Ausgabe 
(15.5.1938) Nr. 132
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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Videnburg und Vremen

Nr. 1Z2 / 6. Jahrgang

Sonntag. 15. Mai 19ZS

Einzelpreis 15 Nps.

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Mussolini:Nie wieder Slresa!

ASSE

der Sure sprach vor ZSS 000 in Senua

Erklärungen zurNeestöndigung mit England und zu den Verhandlungen mit Frankreich /Damit der friede sicher sei, muß er bewaffnet sein"

Genua, 15. Mai.

Aus dem Siegesplatz in Genua hat der italienische Regierungschef Mussolini am Sonnabendvormittag eine Stunde nach seiner mit Begeisterung und Spannung erwar­teten Ankunft vor einer Massenversammlung von über 35« «VV Menschen eine Rede gehalten, die wegen ihrer außenpolitischen Ausführungen unmittelbar nach dem Ab­schluß des Staatsbesuchs des Führers in Italien von besonderem Interesse ist.

Nach der Begrüßung des Genueser Volkes und einer Würdigung seiner Bedeutung in der Geschichte Italiens ging Mussolini sofort,wie das fast immer bei den denkwürdigen Versammlungen des faschistischen Vol­kes geschieht", auf internationale Fragen ein. Am 11. März abends 18 Uhr, so führte der Duce, zunächst auf die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich eingehend, aus, befand sich Italien wieder einmal an einem Scheideweg, der eine Stellung­nahme verlangte. Von ihr hingen Friede oder Krieg, L. h. also das Schicksal Europas ab. Aber da für uns die Ereignisse nicht überraschend gekommen und in ihrer logischen Entwicklung vorausgesehen worden waren, so haben wir sofort und aus das allerklarste mit einem Nein gegenüber dem diplomatischen Schritt geantwortet. Die Feinde Italiens, die Antifaschisten aller Rassen, waren furchtbar enttäuscht und ergingen sich in einer ebenso sinnlosen wie feigen Beschimpfung Italiens.

Sie wünschten zweifellos den Zusammenstoß zwischen den beiden autoritären Staaten mit den schlimmsten Folgen, nicht ausgeschlossen den Krieg, auch wenn er und besonders wenn er dem Bolschewismus die Tür in Europa geöffnet hätte.

Es war also nicht, wie man behauptete, die Not­wendigkeit, sondern unser Wille, der uns bei unserer Haltung bestimmt hat. Alles was seither geschehen ist, zeigt, daß diese unsere Haltung von der-.Weisheit ein­gegeben war. Denen, die noch immer die'-micht gerade naive Melancholie haben, uns daran zu erinnern, was wir 1934 taten, antworten wir noch einmal vor euch und vor dem ganzen italienischen Volk:

Daß seither viel Wasser, sehr viel Wasser unter den Brücken des Tibers, der Donau, -er Themse und auch der Spree und der Seine geflossen ist. Während diese Wasser mehr oder weniger reißend dahinflössen, wurden gegen Italien, das in einem gewaltigen Unternehmen

stand, die Sanktionen verhängt, die wir noch nicht ver­gessen haben. In der Zwischenzeit ist alles» was diplo­matisch und politisch unter dem SammelnamenStresa" bestand, begraben worden und wird, was uns anlangt, niemals mehr wiedererstehen. Auch konnte sich Italien nicht den wahrhaft übertriebenen Luxus leisten, alle vier Jahre zu mobilisieren, um eine geschichtliche Ent­wicklung aufzuhalten. ,

Das sind die Gründe, die sich aus den Umständen ergeben. Aber es gibt einen noch viel wichtigeren und höheren Grund, und ich spreche von dem mit besonderer Freude gerade in Genua, der Geburtsstadt von Maz- zini. Das faschistische Italien konnte nicht für alle Zeit die häßliche und nutzlose Aufgabe der alten Habsburger Monarchie und der Metternichs auf sich nehmen und sich der Entwick­lung der Nationalitäten auf ihrem Wege zur Einheit entgegenstellen. Unsere Haltung war also nicht aus Furcht vor Verwicklungen diktiert. Eine solche Furcht hat in unserem Herzen niemals bestanden und wird niemals Bärin bestehen. Für unsere Haltung war viel­mehr das Ergebnis der Prüfung der Lage, ferner unser Ehrgefühl und unsere aufrichtige Freundschaft gegen­über Deutschland maßgebend, die und zu dem bestimm­ten, was wir getan haben.

Die beiden Welten, die germanische und die roma­nische, stehen heute in unmittelbarem engen Kontakt und sind mit der dauerhaften Freundschaft und der Zu­sammenarbeit der beiden Revolutionen dazu bestimmt, unserem Jahrhundert das Symbol aufzudrücken. Das hat das italienische Volk auch mit der Aufnahme des

(Fortsetzung auf Seite 2)

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Abbruch der diplomatischen Verletzungen von Sotten Mexikos

Mexiko-Stadt, 15. Mai Mexiko hat die diplomatischen Beziehungen zu England abgebrochen und seinen Gesandten in London, Prima Villa Michel, abberufen.

Diesem Schritt' liegt folgender Vorgang zugrunde:

Am Freitagnachmittag empfing der mexikanische Außenminister Eduardo Hay den britischen Gesandten Owen St. Clair O'Malley und überreichte ihm die Ant­wort auf die britische Note in der Frage der reklamier­ten Schadenersatzzahlungen Mexikos an England für Revolutionsschäden. Gleichzeitig überreichte der Außen­minister dem britischen Gesandten einen Scheck über SKI 737,17 mexikanische Pesos als Jahreszahlung für die reklamierte Forderung. Bei dieser Gelegenheit wurde dem britischen Gesandten notifiziert, daßangesichts der »enig freundschaftlichen Haltung der britischen Regie­rung Mexiko gegenüber" die mexikanische Regierung die Abberufung ihres Gesandten in London und des Ee- sandtschaftspersonals für notwendig halte. Die Gesandt­schaft werde geschlossen und die Archive würden dem mexikanischen Generalkonsul übergeben.

Die mexikanische Presse hatte den Text der britischen Note, in der die Zahlung der am 1. Januar 1938 fällig gewesenen Rate der Schadenersatzleistungen angemahnt und zum Schluß erklärt wurde, wenn Mexiko nicht ein­mal in der Lage sei, seinen laufenden Verpflichtungen nachzukommen, habe es kein Recht, britische Oel sel­ber zu enteignen, zunächst kommentarlos ver­öffentlicht. Nur das BlattUltimos Noticias" hatte einen scharfen Angriff gegen die britische Regierung ge­richtet und die Note alsimpertinent" bezeichnet. Sie gehe von der Absicht aus, Mexiko zu demütigen. Wenn Mexiko eine Großmacht wäre, schrieb das Blatt/ wäre die britische Note ein Anlaß zum Abbruch der diplomati­schen Beziehungen. Besonders erbost hatte sichUltimos Noticias", weil die britische Note die gewaltige Schuldenlast aufzählt und damit erklärt hätte, Mexiko wäre insolvent.

In der mexikanischen Antwort auf die Mah­nung der britischen Regierung heißt es u. a., daß die Bereitschaft Mexikos, die Revolutionsschäden von Ausländern zu bezahlen, ein Akt des Entgegenkommens der mexikanischen Regierung gewesen sei, aber keine etwa durch das internationale Recht festgelegte Verpflichtung. Der mexikanischen Note ist ein Scheck über 361 737.17 mexikanische Pesos beigefügt, der die aufgelaufenen Zinsen mit einschließt. Gleichzeitig berichtigt das Außen- ministerum in der Note de von englischer Seite ange­gebene Höhe der Raten. Ferner wird in der Antwort der britischen Regierung das Recht abgesprochen, sich durch Hinweis auf die mexikanischen Schulden kritisch mit der inneren Lage Mexikos zu befassen. Es wird betont, daß auch mächtigere Staaten mit reichen Hilfs­quellen sich nicht brüsten könnten, mit allen ihren Geld­verpflichtungen auf dem lausenden zu sein. _

London, 15. Mai

Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Mexiko uiid Großbritannien wird englischerseits amtlich bestätigt. Der mexikanische Gesandte in London über­reichte Sonnabendmittag im Foreign Office den Text der Mitteilung der mexikanischen Regierung, in der die Schließung der mexikanischen Gesandtschaft in London angeordnet wird Die Zurückziehung des britischen Gesandten in Mexiko wird gleichfalls erwogen und dürfte al swahrscheinlich anzusehen sein, jedoch wird das britische Konsulat in Mexiko bestehen bleiben.

-Hinsichtlich des mexikanischen Oelkonflikts, der bei dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen >

zwischen Mexiko und England eine Rolle spielt, sei hier an die im März dieses Jahres erfolgte Enteignung der 17 englischen und amerikanischen Oelfrrmen erinnert, die vom mexikanischen Staat allerdings eine angemessene Entschädigungssumme erhalten sollen. Als Anlaß zu ihrem Vorgehen benutzte die, mexikanische Regierung Lohnstreitig­keiten, die zwischen den Arbeitern und den Firmen herrschten. Die Unternehmer der Oelquellen wei­gerten sich, den Schiedsspruch der Gewerkschaften anzuerkennen, worauf die Regierung die Ent­eignung beschloß. Die englischen und amerikani­schen Oelproduzenten erhoben dagegen sofort ener­gischen Einspruch. Es kam zu einem diplomatischen Notenwechsel, in dem die Londoner und die Washingtoner Regierungsstellen schärfsten Protest gegen das Dekret der mexikanischen Regierung einlegten. Diese stellte sich jedoch auf den Stand­punkt, daß s i e allein über den Erlaß einer Ver­ordnung zu bestimmen habe. Sie gab dabei London und Washington deutlich zu verstehen, daß sie die diplomatischen Schritte als eine Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten zurückweisen müsse. Welche Summen in diesem Oelstreit auf dem Spiel stehen, geht aus der Tatsache hervor,

dah der Streitwert auf über 100 Millionen Pfund (1,2 Milliarden RM.) geschätzt wird. Die gesamte mexikanische Oeffentlichkeit nimmt an dem Kon­flikt regen Anteil. Die Regierung hat einen gro­ßen Propagandafeldzug eingeleitet, in dem sie er­klärt, daß dieser Kampf um das mexikanische Oel eine nationale Angelegenheit sei. Es sei unter keinen Umständen zu dulden, daß die reichsten Bodenschätze des'Landes von ausländischen Kapitalisten ausgebeutet würden. Vor allem sei es ein unhaltbarer Zustand, daß über vier Fünftel der mexikanischen Oelproduktion von Engländern kontrolliert würde. Die Enteignung der 17 aus­ländischen Oelfirmen sei auch im Interesse der nationalen Sicherheit unbedingt erforderlich.

Der jetzt erfolgte Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Mexiko und Großbritannien ist der zweite innerhalb von 15 Jahren. Im Jahre 1924 wurden wegen der Ermordung der englischen Landbesitzerin Rosalie Evans im Staate Puebla schon einmal die Beziehungen abgebrochen. Damals wurde der britische Vertreter aufgefordert, das Land innerhalb von 24 Stunden zu verlassen. Als er sich weigerte, wurde er in der Gesandtschaft be­lagert, bis er mehrere Tage später abreiste.

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Klarheit und Staube

Wider die Möchte der Verneinung

j. 8. v. Bremen» 15. Mai

Ein Teil der europäischen Diplomatie hat, soweit sie sich fernab der Achse BerlinRom gruppiert, in diesen Tagen bemerkenswerte Unruhe darüber bekundet, daß so gar nichts über das Ergebnis des Führerbesuches in Rom bekanntgeworden ist. Es ist sich diese Diplomatie anscheinend etwas zu wenig dessen bewußt, daß ein Freundschaftsver­hältnis, wie es heute das deutsch-italienische ist, daß vor allem ein Vertrauensverhältnis, wie es zwischen dem Führer und dem Duce besteht, keiner besonderen Worte bedarf und keiner besonderen Verlautbarungen, um dennoch bis in die letztmög­liche Phase aller Erprobungsmöglichkeiten fest und zuverlässig zu sein.

Wenn nun Mussolini in Genua vor 350 000 seines Volkes kurz nach dem Abschluß des Staats­besuches des Führers in Italien doch noch Aus­führungen machte, die in ihrer außenpolitischen Bedeutung zum abgeschlossenen Staatsbesuch, wenn man will, als ein Schlußwort betrachtet werden können, so geschah es wohl weniger darum, die zudringliche Neugierde einer der Achse BerlinRom grundsätzlich entgegenarbeitenden Diplomatenpresse zu befriedigen, sondern jenem' Teil der Welt, der durch Presseorakeln und Presse­quertreibereien in den letzten Wochen in Gefahr war, sich das Sehen trüben zu lassen, Klipp und klar zu sagen, was war, was ist und was bleibt.

Mit einem Freimut ohnegleichen hat Mussolini gesprochen und die allzeit emsig ihr Kriegshetze­geschäft betreibenden Feinde Italiens die ja auch gleichzeitig Feinde Deutschlands sind, als dieAntifaschisten aller Rassen" auf die beschämendste Weise in ihrer ganzen Armseligkeit entlarvt. Mit einer Deutlichkeit ohnegleichen hat der Duce das traurige Handwerk und das men­schenfeindliche Wollen, der auf einen Zusammen­stoß, ja, auf einen Krieg zwischen den autoritären Staaten hinzielenden politischen Kräfte in Europa an den Pranger gestellt. Und wenn Mussolini be­tonte, daß diese Schädlinge der Menschheit den Krieg wollen, auch wenn er, ja, besonders wenn er den Bolschewisten die Tore in Europa öffnet, dann mögen diese Feinde der Menschheit endlich merken, daß ihre finsteren Pläne durch­schaut sind.

Man muß die ganze Inhaltsschwere der Genua- Rede Mussolinis aus sich wirken lassen, um daraus zu entnehmen, wir klar der italienische Regierungs­chef erkannt hat, was sich unter den verantwortungs­losen Kräften, die sich Demokraten nennen, und sonst sich gern pazifistisch gebärden, verbirgt, wenn sie in ihrem gewissenlosen Treiben die Völker Europas gegeneinanderzuhetzen nicht müde werden.

Man spricht in England heute von einer Re­gierungsumbildung, wenn nicht gar von einer Regierungskrise. Der Kolonialminister und der Luftfahrtminister sind im Begriffe, aus dem Kabi­nett auszuscheiden. Geht man den Dingen genauer nach, so muß man erkennen, daß es leider nicht allein die Oppositionsparteien sind, die wie die Labour-Party oder die Liberalen ohnehin den inter­nationalen Kräften, die heute lieber als morgen einen Weltkrieg gegen die autoritären Mächte Europas entfesseln möchten, welche Chamberlain und seinem Kabinett das Leben schwermachen.

Auch innerhalb der konservativen Partei, als der heutigen Regierungspartei Englands, regen sich

Unser Vassssplsgsl

Mussolini zerstörte die letzten Illusionen politischer Quertreiber.

Mexiko hat die Beziehungen zu England abge­brochen.

Ungarns neuer Ministerpräsident Jmredy gab seine Regierungserklärung ab.

Die Lunghai-Vahn wurde durch einen japanischen Luftangriff stellenweise zerstört.

Hermann Göring führte bei Wien den ersten Spatenstich für die neuen Bauten der Luftwaffe. Im Olympia-Stadion schlugen die englische» Na­tionalspieler die deutsche Elf überlegen mit 8:3. Morgen wird Gauleiter Wächtler das Schulheim- schiffHans Schemm" von Bremen aus aus die Reise nach Wien schicke».

Ende Mai beginnt der Bau der neuen Straße vor dem Neustadtsbahnhof.

Am kommenden Wochenende findet in Bremen eine Tagung der Landesbünde Bremen und Oldenburg ' des Kameradschaftsbundes Deutscher Polizeibeamter statt.

Der Eetreideumschlag an der llnterweser hat sich gegenüber dem erste» Vierteljahr 1937 fast ver­dreifacht.

Die Deutschen Linoleumworke stelle« jetzt Beläge aus deutschen Rohstoffen he».