Ausgabe 
(6.5.1938) Nr. 123
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parteiamtliche Tageszeitung W der Nationalsozialisten Vremens

Das Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Freien Hansestadt Vremen flmtiiches Verkündungsblott des Neichsstattiiatters in Oldenburg und vremen

Nr. 12Z / S. Jahrgang

Freitag, ö. Mai 1SZ8

Einzelpreis 15 Npf.

Seeschlacht im Solf von Neapel

Italiens Platte zeigt dem süftrer iftre liervorragende Schlagkraft

Vramatische Übungen der Kriegsmarine des Imperiums / der Kauptschriftleiter derVZ" als Manövergaft auf KreuzerSorizia"

(vralltborlcbt unveres In Neapel vellencken Usnptsckrittteitsrs)

7. L. O. Neapel. 6. Mai.

Neapel, Stadt von malerischer Schönheit! Es ist schon begreiflich, wenn der Ita­liener sagt. daß. wer Neapel gesehen, ruhig sterben könne (weil es nichts Schöneres im Leben mehr zu sehen gäbe). Begreiflich ist es aber auch, datz der Freude nicht bloß diese Stadt, sondern die gesamte herrliche Landschaft um den Golf von Neapel und auch diesen selber dauernd in Erinnerung behält. Und da in diesem Golf angesichts der in wunderbarer Schönheit gelegenen sonnenbestrahlten Stadt, angesichts auch des schönen Sorrents und angesichts Capris, dieser ewigen Sehnsucht aller jungen Künstler der Welt, unter den Augen des Königs von Italien und des Duce das zu Ehren des Führers angesetzte großartige Flottenmanöver stattfand mit nahezu 288 Einheiten der italienische Flotte, bleibt das imposante Ereignis in Verbindung mit der schönen ein­drucksvollen Landschaft erst recht unvergeßlich allen, die das Glück hatten, dabei zu sein.

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Von dem 10 OOO-Tonnen-KrouzerGottzia" (an Ton- nenzahl unsererDeutschland" entsprechend) aus ge­sehen, Hot bei liebenswürdigster gastfreundlicher Erklä­rung der Bedeutung jeder Bewegung der sich folgenden Kampfhandlungen mrd kriegerischen Darbietungen, die unter gleichzeitiger Beteiligung von Flugzeuggeschwa­dern vor sich gingen, die gewaltige kriegerische Handlung ein wunderbar in sich geschlossenes und folgerichtiges Bild.

Um den Eindruck vorwegzunehmen, sei gesagt, datz von der Ausfahrt aus dem Hafen, voran das Admiralsschiff Cavour" mit dem Führer an Bord, danach das SchlachtschiffCesare" und dann in Doppelkiellinie die endlose Reihe der Kreuzer, jede einzelne Phase bis zum erhebenden Abschluß der Flottenparade bewunderns- wert in der Größe ihres Eindruckes wie in der Ge­nauigkeit ihrer Durchführung war.

Ganz gewaltig wurde das Bild, als die beiden mäch­tigen Manövergeschwader sich begegnend in voller Ge­schwindigkeit aneinander vorbeirauschten, um mit einem Schlage exakt und sicher beizudrehen. Hochinteressant

war das Zielschießen auf den ferngelenkten Kreuzer Sän Marco", wie auch das in überraschender Geschwin­digkeit und Gleichmäßigkeit vorgenommene Tauchmanö- ver und schließlich die Vorführung der Schnellboote, die­ser angriffslustigen Windhunde des Meeres, die mit einer fabelhaften Geschwindigkeit im hochaufrauschenden Kielwasser die Wogen durchpeitschten.

Nun liegen sie wieder im Hafen von Neapel, die 20» herrlichen Schiffe, und sind festlich beleuchtet zu Ehren des Führers, der Welt bezeugend, daß sie Schiffe einer Deutschland befreundeten und verbundenen Nation sind.

Den Grundgedanken der Uebungen und alle Einzel- heften der Reihe nach aufzuzählen, sei nachfolgender Schilderung vorbehalten. Hier sei nur noch gesagt, daß so wie die kriegerischen Vorführungen der italienischen Jugend am Vortage auf dem Centocelle die Kraft der italienischen Nation in bestem Lichte zeigten, auch die Vorführungen der Flottenmanöver nur wieder bestätig­ten, daß das junge italienische Imperium mit Recht den Anspruch erhebt, bei allen völkerwichtigen Entschei­dungen in der Welt mit an erster Stelle gehört zu werden.

Dort begrüßt der Kommandant des Hafens den Füh­rer, det dann mit dem König und Kaiser die Front der angetretenen Offiziere und der Ehrenkompanie der italienischen Wehrmacht abschreitet. Im selben Augen­blick donnert aus sämtlichen Geschützen der im Sonnen­licht schimmernden Stahlkolosse des 1..Geschwaders der Salut über den weiten Golf. ein gewaltiges, Echo der vom Vesuv überragten Bergwände weckend. An der Mole von Veverello erwartet die Königsbarkasse Adolf Hitler. Im selben Augenblick in dem sie in schneller Fahrt dem AdmiralsschiffLavour" zustrebt, werfen auch die anderen Motorboote ab. die die Begleitung des Königs und des Führers an Bord bringen.

Am Fallreep erwartet Mussolini, der schon in der Nacht nach Neapel gekommen Mr, den Führer, um ihn in seiner Eigenschaft als Marineminister zu begrüßen. Während aus den schweren Drillingstürmen der Panzer­schiffe und Kreuzer das Mündungsseuer der Salutschüsse aufzuckt, geht an ihren Masten die Kriegsflagge des Deutschen Reiches aus. Am Mast desLavour" wehen die Königs- und die Führer-Standarte. An Bord sämt­licher Schiffe steht die Besatzung in Paradeausstellung.

Sie slottenlchau beginnt

Vom Gefechtsturm desCavour" aus verfolgt der Führer mit dem König und dem Duce, dem Kronprinzen und ihrem engeren Gefolge die Ausfahrt des l. Ge­schwaders. Mit höchster Fahrt braust der Flottillen- fllhrerFreccia" dem hohen Meere zu In seinem Kiel­wasser 16 Torpedoboote, dann folgen ll Zerstörer und zuletzt 7 Kreuzer. - . .

Als sich das Admiralsschiff selbst in Marsch setzt, brau­sen die Geschwader derblauen Masse" Italiens über den Panzerriesen» der bei seiner Ausfahrt vor Santa Luzia von den Zehntausenden von Passagieren der dort wartenden Dampfer umjubelt wird.

Und schon beginnt der Kampf. Drei U-Boote haben sich unter Wasser an das Flottenflaggschifs herange­pirscht, das unerwartet das Ziel ihrer Torpedoangriff« wird. Gleichzeitig kreisen Marineflugzeuge über dem Cavour". Vor der Insel Fschia erhebt sich eine Wol­kenwand. Sie erscheint zu unnatürlich bei diesem strah­lenden Sonnenwetter, als daß sie nicht die Blicke aller auf sich ziehen müßte. Das Mißtrauen wird schnell be­stätigt. Aus der künstlichen Nebelwand stoßen mit höch­ster Geschwindigkeit vier Torpedobootsflottillen hervor. Schon sind die flinkenHaaren der See" heran. Ebenso chnell aber, wie der Scheintorpedoangriff erfolgte, sind sie unter den schützenden Nobelschwaden verschwunden. Am Horizont steht die Silhouette des ferngelenkten Ziel­schiffesSän Marco", Kaum ist derFeind" erkannt, rollen schon die Breitseiten des SchlachtschiffesCesare" und des schweren KreuzersFiume" über die Wogen.

Das Scharfschießen

erfolgt über eine Entfernung von 18 Kilometer. Ge­waltige Fontänen steigen in nächster Nähe des Ziel­schiffes hoch Wieder eine Breitseite. Weiter Qualm und Feuerschein zeigen, daß die ..Sän Marco" getroffen ist, um die jetzt Flugzeuge eins schützende Nebelwand ziehen.

(Fortsetzung auf Seit« 2)

krster Marschall des Imperiums

vos kiicheitskvmmando in Italien

AIs am 9. Mai 1936 Mussolini vom Balkon des Palazzo Venezia in Rom vor einer ungeheuren, siegesbegeisterten Menge das faschistische Imoe- rium proklamierte, tauchte, anknüpfend an oie Erhebung Badoglios in den Herzogsstand und Grazianis in den Grafenstand, auch der Gedanke eines besonderen Titels für Mossolini auf. Aber erst zwei Jahre später wurde die Würde desEr­sten Marschalls des Imperiums" geschaffen. Wie der Text des Gesetzes über diese Würde vermuten läßt, handelte es sich um einen einmaligen Akt der Verleihung. Wenn auch in ihm ein Zeichen des Dankes der italienischen Nation für die Er­richtung des Imperiums zu erblicken ist, so stellt doch das Marschallat des Imperiums einen militä­rischen Grad dar, der in Krieg und Frieden die höchste militärische wie politische Befehlsgewalt in sich schließt. Mit der Einheit des politisch-militäri­schen Kommandos wurde auch der Zustand beendet, -daß formell der Kriegs-, Marine- und Luftfahrt- minister in Italien in der Person des Duce keinen militärischen Pang besaß, da derEhrenkorporal der Miliz" wie der Rang desVetter des Königs" (durch den Annunziaten-Orden) nichts über den Rang innerhalb der Streitkräfte besagen. Da der

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vnsor VaNSsspLSTo!

Nach triumphalem Empfang in Neapel war der Führer Zeuge einzigartiger Uebungen der italieni­schen Flotte.

Sudetendeutsche wurden erneut das Opfer tchechi» scher Ausschreitungen.

Der französische Finanzminister gab Erklärungen zur Stützungsaktion für den Franc ab.

I« Le Havre brannte der 26VÜÜ To. große fran­zösische DampferLa Faqette" völlig aus.

Neue Rundenrekorde brachte »das erste Training zum Hamburger Stadtparkrennen.

Die Tagung des Kreises Bechta der NSDAP. stand unter dem Zeichen der starke» Einsatzbereitschaft der Partei im Munsterland.

Die diesjährige Deutschlandfahrt des Schulheim- schifsesHans Schemm" geht von Bremen nach Wien.

Der Reg. Bürgermeister SA.-Eruppenfilhrer Böhm- cker führte den neuen Polizeipräsidenten, ))-Ober­führer Ludwig, in sein Amt ein.

Die besten Schützen unserer bremischen Schutzpolizei wurden durch Hauptmann Mechels ausgezeichnet. Auf der AusstellungBremen Schlüssel zur Welt" wird die DAF.-Eauwaltung Weser-Ems in einer riesigen Halle Zeugnis ablegen von ihrem Schaffen.

In Bremen fand eine Architekten-Tagnng der DAF. statt.

flottenparade der 2lw klnketten

Sie saßet des sührers noch Neapel

Als der Sonderzug des Führers um 8 Uhr früh in Campoleone, wo der Zug während der Nacht abge­stellt war, seine Fahrt fortsetzte^ leuchtete die strahlende Sonne des Südens über der römischen Campagna, ein verheißungsvoller Auftakt, für die große Flottenparade des faschistischen Imperiums zu Ehren des Führers.

Wir fahren durch Littoria, der vom Faschismus aus dem Boden gestampften Stadt inmitten der ehemaligen Pontinischen Sümpfe. In dem Namen Littoria ist ebenso wie in der Stadt selbst das Wesen des Faschis­mus enthalten. Ungeheuer ist in dieser vom Faschismus geborenen Stadt der Jubel der Bevölkerung. Die Sied­ler und Bauern, die hier durch die Tatkraft des Duce eine neue Heimat in ihrem schönen Land erhalten haben, grüßen den Führer bei der Durchfahrt mit stür­mischer Begeisterung und brausendem Jubel. Der Füh­rer steht am Fenster seines Zuges, seine Blicke schwei­fen über das weite Land. das der Faschismus für die Erzeugungsschlacht Italiens im Frieden erobert hat, über neue Gebäude und Werke, oie sich als steinerne Zeugen der Tatkraft des faschistischen Imperiums über den grünen Feldern erheben. Mit erhobener Rechten dankt der Führer

Nach mehreren laugen Tunnels taucht zur Rechten die Bucht von Eaeta auf. Zum erstenmal sehen wir hier auf dieser Fahrt das blaue Mittelmeer, das in der hellen Morgensonue silbern glitzert. In Findi. Formia, Minturno, überall erleben wir das gleiche packende Bild. Das Volk Süditaliens grüßt den Führer in über­schwenglicher Begeisterung in allen Orten und auf der ganzen Strecke. In Villa Literno haben wir den ein­zigen Aufenthalt auf der Fahrt. Hier steigen die den Führer bei der Flottenparade begleitenden deutschen Persönlichkeiten aus dem zweiten deutschen Regierungs- sonderzug zu. Begeistert grüßen Tausende auf dem kleinen Bahnhof den Führer. Böllerschüsse werden ab­gefeuert. Transparente heißen den Führer willkommen. Unter ihnen fällt uns eins besonders auf:

Wir find hart mit unseren Feinden, aber mit unseren Freunden marschieren wir bis zum letzten."

fldolf siitler in Neapel

DieKönigin des Mittelmeeres" und die fast zwei Millionen Menschen, die sich an diesem stolzen Tag in ihren Mauern und auf den Höhen rings um den Golf von Neapel drängten, haben dem Führer einen Empfang bereitet, der an Begeisterung und Leidenschaft alle Vor­stellungen übertraf. In einem märchenhaften Festkleid prangt die Stadt und ein strahlender Sonnenhimmel wölbt sich über ihr. Hunderttausende und aber Hundert­tausende warten schon ungezählte Stunden längs der Straßenzüge, durch die der Führer sich zum Hafen be­geben wird. Als um 18 Uhr unter den Klängen der

Giovinezza der Sonderzug des Königs und Kaisers in die Stadt Mergellina einfährt, steigt die Spannung auf den Höhepunkt. In der Ferne sieht man schon die mit dem Hakenkreuzbanner und der Trikolore geschmückte Lokomotive auftauchen, die den Führer bringt.

Das Deutschlandlied klingt auf, als Adolf Hitler den ge­schmückten Bahnsteig betritt, auf dem ihn der König und Kaiser, Kronprinz Umberto, die Minister Ciano, Starace und Alsieri begrüßen. Tausend Fanfarenbläser der Ba- lilla künden dem vor Freude und Erwartung fiebernden Neapel, daß der Schöpfer des Eroßdeutschen Reiches ein­getroffen ist. Als die beiden Staatsoberhäupter nach dem Abschreiten der Front der Ehrenformationen das Bahnhofsgebäude verlassen, braust dem Führer die erste machtvolle Huldigung der Neapolitaner entgegen.

Die Stadt befindet sich in einem Freudentaumel, von dessen Ausmaß man sich überhaupt keine Vorstellung machen kann. Ein Lächeln huscht über das Geätzt des Führers, der über diesen Ausdruck der Freude sichtlich bewegt ist. Auf der Fahrt vom Bahnhof bis zur Via Salita Pietri Gotti bildet die faschistische (lugend Spa­lier Es sind 5000 Jungen im Alter von iy b'.s 18 Jah­ren. die zum Willkommensgruß ihre Gewehre schwingen. Auch die Mädel der faschistischen Jugend fehlen nicht; sie winken dem Führer zu, der immer wieder seiner Freude über diese Huldigung Ausdruck gibt Langsam fährt die Wagenkolonne durch das jubelnde Menschen- meer^ Eine besondere Ueberraschung wird >^em Führer in Gestalt eines lebenden Triumpbbogens bereitet, der von 150 Avantgardisten gebildet wird. Dann biegt die Wagenkolonne in die prächtige Palmen- straße der Via Caracciolo ein. Von den alten Palästen grüßen die Fahnen des Dritten Reiches und Italiens. Von hier aus fällt der Blick des Führers auf den blauen Golf von Neapel, auf den Vesuv und auf die 200 Kriegs­schiffe der italienischen Flotte, die schon startbereit zu den Manövern im Flaggenschmuck vor Anker liegen Wieder bildet faschistische Jugend mit erhobenem Ge­wehr auf der Prachtstraße, die am Golf entlangführt, Spalier. Der Jubel steigert sich zum Orkan, als Adolf Hitler der Menge zuwinkt.

Vor dem von 2500 Feldzeichen umgebenen Denkmal des Marschalls Diaz haben sich die Kriegsverletzten, Mütter und Witwen der Gefallenen versammelt. Auch unzählige Arbeiter, die sich dicht gestaffelt rechts vnd links anreihen, haben es sich nicht nehmen lasten. Adolf Hitler in überschäumender Freude zuzujubeln. Immer neue Stürme der Begeisterung brandeten auf Die Stadt und die Bevölkerung befinden sich in einem Freuden­taumel, wie man ihn nur hier im Süden erleben kann. An der Ceestation endet die Triumphfahrt durch Neapel.