Ausgabe 
(26.5.1938) Nr. 143
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erscheint 7mai

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vremer Mim

parteiamtliche Tageszeitung

Vas flmtsblott des Negierenden Vürgermeisters der Lreien Hansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliöies Verkündungsblatt des Neichsstattisatters in Oldenburg und vremen

8. Jahrgang

Donnerstag , 2Z. Mai 1SZ8

Linzelpreis 15 Npf.

fer deutscher Protest in Prag

Neue tschechische Sren;verletzungen

Ischechische Militärflieger führen über deutschem Sebiet krkundungsflüge durch/Provokationen am lausenden vand / weitere Zwischensälle im

sudetendeutschen kaum

(Dixenvr vraktberiekt ävrLrewor Lvitnnx")

Linz, 2K. Mai.

Die Lage an der deutsch-tschechischen Grenze hat sich, wie übereinstimmende Be­richte aus den Grenzgebieten besagen» durch tschechische Provokationen wieder verschärft. Nach einer vorübergehenden» anscheinend kurzen Beruhigung wurde in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch von den Tschechen fieberhaft am Aufbau von Befestigungen gearbeitet. Auch Terrorfälle und Grenzverletzungen durch tschechische Militärflieger werden aus dem deutschen Grenzgebiet gemeldet.

I» Kaplitz überfiel ein Beamter der tschechische» Bezirksverwaltung. namens Vurian, zwei deutsche Lehrerinnen. Er mißhandelte und bespuckte sie, ledig­lich, weil sie im Ort den Tschechen wegen ihres auf­rechten Bekenntnisses zum deutschen Volkstum verhaßt find. In der Nähe von Kaplitz verlangten tschechische Soldaten von einem deutschen Bauern» der seinen Acker pflügte, einen Ausweis. Als er erklärte, daß er einen solchen bei der Arbeit nicht mit sich trage, weil sein Hof ohnedies in nächster Nähe sei, wurde er mit Feldspaten und Gewehrkolben von der tschechischen Patrouille niedergeschlagen, so daß er schwerverletzt ins Spital gebracht werden mußte. An seinem Aufkommen wird gezweifelt.

Am Dienstag überflog gegen 12.1S Uhr westlich von Eger in einer Höhe von etwa-80 bis 100 Meter bei guter Sicht ein tschechisches Militärflug­zeug, das mit 2 Piloten besetzt und mit einem Ma­schinengewehr bewaffnet war, die deutsche Grenze bei Schirnding, das etwa 3 Kilometer von der Grenze ent­fernt liegt. Der Doppeldecker kreuzte über Schirnding und wandte sich dann nach Süden. KuM Zeit darauf erschien das Flugzeug über dem Ort Waldsassen, der etwa*? Kilometer von der Grenze entfernt liegt. Auch hier flog die Maschine sehr niedrig und die Insassen waren offenbar mit genauen Eeländefeststellungen be­schäftigt. Ein Verfliegen ist ausgeschlossen, da die Erenzverhältnisse hier sehr übersichtlich und klar sind.

Südwestlich von- Zittau überflog ein tschechisches Mi litärflugzeug, das ebenfalls mit einem Maschinengewehr ausgerüstet war, aus der Gegend von Warnsdorf in Böhmen kommend, die deutsche Reichsgrenze am Gal­genberg und dann den Ort Eroß-Schönau. Das Flug­zeug kehrte schließlich nach Böhmen zurück.

Bei Hinter-Hermsdorf in der Nähe von Bad Schan- dau im Elbsandstein-Gebirge überflog ebenfalls ein tschechisches Militärflugzeug etwa 20 Minuten lang deutsches Gebiet und den deutschen Ort. Dieses Ueber- fliegen stand offenbar in enger Verbindung mit um­fangreichen militärischen Uebungen, die die Tschechen am Durchbruch des Elbsandsteingebirges unmittelbar an der deutschen Grenze abhielten.

Ueber Klitigenthal im Vogtland erschien aus südwest­licher Richtung ein tschechisches Militärflugzeug. Es beschrieb über der Stadt Klingenthal ganz niedrig einige Kreise und flog dann in Richtung auf den sude­tendeutschen Ort Graslitz weiter.

Im deutsche« Grenzgebiet, das von Militär völlig entblößt ist, weil sich in den Grenzstädten keine deut­schen Garnisonen befinden» ist die Bevölkerung darch die täglichen tschechischen Provokationen, insbesondere durch die umfangreiche» militärischen Vorgänge jen­seits der Grenze» außerordentlich beunruhigt und erregt. Ost komme» große Trnppenabteilunge« bis auf wenige Meter an die Grenze, heran. Die Anlage von Befesti­gungswerken, unmittelbar an der Grenze aus sudeten- deutschem Gebiet trägt ebenfalls nicht zur Beruhigung

Japanische Spmpachie für Sudetendeulsche

Tokio, 26. Mai.

Die Vorgänge in der Tschechoslowakei finden auch in der japanischen Presse größte Beachtung. In den Kom­mentaren der Blätter kommt durchweg die Ansicht zum Andruck, daß den Sudetendeutschen angesichts ihrer so bedrängten Lage mit einem Kompromiß nicht im ge­ringsten gedient sei.Tokyo Asahi Schimbun" z. B. er­klärt mit Nachdruck, daß die Nöte der sudetendeutschen Bevölkerung einzig und allein dadurch beseitigt werden könnten, daß Prag die Forderungen Henleins nach Selbstverwaltung und nach Aufgabe des Paktes mtt Sowjetrußland in allen Punkten annehme. Das Blatt vertritt in diesem Zusammenhang die Meinung, daß England und Frankreich besser daran getan hätten, dre Lösung des heiklen Problems unmittelbaren Verhand- ^ingen Prags mit Henlein zu, überlassen, statt sich Ein­zumischen.Pomiuri Schimbun" wendet sich mit En^ fchiedenheit gegen die Unterstellung, daß das rrgend welche Augriffspläne gegen die Dschechosloi

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der Bevölkerung bei, zumal auf deutscher Seite ähnliche Vorbereitungen nicht getroffen worden find.

Der Reichsaußenminister hat den deutschen Gesandten in Prag angewiesen, gegen die neuen Grenzverletzungen durch tschechische Militärflugzeuge scharfen Protest zu erheben.

Wien, 26. Mai

Am Mittwoch früh um 6.55 Uhr erschien über der Eisenbahnstation Unteretzbach an der Eisenöahnstrecke WienUnteretzbach ein tschechischer Militärdoppcldecker in etwa 300 bis 400 Meter Höhe. Unteretzbach ist die letzte Station vor der deutsch-tschechischen Grenze. Das Flugzeug flog an der Eisenbahnstrecke bis zur deutschen Zollstation entlang, offenbar um in diesem Gelände

festzustellen, ob besondere Bewegungen auf dem Zoll­bahnhof und aus dem Gelände zu bemerken seien. Es kehrte dann um. Das Flugzeug ist von zahlreichen Personen in Unteretzbach und Netz beobachtet worden und wurde von Angehörigen der Zoll- und Grenzwache einwandfrei als tschechisches Militärflugzeug erkannt. Da die große Zahl -er Grenzverletzungen durch tschechische Militärflugzeuge innerhalb kurzer Zeit mit Verfliegen nicht erklärt werden kann» dürfte es sich hier um ein System von befohlenen Srkundungsflügen über das deutsche Grenzgebiet handeln. (S. auch S. 2.)

See deutsche 0esandle bet Krosta

Tschechoslowakische Militärflugzeuge sollen 5 Kilometer von der Grenze bleiben

Prag, 28. Mai

Der Präger deutsche Gesandte Dr. Eisenlohr sprach am Dienstag beim tschechoslowakischen Außenminister Dr. Krosta vor und brachte die Grenzzwischenfälle, die sich in den letzten Tagen ereignet hatten, zur Sprache. Außenminister Dr. Krosta sprach sein Be­dauern über die Vorfälle aus und erklärte, es sei alles veranlaßt worden, um solche Zwischenfälle in Zukunft zu vermeiden.

Am 25. Mai wurde ein neuer Protestschritt des Präger deutschen Gesandten im Ministerium für aus­wärtige Angelegenheiten unternommen. Auch diesmal wurde dem deutschen Gesandten mit dem Ausdruck des Bedauerns für das Vorgefallene versichert, Laß seitens der tschechoslowakischen Behörden alles Notwendige ver anlaßt werde, um derartige Vorfälle zu vermeiden.

Die tschechische Militärverwaltung hat den übende« Militäreinheite» einen Befehl gegeben, in dem das Fliegen tschechoslowakischer Militärflugzeuge in einer fünf Kilometer breiten tschechoslowakischen Zone längs -er Grenze verboten wird.

kommunistenfüstrer perl bei sta-za

Internationale Solwarttiitskundgebungen der Präger Kommune

(vrabibsriobt unseres pariser Vertreters)

Paris. 26. Mai

Der berüchtigte französische Kommunistenführer Gabriel Peri, der auf einer Präger Kundgebung der Kommune eine große Rede hielt, wurde nach einer Havas-Meldung vom tschechischen Ministerpräsidenten Hodza empfangen.

Angesichts der Unterstützung, die Moskau indirekt durch die Regierungen in London und Paris in der tschechoslowakischen Frage zuteil wurde, fordern jetzt die Kommunisten, daß auch Sowjetspanien geholfen werden ,müsse. Im Hinblick auf die bevorstehende Tagung des Londoner Nichteinmischungsausschusses verdient diese Agitation besonders hervorgehoben zu werden.

Die antideutsche französische Pressekampagne, die seit einigen Tagen im Zusammenhang mit den Ereignissen

in der Tschechoslowakei gegen das Reich im Gange ist, hält an. Besonders die Berliner Vertreter der Pariser Presse, an der Spitze dasJournal", geben sich die er­denkliche Mühe, durch lügenhafte Meldungen die inter­national« Atmosphäre zu vergiften. Daß es sich dabei um bestellte Arbeit handelt, geht aus einer Betrachtung desJour" hervor. Das Blatt erklärt, daß Deutsch­land sich durchaus korrekt verhalten habe. In diesem Zusammenhang stellt es den Versöhnungswillen der Präger Regierung in bezug auf die Verfassungsreform Frage. Bezeichnend ist, daß auch andere Blätter Mel­dungen veröffentlichen, wonach die tschechische Ver­fassungsreform, selbst wenn eine Einigung mit Henlein zustande kommen sollte, lange Zeit in Anspruch nehmen würde, weil Benesch dafür eine Zweidrittelmehrheit im Präger Parlament brauche.

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Pos tschechische Spiel mit dem seuer

K. Auf zwei Gebieten liegen die Führer des tschechischen Volkes zweifellos an der Spitze. Einmal bleiben sie unerreicht in der Fähigkeit, den Unmut über die Nichterfüllung ihrer feier­lichen Versprechungen mit neuen, gleichfalls leeren Versprechungen vorübergehend zu beschwichtigen; zum anderen sind sie Meister in der Kunst, einen Streit vom Zaune zu brechen. Nur die letztere Fertigkeit sei hier einer näheren Betrachtung unterzogen. Eine ebenso einfache wie durchsichtige Methode kommt bei dem Bestre­ben der Tschechen, Konflikte herbeizuführen, zur Anwendung: Man behauptet skrupellos, unter der Gefahr eines Angriffs zu stehen und sich rechtzeitig aus die Abwehr einer (angeblich) drohenden feind­lichen Handlung einrichten zu müssen, um dann, von hetzenden jüdisch-kommunistischen Elementen ins Schlepptau genommen, nach der Erzeugung wachsender Panikstimmung selbst das Spiel mit dem Feuer zu beginnen. Nur so jedenfalls konnte es zu den zahlreichen neuen Grenz- zwischenfällen kommen, bei denen tschechische Militärflieger, wie wir an anderer Stelle ausführ­lich berichten, mit ihren Maschinen über deutschem Gebiet gesichtet wurden. Es kann hier bereits von einem System offensichtlicher Erkundungsslüge gesprochen werden. Die Berichte zuverlässiger Augenzeugen dieser Zwischenfälle vertiefen den Eindruck, daß auf tschechischer Seite planmäßig der Kriegspsychose immer wieder Nahrung zugeführt wind, wobei wider besseres Wissen mit der unver­antwortlich Phantastischen Annähme deutscher Truppenbewegungen an der Grenze operiert wird. Ja, man tut so, alsob die Landesgrenze zu einer regelrechten militärischen Front, die ört­liche Scheidelinie zweier Staaten zum Trennungs­strich zweier feindlicher Heereslager gewor­den sei. Obschon von amtlicher deutscher Stelle alles getan worden ist, den wirklichen Sachverhakt zu klären?

Die Brüsseler ZeitungVinigtiöme Siscle" hat nur zu recht, wenn sie schreibt, daß eine freund­schaftliche Lösung der sudetendeutschen Frage durch jene tschechischen Grenzzwischenfälle schwer gefähr­det sei. Wir selbst müssen unsere lebhafte Verwun­derung darüber zum Ausdruck bringen, daß die verantwortlichen Stellen der Tschechoslowakei über die in Prag im Zusammenhang mit vorangegan­genen Grenzzwischensällen eingelegten deutschen Proteste so leichtfertig hinweggehen. Me lange glaubt man die Provokationen (als ob die Tschechen einen Einspruch der Reichsregierung nicht zu beachten brauchten) noch fortsetzen zu können? Etwa so lange, bis die Petroleumkanne in der Hand des Brandstifters Feuer fängt und explodiert? «

Mit besonderen Gedanken blicken wir angesichts der unerhörten tschechischen Uebergriffe nach L o n- d o n. Auch dort haben nämlich offiziöse Kreise in diesen Togen eine Politik des Als-ob getrieben. Es wurde mit Bezug auf die sudetendeutsche Frage in der englischen Hauptstadt stillschweigend eine deutsche Gefahr" aus der Luft gegriffen und mit unglaublicher Eilfertigkeit auf breitester Basis publiziert. Warum diese haarsträubende Umkeh- rung der Tatsachen? Hier die Antwort: Weil sich

vnsor

Hodza empfing den französischen Kommunistenführ« Peri.

An der deutsch-tschechischen Grenze kam es zu neue? Grenzverletzungen. Im sudetendeutschen Gebiet er eigneten sich weitere Zwischenfälle.

Konrad Henlein sprach auf den Trauerfeisrlichkestei in Eger.

25 Tote forderte ein Zyklon im Süden Brasiliens.

Aus Rom werden starke Ausbrüche des Strombol gemeldet.

Durch ein Flugzeugunglück kam der GeneralsekretS, des rumänischen Luftfahrtverbandes «ms Leben. Die 360 noch am Deutschlandflug beteiligten Ma schrnen trafen in Rangsdorf ein.

Reichsleiter Nosenberg sprach vor dem Führerkor« der HZ.

«Auleiter Röver eröffnete gestern die Ausstelln»« Bremen Schlüssel zur Welt".

Der italienische Staatssekretär Tassinari besichtigt, die Landwirtschaft im Gau Weser-Ems.

Ab 1. Iuni ist der NSKK.-Oberstaffelsührer Wilde, mit der Führung der Motorgruppe Nordsee betraut Am 1. Zuni marschiert Bremens neue Truppe, di« Beobachtungsabteilung 22 . in unsere Stadt ein. Mlr setzen heute die hochinteressante Reihe unsere, Veröffentlichungen aus dem Nachlaß des heimischen Afrikaforschers Rohlfs fort.

Nach dem Vorbild des Bremer Seehasen-SpeLi- tronstarises wurde die Spedition jetzt auch in eini­ge« Nheinhäsen «m feste Raten gebunden.

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