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parteiamtliche Tageszeitung
vas flmtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Lreien Hansestadt vremm
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der Nationalsozialisten Bremens
flmtliches verkündungsblatt drs Neichsstatlhatters in oldenburg und Veemen
Nr. 1Z5 / S. Jahrgang
Mittwoch. 18. Mai 18Z6
Linzelpreis 1S Npf.
3
liom entliiMt pariser Doppelspiel
Frankreichs Seneralftab für Nolfpanien
Maßlose antifaschistische Forderungen an der Seine Vlondel in Verlegenheit / Nach der kalten Senser Vusche Nie italienische presse gegen die Pariser lvalzertouren
(Vraktbvrivbt unser vs Vertreters iu kom)
Rom, 18. Mai
- Ueber die wahren Gründe der letzten italienisch-französischen Verhandlungsatmosphäre, die jetzt beinahe schon den Charakter einer Spannung angenommen hat» veröffentlicht das Blatt des Marschalls Balbo „Carriere Padano" einen sensationellen Artikel, der in der italienischen Oefsentlichkeit großes Aufsehen erregt hat.
Die Zeitung schreibt, daß der Quai d'Orsay von Anfang an Lurch maßlose Forderungen die Arbeit Blon- dels äußerst erschwert hätte. Als Blondsl über Liese Forderungen unterrichtet wurde, sei er im Begriff gewesen, den Auftrag, mit Italien zu verhandeln, abzulehnen, da er der festen Ansicht war, daß unter diesen Umständen ein Abkommen nicht abgeschlossen werden könne. Ueber die Gründe, die den Duce dazu veranlaßten, in seiner Rode von Genua die scharfen Worte an die Adresse Frankreichs zu richten, weiß der „Carriere Padano" folgendes zu berichten: „Gerade während Blonde! im Palazzo Lhigi mit Graf Ciano verhandelte, liefen in Rom vertrauliche Informationen ein, die be sagten, daß der französische Eeneralstab entschlossen sei, Rotspanien zu retten. Es sei unverständlich, wie diese Haltung mit den Erklärungen Daladiers über die angebliche Loyalität Frankreichs gegenüber Italien in Einklang gebracht werden kann.. Nach all diesem zeigen die vom Duce gemachten Vorbehalte", so schreibt das Blatt weiter, „Anzeichen einer außerordentlichen Mäßigung. Niemand wird sich wnndern, wenn er diese Vorbehalte auch den verantwortlichen französischen Kreisen in Rom mitgeteilt hat, wo man bisher wirklich noch nicht weiß, bis zu welchem Grade die Absichten und der gute Wille Frankreichs ernst zu nehmen sind."
In maßgebenden römischen politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die Enthüllungen des Blattes durch die Aktivität der bolschewistenfreundlichen Minister Mandel, Reqnaud und Herriot nur bestätigt worden sind. Europa, so betont man, erlebe das Doppelspiel der französischen Politik, wie man es sich friedensstörender kaum vorstellen kann. Ueber das Ergebnis der bisherigen Besprechungen zwischen Graf Ciano und Vlondel äußert sich der „Corriere Padano" sehr pessimistisch, bis jetzt habe sich noch kein positiver Ausgangspunkt ergeben, der mit Sicherheit die Hoffnung auf ein Abkommen erlaube.
Das italienische Blatt „Tevere" spricht in einer Betrachtung über die italienisch-französischen Beziehungen die Vermutung aus, daß man sich auf eine wenn auch gewundene Antwort auf die Worte Mussolinis in Genua „gefaßt" machen könne. Schon im voraus könne man aber sagen, daß alles beim alten bleiben werde, denn trotz aller gegenteiligen Beteuerungen der gemäßigten französischen Presse sei der Wille^ Italien zu schwächen, der Leitgedanke, der in Frankreich die Politik der Beziehungen zu Italien beherrsche. Auch Laval habe, als er nach Italien kam. um gewisse eng begrenzte und bescheidene Abkommen zu unterzeichnen, nichts anderes im Sinn gehabt. Frankreich habe zwar ein besonderes Geschick, andere zu täuschen, aber es dürfe dabei nicht übertreiben. Die französische Politik wolle nach einer vorangegangenen Schwächung und Demütigung Italiens dre Einkreisung Deutschlands. Da der Faschismus sich gegen diese französischen Schädigungs- versuche mit aller Entschiedenheit auflehne, sei die Politik des Quai d'Orsay eine antifaschistische Politik. Die Italiener wären schlechte Patrioten, wenn sie demnach diesen Serenaden Gehör schenken wollten, die immer wieder ertönen, um eine Tätigkeit zu verhüllen, deren niederträchtige Ziele bis in alle Einzelheiten bekannt seien. Die Pfiffe in Genua seien der beste Beweis dafür.
„Tribuna" erklärt, daß, wenn sich französische Blätter dumm stellen wollten, indem sie behaupteten, daß Frank-
srankrelchsSorgerVasfluslünderptoblem
Paris» 18. Mai
Eine Verfügung des polnischen Senats, die alle seit 1833 nicht nach Polen zurückgekehrten Auswanderer, d. h. die politischen Emigranten, für heimatlos erklärt, hat die französische Fremdenpolizei und das Innenministerium vor eine neue schwerwiegende Frage gestellt. In Frankreich leben zur Zeit rund 463 066 Polen, unter ihnen Tausende, die jetzt als heimatlos gelten, daher nicht ausgewiesen werden können und entweder dem Staate zur Last fallen Ä>er das Arbeitsangebot vergrößern. Wie der Pariser „Jour" meint, stellen diese Elemente nebenbei auch eine ernste Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. denn die Kriminalität unter ihnen übertreffe den französischen Durchschnitt um das Vierfache. Ueber 21 v. H. aller in Frankreich begangenen Morde wurden von Ausländern verübt, desgleichen Ih^v. H. der schweren Diebstähle und 11 v. H. der Sitt- lichkeitsverbrechen. Es ist verständlich, daß Frankreich unter diesen Umständen diese „Unerwünschten" so schnell als möglich abzuschieben versucht. Aber wohin damit? Ihre „Zahl ist in den letzten Wochen noch erheblich vergrößert worden durch zahlreiche aus Oesterreich ausgewanderte Juden, die sich nach Paris gewandt haben, nachdem Belgien, die Schweiz und Luxemburg ihre Ausnahme verweigert hatten. Hinzu kommt dann noch die Flut dunkler Elemente, die sich tagtäglich von Spanien her über die französische Grenze ergießt.
reich nicht den Sieg Barcelonas wünsche, dies geradezu unglaublich sei. Wenn aber diese Blätter die Absicht hätten zu scherzen, so müsse man betonen, daß Italien das nicht mehr mitmache. Nicht nur weite französische Kreise, sondern sogar verantwortliche Minister hätten an der Seite Sowjetrußlands von Anfang an gemäß Moskaus Befehlen eine Einmischungspolitik in Spanien betrieben. Diese schamlose Politik, so könne man ruhig sagen, habe eine ausgleichende Reaktion herausgefordert, da man es nicht dulden konnte, daß ein Mittelmeerstaat von wenigen Verbrechern und Verrätern dem Kreml ausgeliefert würde. Die eben dargelegte Politik habe auch unter der neuen französischen Regierung keine wesentliche Aenderung erfahren.
Paris sei nach wie vor nachMoskau hin orientiert, und eine solche Haltung müßte ihre Auswirkungen auf die Besprechungen mit Italien haben. Während nämlich die Franzosen die Tragweite der römischen Besprechungen aufzubauschen versuchten und alles rosig, alles einfach und bereit für eine neuerliche und beweine Umarmung sehen wollten, sei von Genua die kalte Dusche gekommen, wo man die Lage eingehend geprüft und Frankreich vor die Notwendigkeit gestellt habe. gegenüber seinen wahren Absichten in bezug auf das faschistische Italien und Europa Farbe zu bekennen.
Das Italien Mussolinis sei nicht für derartige Walzertouren, es bevorzuge, wenn es sich um die Zusammenarbeit in Europa handele, klare Positionen und habe
auch den Mut, offen seine Meinung zu sage». Es sei fest davon überzeugt, daß eine Politik des Wiederaufbaues in Europa unvereinbar sei mit den täglichen Hilfeleistungen an das bolschewistische Barcelona. Ein Kompromiß sei in dieser Hinsicht unmöglich, denn Marxismus und europäische Ordnung schließen einander aus. Italien und Deutschland, so betont „Tribuna" abschließend. hätten erklärt: Es ist genug! Die weltzer- störende Pest möge bei den Völkern bleiben, die sich als Brutstätte hergeben wollten.
Es sei der feste Vorsatz, ein Uebergreifen dieser Seuche auf die gesunden Teile Europas nicht zu dulden. Bei einem llebereinkommen könne man von dieser Stellungnahme nicht absehen. Da es sich um das Schicksal, das Wohl und die Zukunft Europas handele, müsse Frankreich unter Veiseitelassen diplomatischer Spitzfindigkeiten seine Wahl treffen.
MiMereM in Paris
Paris, 18. Mai.
Die französische Retzierung ist am Dienstag unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten zu einem Ministerrat zusammengetreten und hat in der Sitzung zunächst angesichts des günstigen Ergebnisses der Riistungs- anleihe die sofortige Schließung der Zeichnungsliste beschlossen. Außenminister Bonnet erstattete Bericht über die außenpolitische Lage, insbesondere über die Genfer Tagung und den Stand der französisch-italienischen Besprechungen. Auf Vorschlag des Ministerpräsidenten Daladier in seiner Eigenschaft als Kriegsminister wurde der Divisionsgeneral Buhrer zum Generalstabschef für die in den Kolonien liegenden Truppen ernannt und gleichzeitig in den Obersten Kriegsrat berufen, ebenso wie die Divisionsgenerale Huntzmger und Earchery.
In gut unterrichteten Kreisen erklärt man weiter, daß die kärgliche Rede des italienischen Regierungschefs in Genua offensichtlich auch vom Ministerrat besprochen wurde, und daß der französische Geschäftsträger in Rom die „Ueberraschung" zum Ausdruck bringen werde, die die Rede des Duce in den französischen politischen Kreisen hervorgerufen habe.
kodzas acht Punkte
wie Prag fich die Lösung der Minderheitenfrage vorstellt
(vrabkbsriobt unseres Vertreters in ?rs,Z)
Prag, 18. Mai
In maßgebenden Regierungskreisen bestätigt man, daß Ministerpräsident Hodza noch in dieser Woche das inzwischen fertiggestellte Nationalitätenstatut vor der Oefsentlichkeit verkünden wird. Wie verlautet, soll sich der Plan der Präger Regierung zur Lösung des sudet ende titschen Problems über acht Punkte erstrecken. Eine Verfassungsänderung sei nicht vorgesehen. Auch denkt man in Regierungskreisen nicht daran, eine Lösung nach Schweizer Muster vorzuschlagen. Folgende acht Punkte sollen in dem neuen Statut enthalten sein:
1. Kodifizierung aller bestehenden Minderheitenschutzgesetze und Verordnungen.
2. Vollständige kulturelle Autonomie.
3. Einführung des Grundsatzes der Proportionalität bei Vergebung von Aufträgen.
4. Einführung der Proportionalität im Staatsdienst.
5. Regelung der Sprachenfrage auf praktischer Basis.
6. Modifikation der Gesetzesbestimmungen für alle sozialen und wirtschaftlichen Institutionen.
7. Garantie der Minderheiten gegen Versuche der Entnationalisierung.
8. Schaffung eines Kontrollausschusses als Garaute» für die Durchführung aller Gesetze.
Für den 24. Mai ist der außenpolitische Ausschuß der Präger Kammer einberufen. Außenminister Krofta wird bei dieser Gelegenheit eine ausführliche Schilderung der jetzigen politischen Lage geben. Man rechnet auch damit, daß in dieser Sitzung Ministerpräsident Hodza sich ausführlich über den Smn des Nationali- tätenstatus äußern wird. In sudetendeutschen Kreisen erklärt man. daß der Ministerpräsident bis jetzt mit Konrad Henlein noch keine Fühlung genommen habet!)- Vlättermeldungen, nach denen bereits ein Termin für eine Aussprache festgesetzt sein solle, beruhen auf Kombinationen. (Siehe auch Seite 2)
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Spaviseke LovötkvrunK ant äse b'lucbt vor ävm Lolsebsviswus.
(krssss-LokkwLvQ)
Her große Wurf
Zur kommenden Reichstagung des Reichs- kolonialbundes in Bremen
K. biü. In einer Woche wird in unserer Hansestadt die große Ausstellung „Bremen — Schlüssel zur Welt", die auch eine deutsch-italienische Kolonialschau enthält, eröffnet werden. Fast gleichzeitig mit diesem bedeutsamen Ereignis wird in Bremen die Reichstagung des Reichskolonialbundes beginnen. Wenn die Träger der vom Führer gestellten Aufgabe, den kolonialen Gedanken zum Gemeingut des ganzen deutschen Volkes zu machen, aus allen Gauen des Reiches in Bremen eintreffen, so werden gerade sie von Anfang an der Tatsache erhöhte Aufmerksamkeit schenken, daß sie auf einem an kolonialpolitischen Traditionen außerordentlich reichen Bodenzu intensiver Arbeit zusammentreten. Es war ein Bremer Kaufmann, der aus echt hanseatischem Unternehmungsgeist heraus die Initiative für die Grundsteinlegung zu unseren alten Kolonien ergriff, der sozusagen die Ausschachtungsarbeiten für diesen feierlichen Ant vornahm. Wir meinen die westafrikanischen Landerwerbungen Lüderitz' in Angra Pequena im Sommer 1883 und seinen der Berliner Regierung zugeleiteten Antrag vom 8. April 1884, das ihm gehörende Gebiet nördlich des Orange-Flusses unter Reichsschutz zu stellen. Bismarck gewährte diesen von Lüderitz beantragten Schutz seitens des Reiches mit Urkunde vom 24. April 1884, und wenige Monate später konnte in Angra Pequena, dem Kern des spateren Deutschsüdwestasrikas, feierlich die deutsche Flagge gehißt werden.
Um dem großen historischen Verdienst dieses Bremer Kolonialpioniers' und seiner Mitarbeiter in vollem Umfange gerecht werden zu können, muß man sich den in Deutschland vor einem halben Jahrhundert von Juden, Freimaurern, Marxisten und Vertretern des politischen Katholizismus organisierten Kampf gegen den kolonialen Gedanken vergegenwärtigen. Es war die Zeit, in der ein Mischer Reichstagsabgeordneter, der Nationalliberale Ludwig Bamberger (nachdem von vater- landslosen Quertreibern bereits die Samoa-Vor« läge im Reichstag zu Fall gebracht worden war) seine englischen „Geschäftsfreunde" in Australiest vor deutschen Kolonialplänen auf Neu-Guinea „warnen" (!) durfte und bei der Beratung der Gesetzesvorlage über die Unterstützung von Post- dampfer-Linien die ebenso durchsichtige wie freche Meinung vertreten konnte, für den deutschen Handel sei mit der Möglichkeit, fremde Dampfer zu benutzen, in ausreichender Weise gesorgt. Es war die Zeit, in der Bismarck eigene Kolonialverwal- tungen zunächst nur als „Vergrößerung des parlamentarischen Exerzierplatzes" anzusehen vermochte und erklären mußte: „Zu Kolonien gehört ein Mutterland, in dem dasNationalgefühl stärker ist als d^ r Parteigei st". Es war die Zeit, in der die „Jnternationalität der Oppo- sltwnspresse" immer offener zutage trat. die Zeit, in der sich die Leiter der Niederlassungen deutscher Firmen auf englischem, französischem, holländischem und portugiesischem Hoheitsgebiet um Förderung ihrer Interessen durch fremde Regierungen zu kümmern hatten und ein angeblich fortschrittlicher Reichstagsabgeordneter es für richtig hielt den Lüderitzschen Besitz von Angra Pequena abfällig als einen „Haufen von Sand und Steinen" zu bezeichnen . ..
Hätte der Bremer Kaufmann die damals in weiten Kreisen unseres Volkes herrschende (irrige) Ansicht, eigene Kolonialtätigkeit sei unrentabel.
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Vnsor VasosspLosol
Die japanische» Streitkräfte konzentriere« sich auf Hsutschau.
Römische Blätter bringen Enthüllungen Über Frankreichs antifaschistische Manöver.
Mussolini ist nach Rom zurückgekehrt.
Der neue belgische Ministerpräsident ,g«ch feine Regierungserklärung ab. .
Ueber das neue Präger Nationalitätenstatut werbe« Einzelheiten mitgeteilt.
Ein blutiger Zusammenstoß entstand in Ostpol»« um die Aufteilung von Eemeiudeweideland.
Ein furchtbares Untergrundbahn-Unglück ereignete sich im Herzen London».
Reichsarbeitsminister Selbte sprach in Wie».
Die Reichsregierung hat ein Gesetz über die Rhein- Marn-Donau-Verbindung und den Ausbau der Donau erlassen.
In drei westdeutschen Städten brachen große Schadenfeuer aus.
In Aurich wurde das erste Lehrheim des NSKK. Lstfrieslands eröffnet.
Vom 23. bis 27. Mai kommen die Deutschland- flieger durch Bremen.
Kapellmeister Fred» Niemann schuf das Festlied zu der großen Bremer Ausstellung „Bremen -- Schlüssel zur Welt".