Ausgabe 
(17.6.1939) Nr. 164
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Parteiamtliche Lageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Zielen kjansestadt Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatk des Neichsftattlialters in Oldenburg und vremen

Nr. 1K4 / S. Zaiirgang

Sonnabend, 15. Zuni 1SZS

kinzeipreis 15 Nps.

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ts gellt um vündnispflichten in gstaslen

London fürchtet nur noch schriftiichesirierung

Me walzren izintergründe der Schwierigkeiten in den englisch-sowietrusstschen Verkandtungen

London, 17. Juni

Wir erhalten über die Hintergründe der Schwierigkeiten in den englisch-sowjet- russischen Verhandlungen von einer höheren Stelle aus maßgeblichen Kreisen in London folgende interessante Aufklärung, die sich mit den Meldungen, die wir außerdem von anderer Seite in London sowie aus Moskau vorliegen haben, deckt.

Die Frage der Garantie der baltischen Staaten be­sitzt nur untergeordnete Bedeutung. England ist bereit, wenn notwendig, die baltischen Staaten nicht nur gegen ihre» Willen zu garantieren, sondern sogar unter ge­wissen sowjetrussischen Zusicherungen ganz aufzugeben. Dies aber ist nicht die entscheidende Forderung Sowjet- rußlands.

Die sowjetrussischen Unterhändler verlangen viel­mehr vor allem eine bindende englische Zusicherung

für den Fall, daß Sowjetrußland im Zuge der Er­füllung seiner Beistandsverpflichtungen in Kon­flikt mit Japan geraten sollte, außerdem über­haupt eine bündige englische Erklärung für eine Unterstützung Sowjetrußlands im Falle eines Kon­fliktes mit Japan. Auch dazu soll die englische Re­gierung sich im Prinzip bereit erklärt haben; sie soll jedoch unter keinen Umständen gewillt sein, diese ihre Zusicherungen schriftlich zu fixieren.

Daher versuchte sie auch die sowjetrussischen Bedenken durch die Absendung Strangs nach Moskau zu zerstreuen, um durch ihn noch einmal mündlich die entsprechen­den britischen Versicherungen abgeben zu lassen. Mo- lotow soll jedoch bedingungslos aus eine klare und ein­deutige schriftliche Fixierung der britischen Veistands- verpflichtungen in Ostasien bestehen. Man fürchtet nun in London, sich durch ein Bekanntwerden einer solchen Verpflichtung schweren Rückschlägen in Ostasien auszu­setzen, beziehungsweise sich durch ein solches Dokument in eine unhaltbare Abhängigkeit Sowjetrugland gegenüber zu begeben.

Wie einleitend bemerkt, ist uns diese Nachricht von zwei anderen Seiten, die als genau unterrichtet anzu­sehen sind, bestätigt worden.

(Siehe auch Seite,2)

sranzösisckcs U-Voo» gesunken

ptfsnk" nach einer lauchübung verschwunden Mit ?1 Mann Verlust;u rechnen

Paris, 17. Juni

Havas" verbreitete gestern um 8.15 Uhr fal­zende amtliche Mitteilung des Kriegsmarinemini­steriums:Ernste Besorgnisse herrschen über das Schicksal des U-Bootes Erster KlassePhönix", das augenblicklich nach Jndochina beordert ist. Nach einer Tauchübung, die im Laufe einer Fahrt in den Morgenstunden des 15. Juni auf der Höhe der Bucht von Camranh ausgeführt wurde, «ist das U-Boot nicht wieder aufgetaucht. Die Flottenstreit- kräfte des Fernen Ostens sowie die in Jndochina liegenden Einheiten der Marine haben sofort Nach­forschungen unternommen, die noch fortgesetzt wer­den und an denen auch Wasserflugzeuge der Ko­lonie teilnehmen."

Das gesunkene Unterseeboot gehört zur Ersten Klasse der französischen Il-Boot-Kategorien und hat eine Wasserverdrängung von 1379 Tonnen. Das 1930/31 er­baute Ü-Boot hat eine Stammbesatzung von 63 Mann, seine Länge beträgt 92 Meter.

Seit über ZS Stunden getaucht

Die erste Botschaft von dem Untergang des U-Bootes hat sich in den Abendstunden in Paris, nachdem schon in den Zeitungsvierteln und den Redaktionsstuben das Gerücht umgelaufen war, wie ein Lauffeuer verbreitet.

Paris Soir" (ätzt sich aus dem französischen Kriegs­hafen Toulon eine Bestätigung dieser Unglücksnachricht melden. Der Kommandierende Admiral des Mittel- mc/rgeschwaders habe den Kriegsmarineministcr von dem Unglück in Kenntnis gesetzt, der sofort ergänzende Informationen verlangt habe. Auf Grund der bisher eingegangenen Informationen sei die anormale Dauer des Tauchversuches, von dem das U-Boot seit über 36 Stunden nicht wieder aufgetaucht sei. auf einen Ma­terialschaden zurückzuführen.

Es wird mitgeteilt, daß sich an Bord des verunglückten U-Bootes 71 Mann Besatzung, darunter vier Offiziere, befunden haben. Der Kriegsmarineminister habe bereits durch die Marincpräfcktur die Familien der Besatzungs- mitglicdcr benachrichtigen lassen.

Das U-BootPhönix" sollte sich am Donnerstag, wie es in einer späteren Havas-Mitteilung heißt, von einem Punkt etwa 300 Kilometer nördlich von Saigon in der Bucht von Cam Ranh zp einem anderen Punkt der indochinesischen Küste begeben. Der Kommandant der französischen Flottenstrcitkräfte im Fernen Osten gab, nachdem das Ü-Voot zur angesetzten Stunde nicht wieder auftauchte, sofort Alarm an alle Schiffe und Wasser­flugzeuge der französischen Flottenbasis in Jndochina. Bisher sind jedoch alle Nachforschungen vergeblich geblieben. Das U-Boot hat wahrscheinlich beim Unter­tauchen das Gleichgewicht verloren und ist auf Grund gegangen.

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(Von unserem an äsr babrt tsilnsbmsnckon Hi.-Sovcksrbeiioktsrstattsr)

Wiedenbrück, 17. Juni

Mit dem ersten unbeschreiblichen Jubel für die Alte Garde war der Dank der westfälischen Bevölkerung bei weitem nicht erschöpft. Wo am Freitag die Kolonnen mit den treuen Kämpfern des Führers rollten, da umfing sie die tosende Begeisterung, hüllte sie in nicht endenwollende Kundgebungen der Liebe und Zusam­mengehörigkeit. Durch Widukinds ureigenes Land, den schönen Herforder Kreis und die weiten früchtereichen

Feldergebiete Halles fuhren die 700 alten Kämpfer aus dem Revier der Kohle und der Arbeit. Der Emp­fang, den ihnen am Abend die Gelsenkirchener Kumpel bereiteten, war eine einzige überwältigende Sympathie­kundgebung zwischen Arbeiterschaft und altem Führer­korps.

Als die Sonne den trüboerhangenen Morgenhimmel zerteilt, sind auch Jubel und Freude wieder in West­falen erwacht. Ein vieltausendstimmiger Abschiedszuruf schallt der Alten Garde aus Salzuflen nach. 2ns som­merlich leuchtende grüne Land Widukinds geht die Fahrt. Eine im Bau befindliche Reichsautobahnstrecke

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wird gequert. Trecker und Walzen, Loren und Bagger sind aufgefahren. Die Arbeiter stehen im Feiertagsrock. Viele Grütze an unseren Führer", tragen sie auf einem Transparent der Alten Garde auf. Menschenübersät öffnen sich die Stratzen Herfords, der Eeburtsstätte Otto Weddiaens. Teppiche, Möbel, die Erzeugnisse hei­mischen Fleißes sind längs der Straße aufgestellt. Auch ein riesenhaftes. GlasHerforder Pils" ist dabei. We­nig später beginnt in Enger die Geschichte zu sprechen. Szenen aus Widukinds Sage sind dargestellt. Minuten hält die Kolonne: Dr. Ley legt an Widukinds Ee- dächtnisstätte einen Kranz für den Sachsenherzog und Freiheitskämpfer nieder.

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Spenge ist die nächste Station der Fahrt. Zum wie­vielten Male wiederholt sich das gleiche und immer wieder eindrucksvolle Erlebnis? Am Rande der Stadt erheben sich die Getreuen des Führers, im Wagen stehend, tauschen sie Grüße mit der Bevölkerung Hände, recken sich von beiden Seiten, berühren ein­ander. Auf Festwagen sitzen hier die Zigarren- dreherinnen bei der Arbeit, in ihren blauleuchtenden Gewändern, den Kornblumen gleich, grüßen Landjahr­mädel von hohen Heufudern. Bäuerlicher wird das Land, lange Züge geschmückter Gespanne sind auf­gefahren, und immer wieder tönt der Jubel dankbarer Menschen ihnen entgegen. Ganz Westfalen ist an die Fahrstraßen geströmt, um der Alten Garde ihre Liebe zuzujubeln.

Widukinds Land ist durchführen. An alten Sattel- meierhösen vorbei ging es, deren Torbalken seit Jahr­hunderten das Hakenkreuz schmückt. Der Kamm des Teutobürger Waldes wird noch einmal erklommen, dann breitet sich weites, fruchtbares Land aus, das Halter Paradies. Von Bergen und Wäldern um- schmiegt, liegt die liebliche Stadt Halle selbst. Einsam­keit umfängt die Kolonne. Nur vor den eichenumstan­denen vereinzelten Gehöften sitzen Bauer und Bäuerin, Knecht und Magd inmitten der weiten Viehkoppeln und winken. Ueber das besonnte stille Land bricht jäh der Donner schwerer Motoren herein. Eine Staffel der Luftwaffe kreist über den dreißig offenen Auto­bussen. gibt den Getreuen des Führers für Kilometer das Geleit.

(Fortsetzung auf Seite 2)

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Die historische Stellung Danzigs als Brücke zwischen Norden und Süden vorgeschoben gegen Osteuropa ist die deutsche Stadt ein wesentlicher Stützpunkt un­serer Mission in den östlichen Ländern und hinüber- ragend in den nordischen Kulturkreis obliegt ihr die Pflege freundschaftlicher Stammesbeziehungen mit Skandinavien hat dazu geführt, daß der Weichsel- raum ein entscheidendes Kampffeld um große Ideen und schicksalhafte Zusammenhänge ist. In Gegenwart und Vergangenheit ist dieser unstreiibar germanisch­deutsche Volksboden heiß umstritten worden. Niemals aber hat er seinen deutschen Charakter eingebüßt.

Tanzig ist in allem ein Spiegelbild des gesamt­deutschen Lebens. Die großen Bewegungen der Ver­gangenheit, Ordensrittergeist und friderizianische Tat­kraft haben gerade in Danzig das Gesetz stetiger Ent­wicklung bestimmt. Die weltweite Unternehmerlust han­sischer Kaufleute hat vornehmlich vom Danziger Hasen aus den Ostseehandel aktiviert. Danzig hat innerhalb des gesamtdeutschen Kulturbereichs alle Höhen, aber auch alle Tiefen des deutschen Lebens durchmessen. Nach der gewaltsamen Trennung vom Reich ist auch das politische Leben der Freien Stadt von den Strömungen und Wirren der Nachkriegszeit durchsetzt worden. Heute aber hat Danzig voll starker Zuversicht bereits seinen inneren Anschlug an das nationalsozialistische Reich vollzogen.

Mit der Machtergreifung vom 30. Januar 1933 im Reich war auch die Versailler Konstruktion derFreien Stadt Danzig" ein blutloses Gebilde geworden. Wenn sich auch früher bereits die deutschen Danziger gegen die frechen Polonisierungsbestrebungen zur Wehr setzten, so ist doch erst durch die Nationalsozialisten eine ziel­bewußte Front gegen polnische Anmaßungen geschaffen worden. Der 30. Januar hat zwar in Danzig noch nicht die Machtübernahme durch den Nationalsozialismus ge­bracht, er war aber jedoch der Fanfarenruf zum letzten konzentrischen Angriff gegen den bürgerlich-marxistischen Parlamentarismus. Die NSDAP. hatte auch in Danzig schwere Entwicklungsja ihre durchgemacht. Wirtschaftliche Schädigungen und Verfolgungen bedroh­ten auch hier die ersten Anhänger Adolf Hitlers. Nur eine kleine, aber entschlossene Kampfgemeinschaft fand die Partei nach ihrer Wiedergrllndung im Jahre 1925 in der Freien Stadt vor; erst 1930 konnte sie ihren engen Rahmen sprengen.

Als im Herbst jenes Jahres Wahlen zum Volkstag, der 72 Mitglieder zählenden gesetzgebenden Körperschaft der Freien Stadt ausgeschrieben waren, erkannte der Führer sofort die besondere Wichtigkeit dieses Kampf­abschnittes. Er beauftragte deshalb einen seiner engsten. Mitarbeiter, Hermann Eöring, mit der Prüfung der Lage an Ort und Stelle. Dieser fand damals in Danzig zwar begeisterte Anhänger der Bewegung, aber keine straffe, übersichtliche Organisation der Partei und ihrer Gliederungen vor. Darauf entschloß sich Adolf Hitler zu einer neuen Führung des Gaues Danzig und vertraute ihn dem jungen zielbewußten und energischen Kampf­gefährten Albert Förster an, der auch heute noch an der Spitze in Danzig steht.

Der neue Gauleiter hat, ausgestattet mit weit­gehenden Vollmachten, in kürzester Frist aus der Bewe­gung in Danzig ein zuverlässiges politisches Willens­instrument des Führers gemacht, das sich bisher in allen Lagen bewährte. Die Partei hat in Danzig zunächst einen geschlossenen Block gegen Versailles geschmiedet und ständig gefestigt. So entwickelte sich in der Freien Stadt zum Besten ihrer Einwohner ein ganz anderes politisches Leben, als es sich die Herren vom grünen Tisch in Genf vorgestellt hatten.

Die Herbstwahlen der Jahres 1930 zeigten bereits, daß die NSDAP. auch in Danzig auf dem Wege war, die große Volksbewegung zu werden. Fast zur gleichen Zeit, da die Nationalsozialisten mit einer nicht mehr totzu­schweigenden Stärke in den Reichstag einzogen, errangen auch die Mitkämpfer Adolf Hitlers im Danziger Volks­tag eine entscheidende Stellung. Ohne sie konnte weder

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Unser Issessvisgel

(lllvssrs llsutlgs Ausgabe uwkaüt 14 Seiten)

Wie aus sicherer Quelle bekannt wird, spielt bei den Moskauer Paktverhandlungen Ostasien die Haupt­rolle.

Im Tientsin-Konflikt droht England mit aktiven Gegenmaßnahmen.

Das französische U-Boot »Phönix« ist vor Saigon mit 71 Menschen gesunken.

Der Oberbefehlshaber der spanischen Luftwaffe gab während seines Aufenthaltes in Italien eine wichtige Presseerklärung ab.

Der slowakische Außenminister nahm gegen die anti­deutsche Hetze Stellung.

Reichspresseches Dr. Dietrich traf in Budapest ein. Dr. Goebbels deckt in einem VB.-Artikel die Doppel­züngigkeit Großbritanniens auf.

Die Alte Garde ehrte auf ihrer Westfalen-Fahrt Widukind.

Der bremische Vcrbraucheransschuß überzeugte sich im Gau von dem einwandfreien Arbeiten der Er- zeugungsstätten.

In Bremen wurde eine tropenmedizinische Be­ratungsstelle eingerichtet.

Wieder erfolgt ein Großeinsatz des bremischen Jung­volks zur Altmaterialsammlnng.

Sn der englischen TT. siegte Oberfeldwebel Meier aus BMW.