Ausgabe 
(12.5.1938) Nr. 129
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parteiamtliche Tageszeitung ^ der Nationalsozialisten Vremens

vas flmtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen flmttiches Verkündungsblatt des Neichsstatttiatters in Vldenburg und vremen

Nr. 12S / S. Jahrgang

Donnerstag. 12. Mai 19Z8

Einzelpreis 15 Npf.

putsch in vrastlien niedergeschlagen

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Kampf um den Priiftdenten-Palast

flbgewehrter nächtlicher Handstreich der Jntegralisten Zahlreiche tote Verhaftungswelle Negierung Herr der Lage

Rio de Janetro. 12. Mai

Ueber einen in der Nacht zum Donnerstag in Brasilien erfolgten Putsch der Jntegralisten «erden folgende Einzelheiten gemeldet: Mittwoch um V.15 Uhr wurde der Palast des Präsidenten von Marinesoldaten oder von Jntegralisten. die als Marine­soldaten verkleidet waren, plötzlich angegriffen. Staatspräsident Bargas und sein Schwager leiteten persönlich zwei Stunden die Verteidigung des Palastes. Ihnen - standen 18 Mann Wache mit einem Maschinengewehr zur Verfügung. Schließlich wurde der Palast durch 2008 Mann Polizei entsetzt, die der Polizeichef herangeführt hatte.

Während der Kamps um den Palast im Gange war, flammten an verschiedenen Punkten in der Nahe des Palastes Strastenkämpfe auf. Das Signal für den Auf­ruhr wurde durch Licht-eichen gegeben. Der Kriegs­minister, der gerade unterwegs war, traf mit größter Beschleunigung Sicherheitsmaßnahmen. Er ließ u. a. sofort alle strategischen Punkte der Stadt durch Spezial- truppsn besetzen. Der Eeneralstabschef wurde in seiner Wohnung angegriffen, konnte sich jedoch nach einem heftigen Feuer-gefecht in Sicherheit bringen. Auch auf andere Generale wurden Angriffe verübt.

Das Marinoarfenal war von den Aufständischen ein­genommen worden, wurde aber nach mehreren Stunden durch Heerestruppen wieder zurückerobert. Die rücksichts­lose Niederwerfung des Aufstandes forderte zahlreiche Todesopfer, deren genaue Zahl noch nicht bekannt ist. Die Ruhe ist jetzt überall wiederhergestellt und durch die Treue der Wehrmacht gegenüber der Regierung ge­sichert.

Aus der Präsidialkanzlei wurde eine schriftliche Mit­teilung über den Putsch veröffentlicht, die u. a. folgendes besagt: Die Jntegralisten versuchten einen überraschen­den Aufstand, der durch einen lleberfall auf den Sitz des Staatspräsidenten und das Marinoministerium seinen Auftakt nahm. Gleichzeitig durchstreiften ver­streute Gruppen von Jntegralisten mehrere Straßen, warfen Bomben und gaben Schüsse ab, um eine Panikstimmung zu erzeugen. Eine Gruppe, die mit einem Maschinengewehr und mit Handgranaten ausgerüstet war, besetzte durch einen Handstreich die Wachräume im Palast des Präsidenten. Der Versuch,

in das Innere des Palastes einzudringen, mißlang jedoch infolge des persönlichen Eingreifens des Präsidenten Vavgas und seiner engsten Umgebung.

Nach Beendigung der Kämpfe am Präsidentenpalast wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Ebenso erfolgten Verhaftungen nach Wiedereroberung des Ma- rineministeriums und des Arsenals durch Füsiliere. Das Zentrum von Rio de Janeiro wurde von Polizei und anderen regierungstreuen Abteilungen umzingelt. 300 Mann wurden nach dem Kampf gefangengenommen. Es wurden zahlreiche Waffen beschlagnahmt und belastende Dokumente gefunden. Der Aufstand der Jntegralisten in Verbindung mit meuternden Marinetruppen kann jeden­falls als niedergeschlagen betrachtet werden. Auch im Lande herrscht völlige Ruhe. Es verlautet, daß Plinio Salgado der Leiter des Aufftandes war.

Nachträglich wird bekannt, Laß auch mehrere Flieger- einheiten an der Aufstandsbewegung teilgenommen hatten. Ihr Vorgehen wat jedoch von Regierungs- trnppen vereitelt worden. Plinio Salgado ist «naus- sindbar.

Die Jntegralisten gehörten zu jenen Partei­gruppen, die im November vorigen Jahres im Rahmen des Umschwunges in Brasilien von der Regierung aufgelöst wurden. Schon damals kam es zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern des als weltanschauliche Bewegung be­zeichneten Integralismus und dem vom Militär gestützten neuen autoritären Regime.

Nalien kritisiert diefranzösischepresie

Mangel an Verständnis und Wahrheitsliebe kaum der rechte weg zur Verständigung

Rom» 12. Mai.

In einem Nachwort zu dem Staatsbesuch des Führers in Italien wendet sich der Direktor desEiornale d'Jtalia" in bemerkenswert scharfer Weise gegen die von der französische« Presse versuchte« Verdrehungen der Tatsachen, wobei er vor allem betont» daß derartige Methoden keineswegs geeignet seien, einen günstigen Einfluß auf die Wiederaufnahme der diplomatischen italienisch-französischen Besprechungen auszuüben.

Mit ihren phantastischen Beschreibungen und Aus­legungen, die die französischen Blätter während der letzten Tage über den Besuch des Führers gegeben haben, hätten sie den Zweck verfolgt, die italienisch- deutsche Freundschaft als angeblich weniger herzlich er­scheinen zu lassen. Das Manöver sei nicht neu und entspringe jener bekannten Bestrebung, Italien von Deutschland zu trennen. Es entspringe einer Illusion und sei von Anfang an zu einem Mißerfolg be­stimmt gewesen. Die Wiederherstellungen guter Be­ziehungen zwischen Italien und Frankreich, die sicher­lich nicht durch Italien getrübt worden seien, könne die stahlha-rte Solidarität, die zwischen Italien> Deutsch­land bekräftigt worden sei, weder trüben und nochweniger ersetzen. Es sei ganz verfehlt und beweise einen Mangel an politischem Verständnis, die eine gegen die andere ausspielen zu wollen. Die eng­lische Presse habe diesen Fehltritt vermieden. Die fran­zösische Presse dagegen versuche, durch Abwägen der Worte oder durch Erfindungen Elemente der geistigen uiü, politischen Entfremdung zwischen Rom und Berlin zu entdecken, indem sie das eindrucksvolle Gesamtbild durch Unterstreichen eines gefälschten Details ersetze und beweise damit nur Unverständnis und Feindseligkeit. Derartige Methoden dienten nicht der Wahrheit der Berichterstattung. Außerdem dienten sie auch der in Frankreich auflebenden Bewegung zu Gunsten einer Neugestaltung der Beziehungen zu Italien recht schlecht.

Zu diesen Versuchen gehörten jene Nachrichten über das Mißtrauen und die Besorgnis Italiens gegenüber dem größeren Deutschland, die die Spontanität und Wärme der italienischen Kundgebungen habe erstarren lassen und die offensichtlichen Erfindungen überdie Absichten der Diktatoren" und ihre angebliche Auftei­lung des Donauraums und des Balkans in Jnteressen- zonen. Diese Versuche hätten nichts mit einer Bericht­erstattung oder mit einem verantwortungsbewußten Politischen Abwägen zu tun, sondern seien einfach kin­dische, verärgerte Phantastereien. Man möchte der französischen Presse, die sich in diesen Metho­den gefallen habe. raten, diese zu ändern, falls sie der Wahrheit Rechnung tragen und zu den politischen Ge­gebenheiten z-ursicklehren woll».

Die herzlichen und bedeutsame« Telegramme» die Adolf Hitler an de» König und Kaiser und an den Duce gerichtet habe, und der herzliche Willkommens- grnß Eörings an den Führer und an die italienische Nation habe den erhabene« Abschluß der Jtalienreise des Führers gebildet. Sie bringe erneut zum Aus­druck, daß das in Rom bekräftigte Abkommen ein Ab­kommen der Führer, der Regierungen, der Staaten und der Völker ist. Sie sichern das in Europa zwischen Italien und Deutschland geschaffene System, dem nicht nur die Gemeinsamkeit der Interessen und der An­schauungen, sondern das gegenseitige Vertrauen der Regierungen und Völker seinen Wert verleihen.

Vanktelegramm Victor kmairuel lll. an den füHrer

Berlin, 12. Mai.

Seine Majestät ber König von Italien, Kaiser von Aethiopien, hat den Abschiedsgruß, den der Führer und Reichskanzler bei Uebevschrsitung der deutsch-italieni- schon Grenze telegraphisch an ihn gerichtet hatte, mit folgendem Dank-telegramm beantwortet:

Die Königin «nd ich danke» Eurer Exzellenz vielmals für die Botschaft» die Sie die Liebenswürdigkeit hatten, uns beim Verlassen des italienischen Bodens zu über­mitteln. Die von Eurer Exzellenz darin zum Ausdruck gebrachten Gefühle werden dessen bin ich gewiß den stärksten Widerhall im Geiste her italienischen Nation hinterlassen, die »oller Freude ihre ganze glühende Herzlichkeit dem hochwillkommenen Gast anläßlich dieses glückverheißende» Besuches bezeuge« konnte. Durch ihn ist die ideale Verbindung unserer beiden Länder zu einer noch stärkere« Einheit geworden. Wir werden die teuerste Erinnerunng daran bewahre» in dem Vertrauxn, daß Eure Exzellenz aus den Kund­gebungen dieser Tag« die innere Einstellung des faschistischen Italiens zu der großen befr»und«ten Nation und ihrem erhabenen Oberhaupt mit Sicherheit ent­nehmen konnten. In diesem feste» Sluuben übermittle ich Eurer Exzellenz meine herzlichsten Wünsche für das weitere Wohlergehen des deutschen Volke« und für Sie persönlich. Victor Emannel."

Slarare lobt sloren; und Neapel

Rom» 12. Mai

Parteisekretär Minister Starace hat den Gauleitern von Florenz und Neapel für die vorzüglich« Organi­sation der zu Ehren des Führers veranstalteten großen Kundgebungen sein besonderes Lob ausgesprochen. tSiehe auch Seit« HZ

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I.IXX8: vor b'ükror vimmt nuk ckvm Lsknkok von Dlorvvs ^bsekivä von seinem Knstxeber.

KL6lIT8: Lei seiner ^nkunkt in äer LvicdsiiLNptstnät wurde der külir^r von Lvneralksldmarselmll LörivA willkommen xskelüen. ^uknshwsn: Lrssss-llokkmsvn (2).

Wehrdienst - Ehrendienst

von

Vtto vusth, korvettenkopitSn a. V.

Ihr Deutschen seid ein kriegerisches Volk, ihr liebt den Krieg um des Krieges willen. Eure Geschichte zeigt es und jeder einzelne Deutsche! Was bedeuten sonst dies ewige Marschieren aus euren Straßen, dies Trommelschlagen, der Parademarsch, dies Wehen von Flaggen und all der militärische Kram?" Dieses Urteil man kann es schon besser e-Men Vorwurf neusten und ähnliche völlig falsche, weil auf Mißverständnissen beruhende Ansichten hören wir immer wieder in Ge­sprächen mit Ausländern, Engländern vor allem, die stets behaupten, den Sinn für friedliche Entwicklung, Abscheu vor Krieg und humane Gesinnung für sich ge­pachtet zu haben.

Ja", heißt es dann gewöhnlich weiter,sind nicht eure Wehrpflicht Und die Freude, die jeder Deutsche offenbar am Wasfenhandwerk hat, das beste Zeichen für euren unausrottbaren Militarismus? Bei uns hat der Soldat kein Vorrecht, der Soldatenberuf, ist nicht der erste im Staate wie bei euch, wir schätzen andere Berufe, den Arzt, den Rechtsanwalt, den Forscher und den stillen Gelehrten viel höher ein als den Krieger, und euer Drill, eure Parademärsche und euer ganzes Soldatentum können uns als solches gar nicht impo­nieren. Es flößt lediglich aller Welt Angst vor euch «in und Abscheu vor einem Volk, das im Krieger die höchste Vollendung menschlichen Geistes und menschlicher Vollkommenheit sieht!"

Abgesehen von den in diesen Vorhaltungen ver­steckten falschen Behauptungen geht aus den Sätzen, die rebenbei nicht erfunden sind uno die man immer und mmer wieder hört, hervor, wie wenig der Ausländer das Wesen unseres Volkstums, seine Geschichte und die bittere Notwendigkeit, dies Volkstum, das Jahrhunderte hindurch von allen Seiten bedroht wurde, lebensfähig u erhalten, versteht. Der uns selbstverständliche Satz: Wehrdienst ist Ehrendienst am Volke geht dem Eng­länder, der nur Söldnerheere kannte und kennt, nicht ein. Die Freude an der Waffe, Erbteil germanischer Vorfahren, ist ihm verlorengegangen im fangen Lauf einer Jnselgeschichte, verlorengegangen, seit England, die Insel, feindlichem Angriff nicht mehr ausgesetzt war, seit fremde Heere auf dem Festland Englands Schlachten schlugen und der Bürger nicht mehr vom Recht des freien Mannes, die Waffe tragen zu dürfen, Gebrauch machte. Der schwarze Tag, an dem die Bauern von Mittel- und Südengland dem zur Küste eilenden König Harold die Waffenfolge versagten, so daß der König mit seiner Garde allein dem Ansturm der Normannen entgegentreten mußte, wurde der Todestag des freien Angelsachsentums. Der auf Hof und Scholle faul gewordene Angelsachse, beim Ansturm der Normannen zum Schwert, zur Streitaxt und zum Bogen zu greifen er ließ König und Wehrmacht im Stich und mußte seit jener Zeit das Joch normannischer Eroberer tragen.

Wir Deutsche können dem Schicksal danken, daß es uns im langen Lauf unserer Geschichte, mitten ins Herz Europas gestellt, von Feinden umgeben, bekannt und oft überwältigt, den Sinn für Wehrhaftigkeit, den Glauben an die Waffe und die Freuds am Waffen-

handwerk immer aufs neue stärkte und vor allem in unseren Volksgenossen das Bewußtsein wachhielt, daß Wehrdienst Ehrendienst an Volk und Land ist.

Es ist kein Zweifel, daß unser Führer und seine Mit­arbeiter, daß die Kämpfer des Nationalsozialismus Soldaten waren und daß die Bewegung aus dem Front« soldatentum hervorgingen. Niemand aber weiß besser als der Soldat, der im Weltkrieg an unseren vielen Fronten stand, der auf den sieben Meeren der Welt das Land verteidigen hals, daß nur ein wehrwilliges und wehrtüchtiges Volk sich gegen feindlichen Angriff ver­teidigen und die eigene Existenz sichern kann. Keine wissenschaftliche Erklärung, kein Vortrug und kein Buch können die Richtigkeit dieses Satzes besser beweisen als die Jahre der Schmach, die nur durch den Entsatz kämpferischer Gesinnung, soldatisch tapferer Haltung und durch den höchsten.Einsatz, den jeder zu geben ver­mag, durch den Einsatz des eigenen Lebens überwunden wecken konnten.

Deutsche Wehrhaftigkeit allein schützt deutsche Men­schen, deutschen Boden und deutsche Arbeit wehrlos sind Land und Volk jedem Zugriff beutegieriger Nach­barn bedingungslos preisgegeben. Dem Führer allein dankt das deutsche Volk den Wiederaufbau seiner star­ken Wehrmacht. Er war es, der das opferbereite Dienen in dieser Wehrmacht wieder zur Ehrenpflicht des freien Deutschen machte. Nur der Deutsche hat das Recht, für Deutschland die Waffe zu tragen. FreMdrassigen steht dieses Recht des freien Mannes nicht zu. Die Wehr»

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I« Brasilien wurde ei» nächtlicher Putsch der Jntegralisten niedergeschlagen.

Japan greift an der Chinafront verstärkt an.

Der König und Kaiser Victor Emanuel hat dew Führer auf dessen Danktelegramm geantwortet. Eeueralfeldmarschall Göring begibt sich nach Oester­reich.

Der Bankiertag wurde mit einer Rede des Reichs- sinanzministers abgeschlossen.

Die Seehasenspeditionstarife find auch für Lübeck und Stettin verbindlich.

Die Entwicklung des Arbeitseinsatzes verlief auch im April außerordentlich günstig.

Auf der Werft desBremer Vulkan" läuft demnächst das neue Maierform-MotorschisfKamerun" vom Stapel.

Gestern wurde ein neuer Argo-Dampfer in Dienst gestellt.

Heute abend eröffnet Gauleiter Carl Röver l» Bremen das HilfswerkMutter und Kind".

Einem Vertteter derV. Z." gegenüber legte General Melchior! die Pläne für den Aufbau der italienischen Kolonialschau in Bremen dar.

Die Zahl der Opfer des englischen Bergwerks» »nglücks hat sich auf 80 erhöht.

Beim Training für den Großen Preis von Tripolis erwiesen sich die Mercedes-Benz-Wagen als die schnellstem