Ausgabe 
(30.8.1938) Nr. 238
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parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatt des legierenden Bürgermeisters der Lreien Hansestadt Bremen

Snzetgeo - Grundpreise:

Die 22-uuli-Zeile im Anzeigenteil 13 die 78-unu-Ze!le im Tert- leil 75 Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 7 (Nachlaßstasfel O). Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: 8n Bremen:

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der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches verkündungsblatt des leichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

Dienstag, Zo.flugust 1SZS

Einzelpreis 1S Npf.

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deutsche Soldatenelire erneut beschimpft

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rfchechifches steftblott setzt maßlose veleidigungen sort

fluch das ungarische Soldatentum tzestig angegriffen

Prag, 30. August

Wie das tschechische Hetzblatt „Moravskoslezsky Denik" kürzlich angekündigt hatte, setzt es seine dreisten und unerhörten Greueldarstellungen fort, die dazu be stimmt sind, die tschechische Bevölkerung zum Hatz gegen alles Deutsche aufzuhetzen. Das Schulterblatt bringt in der Nr. 232 folgenden Schmutzartikel:

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„Deutsche Kulturtätigkeit während des Krieges. Ge­metzel der Zivilbevölkerung in Frankreich während des Weltkrieges war eine Beschäftigung des „heldenhaften" deutschen Militärs. Wir schrieben bereits über diese preußischen, bayerischen und anderen „Helden", die wie Besoffene vor den Franzosen davonliefen, dafür aber imstande waren, auf die Zivilbevölkerung regelrechte Jagden zn veranstalten. Das deutsche Militär übte sich an der Zivilbevölkerung ein, die nicht damit rechnen konnte, in der Meinung war, daß ihr nicht nahegetreten werden könne, und in ihren Heimen verblieben war.

Den Deutschen dünkte es dumm, nach den einzelnen Kindern, Frauen und Alten zu schreyen. Sie richteten es sich im Lause einer Woche nach dem Einsall in Belgien und Frankreich so ein, daß die Häuser mit Petroleum- Spritzen begossen wurden, die sie dann anzündeten. Sehr tapjer benahmen sich die deutschen Soldaten gegenüber Arauen und Kindern. Damit die Gatten oder Vater die Frauen nicht verteidigen konnten, wurden sie zuvor von ien deutschen Soldaten erschlagen. Die Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt und schließlich erschlagen. Solcher Borsiille gibt es Tausende. Aus diese Art hau­sten die Deutschen in Rußland, Serbien und Rumänien. Mit Recht nennt man sie von der Zeit ab „Hunnen- mlitär". Die österreichische» Soldaten benahmen sich in dem eroberten Gebiet noch anständig, besonders soweit es Soldaten slawischer Nationalität betrifft.

Regelrechte Verwüstungen verursachten die ungarischen Soldaten und ihre Offiziere. Aus einem Schloß oder Palast binnen 24 Stunden einen Düngerhausen zn machen, war keine Kunst. Ställe errichteten sie in Ka­pellen, Schulen und besseren Häusern. So sah die deutsche und ungarische Kultur im Lichte der Wahr­heit aus.

Daß die Präger Unverschämtheiten zugleich maßlos sind, kann uns an sich nicht überraschen. Die unglaublichen Schmierereien des tschechischen Hetzblattes aber übersteigen an Gemeinheit, Hin­terhältigkeit und Erlogenheit alle bisherigen hussi- iischen Frechheiten. Dieser neue Haßausbruch ge- s winnt vor allem noch dadurch eine besondere Wrfe, daß die deutsche Regierung vor wenigen Tagen erst in einer Note an Prag gegen die Be­schimpfung deutschen Soldatentums seitens tsche- i Acher Journaille schärfstens protestierte und Sicherungen gegen eine Wiederholung derartiger Skandale forderte. Die Präger Regierung hat sich dieser selbstverständlichen Pflicht, wie man sieht, disher nicht unterzogen. Wie lange wollen eigentlich die Machthaber des Hradschin diesen fol­genschweren Angriffen aus die deutsche (und nun auch die ungarische) Soldatenehre noch mit ver­schränkten Armen zusehen und sich damit an einem der übelsten politischen Verbrechen mit­schuldig machen?

Es steht jedenfalls fest: Obschon es dem tschecho- slowakischen Staatspräsidenten ohne weiteres möglich gewesen wäre, gegenüber den unverant­wortlichen Sudeleien des Hetzblattes einzuschrei-

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ten, unterließ er es, die Beschimpfungen unserer ruhmreichen alten Armee zu unterbinden. Er 'unterließ es bewußt! Im ganzen deutschen Volk ruft dieses in der Geschichte der zwischenstaat­lichen Beziehungen beispiellose Verhalten eines Staatsoberhauptes und seiner Regierung hellste Empörung hervor. Mit Recht schreibt der deutsche Dienst: „Dadurch, daß die Herren in Präg die Hetzjournaille sich weiter austoben ließen, haben sie sich selber den allerschlechtesten Dienst erwiesen, der. sie vor der ganzen Weltöffentlichkeit blotz- stellt. Dabei wird es klar, daß man an der Moldau nicht-das mindeste Interesse daran hat, mit dem großen deutschen Nachbarvolk in Frieden zu leben, wie dies in heuchlerischer Scheinheiligkeit immer wieder ausposaunt worden war. Die tschechische Regierung hat sich selbst demaskiert, indem sie eine Greuelhetze zuließ, die sogar noch die unglaublich­sten Kriegspropagandalügen gegen Deutschland aus dem Weltkriege in den Schatten stellt." Wir sind gespannt, welchen „Verständigungs"-Eiertanz die Präger Regierung nach dieser ihrer völligen Demaskierung aufführen wird.

Empörung der Sudetendeutschen

Eger, 30. August.

Das Präger Tschechenblatt „Moravskoslezsky Denik" mit den unflätigen Beschimpfungen des deutschen und ungarischen Soldatentumes wurde zahlreichen deutschen Familien unbestellt in die Wohnung gebracht. Man sieht sowohl in dieser eifrigen Verbreitung durch die Tschechen wie in dem unglaublichen Inhalt einer Pro­vokation gegenüber den Millionen Staatsbürgern, die sich mit Stolz als Sndetendeutsche bezeichnen und deren ältere Generation im Weltkrieg als deutsche Soldaten der österreichisch-ungarischen Armee treu ihre Pflicht erfüllte und mit ihrem Blut vor dem Feind oft ge­nug bezahlen mutzte, wo nichtdeutsche und nichtnngarische Truppenteile der alten k. und k. Armee, versagten. Ueberall ist der Schmähartikel Tagesgespräch und Gegenstand grimmiger Verachtung.

Heller Zorn See ungarischen Volksgruppe

Prag, 3V. August.

Wie aus Pretzburg verlautet, hat der Präger Schmäh­artikel über angebliche Feigheit und Grausamkeit der deutschen Armee und über erlogene Scheußlichkeiten der Ungarn während des Krieges größtes Aufsehen erregt. Insbesondere die Angehörigen der ungarischen Volks­gruppe, zum großen Teil Weltkriegsveteranen, befinden sich in Hellem Zorn. Ueberall stehen die Ungarn in Gruppen zusammen, um sich von Landsleuten, die der tschechischen Sprache mächtig sind, den gemeinen Haß­artikel verdolmetschen zu lassen. Die Einbeziehung der ungarischen Soldaten in die gegen das Deutschtum angekündigte ungehindert abrollende Schandserie des Präger Zeitungsverlages wird als bewußtes Haß­manöver- aufgefaßt, um insbesondere auch das in der Tschecho-Slowakei ansässige Ungartum,zu quälen und zu reizen. Es werden Protestschritte vorbereitet.

Lebhafte riMgkett in London

Plant England einen diplomatischen Schritt in der tschechischen frage?

London, 30. August.

2m Laufe des Montags haben in London verschiedene ^siprechungen stattgefunden, die die Probleme im Zu- iammenhang mit der Lage in der Tschecho-Slowakei zum Gegenstand hatten.

Lord Halifax, der bereits gegen Mittag im Außenamt -'»traf, hatte alsbald eine Unterredung mit dem britischen Botschafter in Berlin und anschließend mit rm tschecho-slowakischen Gesandten in London, Masaryk. w Nachmittag fand eine längere Besprechung zwischen Ministerpräsident Chamberlain und dem Berliner ^tischen Botschafter statt, bei der auch Lord Halifax, ^r J„hn Simon und Sir Robert Vansittart zugegen waren. Dieser Besprechung ging eine einstündige ^nsirenz zwischen Lord Halifax, dem Berliner ulischen Botschafter und Sir Robert Vansittart voraus, ^ritischerseits wird betont, die Haltung der Regierung "de weiterhin durch die Hoffnung bestimmt, daß „alle

Beteiligten zu ihrem Teil dazu beitragen, zu einer würdigen Lösung der tschecho-slowakischen Krise zu gelangen." Dem heutigen Kabinettsrat wird auch der Luftfahrtminister beiwohnen.

Ver französische Kabinettsrat tagte

Paris, 30. August.

Der französische Äabinettsrat, der am Montagnach­mittag unter Vorsitz des Ministerpräsidenten getagt hat, beschäftigte sich mit den Problemen, die im Mittelpunkt der am heutigen Dienstag im Ministerrat zu treffen­den Beschlüsse stehen werden. Wie aus politischen Kreisen zum Kabinettsrat verlautet, hat Ministerpräsi­dent Daladier einen Bericht über die allgemeine Lage erstattet und Arbeitsminister Poramet die Wortlaute über die neue Anpassung der 4st-Stnnden-Woche vor­gelegt, die im heutigen Ministerrat gebilligt werden

sollen.

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Ein Sudctcndeutschcr, der mehrere Jahre schuldlos in tschechischen Kerkern verbrachte und an seiner Gesund­heit schwer geschädigt ins Reich kam, ist der Verfasser der nachfolgenden Zeilen, die sich an Lord Runciman, aber auch an die gesamte Ocssentlichkeit wenden.

Lord Runciman, vergessen Sie bitte das eine nicht: Statten Sie bitte auch den Untersuchungsgefängnissen und Strafanstalten.der Tschecho-Slowakei einen Besuch ab. Aber gehen Sie nicht allein dorthin, sondern' neh­men Sie auch — soweit solche zugelassen waren — die Verteidiger der in unzähligen Repnblikschutzprozessen verurteilten Sudetendeuts-chen mit. Warum, das wird Ihnen sehr bald erklärlich werden.

Lord Runciman, Sie werden Erschüttert sein, und Sie werden sich fragen: Leben wir im 20. Jahrhundert oder irgendwann im dunkelsten Mittelalter? Wenn Sie das wahre Gesicht der Tschecho-Slowakei kennenlernen wollen, dann können Sie nicht an diesen Orten, wo junges, blü­hendes Leben in trostloser Qual dahinsiecht, vorbeigehen.

Lord Runciman, verlangen Sie also in den Straf­anstalten Bory bei Pilsen oder Pankrac bei Prag die dreimal verfluchten Hakenkeuzler zu sehen. Wenn Sie Glück haben, willfahrt man Ihrem Wunsche; wenn Sie kein Glück haben, so werden Sie eine sehr korrekte, eine sehr, sehr höfliche, bedauernde Absage zur" Kenntnis nehmen müssen und werden kaum merken, welch unge­heuerliche schamlose Lüge sich hinter glatten Worten verbirgt.

Möglicherweise führt man Sie in einen Teil des Zuchthauses und zeigt Ihnen dort das einigermaßen nett und erträglich eingerichtete „Statni vezeni", „Staatsgefängnis", mit seinen leeren Zellen. Vielleicht erdreistet man sich, Ihnen zn sagen: „Das Staatsgefäng­nis ist leer, also haben wir keine politischen Häftlinge. Nicht einen einzigen in der ganzen Republik, Sie können reisen von einer Strafanstalt in die andere, überall nur kriminelle Verbrecher, überall in den Strafanstalten leere Staatsgefängnisse, wir sprechen die Wahrheit. Heißt doch unser Wappenspruch: „Die Wahrheit siegt!"

Man beteuert zu sehr die Wahrheit, Sie werden ein leichtes Mißtrauen nicht los. Sie sprechen einen Sträf­ling an, der gerade mopsfidel, vielleicht mit einem Staublappen in der Hand in einem anderen Gange des Zuchthauses hernmspaziert, und wollen von ihm wissen, weshalb er hier sei,: „Raubmord, lebenslänglich!" lautet

sicherlich die lakonische Antwort. Und Sie deuten auf gerade vorbeigehende Essenträger: „Diebe und Ein­brecher!" Und Sie schauen durch ein Fenster in den Garten auf in schönster Sonny Arbeitende: „Räuber und Betrüger!"

Sie hören und sehen noch mehr: daß außerhalb der Mauern der Strafanstalten Sträflinge bei gesunder Landarbeit untergebracht sind, so, daß sie es kaum noch empfinden, Gefangene zu sein. Und Sie sehen, daß Sträflinge in Schulzimmer und Vortragssäle gehen, Sie sehen Sträflinge in den Schreibstuben, in der Ver­waltung, in den Werkstätten arbeiten, Sie hören, wie eine Musikkapelle und ein Lhor üben. Sehr, sehr humane Einrichtungen für kriminelle Elemente aller Schattierungen! Aber nur für Mörder, Diebe, Ein­brecher!

Vergeblich werden Sie nach einem politischen Sträf­ling gesucht haben. Wenn Sie sehr eigenwillig sind, verlangen Sie noch die übrigen Zellen zu sehen, die nicht mit „Statni vezeni" bezeichnet sind. Sie finden die großen Mehrmannzellen verlassen: Die Insassen ar­beiten außerhalb. Und dann beginnt der Rundgang in der „Samovazba", Zellen für Einzelhaft. Wenn Ver­brecher eingeliefert werden, so bleiben diese Neu­ankömmlinge einige Monate, allerhöchstens jedoch ein Jahr, im Einzelabschließung: Dann ist es genug. Denn dann beginnen Anzeichen von Zellenkoller: Gemüts-

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In der tschechischen Presse werden trotz schärfsten Protestes der deutschen Regierung die unerhörten Beschimpfungen der deutschen Soldatcnehre fort­gesetzt.

Der ungarische Reichsverweser ist wieder in Buda­pest eingetroffen.

London steht im Zeichen einer lebhaften diplomati­schen Tätigkeit.

Der Führer sandte den Ausländsdeutschen in Stutt­gart ein Grußtelegramm.

Der Vorfllhrungsblock der SA.-Eruppe Nordsee rückte gestern nach Nürnberg ab.

Zwei Tage vor Anmeldeschluß unternahm die „BZ" eine Rundfrage bei Betriebsführern, die mit ihrem Betrieb im Lcistungskamps marschieren.

Aus der Weser-Werst wurde das Führerboot der S. Zerstörer-Division „Diether von Rocdcr" in Dienst gestellt.