Ausgabe 
(20.5.1938) Nr. 137
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parteiamtliche Tageszeitung

Vas flmtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Zreien kjansestadt Nremen Nr. 15? / 8. Jahrgang

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Die 22-mw-Zeile lm Anzeigenteil 12 die 78-mlu-Zeile im Tert- teil 75 ^ Ermäßigte Grundpreise (für kleine. Familienanzeigen u. a.» sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 sNachlaßstasfel Ei, An- zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr Annakmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: 8n Bremen:

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkiindungsdlatt des Neichsstattizalters in Oldenburg und Meinen

Zreilag, 20. Mai 1SZ8

Einzelpreis 15 Npf.

IWtschau von lapanem erstürmt

kiesige vründe wüten in der Stadt

keftige Fliegerangriffe und strtilleriebeschießung gingen der vesetzung des strategisch wichtigen Srtes voraus lapanische presse fordert rasche stusnuffung des Sieges kin neuer ftbschnitt des feldzuges beginnt

Schanghai» 2V. Mai

Hsiitschau war in den Abendstunden des Donnerstags restlos in der Hand der Japaner. Die Sonnenslaggen wehen auf allen Türmen der Stadt und auf den Amts­

gebäuden.

Gestern morgen kurz nach 9 Uhr drangen die Japaner in den Westteil der seit zehn Tagen heiß umkämpften Stadt ein. Nachdem die Japaner im Laufe der Nacht mit dem stärksten Einsatz aller technischen Kampfmittel die chinesischen ersten Stellungen genommen hatten und die vom Trommelfeuer völlig eingeebnete Stadtmauer besetzt hatten, drangen die Sturmtruppen in den West­teil der Stadt ein, wo erbitterte Straßenkämpfe folg­ten. Unter den zusammengeschossenen Häusern liegen Hunderte von Toten, riesige Brände wüten in der Stadt, und die engen Gassen sind von zurückgehenden chinesi­schen Truppen und flüchtenden Bewohnern völlig ver­stopft. Die fortgesetzten Fliegerangriffe und die Ar­tilleriebeschießung machen die Stadt zur Hölle.

Der Rückzug der Chinesen hat stellenweise be­reits panikartige Formen angenommen. In langen Kolonnen wälzen sich die geschlagenen Truppen nach Süidosten, in Richtung auf die Provinz Anhwei. Alle nur denkbaren Fahrzeuge werden mitgefühlt; Autos, Rikschas, Panzerwagen, Bauernkarren u. a. dienen zum Forttransport der Geräte und Habseligkeiten. Immer wieder werden sie angegriffen von tieffliegenden japani­schen Geschwadern, die mit ihren Maschinengewehren in die Massen der Flüchtlinge hineinschietzen. Nach Süd- osten führt der einzige Rückzugsweg, aber die Japaner bereiten in der Provinz Anhwei bereits Maßnahmen vor, um den Chinesen den Weg zu verlegen. Die Beute der Japaner in Hsütschau ist sehr groß. Auf der Lunghai- Bahn standen Dutzende vollbeladener Transpottzüge mit Kriegsmaterial und Lebensmitteln. Der Flugplatz von Hsütlchau wurde bereits als neue japanische Flugbasis für die Fortsetzung der Operationen in Richtung Kai- föng und Hankau in Betrieb genommen.

Die Bedeutung der Eroberung von Hsütschau ist, wie von japanischer Seite hervorgehoben wird, sehr groß. Sie leitet einen neuen Abschnitt des China-Feldzuges ein. Die Japaner sind jetzt im Besitz aller in nordsüd- licher Richtung verlaufenden Bahnstrecken und beherr­

schen einen breiten Küstenstreifen, der sich von Tientsin bis fast nach Hongkong erstreckt. Damit ist die Möglich­keit einer Vereinigung der autonomen chinesischen Re­gierungen von Nord- und Mittelchina gegeben.

Ob die japanischen Truppen nun sofort Operationen gegen Hankau einleiten werden, ist nach dem Urteil unterrichteter Kreise noch zweifelhaft, da sich zunächst einmal die Säuberung des Hinterlandes von den ver­sprengten Resten der chinesischen Truppen als notwendig erweisen dürfte. «

«vierfach überlegener Segner besiegt"

Tokio, 20. Mai,

Die Bedeutung der Eroberung von Hsütschau wird in der japanischen Presse eingehend erörtert. Die Blät­ter sind allgemein der Ansicht, daß die Einnahme dieses überaus wichtigen chinesischen Stutzpunktes den Verfall des gesamten Befestigungssystems im LunghaiAbschnitt einleite, womit der Weg nach Hankau frei werde. Japan überschätze keineswegs die Rückwirkungen dieses neuen Erfolges auf die Gesamtlage, aber auch das Ausland könne die Tatsache nicht totschweigen, daß die Japaner bei Hsütschau einen Sieg über einen vierfach überlegenen Gegner errungen haben. Tschiangkaischek müsse nunmehr jede Hoffnung auf einen wirkungsvollen Widerstand aufgeben. Man werde ihm nicht viel Zeit lassen, denn das japanische Volk erwarte allgemein, daß der jetzige günstige Augenblick zur endgültigen Ent­scheidung ausgenutzt werde. Das japanische Volk wünsche, daß die Regierung rasch handle, nicht nur gegen Han­kau, sondern auch gegen Cüdchina. Die Agentur Domei bemerkt hierzu, dah die kürzlich erfolgte Besetzung von Amoy die operative Voraussetzung für eine Äktion gegen Kanton geschaffen habe. Auch die Besetzung der südchinesischen Insel Hainan werde viel erörtert.

London kom Paris

Nütfelrateri um -le Unterredung zwischen Lord pertlz und Sraf ciano

London» 2ll. Mai.

Zu der Unterredung des britischen Botschafters in Rom mit Außenminister Ciano verlautet von zuständi­ger Seite, daß die Schwierigkeiten besprochen wurden, die bei den italienisch-französischen Verhandlungen auf­getaucht sind. Die Besprechungen seien, so meldet Preß Association, in eine Sackgasse geraten, weil Italien glaube, daß Frankreich die spanischen Bolschewisten mit Waffen beliefere.

Der diplomatische Korrespondent von Reuter meldet in diesem Zusammenhang, in französischen Kreisen wür­ben die Gerüchte über große Lieferungen van Kriegs­material über die Pyrenäen,grenze alsübertrieben" hingestellt. Gleichzeitig betone man, daß die über die Pyrenäengrenze gehenden Waffenlieferungen »lediglich" Barcelona zugute kämen, nachdem Francos Truppen Sowjetspanien in zwei Hälften geteilt hätten (!).

Da der britischen Regierung an einer Normalisierung der italienisch-französischen Beziehungen außerordentlich viel gelegen ist, soll, nach einer Meldung des Londoner Star", Lord Perth sich erneut bei dem italienischen

ValaMer gegen oreuelmeldungen

(vrg-litdsriellt unseres Larissr Vertreters)

Paris, 20. Mai.

Der Chef der französischen Regierung. Daladier, hat am Donnerstag in einer Pressekonferenz energisch gegen die Gerüchtemacher und Verbreiter von tendenziösen Falschmeldungen Stellung genommen. Der Minister­präsident erklärt, daß in Zukunft alle diejenigen Ele­mente. die bewußt falsche Nachrichten zur Beunruhigung der Bevölkerung ausstreuen, bestraft würden. Man kann diese Maßnahme nur begrüßen, und es wäre sehr er­freulich, wenn die französische Regierung ebenso ener­gisch gegen die Verbreiter von Meldungen vorginge, die sich gegen andere Staaten richten.

Am Schluß seiner Ausführungen hat der Minister­präsident eine Erklärung abgegeben, die in gewissen politischen Kreisen ziemliches Aussehen erregt hat: Welches auch die Umstände sein mögen, Frankreich ist fähig, aus sich selbst heraus die Unverletzlichkeit seiner Grenzen und die seines Weltreiches zu sichern, die Un­abhängigkeit, seines Regierungssystems und die Unver­sehrtheit seines Gebietes gegen alle Gewaltversuche zu wahren." Aus wen, so wurde allgemein gefragt, be­ziehen sich diese Anspielungen? Ist darin eine Ankün­digung zu sehen, daß Frankreich sich darauf einrichtet, ohne die englische Unterstützung auskommen zu müssen?

Außenminister Graf Ciano bemüht haben, zu vermit­teln.Evening News" weist u. a. daraus hin, daß Moskau im Augenblick auf Frankreich einen sehr starken Druck ausübe, die Grenze zugunsten Rotspaniens offenzuhalten. In diesem Zusammenhang wird beson­ders die Anwesenheit Litwinow-Finkel- steins in Paris hervorgehoben, der mit dem fran­zösischen Außenminister Bonnet eine Besprechung hatte.

Rom, 20. Mai.

Ueber die Mittwochsitzung des Oberhauses und die Zustimmung zum englisch-italienischen Abkommen wird in der gesamten italienischen Presse ausführlich berich­tet. Mit Genugtuung unterstreichen die Korrespondenten die realistischen Erklärungen des englischen Außenmini­sters und seinen Wunsch, auch zwischen Groß­britannien und Deutschland Mißtrauen und Mißverständnisse aus dem Wege ge­räumt z u sehen.

Um so krasser wirkt der Gegensatz der aus Paris kom­menden Berichte,.in denen die schwankende Haltung der französischen Regierung und die gefährlichen Absichten, die Paris Hinsichtlich Spanien verfolge, dargetan wer­den. Dem in Paris zur Schau getragenen Optimismus in bezng auf die italienisch-französischen Besprechungen stünden, betont der Pariser Vertreter desGiornale d'Jtalia", die erpresserischen Versuche der französischen Linkskreife gegenüber, mit allen Mitteln Unruhe zu stiften. Zugleich gingen der Material- und Wafsen- fchmuggel über die Pyrenäen-Grenze und insbesondere auch neue Freiwilligen-Transporte aus den Grenzgebie­ten unentwegt weiter. Der französische Außenminister zeige sich angesichts der aufeinanderprallenden Strömun­gen und der von allen Seiten kommenden Einschüchte­rungen erbittert und entmutigt.

Der Pariser Vertreter desGiornale d'Jtalia" er­klärt, Frankreich begnüge sich nicht damit, ein bereits gelöstes Problem neuerdings zu verwirren, sondern schaffe vielmehr neue Spannungen, indem es seine Koloniattruppen bedeutend verstärke und gleichzeitig ein Oberkommando dieser Verbände iüs Leben rufe. Könne Italien, so fragtGiornale d'Jtalia", angesichts der Verstärkung der französischen Kolonialstreitkräfte seine eigenen Kolonialtruppen vermindern? Wie dem auch sei, so verraten doch derartige Maßnahmen in einem Augenblick, in dem es sich darum handelt psycho­logische Gegensätze auszugleichen, zweifellos Absichten, die zu dem Friedenswillen im Gegensatz stehen. Auch Lavoro Faszista" bringt zum Ausdruck, man müsse meinen, daß Frankreich nicht nur kein Abkommen mit Italien wünsche, sondern sogar die Absicht habe, das italienisch-englische Uebereinkommen zu stören.

(Fortsetzung auf Seite 2)

6rak Lcli^vettn-llrottgü in tVivn. seiner kissielltigungskallrt ckurok Oestsirsied trat äst Roieüskinans- winistsr in Vien ein (ank unserem Blick links). (Lrssss-Lokkmsnn

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vsr ei'ste kreielistsgswslilgsng rief vor 10 Kalifen

Nach der Reichstagswahl am 7. Dezember 1924 konnte der sogenannte ,,Völkische Block" eine Verbindung von der in Preußen beheimateten sogenanntenDeutsch- völkischen Freiheitspartei" mit verschiedenen völkischen Splittergruppen 14 Abgeordnete in den deutschen Reichstag entsenden. Im Laufe der Zeit schlössen sich sieben dieser 14 zu einer nationalsozialistischen Fraktion zusammen. Wenn aber so auch die Natio­nalsozialisten im Parlament vertreten waren und man gewiß behaupten kann, daß derVölkische Block" seine verhältnismäßig hohe Stimmenzahl bei der Wahl im Dezember 1924 zum Teil dem Auftrieb, den die völkische Idee durch das Auftreten der' Nationalsozialisten er­hielt, zu verdanken gehabt hat, so konnte man doch keineswegs von der Wahl nationalsozialistischer Volks­vertreter sprechen.

Damit wurde die nationalsozialistische Beteiligung an der Reichstagswahl des 20. Mai 1928 also vor 10 Jahren zum ersten derartigen Antritt der natio­nalsozialistischen Bewegung und gewann dadurch eine Bedeutung, die weit über ihren zahlenmäßigen Erfolg 'hinaus gemessen werden muß. Mußte sich doch hier der verhältnismäßig kleine und geldschwache Apparat der NSDAP. gegenüber weit überlegenen Kräften von Par­teien behaupten. Darüber hinaus aber wurden auch an jeden einzelnen Parteigenossen der NSDAP. An­forderungen gestellt, deren Erfüllung die Aufbringung eines Maßes von Opferbereitschaft, Einsatzwillen und das Vorhandensein eines unerhört starken Glaubens und einer Treue voraussetzten, wie sie im politischen Betrieb der Zeit bisher niemals gefordert und, außer von den Anhängern der NSDAP., auch 'von niemanden aufgebracht wurden.

Gewiß, während des Parteitages 1927 waren über 30 000 SA.-Männer marschiert. Hunderttausend Parteigenossen insgesamt hatte man gezählt. Daraus konnte man, wenn man einigermaßen optimistisch dachte, schließen, daß nun in Deutschland 250 000 Nationalsozia­listen standen. Eine viertel Million. Anhänger, von denen aber noch lange nicht jeder im entscheidenden Falle Kämpfer, Propagandist der Idee sein würde. Dazu, kam die Beteiligung der Nationalsozialisten am Wahl­kampf und ihre Erklärung, nunmehr endgültig ins Parlament gehen zu wollen, etwas unerhört Neues dar­stellte. Nicht nur, daß eine Anzahl der nationalsozialisti­schen Anhänger hier einer Belastungsprobe ausgesetzt wurde, weil sie vielleicht unsere beschworen« antiparla- mentarische Einstellung mit diesem Vorhaben vorerst noch nicht in Einklang zu bringen vermochten, sondern auch die Gegner aller Richtungen fanden so einen neuen und scheinbar billigen Grund/ Angriffe gegen unsere Front zu führen.

So war also die Situation, von der aus die Partei in den Wahlkampf des Jahres 1928 ging, nicht beson­ders beneidenswert, und wenn man aus ihr heraus nur einigermaßen zu einem Erfolge gelangen wollte, so mußte sich mit der Genialität und dem klaren Willen der nationalsozialistischen Führung unter Adolf Hitler in den Reihen der Gefolgschaft eine unerhörte Einsatzbereitschaft, ein Draufgängertum größ­ten Ausmaßes und ein geradezu großartigsr.Idealis­mus paaren.

Während nun drei Wochen lang die Gegner alle Künste ihrer Propaganda spielen ließen, während sie - Unsummen an Geldmitteln aufwandten, um ihren Wahl­kampfkarren auf immer höhere Touren zu bringen, während allenthalben im Lande ihre Presse und ihre Redner Lügen über Lügenauf uns. häuften, hatten wir kaum etwas Materielles, was wir ihnen entgegensetzen konnten. Für kostspielige Plakate fehlte das Geld ebenso wie für Flugblätter in Millionen- auflagen. Die Wirte wollten uns keine Säle geben, weil wir die Miete zumeist nicht im voraus erlegen konnten oder sie für ihr Mobiliar fürchteten. Hatten wir aber endlich eine Versammlung zuwege gebracht, dann war der Gegner da und machte den Versuch, sie mit Gewalt zu stören. Die Folge davon war, daß wir beim nächsten Mal weniger Zuhörer hatten, weil viele den Kampf fürchteten. ,

Dennoch hielten die Kämpfer des Füh­re r s d u r ch. Wie mancher hat in diesen Wochen seine letzten Pfennige hervorgeholt, damit der Ottsgruppen- leiter ein paar tausend Plakate drucken lasten konnte. Wir haben erlebt, daß in einer kleinen Stadt plötzlich zwölf Lastwagen für die NSDAP. Propaganda fuhren. Freilich hatten die Männer, die nun stolz auf ihnen die Fahnen schwangen, die die Trommeln rührten, die Flug­blätter in die Masten warfen, zum größten Teil das Geld für diese Propagandafahrt und die Kosten für Wagen und Benzin selbst aufgebracht.

So führte die Partei ihren Kampf allenthalben in Deutschland mit einer Verbissenheit ohnegleichen. Eine kleine Partei, auf die Nummer 10 am Ende der Wahl»

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London versucht zwischen Rom und Paris zu ver­mitteln.

Die französischen Waffentransporte nach Rotspamen nehmen ihren Fortgang.

I» Sowjetrußland wurden 37 hohe Offiziere ver­haftet.

Die Japaner haben Hsütschau besetzt.

Die Europa-Boxstaffel wurde in Chikagv 8:3 ge­schlagen.

Deutschlands Studenten-Fußballelf unterlag in Neapel 2:0.

Rund sieben Millionen Aktive sind in diesem Jahr an dem Reichssportwettkampf der HJ. beteiligt. Für den Volkswohnungsbau wurden weitere Reichs­mittel bereitgestellt. G

Unser Gauleiter, erwarb auf der Ausstellung des Hilsswerks für deutsche bildende Kunst vier Gemälde für die niederdeutsche GedenkstätteStedingsehre". Am 26. und 27. Mai findet in Bremen eine Tagung der Reichspropagandaamtsleiter statt.

Bei einem Eisenbahnunglück in China gab es 200 Tote.

' Ein furchtbarer Eattenmord wurde in Hamburg aufgedeckt.

Die Halbjüdin Martha Marek wurde wegen vier­fachen Giftmorde« zum Tode verurteilt.