Ausgabe 
(4.5.1938) Nr. 121
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parteiamtliche Lageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches Verkündungsblatt des BeichsstattlMers in Videnburg und Bremsn

Nr. 121 / S. Jahrgang

Mittwoch, 4. Mai 19Z8

Linzelpreis 15 Npf.

Iriumpticiler kmM des fülirers in Nom

Victor kmanuel und venito Mussolini begrüßten fl-olf ftitler am vcchichof

Vie Bevölkerung der kwigen Stadt jubelte dem Lreund Italiens nach dessen unvergeßlicher fahrt zum liber in grenzenloser Vegeisterung zu / Ununterbrochene Huldigungen auf derVia Iriumphalis vom Vstia-Vechnliof zum yuirinal

(vradtbericdt uuseres tu kam iveilenckea Hauptscnriktleiters)

I. 6. v. Rom. 4. Mai.

Unter ungeheurem Jubel hat Rom unseren Führer empfangen. Die wunderbare Stadt bot dabei ein Bild. wie es sich nur die reichste Phantasie ausmalen kann und auch dann nur richtig, wenn sie berücksichtigt, dah hier vor der Kulisse des alten römi­schen Weltreiches mehrtausendjährige Größe und Tradition sich mit dem Willen zu Glanz und Pracht einer Generation von der Kraft und der Lebensfreude der italieni­

schen Nation verbinden.

' Aber es ist Latz italienische Volk nicht bloß ein kraft­strotzendes und lebensfreudiges Volk, es ist gleichzeitig efn liebenswertes Volk, das mit bewußter Hingabe an die großen Stunden seiner Geschichte eine Begeisterung an den Tag zu legen vermag, die, vom Herzen kom­mend, tief zu Herzen geht. Und eine große geschichtliche Stunde war der Besuch des Führers in Rom, und als eine große geschichtliche Stunde wurde sie empfunden vom italienischen Volk. Wir wollen nicht davon reden, daß von einer die große Strecke zum Ankunftsbahnhof des Führers vieltausendköpfig umsäumenden Menge die Gruppe der deutschen Schriftleiter auf ihrer Fahrt zum Bahnhof fort und fort freundlich begrüßt und be­jubelt wurde; wir wollen auch nicht weiter davon reden, wie herzlich von italienischer Seite diese Schriftleiter allerorts betreut wurden, wo immer sie sich versammelt hatten, um dem Einzug des Führers beiwohnen zu können, von diesem Einzug und nur von die­sem wollen wir sprechen, der ein Erlebnis von nicht wiederzugebender Tiefe und Erhabenheit gewesen ist.

Erhebt die Fahnen, die Waffen und Herzen" sprach Mussolini vor etwa Jahresfrist zum römischen Volk, als er das neue Imperium über Rom und über die Welt hinweg verkündete: Die Fahnen, die Herzen und die

Waffen zum ehrerbietigen und herzlichen Gruß erhoben hat das ganze Volk Italiens auch gestern wieder in unaussprechlicher Begeisterung, als es den Führer emp­fing, und nicht bloß die zum Gruß erhobenen Waffen blitzen im wundervollen Widerschein der nach altem römischen Muster hergestellten 16armigen Pylonen, die die Einzugsstraße des Führers flankierten; es blitzten auch die Augen der schönen spalierbildenden Forma­tionen und es glühten die Herzen der zu Hunderttau­senden dem Führer und dem italienischen Staatsober­haupt zujubelnden Menge. Von unvergeßlich imposan­tem Eindruck aber bleibt das Bild, das mit dem Erdröhnen der Salutschüsse für den am Bahnhof ange­kommenen Führer sich bot, als mit einem Schlage von allen Seiten im Innern und von außen bengalisch be­leuchtet das Colosseum erstrahlte.

Doch wir wollen uns hier nicht in die Weite des Empfindens und in die Tiefe des bei dem grandiosen Ereignis des Führereinzugs bis ins unendliche sich erhebenden Gefühls des Miterlebens uns verlieren. Wir wollen, da das unsere Leser erwarten und verlangen können, nachstehend alles der Reihe nach und bis ins einzelne schildern.

Italiens Nationalfeiertag

, Schon eine Stunde vor der Ankunft des Führers war die Ehrenformation, bestehend aus einem Grenadier­bataillon, in der taghell erleuchteten Längshalle des Ostia-Bahnhofes mit der Regimentsfahne angetreten. Ihr gegenüber stand die schwarze Front der Leib­standarte, als der Duce um 20 Uhr in der Uniform des Ehrenkorporals der faschistischen Miliz in Begleitung des Außenministers Graf Ciano erschien und unter den Klängen der Giovinezza die Front abschritt.

Bereits vorher waren in der von einer mit Haken­kreuzen geschmückten Germania beherrschten Empsangs- halle die Mitglieder der deutschen Botschaft in der neuen Diplomatenuniform erschienen. Ferner hatten sich vom Diplomatischen Korps der japanische Botschaf­ter und die Gesandten von Ungarn, Jugoslawien, Na- tionalspanien und Mandfchukuo eingefunden. In rascher Folge waren auch sämtliche Mitglieder der Regierung, Vertreter des Großen Rates des Faschismus, des Par­teidirektoriums und hohe Offiziere der Wehrmacht er­schienen. '

20.20 Uhr erscheint Seine Majestät der König von Italien und Kaiser von Aethiopien in der Uniform des vor wenigen Wochen für ihn und den Duce geschaffenen Ranges des Ersten Marschalls des faschistischen Impe­riums. In Begleitung der Staatssekretäre der Wehr­macht und der engsten Mitarbeiter schreitet der König und Kaiser unter den Klängen des Königsmarsches die Ehrenformation ab. .

Kurz vor 20.30 Uhr, während die Kameraleute ihre Apparate bereits in Gang setzten, tritt Seine Majestät Victor Emanuel III., immer in angeregter Unterhal­tung mit dem Duce und mit dem Grafen Ciano, un­mittelbar an den Bahnsteig vor.

Die letzten scharfen Kommandos werden gegeben. Die Truppen präsentieren. Als der Wagen des Führers un­mittelbar vor der Empfangshalle hält, entsteigt ihm Adolf Hitler» der das Abzeichen des Ehrenkorporals an­gelegt hatte und den Ehrendolch der Miliz trug. ?)er Führer wird sofort vom König von Italien und Kaiser von Aethiopien

in deittscher Sprache begrüßt

Dann heißt der Duce mit lebhaftem Gruß und Hand­schlag, der unmittelbar an das große Erlebnis des Be­suches Mussolinis in Deutschland erinnert, den Führer des nationalsozialistischen Deutschlands willkommen. Nachdem auch der italienische Außenminister Graf Ciano den Führer begrüßt hat, stellt der König und Kaiser dem Führer in der Empfangshalle die Vertreter des Diplomatischen Korps vor.

Unter den Klängen der deutschen Hymnen schreitet Adolf Hitler dann die Ehrenkompanie ab und grüßt die alte ehrwürdige Fahne des Grenadierregiments und die Fahne der Leibstandarte des Duce mit erhobener Rechten.

Während sich in den nächsten Minuten auf dem Bahn­steig die geschichtliche Begegnung der Staatsoberhäupter des faschistischen Italiens und des nationalsozialistischen Deutschlands vollzog, fuhren vor dem Ausgang des Bahnhofes die Galakutschen vor, an der Spitze ein Vor- reiter in rotem Frack, weißen Hosen und schwarzem Zylinder. Als Ver Führer in Begleitung des Königs den Bahnhof verließ, schmetterten wiederum die Trom­peten der Königskürassiere und gleichzeitig setzten die Musikkapellen mit dem Spiel der deutschen und italieni­schen Nationalhymnen ein. Vier Reiter der Königs- kiirassiere setzten sich vor die Kolonne der 15 Wagen. Zuerst fuhr ein Wagen, in dem der Zeremonienmerster des Königlichen Hofes, Graf Giriodi, ferner Admiral Bonetti, Generaladjutant des Königs und Kaisers, Korvettenkapitän von Purtkammer, Adfutant des Füh­rers. und Oberst Leonardi. Flügeladjutant des Königs und Kaisers. Platz nahmen. Dann gliederte sich eine Schwadron der Königskürassiere ein.

Nun folgte die königliche Ealakutsche mit dem Führer, dem König und Kaiser.

Heil-Rufe hallen über den Platz und begleiten den Führer auf seinem ganzen weiteren Wege. Hinter dem Wagen folgten die übrigen Schwadronen der Königs- kiirassiere.

In der ersten Kutsche des Gefolges haben Platz ge­nommen: Reichsaußenminister von Ribbentrop; Außen­minister Graf Ciano; ferner Graf Mattioli-Pasgualini,

...

Am kommenden Sonntag beginnen die Wiederholungs- Lbungen zum SA.-Sportabzeichen

Chef des Zivilen Kabinetts des Königs und Kaisers; General Marchese Asinari di Bernezzo, Erster Adjutant des Königs und Kaisers.

Zweite Kutsche des Gefolges: Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf HSß; der Sekretär der Faschistischen Partei, Minister Starace; der Chef der Reichskanzlei, Reichsminister Dr. Lammers, Admiral Salza, Generaladjutant des Königs und Kaisers und Chef der Königlichen Mission, die dem Führer als Ehrendienst beigegeben ist. ,

(Fortsetzung auf Seite 2)

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Von 53emto MttSLokittL

Der Faschismus ist, wie jede feste politische Auf­fassung, zugleich Praxis und Gedanke; ein Han­deln, dem eine Lehre immanent ist und eine Lehre, welche, aus einem gegebenen System geschichtlicher Kräfte entstanden, auf dieselben bezogen- bleibt und auf sie von innen wirkt. Der Faschismus hat also eine den Zuständen des Ortes und der Zeit entsprechende Form, aber zugleich hat er auch einen idealen Inhalt, der ihn zum Range einer höheren Wahrheit in der Geschichte des Gedankens erhebt.

Ohne eine Auffassung der vergänglichen und be­sonderen Wirklichkeit, auf welche man einwirken muß, und jener anderen immerwährenden allge­meinen Wirklichkeit, aus welcher erstere ihr Da­sein und Bestehen entnimmt, könnte man nicht die Welt geistig beeinflussen als Wille, der andere Willen beherrscht. Um die Menschen zu kennen, muh man den Menschen kennen; und um den Menschen zu kennen, muß man die Gegenwart und ihre Gesetze kennen. Es gibt keine Staatsaus­fassung. die nicht grundsätzlich auch Lebensauf­fassung ist. Sie ist eine Philosophie oder eine In­tuition, ein Gedankensystem, das sich durch einen- logischen Aufbau äußert oder sich in eine Erschau- ' ung, in einen Glauben zusammendrängt, immer aber ist sie, wenigstens virtuell, eine organische Anpassung der Welt.

Man könnte den Faschismus in vielen prakti­schen Aeußerungen, sei es als Parteiorganisation, als Erziehungssystem oder auch als Disziplin nicht

verstehen, wenn man ihn nicht in seiner Gesamt» ausfassung des Lebens betrachtete. Die Welt ist für den Faschismus nicht diese materielle Welt, die an der Oberfläche erscheint, in welcher der Mensch ein von allen anderen Menschen abgesonderter

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Ganz Rom begrüßte den Führer mit jubelnder Be­geisterung. i

Die Fahrt des Führers durch Italien gestaltete sich nach der Begrüßung am Brenner zu einer nie da­gewesenen Triumphfahrt.

Die Welt kennt nur noch ein Ereignis: Fiihrer>v Duce Rom.

Dr. Sey eröffnete in Athen die AusstellungArLM und Freude".

Mit 1247 000 Schilling Schulden flüchtete der 18» dische Ausbeuter Krupnick aus Wien.

Antwerpens Seeschiffsverkehr ist in den ersten vier Monaten gegenüber dem Vorjahr leicht rurüch. gegangen.

Bei der Demag überschritt der Auftragsbestand die 100-Millionen-RM.-Grenze.

Die Anlagen der Kaffee Hag sind voll beschäftigt. MS. ..Oslofjord" trat seine Werftprobesahrt an. In Bremen traf für die kommende Ausstellung dk« modernste Giiterzugslokomotive Deutschlands ün.

Die Berner haben an Bremen einUltimatum* gerichtet.

Europa zu einem zweite: Kamps um die Weltmeisterschaft.