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parteiamtliche Tageszeitung
Das flmtsbkatt des Negierenden Bürgermeisters der Lreien ffansestavt Bremen
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der Nattonalsozialisten Vremens
flmtliches Verkündungsblatt des Neichsstatchaiters in Oldenburg und Bremen
Nr. 14S / 8. Jahrgang
Sonnabend, 26. Mai 19Z8
Einzelpreis 1S Bpf.
Tschechoslowakei - ein Kriegslager
Ischechischer Militär-Doppeldecker über deutschem Boden
flbgeblendete Bahnhöfe, gesprengte Brücken, unterminierte Hügel / Vrandvor- beeeitungen ^n allen öffentlichen Sebauden / Seit l4 tagen ruht die Feldarbeit
Hos, 28. Mai.
Ein Engländer, der einige Wochen in Karlsbad zur Kur zugebracht hat, trat in diesen Tagen mit seinem Wagen von Karlsbad über Eger und durch Deutschland seine Rückreise nach England an. Bei seinem Aufenthalt in Hof schilderte er seine Erlebnisse aus seiner Fahrt von Karlsbad bis zur Grenze.
Er erklärte, daß er sich vorgekommen sei wie mitten im Kriegsgebiet zwischen kämpfenden Truppen. Auf der kurzen Strecke von Karlsbad bis Eger sei sein Wagen mehr als zwanzigmak umgeleitet worden. Er hätte immer wieder von der Hauptstraße abbiegen müssen. Er sei dann durch Sperren, die durch Ackergeräte und Ackerwagen gebildet worden sein, auf dürftigen, holprigen Feldwegen, übet Notbrücken und durch Wälder nach einiger Zeit wieder auf die Straße zu- rllckgeleitet worden. Offenbar habe man auf der Staatsstraße die Brücken gesprengt und leite nun die Fahrzeuge um.
Die deutschen Bauer» hätten ihm erklärt, daß die ganze Feldarbeit seit 14 Tagen ruhe und sie der Zukniff mit größter Sorge entgegensähen. Sie könnten sich ohne Lebensgefahr nicht mehr auf ihre Felder begeben, da sich zwischen den Ackerstücken Maschinengewehrnester befänden und Betonunterstiinde. Ihr Ackergerät und ihre Ackerwagen hätte man ihnen trotz aller Widersprüche zur Herstellung von Barrikaden fortgenommen. Wer versuche, dieses Ackergerät zurückzuholen, werde mit Erschießung bedroht. Vielen Bauern seien außerdem auch die Pferde für militärische Zwecke fortgenommen worden.
An sämtlichen Brücken, die der Engländer auf der ganzen Strecke passiert habe, hätten überall militärische Feldwachen gelegen. Die Brücken seien sämtlich angebohrt und die Bohrlöcher mit Elrasit geladen worden. Die Sprengoorbereitungen seien deutlich zu erkennen. In Neusättel und rüderen Orten, die er habe passieren müssen, habe man in den öffentlichen Gebäuden, insbesondere in den Schulen, Brandvorbereitun- a-en getroffen. Zahlreiche Zimmer seien mit Stroh gefüllt worden, daneben ständen Petroleum-kannen, so daß einige Handgriffe genügten, um diese Gebäude in brennende Fackeln zu verwandeln. Die Bahnhöfe blieben abends unbeleuchtet, und die Züge fahren mit abgeblendetem Licht. Reisende, die es wagten, in den Abteilen Licht zn machen, würden vorn Zugpersonal bedroht. Unter diesen Umständen hätten es zahlreiche Kurgäste in Marienbad uNd Karlsbad vorgezogen, schnellstens abzureisen. In der Nähe von Eger sei eine Reihe von Hügeln, von denen aus man eine weite Sicht auf die Ebene habe und die daher mitiärisch von Wichtigkeit
sein könnten, unterminiert und mit Sprengladungen versehen, um ihre militärische Benutzung durch einen möglichen Gegner zu verhindern.
Wien. 28. Mai.
Am 27. Mai erschien um 8.1S Uhr morgens über der Stadt und dem Grenzbahnhos Gmünd im Gau Mieder- Donau in etwa ISO Meter Höhe ein einmotoriger sche- chischer Militärdoppeldecker mit dem Zeichen B 92, der offenbar mit zwei Personen, einem Flugzeugführer und einem Beobachter» besetzt war. Der Doppeldecker überflog zunächst die Bleileben-Brücke, kreiste dann ganz niedrig um den Grenzbahnhos Gmünd, wobei sich von den beiden Insassen des Flugzeuges der vorne sitzende weit aus dem Flugzeug herausbeugte und einen Fotoapparat oder eine Filmkamera in den Händen hielt. Das Flugzeug beschrieb dann einen Bogen um die Evangelische Kirche und flog an der Eisenbahnlinie entlang nach Ceske Velenice zurück. Es ist von Hunderten von Personen gesehen worden, deren sich wegen dieser neuen Grenzverletzung eine große Erregung bemächtigte. Da das Wetter völlig klar war, ist ein Verfliegen ausgeschlossen.
Das Flugzeug kam aus Richtung Budweis an der Eisenbahnstrecke Pilsen—Budweis—Gmünd—Wien entlang. Den ortskundigen tschechischen Fliegern ist ohne Zweifel nicht unbekannt, daß sich auf tschechischem Gebiet in Ceske Velenice die beiden markant in das Gelände mitgeschnittenen Eisenbahstnrecken von Budweis über Gmünd nach Wien und von Prag über Tabor und Ceske Valenice nach Wien zu neigen und in den tschechischen Grenzbahnhos Ceske Velenice einmünden. Der Bahnhof bildet daher einen hervorragenden Orientierungspunkt für jeden Flieger. Es kann sich also bei diesem neuen GrenWvischenfall nur um eine beabsichtigte Grenzverletzung zu militärischen Zwecken handeln.
Neuer deutscher Schritt in Prag
(Orakkbsrielil unseres Vertreters in ?ra§)
Prag, 28. Mai.
Der deutsche Gesandte in Prag, Dr. von Eisenlohr, hat am Donnerstag und Freitag in Noten bei der Präger Regierung gegen die zahlreichen Grenzverletzungen durch tschechoslowakische Flugzeuge Protest eingelegt.
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Vr. Soebbels auf der lagung der -M.
Fremdenverkehr bringt Völker einander näher" — 45 Nationen in Berlin vertreten
(Drsktberickt unserer verllnerSekriktlsitnagl
rü. Berlin. 28. Mai.
Unter Teilnahme von Vertretern aus 45 Nationen wurde am Freitagvormittag in Berlin im „Haus der Flieger" der Kongreß der „Alliance Internationale de Tou- risme" eröffnet. Nach Worten der Begrüßung, die Korpsführer Hühnleinals Führer des deutschen Krastfahrsports sprach, entbot Staatsminister a. D. Esser als ge- schäftsführender Präsident des Reichsausschusses für Fremdenverkehr die Willkom- mensgrüße der deutschen Fremdenoerkehrsorganisationen. Die Eröffnungsrede hielt Reichsminister Dr. Goebbels. der sich ausführlich über die Beziehungen des Fremdenverkehrs zum nationalsozialistischen Deutschland verbreitete. Im Anschluß an die Worte des Ministers dankte der Präsident der AJT., der Vorsitzende des Schweizer Fremdenverkehrsverbandes Henneberg. für den freundlichen Empfang, der den Vertretern des Fremdenverkehrs der ganzen Welt in Deutschland zuteil geworden sei.
Korpsführer Hühnbein führte in seiner Begrüßungsansprache aus:
„Beinahe zehn Jahre sind vergangen, seit Sie im Sichre 1929 Ihre letzte Generalversammlung in Deutschland abhielten. Ein grundlegender Wandle! hat sich seitdem bei uns vollzogen. Wenn Sie in den kommenden Tagen aulS der Hauptstadt des Reiches über die Straßen Adolf Hitlers durch deutsche Lande fahren, so werden Sie an dem Rhythmus der Arbeit, der Ihnen überall entgegenschlägt, aus eigener Anschauung erkennen, welch ein pulsierendes Leben das neue lunge Deutschland auf allen Gebieten erfüllt. Die Amance Internationale de Tourisme hat sich zur Aufgabe gestellt in allen Ländern der Welt geeignete Maßnahmen für eine fortschrittliche Gestaltung und Verbreitung der internationalen Tpuristik zu erforschen und durchzusetzen.
Bei der außerordentlichen Förderung, die die Motorisierung im heutigen Deutschland durch sim Staatsoberhaupt, den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler genießt, ist bei uns der Weg zu allen Behörden des Reiches sehr kurz und die rasche Lösung aller Probleme durch den Zusammenklang von Partei und Staat gesichert.
Deutschland, seiner geographischen Lage nach das Land mit den meisten Grenzübergangsstellen und Träger des Transitverkehrs von Nord nach Süd und West nach Ost weiß die Bestrebungen der AST-, alle Erleichterungen internationaler Art herbeizuführen, die der Entwicklung der Automobiltouristik förderlich sind, sehr wohl zu schätzen und zu würdigen.
Die Einbeziehung von 1100 Kilometern deutscher Reichsautobahnen von der holländischen bis zur ungarischen Grenze stellt für die Verwirklichung dieses Ihres Projektes einen entscheidenden Beitrag Deutschlands dar.
Veutlchlands 6ren;en sind weit -eöffnet
Nach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden des Fremdenverkehrsverbandes, Staatsminister a. D. Esser betrat, von den Anwesenden herzlich begrüßt, Reichsminister Dr. Goebbels das Rednerpult und führte folgendes aus: Es mag mehr als ein Zufall sein, daß diese Tagung, die iq erster Linie der Auto- mobiltouristik gewidmet ist, in dem Lande stattfindet, das die beidengrößten Erfinder des Auto-
(Fortsetzung auf Seite H
Die ksierlivb« OrunästsinIvKung nur Kiöütvn ^utokubrilr äor Malt kür cken Läb'.-^VaKen. Oben: 8s1y Lingsn clsr Mtionalkzrwnsn naeli äsr ^Vsidsrsäs ciss b'übrsrs; im Voräsigrnvä sislrt man äsn Liäb'.-kVs.gsa als lümousins nncl als okkonsv VisrsiiLsr. — II ntsn: vor knlrrsr dssiobtigk einen Xdll.-kVs.Fsn; neben äsm llüllrsr (von links): Rsiebslsitsr Dr. vr. Lorsebs (äsr Lonstruktsnr ciss XäX.-kVsgsns),
(lonppsnkübrsr Leb and, Ltabsebsk Imtrie, Obsrgrnppsnknbrer Lormann, Lorpskübrsr ttnknlsin» Reiobsleitsr, Kossnbsr§. (Lrssss-Lokkwaon)
Nastenstßande jenseits der 6ren;e straffrei!
Kürzlich wurbe^vom Oberreichsanwalt dem.Großen Senat des Reichsgerichts in Strafsachen die Frage vorgelegt, ob auch die außerhalb der Reichsgrenzen begangene Rassenschande strafbar ist. Diese Frage war durch einen besonderen Einzelfall aufgeworfen worden, in dem ein staatsangehöriger Jude Nach Prag gereist war und eine deutsch-blutige Staatsangehörige, mit der er seit Jahren ein Liebesverhältnis unterhielt, zur Begehung der Rassenschande nach Prag hatte kommen lassen.
Bekantlich findet nach dem geltenden Strafgesetz wegen der im Auslande begangenen Verbrechen und Vergehen in der Regel keine Strafverfolgung statt. Eine Ausnahme gilt nur in den Fällen, in denen das Verbrechen oder Vergehen auch im Auslande mit Strafe bedroht ist, sowie bei Münzdelikten und bei Hoch- und Landesverrat. Im Laufe des Strafverfahrens hatte der Oberreichsanwalt die zunächst nur auf den geschilderten Fall abgestellte Frage ganz allgemein gestellt, damit ein für allemal entschieden würde, ob die im Ausland begangene Rassenschande deutscher Staatsangehöriger bestraft werden könne oder nicht. Das Reichsgericht beantwortete die Frage nur für den Einzelfall, indem es entschied, daß ein Jude deutscher Staatsangehörigkeit, der mit einer Staatsangehörigen deutschen Blutes im Ausland außereheliche Beziehungen unterhält, dann wegen Rassenschande strafbar kst, wenn Vk die deutsche Staatsangehörige veranlaßt hat, zu diesem Zwecke vorübergehend zu ihm ins Ausland zu kommen. Auf Grund dieser Entscheidung konnte der erwähnte Fall der
Rassenschande zwar seine gerechte Sühne finden, und auch gleich-geartete Fälle der Rassenschande sind damit in Zukunft strafbar.
Das Reichsgericht hat es vermieden, zu der generellen Frage Stellung zu nehmen, ob ganz allgemein die im Ausland begangene Rassenschande deutscher Staats»
Vnsor ^aAQsspissOL
Wieder führte ein tschechisches Mikitär-Flugzeug Er- kundungsftiige über deutschem Boden durch. Codreanu wurde zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt.
Im memelländischen Landtag wurde gegen Ueber» griffe Litauens scharf Stellung genommen.
Im nordamerikanische» Streikgebiet kam es zu Barrikadenkämpfen.
Reichsminister Dr. Goebbels eröffnete die Tagung der „Alliance Internationale de Tourisme".
Die Hansa-Linie nimmt für 1937 die Dividendenzahlung wieder auf.
Der Abschluß der Atlas Levante-Linie Bremen ist durch eine starke finanzielle Kräftigung gekennzeichnet.
In der Entwicklung der großen kontinentalen Nord. seehäfen führt Bremen.
Mit zwei Kundgebungen, der Eröffnungsfeier im Rathaus und der Mitgliederhauptversammlung begann die Erste Reichskolonialtagung in Bremen.
Neichsoerkehrsminister Dr. Dorpmiiller weilte in Bremen.
Die Eaupropagandaleiter besuchte« den Bookholzberg.
Der „Roland von Bremen" ist in Amerika eins«. troffen.