Ausgabe 
(21.5.1938) Nr. 138
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Meiner Mimo

parteiamtliche Lageszeitung

Dos flmisblall des Negierenden Vürgermeisters der Lreien Hansestadt vremen

Saz eigen - Srvadpretser

Die 22-wm-Zeile im Anzeigenteil 12 H/, die 78-mm-Zeile im Teil­test 75 ^ Ermäßigte Grundpreise (für kleine. Familienanzeigen u. a., sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 (Nachlaßstasfel ^ Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr Annabmeschluß 18 Uhr. Geschäftsstellen: In Bremen: Geeren 68, Fernsprechiannnel- nummer 5 41 21 Nachtruf 51115) Obernstraße Nr. 86. Fern' --8er 5 4121? Hastedter Heerstr. 463/07. In Oldenburg. Stoustraße Nr. 21. Fernsprecher Nr 36 69.

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches Nerkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 1 ZS / 8 . Zaljrgang

Sonnabend, 21 . Mai 1 SZ 9

kinzeipreis 13 Npf.

Menschenjagd auf Sudetendeutsche

»ghne Narantie der drdnung Nationalitütenstatut nicht spruchreif"

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Konrad kenlein lestnt weitere Konzesfionen ab / dramatische wastlkundgebung in Prag / will stoüza offenen Konflikt?

sorsktberickl unserer Serlinsr Scdriktieitung)

Berlin. 21. Mai

Die in den letzten 48 Stunden aus der Tschechoslowakei eingetrosfenen Meldungen lassen erkennen, daß die fortwährenden systematischen tschechischen Provokationen eine Lage geschissen haben, deren Ernst unverkennbar ist. In Prag selbst sowie in fast allen größeren Städten der sudetendeutschen Bezirke ist es zu schwersten Ausschreitungen tschechischer und marxistischer Elemente gegen Sudetendeutsche gekommen. Unter offenbar amtlicher Duldung sind die Gewalttätigkeiten gegen die sudetendeutsche Be­völkerung planmäßig vorbereitet und zum Teil mit blutigem Erfolg durchgeführt worden. Die marxistische Presse konnte ungestraft zuDemonstrationen" und Gewalt­tätigkeiten gegen das Sudetendeutschtum aufrufen. Das Bild, das sich auf Grund dieser Sachlage bietet, läßt nur noch eine Schlußfolgerung zu: Prag hat offenbar kein ernsthaftes Interesse daran, die systematischen Ausschreitungen hemmungslosen roten Gesindels, das förmlich Jagden aus Sudetendeutsche veranstaltete, mit wirksamen Mit­teln zu verhindern. Die Methoden zeigen vor der ganzen Welt, wie es um den brutalen Bernichtungswillen derjenigen bestellt ist, die gerade in der letzten Zeit die Begriffe der Loyalität, der Verständigungsbereitschaft und des Entgegenkommens gegenüber dyn nichttschechischen BSlksgruppen im Munde führten. Prag ist aber ernstlich darüber be­lehrt worden, daß eine Fortsetzung der bisherigen Unterdrückungspolitik eine ent­schiedene Antwort finden wird.

Prag, 21. Mai

Das Presseamt der Sudetendeutschen Partei teilt mit: Aus Grund der eingelaufenen Nachrichten über die antideutschen Ausschreitungen in Prag. Brjinn und einer Reihe sudetendeutscher Städte ist heute vormittag der Politische Ausschuß der Hauptleitung der Sudeten- -eutschen Partei zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengetreten.

Die Vertreter der OrganisationsglieLerungen der Sudetendeutschen Partei berichteten über die Lage im sudetendeutschen Siedlungsgebiet. Die Zusammenfassung der Berichte ergibt, daß Sozialisten und Kommunisten und tschechische Elemente sich verbinden und das Sudeten­deutschtum auf das unerhörteste provozieren und angreifen, so daß selbst Sicherheit und Leben des einzelnen Sudetendeutschen gefährdet sind >>m beson­deren wurde Bericht erstattet über die Vorfälle nach den Wählerversammlungen der Sudetendeutschen Partei, m Prag und Brunn.

Es wurden Protokolle vorgelegt, die beweise», »atz eine aufgehetzte Menge in Prag und Brunn geradezu eine Menschenjagd aus Deutsche veranstaltet, daß die Sicherheitsorgane ihre Pflicht nicht erfüllt haben und es selbst parlamentarischen Vertretern unmöglich gemacht wurde, sich der Angefallenen anzunehmen. Ungehindert kann die Wahlpropaganda der tschechischen marxistischen und kommunistischen Parteien mit Hetzparolen gegen das Deutschtum, gegen die Sudetendeutsche Partei und Kon­rad Henlein agitieren. Unterstützt wird diese Agitation

nahezu von der gesamten tschechischen Presse, während es sudetendeutschen Zeitungen von der Zensur unmöglich gemacht wird, Darstellungen über die Vorfälle und das Vorgehen der Sicherheitsorgane zu veröffentlichen und den wahre» Sachverhalt aufzuzeigen.

Der Politische Ausschuß stellt fest, daß bereits nach den ersten Vorfällen der Ministerpräsident Dr. Hodza von einer parlamentarischen Abordnung der Sudeten­deutschen Partei schriftlich und mündlich auf den Ernst der Lage und die gefährlichen Folgen einer planmäßigen Wühlarbeit gegen das Sudetendeutschtum aufmerksam gemacht wurde. Ueberdies sind die vor Monaten mit Ministerpräsident Dr. Hodza geführten Besprechungen unter der Voraussetzung eingeleitet worden, daß seitens der Regierung und der-staatlichen Behörden Maßnahmen ergriffen werden, die

1. -die volle staatsbürgerliche Freiheit des Sudeten- deutschtums garantieren und

2. einen Zustand herbeiführen, der es ermöglicht, daß die sudetendeutsche Abordnung als Gleiche unter Gleichen die Verhandlungen beginnen.-

Demgegenüber stellt der Politische Ausschuß fest, daß Regierung und Behörden diese Voraussetzungen nicht geschaffen haben. Er hat -aber beschlossen, dem Minister­präsidenten Dr. Hodza mitzuteilen, saß die Sudeten­deutsche Partei nicht in der Lage wäre, die Bespre­chungen über das Nationalitätenstatut der Regierung aufzunehmen, solange die Ruhe und Ordnung im sudeten­deutschen Gebiet und überall die primitivsten verfassungs­mäßigen Rechte der Meinungs-, Presse-, Versammlungs­und Koalitionsfreiheit des Sudetendeutschtums nicht garantiert find.

^ tschechische Soldaten werden brutal

100 Verletzte bei einem Überfall auf unschuldige Veutfche

^ Prag, 21. Mai

s Am Freitagnachmittag berief der Bezirkshauptmann ! von Komotau in Nordwestbühmen die Spitzen der Sicher- i heitsbehörden und den Abgeordneten Nemetz der . Sudetendeutschen Partei in sein Amt^ um angesichts der ' kritischen Stimmung unter der Bevölkerung alle Vor- 1 kehrungen zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung 1 zu treffen.

t Bis 8.3V Uhr abends war alles vollkommen ruhig. ! Plötzlich bemerkte man, wie aus den Seitengassen znhl- 1 reiches dienstfreies Militär auf den Marktplatz strömte. ^ Wie aus ein Kommando stürzten sich plötzlich die Sol- 1 baten, ohne daß jemand von der deutschen Bevölkerung 1 auch nur den geringsten Anlaß gegeben hätte, aus die 1 Ahnungslose» und hiebest mit den Fäusten und Bajo- l netten auf sie ein. Die Deutschen wandten sich an me j zahlreich patrouillierende Staatspolizei am Hilse.

, Unter dem Kommando eines Zugführers hieben ? inzwischen die Soldaten weiter aus die Bevölkerung ein. ! Abgeordneter Nemetz, der sofort gerufen wurde, ersuchte

die Staatspolizei, nachdem fast nur noch Soldaten aus dem Marktplatz waren, um Feststellung des Zugführers und seiner Komplicen. Trotzdem sah die Polizei zu, ohne einzuschreiten, als sich die Soldaten gegen den Abge­ordneten Nemetz wandten und ihn tätlich angriffen. Zahlreiche Personen wurden mehr oder minder schwer verletzt und in das Krankenhaus, das Sanatorium und in die Jahn-Turnhalle gebracht.

Schließlich erschien ein großes Gendarmerieaufgebot, das unter dem Kommando eines energisch eingreifenden Majors die Soldaten in die Kaserne trieb. Zur Stunde werden sie dort zurückgehalten.

Abgeordneter Nemetz hat an den Präger Innen­minister eine Drahtung gerichtet, in der er den Vorgang und die grundlosen Ueberfälle auf die Bevölkerung durch Militärpersonen schildert und die sofortige Kasernierung des Militärs fordert.

Im ganzen dürften etwa 1VV Personen mehr oder minder schwer verletzt sein. In der Jahn-Turnhalle sind mehrere durch Bajonettstiche Verletzte untergebracht. Ihre Verletzungen werden protokollarisch festgehalten.

l kmpfang beim Neichsaustenminister

Berlin, 21. Mai.

Der Reichsminister des Auswärtigen, o. Ribbentrop, gab gestern den unter Führung Seiner Exzellenz des ! italienischen Botschafters Ciannini zu Wirtschaftsver­handlungen in Berlin weilenden Mitgliedern des ita­lienischen Regierungsausschusses einen Empfang im Hotel Kaiserhof, an dem von der italienischen Dele­gation außer dem Vorsitzenden u. a. die General­direktoren Bagli, Mast, D'Agostini, Macallini und «er Abgeordnete Redenti teilnahmen. Ferner waren der Königlich-italienische Geschäftsträger Lkaf Magistrat und Generalkonsul Renzetti er­

schienen. Von deutscher Seite waren die Staatssekre­täre Freiherr von Weizsäcker, Bohle urch Vrinkmann, der Leiter der Handelspolitischen Abteilung im Aus­wärtigen Amt, Ministerialdirektor Wiehl sowie der Vorsitzende der deutschen Delegation, Vortragender Le- qationsrat Clodius, und die Vertreter sämtlicher an den Verhandlungen beteiligten deutschen Dienststellen anwesend. ^

Das Beisammensein gab dem Reichsminister des Auswärtigen Gelegenheit, mit den Mitgliedern der italienischen Abordnung die schwebenden deutsch-ita­lienischen Wirtschaftsfragen im Geiste der freundschaft­lichen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu erörtern.

ver IkorpskMirer des I38LK. bei den Manövern in Indien, venerai Vaiavviolö (Llilte) erklärt Lorpsknkrer Siibnlvin (vorn links) und Kruppenkübrer Lrenrlin (links) den Lerxanx der Manöver. (kivssö-AottMann)

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lur Hnwsikung dss frsilcvlpssiiksnmols aus dem ^nnaksrg

Morgen wird auf dem Annaberg in Oberschlesien das vom Volksbund Deutsche Kriegsgräbersürsorge erbaute Freikorpsehrenmal feierlich eingeweiht.

Wo immer vom Kampfe eines Volkes um seine Frei­heit die Rede ist, da wird man nie die Taten der deut­schen Freikorps vergessen dürfen. Sie entstanden in einer Zeit, als Deutschland nach vierjährigem Völker­ringen in die Knie gezwungen worden war nicht mit der Waffe, sondern mit Mitteln, die uns heute im Reich einer auf Not und Tod verschworenen Volks­gemeinschaft unfaßbar erscheinen. Der unzerstör­bare Geist deutschen Soldatentums fand in diesen Freikorps seine Verkörperung. Männer, die den Krieg an allen Fronten mitgemacht hatten, vom sieg­reichen Ansturm der ersten Jahre ab bis zum verbissenen Aushalten in Feindesland, wo jede Fußbreite Bodens mit dem Blute deutscher Soldaten getränkt wurde, Männer, denen die Stimme des Blutes das Gesetz ihres Handelns befahl, bildeten aus Gleichgesinnten die Frei­korps als wehrhafte Notgemeinschaften.

Was sich nach der Zwischenzeit politischer und völki­scher Versklavung in den Sturmabteilungen der nationalsozialistischen Freiheits­bewegung später wiederum zusammenfand, mar­schierte auch damals in diesen Freikorps. Der alte kriegserfahrene Landser, heimatverwurzelt und familien- gebunden, neben dem jungen Erabenleutnant, dessen Führertum die härteste Bewährungsprobe hinter sich hatte, der Student neben dem Arbeiter, der Handwerker gemeinsam mit dem Bauer und Angestellten. Ihre Kom­panien waren Vorläufer und Keimzellen der braunen Bataillone in der Stunde der deutschen Erfüllung. Denn mochten auch die Marschwege verschiedenartig sein, Geist und Ziel waren die gleichen. Es gab nur eine Aufgabe: Deutschland! ^

Während die Regierung der Landesverräter leere Proteste als Taten, Versprechungen als Verträge und Wehrlosigkeit als Friedensbürgschaft ansah, wurde mitten im Frieden dieses Jahres 1921 das deutsche Erenzland im Osten durch den dritten Jnsurgenten- aufstand von einer neuen Sturmflut der Rechtlosigkeit und brutalsten Eewaltausnutzung heimgesucht. Und dies, nachdem die unter den Augen der Ententebesatzung durchgeführte Abstimmung zwei Monate vorher ein überwältigendes Bekenntnis dieses ur- deutschen Landes zum Deutschtum und damit zum Reiche ergeben hatte. Noch nie aber in der deutschen Geschichte ist ein schwereres Unrecht schweigend hingenommen worden. War es die Führung, die aus engstirnigen Erwägungen einer egoistischen Kabinettspolitik oder aus Schwäche und mangelnder Zivilcourage vor einer Ablehnung des Unrechts zurück­schreckte, so war es doch immer das unbestechliche und starke Rechtsgefühl eines urgesunden Volkes, das sich gegen, die Vergewaltigung der Menschen eigenen Blutes auflehnte.

Diesem so typisch deutschen Gefühl gaben die Freikorps die praktische, der Zeit angepaßte, Form als eine wehr­hafte Gemeinschaft von Männern, die nicht nach Stand und Namen fragten, sondern nur die Be­währung für Deutschland in der Stund' wirklicher Gefahr gelten ließen. Zm Reichstag empfing man Diäten, deren Höhe nur noch durch die Länge unnützer Reden über- troffen wurde. In den Freikorps wurde marschiert. Oft

ohne Sold, in mangelhafter Bekleidung und mit unzu­reichender Ausrüstung. So auch an jenem 21. Mai des Jahres 1921, der von einer der schneidigsten Taten der deutschen Soldatengeschichte erfüllt war und für immer fortleben wird im deutschen Erenzland wie im Bewußt­sein der wiedererstarkten Nation als das heroische Bei­spiel mannhafter Pflichterfüllung.

Um 11 Uhr morgens begann nach siegreicher Bewäl­tigung des Vorfeldes der Sturm auf den Anna­berg. Um 12 Uhr war er genommen. Die deutsche Fahne flatterte vom Turm der Klosterkirche auf dem Gipfel des Berges und kündete weit ins deutsche Land hinein von der Befreiungstat der Männer, die aus allen deutschen Stämmen herbeigeeilt waren, um mit ihrem Leben der deutschen Ehre wieder Geltung zu verschaffen. Nur mit sieben Bataillonen, Freikorps und Selbstschutz, wurde der Sturm unternommen und trotz der fehlenden Unterstützung durch schwere Waffen 'siegreich durch­geführt. Der Annaberg, fortan der Heilige Berg Ober- schlesiens, war wieder frei geworden.

Heutzutage geht es uns weniger um den strategischen Nutzen dieser kühnen soldatischen Leistung als vielmehr um jenes Gefühl von Stolz und Dankbarkeit, das uns alle beseelt, weil wie ein Lichtblick aus einer Zeit der tiefsten Erniedrigung die starke Tat opferbereiter deut­scher Jugend zu uns herüberleuchtet. Sie fühlte unbe­wußt das Kommende und war ihm Wegbereiter, nicht minder als die Jugend von Langemarck.

Was damals noch verschwommenes Wunschbild fein mochte, hat heute kraftvolle Gestalt angenommen. Ueber den Symbolen der feldgrauen Front wie der Freikorps, deren Ehrenmal auf dem Annaberg 50 für das Deutsch­tum Oberschlesiens Gefallene birgt, schwingt sich der

nmiliniliniinil»nniuunimiinninunuuilinui!ln!l!niin!m»nnm!n!!!u!m?!n

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Sn der Tschechoslowakei kam es zu brutalen Ueber- sallen gegen die Sudetendeutschen, wobei es über 199 Verletzte gab.

In London hatten Reynaud und Halifax eine Un­terredung über die Pyrenäenkontrolle.

Lm erneur ,ur ventsch- englische Freundschaft ein.

Reichsaußenminister von Ribbentrop empfing füh­rende italienische Wirtschaftler. ^

Durch ein Eroßfeuer wurde ein rumänisches Dorf vollständig eingeäschert.

Australien" überfällig.

Heute verläßt der erste Transport der österreichi scheu SA.-Kameraden wieder unseren Gau.

Der Präsident der Reichspostdirektion Brems« Drpl.-^ngenieur Hubrig, wurde znm Reichsvo« mrmstermm abgeordnet.

Die beide» am Mittwoch aus dem Lager Oldenbro« der Oldenburg ausgebrochenen Zuchthäusler konn­ten rn Vremen festgenommen werden.

Im Daoispokalkampf gegen Norwegen führt Deutsch­land nach dem ersten Tag mit 2:9.

Hervorragende Zeiten wurden im Training «»« Avus-Rennen gefahren.