Ausgabe 
(5.5.1938) Nr. 122
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vikinek iklium

parteiamtliche Lageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

M

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches Verkündungsblatt des Neichsstattlsalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 122 / S. Jahrgang

Donnerstag, 5. Mai 1SZS

Einzelpreis 15 Npf.

Nom im Zeichen des sichrer vesuchs

flusdruck faschistischer öröße

Politischer Meinungsaustausch der Staatsmänner / Ehrung der loten Italiens / Heerschau der tiktorenjugend / pdolf

Hitler vor den Italien-deutschen / fahrt nach Neapel

(Dislltberickt unseres in kam rveilencken Hauptsckriktleiters)

I. 8. O. Rom. 5. Mai.

Es ist das Volk Mussolinis von einer Dynamik und gleichzeitig von einer Disziplin, die man aus der Nähe gesehen haben mutz. um ihre Bedeutung voll zu würdigen und richtig zu verstehen. Dem, was in allen Einzelheiten nachstehend vom gestrigen Tage zu berichten ist, mutz damit man es auch in der Ferne voll begreifen kann diese Feststellung oorausgestellt werden. Es ist eine unwiderlegliche Feststellung, welche aus Tatsachen sich ergibt, die ganz besonders zutage traten bei der Kranzniederlegung des Führers am Grabe des Unbekannten Soldaten, einem Teil des imposanten Denkmals am Palazzo Venezia. das den NamenAltar des Vaterlandes" führt.

Xacii «1er Ivraii/ineüei'IeAuiiK im LaiUiiec»,. Der Nüliror, ,1er I> u e e, lloielmministvr kuävlk Hell, ävr italionispliv ^»Üonmilttstvr Oiauo, kkvielisaulleuiuiuistvr von liililivntrop uuä üio auüvrvn Ilvrreu äer keKleitiniK beim Verlassen «ies Lantbeons. (IZilcltLleZramln krssss-llokkmann.)

Tief ergreifend wirkte die weihevolle Handlung auf jedermann, der sie miterlebte und den wundervollen Ge­sang auf dem von ausgezeichneter Akustik bedachten herr­lichen Platz auf sich wirken ließ. Das, was an Voll­klang der Töne aus empfindsamem Herzen der italieni­schen Miliz strömte, was von der geschichtlichen Stätte herausdrang zu den Teilnehmern an der wundervollen Feier, ob man den Text desGebets des Legionärs vor der Schlacht" wortwörtlich verstand oder nicht man war hingerissen von den erhabenen Klängen und er­kannte. daß hier ein Volk seinen Gefühlen Ausdruck gab, ein Volk, das zweifellos berufen ist, für die Zu­kunft der europäischen Menschheit eine entscheidende Rolle zu spielen.

Es verstärkte sich dieser Eindruck aber erst recht am Nachmittag bei den militärischen Vorführungen der italienischen Jugend, die an Exaktheit und an innerer wie äußerer Größe durch nichts übertroffen werden können. Dieser Jugend gehört eine Zukunft; dieser Jugend gehört eine Welt. Und wenn der große Mann Italiens, wenn Mussolini selber mit sichtbarem Stolz auf diese herrlichen Früchte der vormilitärischen Aus­bildung der Jugend seines Volkes herabsah, wenn der Führer selbst bewundernd den grandios sich ausnehmen­den Bewegungen der Jungfaschisten und Avantgardisten zusah, die 50 000 an der Zahl in geschlossener Ordnung und soldatischer Genauigkeit ihre imposanten Vorführungen zeigten, so ist ohne weiteres damit be­wiesen, daß hier etwas vor sich ging, was weit über das Mittelmaß, weit über das bei einer militärisch vorgeschulten Jugend Uebliche hinausgeht.

- Wenn man dazu noch die geradezu wunderbar aus­geführten, von höchstem faschistischen Mut und Geschick zeugenden Kunstflüge des über dem Platze bald hoch in den Wolken, bald tief über den Häuptern der Zuschauer schwebenden Segelfliegers verfolgte, dann konnte man nicht anders als mitgerissen sein von dem ungeheuren Strom der Begeisterung aller Zuschauer, dann mußte

Vesuch Mussolinis beim sützrer

Am Mittwochvormittag haben die offiziellen Besuche und Besprechungen begonnen. Um 9.50 Uhr stattete Mussolini Adolf Hitler seinen Besuch im Quirinal ab.

Der Duce traf im geschlossenen Wagen vor dem Kö­nigsschloß'ein, wo Ehrenformationen der faschistischen Partei, der Wehrmacht und der Miliz Aufstellung ge­nommen hatten. Er betrat dann in Begleitung von Außenminister Graf Ciano und den Ministern Starace und Alsieri die Gemächer des Führers. Im ersten Stock erwartete Adolf Hitler den Duce, der von dem Ge­sandten von Vülow-Schwante geleitet wurde. Beide Staatsmänner begrüßten sich herzlich. Während der ersten Aussprache zwischen dem Führer und Mussolini trafen Reichsminister Rudolf Heß, Dr. Goebbels und Reichsführer ss Himmler im Quirinal ein, wo sie sich in einem Vorsaal mit den italienischen Ministern un­terhielten. Die Besprechung zwischen Adolf Hitler und Benito Mussolini dauerte etwa eine halbe Stunde.

Die anschließende Fahrt vom Quirinal zum Pantheon, von dort zumAltar des Vaterlandes" mit dem Grab­mal des Unbekannten Soldaten und zum Ehrenmal der gefallenen Faschisten gestaltete sich wie am Vorabend zu einem einzigartigen Triumphzug. Hunderttausende waren auf den Straßen, um ihrer Begeisterung über die Anwesenheit des Führers in Rom Ausdruck zu geben. Das Spalier der Soldaten, das sich aus sardinischen Grenadieren und römischer Garde zusammensetzte, konnte nur mit größter Mühe die jubelnden Massen zurück­halten.

pn den ktzrenmalen Noms

Im Pantheon begaben sich Adolf Hitler und Benito Mussolini zu den Sarkophagen der ersten Könige des geeinten Italiens, an denen der Führer den von zwei Offizieren der Leibstandarte getragenen Lorbeerkranz niederlegte. Zuletzt trat der Führer an das kleine Po­dium» wo er sich in das Buch des Pantheon eintrug. Der Duce erklärte dann seinem Gast das von einer 43 Meter hohen Kuppel gekrönte Bauwerk und das

man, im Banne des schönen Gelingens Dieser Vorfüh­rungen, begeistert denjenigen Beifall zollen, die als die Blüte des italienischen Volkes von heute hier vor den Augen des Führers und ihres geliebten Duce wirkten. Und daß bei aller soldatischen Schulung, bei allen mili­tärischem Ernste des Dargebotenen diese Jugend, die vom 6. Lebensjahr an unter der Wache des faschistischen Staates ihrem ruhmreichen Vaterland dient, daß diese Jugend dennoch voll und ganz ihre Ursprünglichkeit be- wahtt hat, daß die doch erst sechsjährigen Kinder in recht kindlicher Weise den aus ihrem Herzen sich er­gießenden Jubel über das wundervoll gelungene Ge­schehen, ihren Stolz unter den Augen des Führers der befreundeten deutschen Nation haben zeigen können und daß sich diese Begeisterung in unaufhörlichen Rufen: Führer, Führer",Duce, Duce", mit Bewegungen und Gesten Ausdruck verschaffte, die wiederum kindlich und nur kindlich waren, das zeigt die volle Natürlichkeit eines unbeschreiblich schönen Vorgangs, aus dem die ganze Welt erkennen kann, warum es der italienischen Nation möglich war, das zu leisten, was sie in den letz­ten Jahren europäischer Geschichte geleistet hat.

Wir deutschen Schriftleiter aber, die wir zur Stunde auf dem Wege nach Neapel sind, um den für den heuti­gen Tag angesetzten Flottenmanövern beizuwohnen, wir wissen jetzt schon, nach den Darbietungen der italienischen Jugend, was uns bei den Darbietungen der Flotte des italienischen Imperiums an Großem und Schönem er­wartet.

Daß dann gleichzeitig mit der Abfahrt der deutschen Schriftleiter der Führer selbst seinen Zug nach Neapel bestieg und unter dem Geleit des offiziellen Italiens an der Seite des Duce, vom Jubel einer begeisterten Menge begleitet und unter den Klängen der deutschen National- lieder und der italienischen Hymne seine Reise nach Neapel antrat, gehört weiterhin zu den erhebenden Augenblicken des gestrigen Tages.

Duce zur Kapelle, in der Adolf Hitler einen riesigen Lorbeerkranz niederlegte, während sich die Fahnen zum Gedenken der im Kamps am die Wiederauferstehung Italiens gefallenen Helden senkten.

Zuletzt führte Minister Starace die beiden Staats­männer in sein im ersten Stock des Palazzo Littorio gelegenes ArbeitMimmer, wo er dem Führer als Ehren­gabe der faschistischen Partei eine in Apulien gefundene Vase aus dem 4. Jahrhundert vor Christi, die bemer­kenswerterweise Hakenkreuzornamente zeigt, überreichte. Gegen ft-12 Uhr begab sich Adolf Hitler wieder durch die festlich geschmückten Straßen und das ihm in grenzen­loser Begeisterung zujubelnde Spalier der Römer in den Quirinal zurück.

flussprache im palsM Vene;ia

Nach kaum einer halben Stunde verließ Adolf Hitler in Begleitung seiner Minister wieder das Königsschloß, um sich in den Palazzo Venezia zur Erwiderung des Besuches des Duce zu begeben. Aufs herzlichste begrüßte Mussolini seine Gäste. Während sich der Führer und der Duce einer mehr als einstündigen Aussprache un­terzogen, nahmen Außenminister Graf. Ciano und Reichsaußenminister von RiLbentrop Gelegenheit, die beide Nationen gemeinsam interessierenden Fragen der internationalen Politik zu besprechen.

Während seines Besuches beim Duce im Palazzo Venezia überreichte der Führer Mussolini folgende, in künstlerischer Arbeit ausgeführte und in einer Kassette enthaltene UrkundeÄls Führer und Kanzler des. Deutschen Reiches bitte ich Benito Mussolini, dem Duce des Volkes, dem die Welt den großen Erfinder und Ge­lehrten Galileo Galilei zu danken hat, zum Zeichen der Verehrung und Freundschaft ein Zeiß-Teleskop mit der gesamten -dazugehörigen Ausstattung eines Observa­toriums als Geschenk entgegenzunehmen." Der Fühler überreichte dem Duce ferner ein künstlerisch ausge­stattetes BildwerkMussolini in Deutschland", das die schönsten Aufnahmen der unvergeßlichen Tage des Duce- Besuches in Deutschland enthält. Ferner überreichte der Führer dem Duce eine Kopie des Olympiafilms Fest der Völker Fest der Nationen!"

Unter dem jubelnden Beifall der Bevölkerung, deren herzlicher Freude auch die gelegentlichen Regenschauer nichts anhaben konnten, fuhr dann der Führer kurz vor 13.20 Uhr zum Königspalast zurück.

(Fortsetzung des Berichts über den Verlauf der

Veranstaltungen am Mittwoch auf Seite 2)

6ayda zur ersten Unterredung

Rom, 5. Mai.

Nach dein Besuch des Führers im Palazzo Venezia erklärte der Direktor des halbamtlichenGiornale d'Jtalia", daß'der ersten politischen Unterredung zwi­schen Führer und Duce noch weitere folgen werden. Inzwischen finde zwischen den beiden Außenministern ein reger Gedankenaustausch statt. Die Politik der Achse RomBerlin fahre fort, sich in ihren Funktionen gemäß den neuen Konstellationen in Europa zu ent­wickeln.

Die politische Annäherung an England entspreche auch den Absichten Deutschlands. Die Richtlinien der italie­nischen und deutschen Außenpolitik sowie die Bedingun­gen ihrer unveränderten Zusammenarbeit stünden also fest, seien klar und herzlich und beruhten auf gegensei­tigem Verständnis. Sie seien frei von jenen Tendenzen, die gewisse auf Spekulationen und Manöver bedachte Kreise jenseits der Alpen alsAngebote",Zugeständ­nisse",Aufteilungen in Interessen- und Einflußzonen" bezeichneten und die angeblich das Thema derver­traulichen Besprechungen" zwischen Mussolini und Hit­ler bilden sollten.

Verführer

zur fSottenschau abgereist

Rom, 5. Mai.

Mittwoch abend kurz nach 22.30 Uhr hat der Führer vom festlich geschmückten Bahnhof di Termini aus nach überaus herzlichem Abschied vom italienischen Regie­rungschef die italienische Hauptstadt im Zuge verlassen, um sich nach Neapel zu begeben.

Die Abfahrt des Führers vollzog sich im Rahmen des Prunkkleides, das Rom für diese festlichen Tage angelegt hat. Die riesige Halle der Stazione di Ter­mini war mit leuchtenden roten Decken ausgelegt, die sich breit bis zum Sonderzug des Führers erstreckten. Riesige Hakenkreuzfahneu und Trikoloren hingen von der gewölbten Decke des Bahnhofes herab. Viele Hun­derte von Fahnen schmückten neben roten mit Gold- bändern eingefaßten Tüchern die lang ausgestreckten Gänge. Riesige Blumengebinde verzierten mit ihrer ganzen Farbenpracht die Eingangstore. Rechts vom Eingang hatte eine Ehrenkompanie des italienischen Heeres Aufstellung genommen Kurz vor dem Eintreffen des Führers leuchteten mächtige Scheinwerfer, die dem schon so wundervollen Bild d'er herrlich geschmückten Halle einen magischen Glanz verliehen.

Trompetenklänge vom Bahnhofsvorplatz verkündeten gegen 22.30 Uhr das Nahen des Führers. An der Seite des Duce und gefolgt von den mit ihm in Rom wei­lenden deutschen Ministern und den Mitgliedern der italienischen Regierung betrat Adolf Hitler die Halle. Er schritt die Front der Ehrenkompanie ab, während die Musikkapelle die deutschen und italienischen Natio­nalhymnen spielte.

Bevor der Führer und Reichskanzler den Zug bestieg, verabschiedete er sich mit herzlichen Händedriicken vorn Duce. Unter den Klängen des Deutschlandliedes und lebhaft begrüßt von den am Bahnsteig zurückbleibenden Persönlichkeiten, denen der Führer zuwinkte, verließ dann der Zug kurz nach 22.30 Uhr den Bahnhof.

Als der Duce das Bahnhofsgebäude verließ, wurden ihm stürmische Ovationen dargebracht.

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vnssr VaFssspisVsI

Nach dem triumphalen Einzug Adolf Hitlers in Rom am Dienstag setzte am Mittwoch der politische Meinungsaustausch der beiden Volksführer ein. Einen weihevollen Verlaus nahm die Ehrung der Toten Italiens durch den Führer und den Duce. Die Hauptstadt des italienischen Imperiums stand gestern im Zeichen der Großkundgebung der faschi­stischen Jugend und der Massenkundgebung der Italien-Deutschen.

Madrid wurde unter Artilleriefeuer gesetzt.

Der Frank ist erneut ins Rutschen gekommen. Reichsleiter Amann hat Bestimmungen zur Neuord­nung des Pressewesens Oesterreichs erlassen.

Beim Abschluß des römischen Reitturniers kamen Deutschlands Nester nochmals zu schönem Erfolg. Bremens Schwimmer starteten in Innsbruck.

Ein Führer-Sportabzeichen der HJ. wurde vom Jugendsiihrer des Deutschen Reiches geschaffen. Kreisleiter Blanke hat eine Antwortbotschaft nach Lerne im Stedingerland entsandt.

Die Bremer Reichssiegerin im VWK., Gertrud Nipper, erzählt in derVZ." von ihren Erlebnissen. Auf dem Kreisappell der NSV.-Walter Bremen? sprach Kreisleiter Blanke.

Ver lag der Staatsakle

Grabmal des großen italienischen Meisters Rassael, der neben König Victor Emanuel ll. und König Humbert I. bestattet wurde. Kurz nach 11 Uhr verließen der Führer und der Duce mit den sie begleitenden Ministern die Weihestätte, um sich von hier aus zum Grabmal des Unbekannten Soldaten zu begeben.

Adolf Hitler und Benito Mussolini standen aufrecht im Wagen. Sie dankten nach allen Seiten für die über­wältigenden Huldigungen der Zehniausende, die hier schon seit den frühen Morgenstunden auf diesen Augen­blick harrten. Vor dem Palazzo Venezia hatten wieder die Ehrenformationen Aufstellung genommen. Auf einer Seite der Marmorfreitreppe, die zumAltar des Vaterlandes" führt, stand eine Abordnung der Lan­desgruppe Italien der AO. Unmittelbar vor dem Denk­mal hatte die Leibwache Mussolinis Aufstellung genom­men. Als der Führer und der Duce auf dem Platz eintrafen, erhob sich ein Sturm der Begeisterung, von dessen Ausmaßen man sich keine Vorstellung machen kann.

Langsamen Schrittes stiegen die beiden Staatsmänner die Stufen zum Grabmal hinauf. Vier Offiziere trugen einen riesigen Lorbeerkranz, der mit einer roten Schleife geschmückt war, die das Hakenkreuz und den Namen des Führers trug. Die Hunderttausende verharrten in ehr­furchtsvollem Schweigen, als Adolf Hitler und Benito .Mussolini die Gefallenen des Weltkrieges mit stummem Gruß ehrten.

Wir die Gefallenen des Weltkrieges, so ehrte der Führer dann die Toten der faschistischen Bewegung. Vor dem Palazzo Littorio, dem Sitz der faschistischen Par­tei, erwarteten Ehrenabordnungen der Miliz und der faschistischen Jugendverbünde gemeinsam mit den Poli­tischen Leitern der Auslandsorganisation der NSDAP. den Führer. In dem blumengefchmückten Jnnenhof des Gebäudes hatten Jungfaichistinnen Aufstellung genom­men. Sie bereiteten Adolf Hitler und Benito Musso­lini, die nach dem Abschreiten der Front der Ehren­kompanien das Haus betraten, eine begeisterte Huldi- gung.

Geleitet von Minister Starace. dem Generalsekretär der faschistischen Partei, begaben sich der Führer und der