSDAP. zusammengeströmt, der durch die Anwesenheit des Führers und eine Rede von Reichspropagandaminister Dr. Goebbels seine besondere Bedeutung erhielt. Mit der Einweihung des neuen Dessauer Thea­ters. dem ersten monumentalen Theaterneubau im nationalsozialistischen Deutschland» fand der Tag seinen kulturpolitisch bedeutsamen Ausklang.

Um 12 Uhr trifft zunächst Neichsminister Dr. Goeb­bels auf dem Flugplatz der Junkers-Werke ein, wo er von den führenden Persönlichkeiten des Gaues mit

Gauleiter Reichsstatthalter Jordan, Staatsminister Freyberg sowie dem Dessauer Oberbürgermeister Sander an der Spitze empfangen wird. Und dann geht es unter

dem stürmischen Jubel der Massen in langsamer Fahrt über die Feststraße zur Aufmarschwiese in die Braunsche Lauche.

Auf der großen Tribüne haben sich die Ehrengäste versammelt, unter ihnen der Gauleiter des Nachbar- gaues Halle-Merssburg, Eggeling, Reichsarbeitsführer Hier!, Ministerpräsident Klagges-Braunschweig, Frau Loeper, die Witwe des verstorbenen Reichsstatthalters, sowie zahlreiche hohe Offiziere der Wehrmacht und her­vorragende Vertreter des Staates und der Partei.

Gauleiter Reichsstatthalter Jordan eröffnete nach stürmischem Empfang Dr. Goebbels' die Kundgebung. Seine Mitteilung, daß der Führer sich zur Zeit auf der (Fortsetzung auf Seite 2)

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2llw Vbsvkluü cker xroLoii l. kieieli^olvnmItsguiiK in Nremvn ksmI iEli cker Tatoiioki UNK -mi Lolonial-Mirenm», ein sti-akker Vorkeimarsckei sei- Sörssnkrevne stsV. Unser Rilä seist äsn ämKenbliek ckes Vorkeimarsokes Ssi- 1ViIkeIm-0eekoi--x'aknv. In Sei- ersten Heike von links nnek reokts: «euer-»! von Uettov- Vorbevk, 8V.-Oborkäkior kollert, Savor 8^-Oborkukrer Snnken, ss-Obvrlnkrer knmnnn, kes- Lürsoi-meister 8Hlii,ponknkrer Lökweker kenerallentniint 8 trauL unck ^Smiral Molk. (Lvrickt über Sen Vorlaut Ses lotsten lasungstaKes iw Innern Ses LIattes.) Lutn - Lekmiät

Londons falscher Standpunkt

Eine klare englische Pressestimme

London. 3V. Mai

ImObserver", der führenden englischen Sonn­tagszeitung, beschäftigt sich Garvin mit der tschechischen Gefahr", wie er es nennt. Der Ar­tikel verdient um so mehr Beachtung, als hier ein angesehener englischer Publizist zum ersten Male freimütig feststellt, daß dieKrise" am vergan­genen Wochenende das Ergebnis von Uebertrei­bungen. voreiligen Schritten aus der tschechischen Seite und überflüssigen Worten war, und weil er klar herausstellt, woran die ganze Vermittlungs- aktion Englands krankt, nämlich daran, datz sie den Eindruck hervorruft, als wäre London das wirkliche Ende der Verbindung MoskauPrag Paris.

Garvin beklagt es deshalb, daß England sich nicht alle Komplikationen und Verbindungen irgendwelcher Art mit den Sowjetpakten habe vom Leibe halten können. Er spricht dann von herausfordernden Worten und übertriebener Geschäftigkeit am vergangenen Wochen­ende. Heute gebe man in England offen zu wenn auch nicht in Moskau, daß der ursprüngliche tsche­chische Bericht über einengeplanten Coup der deut­schen Armee" völlig unbegründet war. Man habe sogar gesagt, daß die entschlossenen Warnungen Englands dir deutsche Aggression" durchkreuzt hätten.

Keine Verdrehung, so sagt Garvin, hätte bösartiger sein können. Es sei schwer, abzumessen, wieviel Er­regung und Unwillen dadurch in Deutschland hervor­gerufen worden sei» wo die meisten guten Ergebnisse des Halifax-Besuchs in Berlin bereits wieder zunichte- gemacht worden seien. Er, Garvin, erkläre mit allem Nachdruck, wenn weitere diplomatische Schritte im Zusammenhang mit der tschechischen Frage mit derart prahlerischer Begleitmusik vor sich gingen, so würde das fatale Folgen sür den Frieden haben.

Einige Kommentare notorischer Deutschenhasser klän­gen so. als seien an Stelle der Ermordung von .zwei Sudetendeutschen durch einen tschechischen Polizisten zwei Tschechen von Deutschen ermordet worden.

Obgleich England.kein Partner der Sowjetpakte sei, könne es doch von den Folgen völlig ersaßt werben. Die öffentliche Meinung sei sich wenig darüber im klaren, in wie starkem Maße England bereits darin verwickelt sei. Englands Schritte würden notwendigerweise dahin verstanden, daß sie in voller Uebereinstimmung mit Paris erfolgten und selbstverständlich von Paris Mos­kau zur Kenntnis gebracht würden. Unter diesen Um­stürzen sei die englische Vermittlung nicht ganz unparteiisch nnd man könne nicht erwarten, daß sie von Deutschland so angesehen würde. Man müßte sich allezeit immer daran erinnern, daß, wenn es keine Hoffnung für eine deutsch-englische Verständi­gung mehr gebe, auch nichts mehr für die Sicherung des Weltfriedens vorhanden sei. Wenn die Tschechen in dem Glauben bestärkt würden, daß England, Frank­reich und Sorojetvußland ihnen zu helfen gezwungen seien, was auch immer sie täten, so würden sie den Su­detendeutschen niemals ausreichende Zugeständnisse machen. Schließlich erteilt Garvin den Tschechen einen Tadel, indem er sagt, Prag habe, ohne auf eine Be­stätigung der Gerüchte über deutsche Truppenkonzentra- ttonen W warten, militärische Gegenmaßnahmen in der Form einer Teilmobilisierung ergriffen. England tue gut daran, sich über die Eewagtheit und das Risiko dieser Schritte klar zu werden.

Der Verfasser schließt mit der Feststellung, daß die Tschechoslowakei" niemals durch den hanebüchenen Un­sinn von Versailles hätte geschaffen werden dürfen. Sie könne weder durch friedliche Mittel noch durch Krieg aufrechterhalten werden, wenn sie nicht zu einer zweiten Schweiz auf der Grundlage der Gerechtigkeit uiü> Neu­tralität umgeformt werden würde.

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Die Sudetendeutschen erzielten bei den gestrigen Ge­meindewahlen wiederum einen überwältigenden Sieg.

In Eibenberg wurde ein SdP.-Ordner von Mar­xisten niedergeschossen.

Das deutsche Luftgeschwader traf in Belgrad ein. Der Führer nahm in Dessau im Rahmen des Gau­tages den Vorbeimarsch der Formationen ab; Dr. Goebbels rechnete mit den internationalen Friedens­störern ab.

In Anwesenheit des Führers wurde der Theater­neubau in Dessau eingeweiht.

Gauleiter Röoer sprach auf dem Kreistaa der NSDAP. in Brake.

In Wilhelmshaven wurde das Ehrenmal für die Gefallenen des PanzerschiffesDeutschland" geweiht. Mit einer Totenehrung und einem Vorbeimarsch fand die Kolonialtagung in Bremen ihren Abschloß. Seit der Eröffnung der AusstellungBremen Schlüssel zur Welt" zählte man 125 000 Besucher. Die Endspielgegner um die Deutsche Fußballmeister­schaft 1838 sind Schalke 04 und Hannover 98.

Ein ganz großer Erfolg für Deutschland wurde die Dreitagefahrt für Motorräder.

Erstmalig starteten in Bremen in einer NSFK.- Beranstaltung sechs Freiballone.

Der Deutschlandflug 1838 endete am Sonntaa in Wien.

Im gesamten alten Reichsgebiet wurden die Reichssportwettkämpfe der HJ. für Jungmädel und BDM. durchgeführt.