Ausgabe 
(13.6.1939) Nr. 160
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parteiamtliche Tageszeitung

Vas Amtsblatt des Negierenden Vurgermeisters der Zielen 5jansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches verkündungsblatt des Neichsstattlialters in Oldenburg und Meinen

Nr. 160/9. Jahrgang

Dienstag, 1Z. Juni 19Z9

Linzeipreis 15 Nps.

Kraftprobe zwischen Man und (nglandl

Zunehmende Spannung in tientsin

MM8r in den ausländischen Niederlassungen verstärkt / Nbtransport von frauen und Kindern

(Vrabtborivbt unservs l-onckonei- Vor 1 r^e t v r s)

k. b. London. 13. Juni

Zahlreiche Frauen und Kinder verlassen die britische und die französische Kon­zession in Tientsin, weil die Japaner darauf bestehen, ihre Blockadeandrohung ab Mitt­woch durchzuführen. Die Spannung in Tientsin wächst stündlich; in den ausländischen Konzessionen sind Truppenabteilungen und Polizei verstärkt worden. Die englische Presse spricht von einer Kraftprobe zwischen Japan und England in China.

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Japan isoliert die ausländischen Niederlassungen

Tokio, 13. Juni.

Alle aus Tientsin kommenden Meldungen stimmen darin überem, daß sich die Lage in Tientsin infolge der unnachgiebigen Haltung der britischen Behörden be­denklich verschärft habe. Japan sei nunmehr entschlossen, energisch vorzugehen und sowohl die britische wie die anschließende französische Niederlassung zu isolieren. Die japanischen Behörden in Tientsin würden demnächst eine Erklärung veröffentlichen, in der sie als Antwort auf die Weigerung der britischen Behörden, den ja­panischen Forderungen entgegenzukommen, Maßnahmen Men die Niederlassungen ankündigen und begründen «erden. Die Räumung der Niederlassungen durch ja­panische Banken und Firmen sei im Gange. In po­litischen Kreisen wird hierzu betont, daß das feindselige Verhalten der fremden Niederlassungen in China immer wieder zu Auseinandersetzungen mit den Be­satzungsbehörden führen und daß nunmehr eine grund­sätzliche Neuregelung der exterritorialen Konzessions­rechte erfolgen müsse. '

In gut informierten Kreisen wird bestätigt, daß alle Verbindungen mit den Konzessionen am Mittwoch ab­geschnitten werden. Die Angehörigen der in diesem Konflikt neutralen Länder erhalten besondere Ausweise zum Passieren der Konzessionsgrcnze. Im übrigen wird der gesamte Verkehr auch auf dem Wasser stillgelegt. In

Ver sülzrer im Sau Vberbonau

Linz, 13. Juni.

Auf der Rückreise von der Reichstheatcrwoche in Wien traf der Führer am Montag zu einem kurzen Aufenthalt in Linz ein und setzte anschließend seine Fahrt im Kraft- wagen fort. Die Bevölkerung bereitete dem Führer auf der Fahrt durch seinen Hcimatgau überall begeisterte und herzliche Kundgebungen.

der britischen Konzession herrscht außerordentliche Ner­vosität. Englische Truppen mit Stahlhelmen fahren aus Lastautos fortgesetzt durch die Straßen.

Siftmord-flnschlag in Nanking

Schanghai, 13. Juni.

Die meisten Mitglieder der chinesischen Erneuerungs­regierung in Nanking, ferner hohe japanische Offiziere und Diplomaten wurden von schweren Vergiftungs­erscheinungen befallen, nachdem sie bei einem Bankett des japanischen Generalkonsuls in Nanking auf das Wohl des japanischen Vizeaußenministers Schimizu ge­trunken hatten, der sich zur Zeit in Nanking aufbält. Ein Chinese wurde als verdächtiger Giftmischer ver­haftet; umfangreiche weitere Untersuchungen sind ein­geleitet. Die ersten Krankheitserscheinungen zeigten sich kurz nachdem die Gläser geleeru worden waren.

Tokio, 13. Juni.

Wie das japanische Autzenamt mitteilt, sind zwei japanische Konsulatsbeamte Opser des Mordanschlags bei dem Bankett in Nanking geworden. Beide Beamte hätten sich nach Genuß des vergifteten Weines zunächst um die chinesische^ Gäste bemüht und dadurch ihre eigene Behandlung verzögert.

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(L,rokiv.)

Seiche am Selben sluß geschlossen

Die Deichbrüche am Gelben Fluß in der Nähe von Kaifeng konnten nach japanischen Meldungen durch umfangreiche, mehrere Monate dauernde Arbeiten, bei denen mehr als eine Million chinesischer Kulis beschäf­tigt wurden, unter der Leitung japanischer Militär­stellen wieder geschlossen werden. Die Chinesen hatten die Deiche vor einem Jahr absichtlich zerstört man sprach davon, daß das auf Weisung Moskaus geschehen sei, um die Japaner in ihrem Vormarsch an der Lunghai-Bahn nach Westen auszuhalten.

eeimalstabsbesprechuligen in Singapore

Englisch-französisches Sübelrassein in fernost

(Orsklbsrickl äussres Larlssr Vsrtrstsrs)

3. 8. Paris, 13. Juni.

Wie in Paris bekannt wird, hat der englische Ober­befehlshaber im Fernen Osten die Befehlshaber der französischen Streitkräfte in Jndochina ersucht, an einer Besprechung in Singapore teilzunehmen, die sich auf die Prüfung der von England und Frankreich in diesem Gebiet gemeinsam zu treffendenVorsichtsmaßnahmen" und Befestigungsarbeiten erstrecken soll. Admiral Dccoux, Kommandant der französischen Seestreitlräste

im Fernen Osten, und General Martin, Oberbefehls­haber der indochinesischen Truppen, sowie Fliegeroberst Deveze werden der Einladung Folge leisten.

Schon vor einiger Zeit meldete die Pariser Presse, daß Frankreich seine indochinesische Seebasis der eng­lischen Flotte zur Verfügung stellen und ihre Befesti­gungen ausbauen wolle. Die Franzosen haben sich ferner bereit erklärt, ihre strategischen Basen in der Slldsee Australien und Neuseeland auf deren Wunsch im Falle eines Konfliktes als Marine- und Flugstützpunkte zu­gänglich zu machen.

Mr. Strang nach Moskau gereist

totste Instruktionsbefprechung keinneuer flusbruch der Friedenspolitik" Optimismus der Einkreiser

(Vov äussrem ttonckollsr Vsrtrslsr)

kk. London, 13. Juni.

Die Hoffnungen in London auf einen baldigen Ab­schluß der endlosen englisch-sowjetrussischen Verhand­lungen sind gestern durch die Abreise des Sonderbeauf­tragten Strang nach Moskau neu belebt worden.

Strang reiste mit dem Flugzeug über Berlin und Warschau nach Moskau, wo er am Mittwoch, eintreffen will. Kurz vor seiner Abreise fand in Downing Street 1V nock) eine letzte Konferenz statt, an der außer Lham- berlain, Lord Halifax und Strang auch der britische Botschafter in Paris, Sir Eric Phipps teilnahm, um die Ansicht der französischen Regierung zu übermitteln. Eigenartigerweise ist diese Ausgabe nichl dem fran­zösischen Botschafter in London übertragen worden. In ihrem Zweckoptimismus behauptet die Presse, Strang brauche nur seine Aktentasche zu öffnen und die neueste britische Formel für die Einbeziehung der baltischen Staaten auf den Tisch zu legen, um den Allianzvertrag Zwischen London und Moskau unter Dach zu bringen. Dieser Optimismus scheint sich darauf zu stützen, daß England auch in der baltischen Frage restlos nachge­geben hat. Diese Tatsache 'cheint Lord Halifax am Montagmittag auch dem jowjetrussischen. Botlchafter Maisky mitgeteilt zu haben, als ihn dieser im Foreign Office besuchte.

Der Außenminister hatte im übrigen am Montag alle Hände voll zu tun, um nach allen Seiten hin zu oer- pchern, daß es sich bei seiner kürzlichen Rede im Ober­haus keinesfalls um einenneuen Ausbruch der Ve- sttedungspolitik" (!) gehandelt habe.

Was die Danziger Frage angehe könne Halifax nur au; die Worte des Ministerpräsidenten verweisen, wo­nach die englischen Verpflichtungen gegenüber Polen klar und präzise seien. Obwohl Großbritannien froh sein ^"sde. wenn man die Schwierigkeiten zwischen Deutsch­land und Polen freundschaftlich regele so würde ein kk ^ Lage mit Gewalt derart zu ändern daß vasurch Polens Unabhängigkett bedroh: würde, doch einen Krieg hervorrufen, in den Großbritannien ver- werden würde. Halifax wandte sich dann den

Vorgängen im Fernen Osten M und äußerte sich mit größter Schärfe über Japan, Zum Schluß betonte Halifax, daß die britischen Verpflichtungen im gege­benen Falle funktionieren würden und befaßte sich dann mit denunschätzbaren Vorteilen", die eine Ablehnung dergefährlichen Gewaltanwendung" und die Aus­nutzung der Methoden der friedlichen Regelung haben müßte, wobei es unklar blieb, ob er damit die gegen­wärtigen englischen Methoden in Palästina bzw. die britischen Kolonialmethoden in der näheren und fer­neren Vergangenheit meinte oder andere hypothetische Fälle im Äuge hatte.

Im Unterhaus unternahm Chamberlain die gleichen Veruhigungsversuche gegenüber den ungeduldigen Kriegstreibern, die er allerdings in einer etwas zurück­haltenden Art und Weise durchführte. Chamberlain er­klärte daß er über die Verhandlungen 'mit Moskau keine Neuigkeiten mitteilen könne. Als ein Arbeiter­abgeordneter Zweifel darüber ausdrückte, ob es die englische Regierung mit den englisch-sowsitrussischen Ver­handlungen überhaupt ernst meine und ob sie nicht ab­sichtlich die Verhandlungen in die Länge ziehe, um da­mit zurMünchener Politik" zurückzukehren, antwortete Chamberlain ziemlich erregt.

Im Oberhaus wurde am Montagmittag die außen­politische Debatte fortgesetzt. Interessant ist, daß Lord Stonehaven in der Debatte zugab, daß der Hauptgrund für den Raub der deutschen Kolonien ein strate­gischer war, England denke nicht daran, strategische Punkte in Uebersee auszuliefern. Deshalb sei nicht ver­ständlich, welche Konzessionen der Ministerpräsident bei seiner letzten Rede im Sinne gehabt habe.

tiebeswerben um Lulgarien und Sriekkonland

Wie die englische ZeitungDaily Expreß" wissen will, ist das Foreign Office gegenwärtig sehr bemüht, einen Staatsbesuch des bulgarischen Königs Boris' in London für August zustande zu bringen Der griechische König soll ebenfalls im Sommer nach London ge­beten werden, wo die Einkreisungspolitiker hoffen, die sogenannte bulgarische Lücke in ihrem Balkansystem durch einen Kuhhandel zwischen Griechenland und Bul­

garien zu schließen. Es soll offenbar versucht werden, Griechenland zur Abtretung von Mazedonien an Bul­garien zu veranlassen, nachdem Rumänien zur großen Enttäuschung Londons die Rückgabe der Dobrudscha an Bulgarien verweigert hat,

... und Paris buhlt weiter um Moskaus öunst

Die Unstimmigkeiten, welche bei, der Redaktion des englisch-französischen Gegenvorschlages zwischen Paris und London entstanden sind, haben eine sichtbare Zu­rückhaltung der Pariser Blätter gegenüber dem Ein­kreisungsthema ausgelöst Die Stimmung ist auf den Nullpunkt gesunken. Einzig die kommunistischen Blätter und die unentwegte Tabouis bemühen sich noch, einen -nicht zu begründenden Optimismus zu propagieren.

, Die kommunistischeHumanität versucht -einen an­deren Dreh, um das harte Herz Moskaus zu erweichen. Sie schildert zuerst die höchst bedenkliche Schwäche der polnischen Armee, die sehr ungenügend gerüstet und schlecht ausgebildet sei und beschreibt die erschreckende Isolierung Polens im Kriegsfall, um dann der polnischen Regierung den dringenden Rat zu geben, sich in die Arme Moskaus zu werfen. Erst ein Bündnis mit Moskau, schließt das Blatt, würde dieBürgschaft dafür sein, daß die Neu­orientierung der polnischen Regierung gegenüber der -Front der Demokratien wirklich aufrichtig ist,"

Paris, 13. Juni.

Heute vormittag findet ein Ministerrat statt, in dem Außenminister Bannet einen außenpolitischen Lage­bericht geben und besonders aus die Verhandlungen mit Sowjetrußland eingehen wird.

Bezüglich der Reise Strangs nach Moskau zeigt man sich in hiesigen politischen Kreisen optimistisch und ist der Ansicht, daß Strang die geeignete Perjönlichkeit sei, um die Verhandlungen dem Abschluß näherzu­bringen, In Pariser Kreisen nimmt man an, daß dir letzten Vorschläge in Moskau weitgehend die sowjet- russischen Forderungen berücksichtigten. Mit dem Fort­gang der Besprechungen über ein französisch-türkisches Abkommen ist man zufrieden.

(Siehe auch Seite 2)

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6sgsn Angriffs aus clsm stlintsrliolt

Noch ist der Zwischenfall von Amoy, wo die Maß­nahmen der Japaner gegen die internationale Niederlassung Kulangsu die Engländer aus den Plan riefen, nicht aus der Welt geschafft und schon droht die sich ständig steigernde Spannung zwischen London und Tokio an einem neuen Punkt zum Ausbruch zu kommen: in der nordchinesischen Ein- einhalb-Millionen-Stadt Tientsin. Die Nieder­lassungen der Großmächte in den wichtigsten Städten des chinesischen Handels sind schon so lange ein strittiger Punkt zwischen diesen und Japan, wie die japanische Kriegswirtschaft dem nachhaltig verteidigten Recht deroffenen Tür" in Ehina entgegensteht. Derartige Ausländerkon­zessionen, die in jüngster Zeit immer häufiger zum Stein des Anstoßes werden, bestehen außer in Tientsin noch in Schanghai, Amoy und Kanton, wo die Ausländer entweder in internationalen oder eigenen nationalen Zentren wohnen und von einem internationalen Stadtrat oder ihrem Gene­ralkonsul betreut werden. Nicht nur wirtschaft­lich verursachen diese Gebiete Japan erhebliche Schwierigkeiten, auch politisch und militärisch bilden sie eine wachsende Gefahr für Japan. Chinesische Gruppen, die mit allen Mitteln des Terrors ihre japansreundlichen Landsleute aus dem Wege räumen, haben in den internationalen Konzessionen Stützpunkte und Unterschlupf ge­sunden. Eine hermetische Abschnürung des. exterri­torialen Gebietes, wie sie die Japaner für die bri-

Hast i»u dir schon Eintrittskarten für die große Sommersonnwendseier aus dem Bookholzberg am Sonnabend, 17. Juni, besorgt?

tische und französische Niederlassung von Tientsin vorbereiten, gibt den Militärbehörden die Mög­lichkeit, jeden zu kontrollieren, der in der Nieder­lassung ein und aus geht. Auf diese Weise würden die chinesischen Terroristen die Möglichkeit ver­lieren, von ihren völkerrechtlich geschützten Zen­tralen her Aktionen gegen die japanischen Inter­essen zu unternehmen. Ueber die praktischen Not­wendigkeiten des Augenblicks hinweg läßt das japanische Verhalten erkennen,, daß es hier um Fragen grundsätzlicher Art geht, denn Japan hat schon früher bei derartigen Anlässen betont, daß eine Ausübung wirtschaftlicher Funktionen in China nicht mehr möglich sein dürfe, ohne die Vormachtstellung Japans auf dem fernöstlichen Kontinent anzuerkennen. Damit rüttelt Japan an der Einrichtung der Settlements überhaupt, die seit dem Kriege von 1857 bis 1860, mit dem Eng­land und Frankreich diese Rechte erzwängen, als exterritoriale Plätze Einfallstore des wirtschaft­lichen und politischen Einflusses in China gewesen sind.

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Unser Tssssrpisgsl

(Ullssrs ksuttAs KusZabs umtsltt 14 Ssitsv)

Die japanisch-englische Spannung in Tientsin nimmt den Charakter einer Kraftprobe zwischen den beiden Mächten an.

In Singapore werden demnächst englisch-französische Generalstabsbesprcchungcn stattfinden.

Der britische Sonderbeauftragte Strang ist nach Moskau abgereist.

In Palästina feiert britische Brutalität erneut Orgien.

In Danzig wurde ein polnischer Zollinspektor nach Spionage und versuchtem Menschenraub fest­genommen.

Der Führer weilte im Gau Oberdonau.

Reichsminister Dr. Frank sprach in Kopenhagen vor dänischen Juristen.

Weitere Einzelheiten zur Einführung der neue» Abzeichen für SA.-Einheiten wurden bekannt­gegeben.

Eine einzigartige Schau von Rose». Spitzen und böhmischen Gläsern wird im Charlottenhof vor­bereitet.

Fleischmann wurde Dritter beim längsten Motor- rad-Rundstreckenrennen der Welt.

Auf der Eroßdeutschland-Rundfahrt verteidigte der Nürnberger Umbenhauer heldenhaft die Spitze.

Im Sonore wurde ein Gemälde Watteaus im Werte von 3 bis 4 Millionen Franc gestohlen.