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Miller
parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des Negierenden vurgermeisters der Freien Hansestadt vremen
lnzelge« - Grundpreise»
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-er NattonalsoziaUsten Bremens
sinnliches verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und vremen
Nr. 145 / S. Jahrgang
Sonntag. 29. Mai 19Z8
kinzelpreis 15 Npf.
pittsbur ger Vertrug für Prag sein peinlich
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kchktzeik des llokuments festgestellt
pmeeskanifche Slowakenabordnung bei stUnka / Scheinheiliges Seine -er tschechischen Negierungspreffe , Wahlen unter Vchonetten ,SVP.. Liste in SS Semein-en bereits gewählt , pusrechterhaltung -er leil-
mobilisierung
Prag, 29. Mai.
Umjubelt von Tausenden von Slowaken traf die Abordnung der amerikanischen Slowaken, die das Original des Pittsburger Vertrages aus Amerika mitbringt, gestern in Rosenberg. dem Wohnsitz des Vorkämpfers der slowakischen Autonomie, Pater Hlinka, ein. Der Leiter der slowakischen Abordnung aus Amerika Dr. Hledko betonte, die Delegation habe es als ihre Pflicht angesehen, zuerst nach Rosenberg zu kommen. Daraus entfaltete er feierlich das Original der Magna Charta der slowakischen Autonomie. den Pittsburger Vertrag. Hlinka verlas, nachdem die Echtheit der Unterschriften, darunter auch die des verstorbenen ersten Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik Masaryk. erneut festgestellt worden war, den Brief Masaryks vom Jahre 1929, in dem er sich gegen die Gültigkeit des Pittsburger Vertrages aussprach.
Das Mitglied der amerikanischen Abordnung Josef Huschek, der seinerzeit selbst den Vertrag mitunter- zeichnet hatte, erklärte, daß die amerikanischen Slowaken dem Pittsburger Vertrag heute genau so treu seien wie 1918, als sie ihn unterschrieben.
bezeichnen, die Slowaken durch nicht ernstgemeinte Autonomie-Versprechen zu betrügen?
Zwangsrekrutierungen
Während die Slowaken aus Amerika noch vor kurzem von der gesamten zentralistischen Oefsentlichkeit als Störenfriede des tschechisch-slowakischen Verhältnisses angesehen wurden, versucht man jetzt tschechischerseits pliHlich, aus ungebetenen Gästen eine der Regierung hochwillkommene Abordnung zu mache«. So überschlägt sich die Regierungspresse auf einmal in allerhand Belobigungen für die Slowakenabordnung. Danach stellen es die tschechischen Blätter so hin, als ob die Gäste aus den Vereinigten Staaten die Tschechoslowakei „in ihrer schweren Stunde besuchen, um die tschechisch-slowakische Einigung zu fördern."
Noch bis vor kurzem erklärten die Tschechen das Dokument des Pittsburger Vertrages, über den die „Bremer Zeitung" kürzlich Näheres mitteilte, für eine Fälschung. Wir sind gespannt, ob sie auch noch nach der Vorlegung des Pittsburger Originals ihre plumpe Methode für die beste Abwehr halten werden. Oder sollten sich die Tschechen nur im Ausdruck vergriffen haben und mit Fälschung ihren eigenen Versuch vom 30. Mai 1918
Warschau, 29. Mai.
Die gesamte polnische Presse beschäftigt sich erneut in ausführlichen Artikeln mit den immer skandalöser werdenden Zuständen in der Tschechoslowakei. Im Hinblick auf die am Sonntag auch für die Gemeinden des polnischen Siedlungsgebiets ausgeschriebenen Wahlen weist die polnische Telegraphenagentur in zahlreichen Meldungen aus Mährisch-Ostrau auf die besonderen Umstände hin, unter denen die Wahlen stattfinden müssen. Das polnische Minderheitenblatt „Dziennik Polsky" hat einen Aufruf an die Polen veröffentlicht, in dem darauf hingewiesen wird, daß man die Wahlversammlungen in den Privatwohnungen, in Scheunen und Schuppen abhalten wolle, da ja in verschiedenen Gemeinden sämtliche Gasthäuser von Militär besetzt seien und Wahlversammlungen unter freiem Himmel nicht stattfinden dürfen.
Die sich aus dieser Meldung ergebende Tatsache, daß das polnische Siedlungsgebiet weiterhin von tschechischem Militär besetzt ist, wird auch von anderer Seite bestätigt. Das eigentliche polnische Minderheitengebiet liegt nordwestlich von Teschen. Dieses Gebiet steht praktisch weiterhin unter Ausnahmezustand. Beispielsweise
können auch von innerhalb der Tschechoslowakei gelegene Ortschaften ohne besondere Genehmigung und ohne strenge Zensur keine Telefongespräche erfolgen.
In einer anderen Meldung weist die „Pat" auf die besonderen Wahlmethoden hin, deren sich die Tschechen bedienen. Mitglieder des tschechischen Sokols reißen sämtliche Wahlplakate und Veröffentlichungen des polnischen Blocks von den Wänden. In anderen Ortschaften kaufen die Tschechen große Mengen Bier und Schnaps auf, was in den polnischen Gemeinden kostenlos an die Polen ausgeschänkt wird. Auch auf diese Art und Weise hofft man also in Prag, das einmütige Bekenntnis der Polen zu ihrer Minderheiten- liste zu durchkreuzen.
Ausführlich auf die im polnischen Minderheitengebiet herrschenden Zustände geht der „Kurjer Poranny" ein. Die polnische Bevölkerung verspreche sich von den jetzigen Wahlen sehr viel, zumal der psychologische Augenblick sehr günstig sei.
Die Aera der seit 29 Jahren betriebenen Politik der Schwindeleien, die man so sorgfältig vor den Augen der Welt verborgen gehalten habe, sei nun endlich klar in Erscheinung getreten. Man beginne» von allen Seiten der Erde mit anderen Augen als bisher auf diese „idealste Demokratie" in Mitteleuropa zu blicken. Die Welt werde sich bewußt, daß diese Demokratie ein ganz gewöhnlicher Bluff sei, der nur mit der Dummheit anderer rechnete.
Von den bevorstehenden Gemeinden-achlen hätten sich die Polen erhofft, daß nun zum ersten Male die Fälschungen der beiden letzten tschechischen Volkszählungen in dem kschechisch-slchlesischen Gebiet richtiggestellt werden können. Die polnische Propaganda habe sich auch bis zu Beginn der letzten Woche einigermaßen entwickelt. Dann setzen die tschechischen Zwangsrekrutierungen ein, die nach sowjetrussischer Methode betrieben wurden. Lastwagen mit Gendarmen und Soldaten und Bündeln vorbereiteter Uniformen fuhren nachts auf die Dörfer. Der Gemeindevorsteher wurde geweckt, man fuhr vor die einzelnen Häuser, rüttelte die Männer aus dem Schlaf, steckte sie in die Uniform, lud sie auf die Wagen und fuhr in unbekannter Richtung davon. Nicht anders verfuhr man in den Fabriken und Bergwerken. Dort sah man die Liste der Belegschaften durch, strich die in Betracht kommenden Namen an, lud die erstaunten Kumpels auf die Asutos und fuhr davon, ohne daß diese sich von ihren Familien überhaupt verabschieden konnten. In den polnischen Erenzdörfern trafen dann gleichzeitig Militär. Gendarmen und die nationale Garde ein. Von diesem Tage an durste keine Wahlversammlung mehr stattfinden, die Zensur wurde verschärft und zwar in diesen Gebieten nur gegenüber der Minder- heitenpresse. (Siehe auch Seite 2.)
Veutstii-ttMiMes Wirtschaftsabkommen
fllle aus -er Wiedervereinigung österreichs mit dem -eich sich ergebenden fragen geregelt
Verlin, 29. Mai.
Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, und der italienische Botschafter Attolico sowie der Leiter der italienischen Delegation, Botschafter Eiannini, und der Leiter der deutschen Delegation, V. L. R. Clo- dius, haben gestern im Auswärtigen Amt in Berlin eine Reihe von Verträgen und Abkommen unterzeichnet, Lurch die alle aus der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich sich ergebende» Wirt- fchaftsfragen geregelt worden sind.
Die Verhandlungen, die seit einigen Wochen in Berlin geführt worden sind. haben Gelegenheit gegeben, die mit ver Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich zusammenhängenden wirtschaftlichen und finanziellen Probleme sowie die Verkehrs- und Schiff- fahrtsfragen im einzelnen zu erörtern. Es hat sich dabei gezeigt, daß die enge wirtschaftliche Verflechtung zwischen Deutschland und Italien, die seit dem Jahre 1933 von Jahr zu Jahr planmäßig weiter ausgebaut worden ist, jetzt einen weiteren großen Auf>chwung er
Ser Wstree -eure in Veffau
Der erste Theaterneubau im Dritten Reich wird seiner Bestimmung übergeben
Dessau, 29. Mai.
Die unerwartete Freudenbotschaft, daß der Führer dem diesjährigen Gautag des Gaues Magdeburg- Anhalt der NSDAP. am Sonntag beiwohnen wird, hat in der Desfauer Bevölkerung allgemeine Begeisterung ausgelöst. Schon stehen Häuser, Plätze, Straßen und das riesige Aufmarschgelände in der Braunschen Laache im festlichen Fahnen- und Grünschmuck. In freudiger, hochgestimmter Spannung sieht der gesamte Gau dem großen Ereignis entgegen, zu dem rund 399 999 Menschen in der alten Residenzstadt erwartet werden.
Vr. Soebbels stiftet Mustkpreis
Berlin, 29. Mai.
Rsichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat folgenden Erlaß herausgegeben:
„Zur Förderung des musikalischen Solistennachwuch>es verfüge ich mit dem heutigen Tage die Stiftung eines Rationalen Musikpreises. Dieser Preis wird alljährlich in Höh- von 29 999 Reichsmark, je zur Hälfte, an den besten deutschen Pianisten und den besten deutschen Geiger -es Nachwuchses zur Erteilung gelangen."
fahren wird. Die gemeinsame Grenze und die Vielfältigkeit der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Delltch- land und Italien werden den beiden Volkswirtschaften neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit eröffnen. Die engen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten und Völkern haben es ermöglicht, den umfangreichen Fragenkomplex in verhältnismäßig kurzer Zeit durchzuberaten und in mehreren Vereinbarungen nicht nur alle schwebenden Fragen zu regeln, sondern auch die Grundlage für die weitere freundschaftliche Zusammenarbeit in der Zukunft zu schaffen.
Durch die gestern unterzeichneten Verträge und Abkommen werden die zwischen Deutschland und Italien bestehenden Vereinbarungen über den Waren-, Zah- lungs- und Reiseverkehr auf das Land Oesterreich ausgedehnt. Auch für den Zeitpunkt der Ausdehnung des deutschen Zolltarifes aus Oesterreich werden die erforderlichen Vereinbarungen getroffen. Damit ist dix Gesamtheit der aus der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich für die deutsch-italienischen Beziehungen sich ergebenden Probleme abschließend geregelt worden.
kined äsr LrötknunK ävr Internationalen HanävvrksausstellunK. ksiebsvirtscbaktsmivistsr unä kelobs-
organisationslpitsr. vr. .vor cksm Ltanä eivsy bulgarisekon Mobsrin. (Lresss-Lollwann)
Veutsches vertrauen wurde vertan
Vie negative Seite eines politischen veitstanies
s. 8. D. Bremen. 29. Mai.
Die von Paris und London verantwortungslos heraufbeschworene „Krise" um das widernatür- ' liche Staatsgebilde der Tschechoslowakei ist, von England und Frankreich aus gesehen, für den Augenblick in ein Stadium gewisser Beruhigung getreten, das will besagen': eine künstlich entfachte — und fraglos mit dem Willen, das autoritäre Deutschland vor der Welt zu demütigen — herbeigeführte politische Lage in Europa unterliegt heute an Themse und Seine einer etwas gemäßigteren Beurteilung als noch vor wenigen Tagen.
Man beginnt sich an der Themse mit dem den englischen Politikern mehr als den französischen angeborenen Geschäftssinn darauf zu besinnen, was nun eigentlich als Aktivum eines politischen Veitstanzes bleibt, aus dem man heute mit dem besten Willen nicht mehr einen vermeintlichen diplomatischen Sieg der Weltmächte über die Achse Rom—Berlin abzuleiten vermag.
Es war eine wohlfeile Sache, einige Tage mit der Behauptung hausieren zu gehen, man habe den Weltfrieden gerettet, weil man verstanden habe, Deutschland einzuschüchtern. (So war doch das hämische Triumphgeschrei der französischen und eines großen Teiles der englischen Presse zu verstehen, als sie aus der geradezu bewunderns- werten Selbstzucht der Sudetendeutschen und der gegen alle Herausforderungen kühl bis aus Herz hinan bleibenden selbstbewußten Haltung Deutschlands einen großen diplomatischen Erfolg der Westmächte konstruierte?) Nun, nachdem ein gewisses Maß von Selbstbesinnung in London wieder einkehrte, kann man sich mit etwas mehr oder weniger Besorgnis die Frage vorlegen, ob dieser vermeintliche Erfolg, dieser konstruierte Triumph über Deutschland nicht auch eine negative Seite hat, eine Seite, die unter Umständen der Diplomatie der Westmächte für die Zukunft recht wenig zuträglich zu werden vermag.
Tatsächlich steht auf der für England ganz erheblich negativ gewordenen Seite seines diplomatischen Verhaltens der letzten Tage ein heute wiederum voll lebendig gewordenes, abgrundtiefes und kaum mehr ganz gutzumachendes Mißtrauen von 80 Millionen Deutschen gegen England, ein Mißtrauen, das kaum mehr aufzuwiegen ist mit den in den letzten Tagen unternommenen Versuchen der englischen Presse, in der tschechoslowakischen Frage etwas einzulenken. In Deutschland wird man fortan nie mehr wieder sagen, daß England sich zuverlässig um den friedlichen Ausgleich der europäischen Gegensätze bemüht, daß in England der gute Wille vorhanden sei, die himmelschreienden Ungerechtigkeiten von Versailles aus der Welt zu schaffen, daß England die Lösung einer offensichtlich im Sinne des berühmten Weltgewissens und des Selbstbestimmungsrechtes der Völker zu lösende Frage, zugunsten deutschen Volkstumes redlich und anständig zu fördern willens sei, daß England jemals volles Verständnis für die nationale Ehre und für die nationalen Notwendigkeiten des im europäischen Raum geschlossen siedelnden 80- Millionen-Volkes der Deutschen aufzubringen vermöchte. Denn wenn England dem deutschen Volkstum und der politischen Lage der letzten Tage wahrhaft hätte gerecht werden wollen, hätte es sich anders, ganz anders in der tschechoslowakischen Frage verhalten müssen, hätte
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Die amerikanische Slowaken-Abordnung hat das Original des Pittsburger Autonomie-Vertrages Hlinka vorgelegt.
Das deutsch-italienische Wirtschaftsabkommen wurde unterzeichnet.
Reichswirtschaftsminister Funk eröffnete die Internationale Handwerksausstellung in Berlin.
37 deutsche Kampfflieger starteten nach Belgrad.
Dr. Goebbels stiftete einen Mufikpreis in Höhe von 29 999 Reichsmark.
Unser Kreisleiter Blanke seiert am heutigen Tage das Fest der silbernen Hochzeit.
Die Reichskolonialtagung fand in einer feierlichen Kundgebung aus dem Domshof ihren Höhepunkt.
Als Ehrengast der Ausstellungsleitung traf Hans Arlt, Linz, der Betreuer des Grabes der Eltern des Führers, in Bremen ein.
Regierender Bürgermeister SA.-Gruppenführer Böhmcker eröffnete in d-r Kunsthalle die Schau „Die Freie Hansestadt Vremen".
Bremen wird die Pfingsttage über im Zeichen des dritten Führerlagers der Nordsee-HJ. stehen.
Seit langen Jahren lies zum ersten Male wieder ein Schiff aus der Rickmers-Werft vom Stapel.