Ausgabe 
(3.5.1938) Nr. 120
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Meiner Z eitung

parteiamtliche lageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstattisalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 120 / S. Jahrgang

Dienstag, Z. Mai 19ZS

Linzelpreis 15 Npf.

Vor Wlsrer nach Italien abgefahren

Sän; verlin entbot den gbschiedsgeuß / Sundert- tausende sSumten den weg des sührers / Seemann öörings klbschiedsworte / Valilla- und saschisten- Spaliere am flnlzalter vatinftok / der Sonderrug des sührers in der Neichsmessestadt

lvisktberickt unserer Serliuer Sekriktleitunel

. Berlin. 3. Mai.

Am Montagnachmittag hat der Führer die Reichshauptstadt verlassen, um sich nach Italien zu begeben. Seine Abfahrt/gestaltete sich zu einer gewaltigen Kundgebung, auf der Hunderttausende von Berlinern und in Berlin lebender Italiener dem Führer begeisterte Ab­schiedskundgebungen bereiteten^ Den Höhepunkt bildete die Ansprache Hermann Görings, der im Namen des ganzen deutschen Volkes dem Führer den Abschiedsgruß aller Deutschen zurief.

Schon in den Vormittagsstunden steht die ganze In­nenstadt im Zeichen der Abfahrt des Führers. Singende Kolonnen der SA., ss und der Hitlerjugend marschieren durch die Straßen und formieren sich schon bald zu Spa­lieren, die sich von der Reichskanzlei Herüberziehen über die Wilhelmstraße, die Anhalter Straße und den Aska- »ischen Platz zum Anhalter Bahnhof. Bald darauf rücken auch die Kolonnen des Berliner Fascio, der Jungfaschi- sten und der Balilla an, um die Spalierbildung unmit­telbar am Anhalter Bahnhof zu übernehmen. Hinter den Sperrketten aber wachsen die Menschenmauern von Stunde zu Stunde in die Breite. Die Betriebe der In­nenstadt haben meist schon in den Mittagsstunden ge­schlossen, um ihren Eefolgschaftsmitgliedern die Teil­nahme an diesem historischen Ereignis zu ermöglichen. Der weite Platz vor dem Bahnhof ist mit Menschen­mauern dicht gesäumt, während der Wilhelmplatz sich im Nu zu einem einzigen Block, unübersehbarer Masten verwandelt. Ganz Berlin ist zur Stelle, um den Führer zu grüßen.

Leiumplifalirt durch verlin

Die Spannung der Massen, die den Wilhelmplatz und dre angrenzenden Straßenzüge besetzt halten, steigt von Minute zu Minute. Jeder Verkehr ist unterbunden. Ein Fortkommen auf den Gehwegen wird zur Unmög­lichkeit. Die Fronten der Häuser sind festlich mit Fahnen, Blumen und Girlanden verkleidet und geben der ganzen Stadt ein festliches Gepräge. Die Absperrmannschasten haben alle Mühe, dem Druck der Massen standzuhalten. Nach der Abfahrt Rudolf Heß', Dr. Goebbels und Her­mann Görings ist der große Moment gekommen: Das Tor der Reichskanzlei öffnet sich und der Wagen des Führers biegt ein. Eine Welle der Begeisterung geht über den Platz und pflanzt sich fort rön der Reichs­kanzlei, die Wilhelmstraße entlang. Der Führer grüßt stehend im Wagen und dankt für die begeisterten Ova­tionen. Vor der Hauptsront des Anhalter Bahnhofs ist indessen eine Kompanie des Wachregiments und der Leib- standarte aufmarschiert. Hoch über dem Dach des Ge­bäudes flattern neben den Hakenkreuzbannern die grün- weißroten Fahnen des befreundeten Italien. Das Ein­gangstor ist mit einem dichten Kranz von Tannengrün geschmückt von Eoldbändern durchwirkt. Hitler-Jungen und BDM.-Mädel haben hinter einem Meer von rosa­roten Chrysanthemen Aufstellung genommen und erwar­ten hier mit klopfendem Herzen den Führer. Der ge­waltige Raum im Innern der Bahnhofshalle ist über Nacht in einen Festsaal von eindrucksvoller Schönheit verwandelt worden. Rechts und links des Bahnsteigs,

an dem die zwei Regierungszüge mit ihren je elf Wagen eingefahren sind. stehen zwei mächtige Festaufbauten: auf weißem Hintergrund von goldgeziertem Tannengrün umrahmt, grüßen die Embleme des nationalsozialistischen Deutschlands und des faschistischen Italiens, ein Ho­heitsadler und ein Liktorenbllndel, über ihnen ein ge­waltiger Fächer von Hakenkreuzfahnen und italienischen Bannern.

Lieber sichrer - glückliche salzet!"

Gegen 16 Uhr schon treffen die führenden Persönlich­keiten aus Partei, Staat und Wehrmacht ein. Man sieht alle Rsichsminister, die Reichsleiter, die Staats­sekretäre, zahlreiche Generale und Vertreter des Aus­wärtigen Amtes in ihren neuen Uniformen. Zusammen mit einer großen Anzahl von Offizieren des Fascio trifft unter Führung des Geschäftsträgers Graf Ma- gistrati das gesamte Personal der italienischen Botschaft ein. Auch der Königlich-Ungarische Gesandte in Berlin ist erschienen. Eine erwartungsvolle feierliche Stim­mung liegt über dem festlichen Raum. Hinter den Lorbeerwänden flammen die Quarzlichter großer Schein­werfer auf und richten ihre Strahlenbündel auf den Eingang und den Bahnsteig. Von draußen dringt Jubel in die Stille der Halle und im Nu ist der Riesenraum von donnernden Heilrufen erfüllt. Der Führer ist ein­getroffen und schreitet, begleitet von Rudolf Heß, Ge­neralfeldmarschall Hermann Eöring, Dr. Goebbels, Graf Magistrate und den Männern seines Stabes vom Ein­gang zum Bahnsteig herüber. Er begrüßt nun die Män­ner des Reichskabinetts und die anderen Ehrengäste. Eeneralfeldmarschall Güring tritt dann auf den Führer zu und entbietet ihm in einer kurzen Ansprache den Abschiedsgrutz des deutschen Volkes.

Mein Führer! In diesem Augenblick darf ich Ihnen die Abschiedsgrüße des ganzen deutschen Volkes über­mitteln. Sie fahren jetzt als Staatsoberhaupt, als unser Führer, zu einer befreundeten Nation, um den Besuch zu erwidern, den der Duce im Herbst dem deutschen Volk und Ihnen abgestattet hat. Unsere aufrichtigsten und heißesten Wünsche begleiten Sie. Wir wissen, daß auch dieser Besuch dazu beitragen wird, die Festigkeit der Achse BerlinRom aufs neue unter Beweis zu stellen, und wir wissen, daß diese Zusammenkunft wieder für den Frieden beider Völker und den Frieden der Welt von größter Bedeutung sein wird. Die beiden größten Männer dieses Jahrhunderts treffen sich, und diesem Treffen gelten heute, mein Führer, die herzlichsten Wünsche Ihres Volkes. Gott segne Sie bis zu Ihrer Rückkehr." (Fortsetzung auf Seite 2)

flm Vortag des geschichtlichen kreigmsses

Nom zeigt sich Im hellsten Licht

(vraktberiebt unser esin Koni 3LV. Rom, 3. Mai.

Der imvevglöichliche Eindruck, den die als Vertreter der deutschen Presse vom Reichspressechef zur Fahrt nach Italien ausersehene Gruppe deutscher Hauptschrift- loiter bereits bei der Ankunft am Bahnhof in Rom und auf ihrer Fahrt zum HotelMajeftic" erhielt, ver­tiefte und vervielfältigte sich am zweiten Tage ihres Aufenthaltes in Rom. War schon am Abend des ersten Tages der Anblick der in seinen hervorragenden kultur­geschichtlichen Bauwerken nachts angestrahlten Stadt vielverheißender Zauber, so bot der zweite Tag mit der Fahrt durch die Stadt insbesondere auch durch die Ein­fahrtsstraße des Führers vollends ein imposantes Bild von der Stärke und Macht eines Volkes, das unter dem faschistischen Regime über so viele Jahrtausende hin­weg Mit der Wisderauferstehung des Imperiums dem alten Ruhmeskranz neue strahlende Pracht hinzu­gefügt hat.

Es konnte anscheinend nicht anders sein, die Sonne mußte herrlich strahlen (nachdem es in der vergange­nen Nacht heftig geregnet hatte), als die deutschen Hauptschriftleiter die Ewige Stadt besichtigend durch­führen. Das Rom der Cäsaren, das Rom Mussolinis will sich in diesen Tagen reich beflaggt und in seiner vollen Schönheit den befreundeten Gästen aus Deutsch­land und vor allem dem Führer des national­sozialistischen Staates zeigen, will gerade in diesen Tagen in unaussprechlicher Pracht widerspiegeln die Herrlichkeit der Hauptstadt des jungen Imperiums, will nicht zuletzt im hellsten Lichte zeigen, wie sich schön und harmonisch hei dem in ganz kurzer Zeit neu geschaffenen AnkunftsLahnhof für den FührerLesuch monumental und in dieser Harmonie altes römisches

vilviicken Ranptsvkriktleiters)

und neues italienisches Stilgefühl zu meisterlicher Ein­heit verschmelzen läßt.

Der Nachmittag des gestrigen Tages galt der Ein­ladung Seiner Exzellenz des Ministers für Volksbildung Dino Alfieri in seinem Ministerium. Gleichzeitig mit den Vertretern der deutschen Presse war auch die italienische Presse geladen. Minister Alfieri hielt bei diesem Frühstück eine temperamentvolle, mitreißende Ansprache, in der er die vielen Gemeinsamkeiten Deutschlands uüd Italiens sowie die llnzerbrechlichkeit der Achse RomVerlin betonte. Die deutsche Presse kämpfe an vielen Fronten Schulter an Schulter mit der italienischen. So feien sie vereint in der Abwehr gegen völkerzerstörenden Bolschewismus und in der Zurück- weisung der auf die Störung der deutsch-italienischen Freundschaft abgestellten übelwollenden Unterstellungen.

Ministerialrat Berndt betonte in seiner Antwort, daß alle anwesenden deutschen Schriftleiter glücklich feien, an diesen schicksalhaften Tagen zweier Völker teil­nehmen zu können. Er dankte Minister Alfieri und seinen Mitarbeitern für die unübertreffliche Organisa­tion, die für die deutsche Presse in Italien geschaffen worden sei. Unter stürmischem Beifall der Anwesenden brachte Ministerialrat Verndt sodann ein Wohl auf den König und Kaiser Victor Emanuel, den Duce des fa­schistischen Italiens, auf den Gastgeber Minister Alfieri und die deutsch-italienische Kaimrablchaft aus.

Und nun steht der große geschichtliche Tag der An­kunft des Führers in Rom bevor, dem das italienische Volk mit dem deutschen Volk, dem ganz besonders aber diejenigen Deutschen stolz und freudig entgegensehen, welche das Glück haben, das große einzigartige Geschehen hier miterleben zu können.

^»knalime aus üem Harten ckss Huiiinals, no ckvr HAbrer näbrvnä seines ^.ukentbalts in Koni rvvbnen virck

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Von I^ucioli l-I s 6, ätsllvsrtrstsr c!ss I'ülirsrs 6sr

Die von Mussolini gegründete führende faschistische ZeitschriftGerarchia" bringt anläßlich des Führer­besuches ein großes Sonderhest heraus, dem wir den solgenden Beitrag des Stellvertreters des Führers entnehmen:

Wie im vergangenen Jahre das italienische Volk in stolzer Begeisterung den Besuch seines Duce in Deutschland miterlebte, so wird in diesen Tagen das deutsche Volk in leidenschaftlicher Anteilnahme den Besuch seines Führers in eurem Imperium, faschistische Italiener, miterleben!

Zwei große Kulturnationen werden wiederum Tage gemeinsamer Freude, gemeinsamen Glückes und Triumphes in dem erhabenen Bewußtsein feierlich begehen, daß edle Gedanken in den besten Köpfen der beiden Reiche erdacht und durch sie zur einigenden Weltanschauung in jeder dieser schöpferischen Volksge me i n s cha sten gestaltet der Ursprung sind, für die Freund­schaft der beiden Völker^ für Italiener und Deutsche und für die Freundschaft der beiden Männer, die sie führen: Benito Mussolini und Adolf Hitler.

Mit besonderem Stolz können diese beiden Gro­ßen der Geschichte ihrer Länder auf die Bewegun­gen Zurückschauen, die sie in die Geschichte Euro­pas und in die Geschichte der Welt eingefügt haben, aus den Faschismus und auf den National­sozialismus. Und beide Männer, dieersten Arbeiter und die ersten Kämpfer ihrer Völker, werden in persönlichem Stolz aus die Ent­wicklung zurückblicken, welche die Faschistische und die Natidnalsozialistische Partei, als ihre ursprünglichsten Kampsorganrsationen für die Entfesselung der besten nationalen und sozialen Kräfte in ihren Millionenvölkern genommen haben.

Mittels ihrer Parteien haben Benito Mussolini und Adolf Hitler ihre Völker voip Marxismus befreit und vor dem Bolschewismus gerettet. Mittels ihrer haben sie die politische Freiheit und die soziale Gerechtigkeit für ihre

Hört die Übertragungen des deutschen Nundsunks!

Von der Ankunft des Führers in Rom und der Triumphfahrt zum Quirinal bringt heute der deutsche Rundfunk im Rahmen eines Unterhaltungskonzerts des Deutschlandsenders von 20 bis 22 Uhr laufend Hör- berichte. Am Mittwoch, dem 4. Mai, 16 bis 19 Uhr, berichten alle Reichssender im Rahmen eines Unterhal­tungskonzerts vom Aufmarsch der Jungfaschisten sowie von der Kundgebung der Ausländsdeutschen in der Basilika di Massenzio. Um 17.30 Uhr wird die Veran­staltung vom Deutschlandsender übernommen.

Völker erkämpft und erhalten. Mittels ihrer haben sie besonders den schöpferischen Geist der Besten ihrer Länder belebt und die Ehre der Arbeit aller schaffenden Menschen der großen Imperien ge­sichert. Mittels ihrer haben sie den beiden alte» Völkern Europas den Geist jugendlicher Kraft ge­geben und sie zu stolzen Nationen in großen Rei­chen werden lassen.

Was ist selbstverständlicher, als daß in Italien wie in Deutschland besonders die ersten Mit­kämpfer des Duce und des Führers, daß die alten Parteigenossen, die Alte Garde des Fa­schismus und des Nationalsozialis­mus diese Maientage der Freundschaft der beiden Bewegungen der Völker, denen sie dienen und der Führer, denen sie gehorchen, als Tage der Genug­tuung und als Tage der Bestätigung eines großen kämpferischen Lebensweges empfinden.

Faschisten! Wir, Gefolgsmänner Adolf Hitlers, und ihr, Gefolgsmänner Benito Mussolinis, wir können gemeinsam stolz daraus sein, in die Ge­schichte mit einzugehen als Männer, die in Zeiten» welche für die Entwicklung des Lebens unserer Völker entscheidend waren, sich auf die Besten ver­schworen haben, die uns in den Tagen der Not das Schicksal gab und die zu den Größten gehören, die aus Italiens und Deutschlands Erde geboren wurden.

So grüße ich euch in stolzer Erwartung der kom­menden Tage: Es lebe Mussolini! Ae i l Hitler!

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Vnsssr VaFSSSPLSAoll

Gauleiter Bohle meldete dem Führer SS.1 v. H. Ja-Stimmen der Ausländsdeutschen und Seefahrer. Der Führer verließ gestern nachmittag Berlin, um sich nach Italien zu begeben.

Garvin fordert imObserver" Gleichberechtigung und Selbstregierung der Sudetendeutschen.

Ein umfassender Bauplan für die Hauptstadt des Bewegung wurde festgelegt.

Der Führer und Reichskanzler stiftete für den Ausbau des Museumsdorfes Cloppenburg einen namhasten Betrag.

Kreisleiter Blanke richtet an die bremische Ne« völkerung einen Aufruf.

Kreisleiter Blanke verabschiedete den auf eigene« Wunsch ausscheidenden Ortsgruppenteiter Pg. Bam» mann.

Bremens Seeschiffsverkehr hat bisher gegenüber dem Vorjahr weiter beträchtlich zugenommen.

Bor fünf Jahren begann der Aufbau der DAF. und NSV.

Den Preis der Nationen in Rom gewann di« Türkei. '