Ausgabe 
(28.8.1938) Nr. 236
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Armer Muim

parteiamtliche Lageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien Hansestadt Bremen

Anzeigen - Grundpretser

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der Nationalsozialisten Bremens

stattliches verkündungsblatt des Beichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 2Z6 / 8. Jahrgang

Sonntag. 28.flugust 19Z8

Linzelpreis 15 Bpf.

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Berlin protestiert schärfstens in Prag

Segen die Verewigung deutscher Soldaten!

vestrafung der Schuldigen und Sicherung gegen Unveeschämcheiten gefordert

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Prag, 28. August.

Der deutsche Gesandte in Prag hat gestern der tschecho-slowakischen Regierung eine Verbalnote überreicht, die einen scharfen Protest zu der ungeheuerlichen Beleidigung deutscher Soldaten durch eine Veröffentlichung unter dem Titel „Das waren nicht Sol­daten, sondern Vieh" in dem tschechischen Blatt „Moraoskoslezski Denik" enthält.

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In der Note wird eine entsprechende Bestrafung der Schuldigen und Sicherung dafür verlangt, daß in Zu­kunft derartige beleidigende Veröffentlichungen nicht mehr möglich sind.

Wie wir zu dem Schmwhartikel in der „Morawskos- lezski Denik" erfahren, handelt es sich zweifellos um eine planmäßig betrieben« Vergiftung der Atmosphäre von tschechischer Seite, denn es ist auffallend, daß das tschechische Blatt „Pozor" sauf deutsch „Achtung"), das in Olmütz erscheint, den gleichen Text dieses Machwerks veröffentlicht. Da das letztere Blatt einem anderen Ver­lag gehört, mutz die Herstellung und Verbreitung Dieses Ereuelartikels von einer dritten Stelle betrieben wor­den sein.

englische flnleifte für Prag?

London, 28. August

Der marxistische „Daily Herald" bringt zahlreiche

erichte zu dem tschechischen Problem. Hierbei findet sich auch eine Information, daß man die SNöglichkeit einer englischen Anleihe an die tschecho-slowakischc Re­publik erwäge, angeblich um den sudetendeutschen Not­standsgebieten zu helfen. Mit dieser Meldung des Blattes erhalten jene früheren Mitteilungen der eng­lischen Presse über die bedeutsame wirtschaftliche Seite der Tätigkeit Lord Runcimans klareres Licht.

Das Politische Interesse der Londoner Zeitungen wendet sich überhaupt immer mehr der tschechischen Frage zu. Gleichzeitig bringen die Londoner Blätter — sei es in Kommentaren oder in ihren Präger oder Berliner Berichten — immer stärker ihre Besorgnis zum Ausdruck.

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Prag, 28. August

Die kommunistischen Störungsaktionen gegen eine Re­gelung der sudetendeutschen Frage im allgemeinen und gegen die Mission Runcimans im besonderen werden mit offener Mitwirkung und Unterstützung durch die tschechischen Parteien planmäßig weitergeführt. Die Agenten Moskaus ziehen weiterhin Hetzversamm- lungen auf und inszenieren eine Flut von Protest­ichristen an die Präger Regierung. So sandte jetzt die

kommunistische Ortsorganisation in Dimokur bei Pode- brad an den Staatspräsidenten ein Schreiben, in dem vor jeglichen Zugeständnissen gewarnt, und „entschie­denes Handeln" gefordert wird. Wie bei anderen kom­munistischen Aktionen ähnlicher Art ist , auch dieses Schreiben an Benesch von den Ortsorganisationen der tschechischen Parteien (!) unterzeichnet. Unterschrieben haben in diesem Falle neben der kommunistischen Partei die Organisationen der tschechischen Volkssozialen, der Tschechischen Klerikalen Volkspartei, der Agrarpartei und der Gewerbepartei. Das kommunistische Blatt

„Rüde Pravo" zählt noch 12 weitere Gemeinden auf, in denen solche Aktionen gemeinsam von Tschechen und Kommunisten veranstaltet wurden.

fingst vor der waftrfteit

Immer wieder Zeitungsverbote in der Tschechei - Warschau, 28. August.

Das Blatt der polnischen Volksgruppe in der Tschecho- Slowakei, „Dziennik Polski" ist in den letzten Tagen fortlaufend beschlagnahmt worden. Am Sonnabend erfolgte die Beschlagnahme, wie die polnische Tele- graphen-Agentur meldet, bezeichnenderweise wegen eines Aufsatzes, der sü^ das polnische Schulwesen un Teschener Gebiet die 'Gleichberechtigung mit dem tschechischen fordert. In diesem Aufsatz wird nach­gewiesen, wie stark das polnische Schulwesen in jeder Hinsicht zurückgesetzt wird.

Londoner Kurs unverändert

lftamberlains krklarung über die rstftecho-Slowakei nach wie vor gültig

London, 28. August

Der britische Schatzkanzler Sir John Simon hielf am Sonnabendnachmittag in Lanark (Südschottlaird) seine angekündigte Rede über die politische Lage. Wie vorauszusehen war, ging er dabei auch auf die^ Ein­stellung Englands zür Tschecho-Slowakei ein. lA er­klärte. die Stellungnahme Englands sei in der Rede des Premierministers im Unterhaus am 24. März in vollem Anfang und zutreffend dargelegt worden. Simon stellte hierzu fest:

„Diese Erklärung trifft auch heute noch zu. An ihrem Inhalt ist nichts zu ändern, auch ist nichts hinzuzufü­gen. Um eine Lösung für die Gegensätze in der Tschecho- Slowakei zu finden, müssen alle Beteiligten Beiträge liefern. Die Regierung erkennt an, daß in der Tschecho- Slowakei ein wirkliches Problem vorliegt, daß drin­gend der Lösung bedarf. Wir sind überzeugt, daß, wenn aus allen Seiten guter Wille vorliegt, es möglich sein sollte eine Lösung zu finden, die allen berechtigten In­teressen gerecht wird. Es ist nicht notwendig, die Wich­tigkeit einer solchen friedlichen Lösung zu unterstreichen, denn in der modernen Welt gibt es für die Rückwir­kungen des Krieges keine Grenzen.

Die britische Regierung hat ihren Einfluß im tschecho­slowakischen Streit auf beiden Seiten eingesetzt mit dem Ziel, Vernunft bei den Bemühungen zur Erzielung einer Lösung zu üben. Wir glaubten, es wäre von Nutzen, wenn wir den Parteien den Dienst eines Mannes zur Verfügung stellten, der als Staatsmann Erfahrung hat und auch in Fragen, wo man als Prü­fer und Vermittler handeln mutz. Diese Anregung ist von beiden Parteien begrüßt worden, und Lord Runci- man hat sich bereit erklärt, sich zur Verfügung zu stellen.

Er ist kein Schiedsrichter — und auch kein Richter —, er ist ein Vermittler und ein Freund. Die guten Wünsche der ganzen Welt, die erkennt, wieviel von seinem Erfolge abhängt, begleiten Lord Runciman bei seiner Vermittlungsaufgabe, deren er sich zum Wohls der Oessentlichkeit unterzogen hat.

Lord Runciman ist in Prag nicht als Vertreter der britischen Regierung, sondern als Vertreter aller, die Gerechtigkeit wünschen und Frieden lieben. Ich bin überzeugt, daß alle vernünftigen Menschen in jeder Nation ihn zu unterstützen und nicht in seinen Be­mühungen zu hemmen suchen müssen, um die ver­schiedenen Elemente des tschechischen. Problems einer gerechten Lösung zuzuführen.

Einstweilen ist es nicht nur unsere Pflicht, sondern die aller — und alle sind am Weltfrieden interessiert — nichts zu tun, was eine zufriedenstellende Lösung ge­fährden könnte. Wir hoffen fest, daß, wenn der richtige Geist herrscht, sich eine friedliche Regelung, die legitime Interessen und Ansprüche ausgleicht, bei Geduld und gutem Willen erreichen lassen sollte."

Vorher führte Sir John Simon in seiner Ansprache aus, er habe Lhamberlain wieder völlig gesund ange­troffen. Die Außenpolitik der Regierung bezeichnete Simon als positive Friedenspolitik. „Hinter uns liegt ein Jahr großer Sorge und großer Schwierigkeiten.. In nichts hat sich Chamberlains Führung aber mehr aus­gezeichnet als in seinen und Lord Halifax' entschlossenen und positiven Bemühungen, die Spannungen zu ver­ringern und die Befriedung zu fördern. Ich weise An­sichten gewisser Kreise völlig.zurück, haß ein Krieg (Fortsetzung auf Seite 2)

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Nikolaus von Nortkv in Nürnberg

0er Stellvertreter des füftrers und srau ließ empfingen die ungarischen Säfte — saftet durch die festlich geschmückte Stadt

;ur kaiserburg — Mit Sberbürgermeister Liebet im ftistocischen Natftaussaal

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(llligsnsr Drslitbsrielrt ckor „Urvwsr Leitung")

N ü r n b e r g, .28. August.

westlich geschmückt empfing Nürnberg, die Stadt der "eichsparteitage, am Sonnabend Admiral von Horthy. Tausende standen schon in den frühen Morgenstunden °»f dem Vahnhossplatz. Um 9 Uhr marschierte eine Ehrenkompanie der Wehrmacht auf, Ehrenformationen der Bewegung folgten. Herzlicher Jubel erklang, als kurze Zeit später der Stellvertreter des Führers, Rudolf , 5-ß mit seiner Gattin, Reichsfiihrer Himmler. Eau- ° '?ier Julius Streicher, Ministerpräsident Siebert und

^Lidcr Kommandierende General des X111. Armeekorps antrafen. Pünktlich um 9.15 Uhr lief der Sonderzug —°m. Der Stellvertreter des Führers und Frau Hetz begrüßte,, im Namen des Führers Reichsverweser von 3 ö >°>,s - Horthy und dessen Gemahlin. Dann stellte Rudolf He» dem Admiral die zum Empfang erschienenen Männer

wn Partei, Wehrmacht und Staat vor.

Vor dem Bahnhof erklangen Fanfarenrufe der Wehr­macht; gleichzeitig umbrauste den Reichsverweser, als « die Halle verließ, nichtendenwollender ^ubel der Nur mühsam konnten sich die Wagen ihren E auf der Triumphstraße zur Kaiserburg bahnen

deren Räumen vor Jahrhunderten die deutschen , B^ s^chser bei ihrem Besuch in Nürnberg gewohnt haben.

"— katzte Wegstrecke säumte ein Spalier der H^. mit "ommeln und Fanfaren. ...

^ , Die Wagen fahren durch die von unganchen und

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putschen Zahnen flankierten Eingangstore untz halten ?,der inneren Burg. In diesem Augenblick tritt eim ^?—' Ehrenkompanie der Kriegsmarine unter Gewehr Die

„ äahinm der beiden Nationen werden am alten.-ourg-

^ sury, »«hißt und Reichsstatthalter General R i t t « r Epp begrüßt im Namen des Landes Bayern den «! ^hcn Gast und seine Gemahlin und führt sre llEein-am

i-st "ut dem Stellvertreter des Führers und Frau Hetz in

du, Purg. , .

Nach einiger Zeit fahren die Wagen wieder vor und "u Reichsverweser besichtigt mit !>>">>' Gemahlin die

seiner Gemahlin

Altstadt. Der Weg führt zunächst in das Dürerhaus, dann in die schönste Nürnberger Kathedrale, die Lorenz- kirche, und in das Germanische Nationalmuseum. Kurz nach 12 Uhr treffen die hohen Gäste im Rathaus ein, wo sie am Portal von Oberbürgermeister Liebel empfangen werden, der Admiral von Horthy sodann mit dem Ehrentrunk der otadt der Reichsparteitag« im Mtorischen Rathausiaal willkommen heißt. Ein junges Mädchen in altdeutscher Tracht reicht dem Reichsver­weser den Ehrentrunk, ein zweites Mädchen übergibt Frau von Horthy einen großen Strauß roter Rosen. Der Reichsverwcser und Frau von Horthy tragen sich dann in das Goldene Buch der Stadt ein. Mit herzlichem Dank nimmt Frau von Horthy noch eine große Packung Nürnberger Lebkuchen entgegen.

In deii neu gestalteten historischen Räumen der Kar­le r b u r g fand dann ein Frühstück statt, das der Stell­vertreter des Führers und Frau Heß zu Ehren des Reichsverwesers und seiner Gemahlin gaben. An diesem Frühstück nahmen von deutscher Seite u. a. teil: die Reichsleiter Dr. Ley, Reichssührer Himmler, Stabs­chef Lutze Reichsstatthalter Ritter von Epp sowie Gau­leiter Streicher Gauleiter Bohle, Korpssührer Huhn­lein, Ministerpräsident Siebert, General Daluege sowie der Landeskreisleiter Ungarn der Auslandsorganisation der NSDAP. Eraeb. ^ ^

Nckch dem Imbiß in den Räumen der Burg wurde d,e Besichtigungsfahrt fortgesetzt, an der sich neben dem Stellvertreter des Führers und Frau He», Reichssührer Himmler, Dr. Sey, Korpssührer Hühnlein und Gauleiter Bohle beteiliaten. Die Magen fuhren zum Parteitaggelände, wo Relchsverweser Nikolaus von Horthy und der Stellvertreter des Führers zwischen dem Lager der HJ. und der SA. einen ^Vorbeimarsch der Formationen abnahmen. In straffem Schritt, tadel­los ausgerichtet, marschierten die SA.-Standarte „Feld­herrnhalle", die -Standarte „Deutschland" und wer­tere Marschblocks der mit Standarten und Fahnen vorbei.

Die Besichtigung der gewaltigen Bauten des Reichs- parteitaggeländes machte auf die Gäste einen nach­haltigen Eindruck. Von hier fuhr die Wagenkolonne zurück durch die Altstadt zum Adolf-Hitler-Platz, wo die Jugend die großen Parteitagstribünen besetzt hatte. Die Veranstaltungen in Nürnberg hatten damit ihr Ende gefunden. Die Rückfahrt zum Bahnhof bot ein geradezu phantastisches Bild. Es waren mindestens 100 000 Menschen an dieser' Wegstrecke zusammengekom­men, die dem hohen ungarischen Gast und dem Stell­vertreter des Führers in einer nicht zu überbietenden Weise zujubelten und nicht müde wurden, ihrer Freude mit Heilrufen und Fähnchenschwenken Ausdruck zu geben. Unter den feierlichen Klängen der ungarischen und der deutschen Nationalhymnen'schritt von Horthy, begleitet vom Stellvertreter des Führers, am Bahnhofs­vorplatz die Front der Ehrenabordnungen ab. Dann verabschiedete Rudolf Heß im Auftrage des Führers den Reichsverweser des Königreichs Ungarn mit herzlichen Worten. Wieder empfing in der Westhalle des Haupt­bahnhofes die hohen Gäste der frohe Gruß der Jugend.

Der Stellvertreter des Führers geleitete Admiral von Horthy zu seinem Salonwagen. In angeregter Unterhaltung verweilten bis zur Abfahrt der Reichs­verweser und die ungarischen Minister mit Rudolf Heß und den führenden Männern von Partei, Staat und Wehrmacht. Kurz vor Abfahrt des Zuges überreichte der Stellvertreter des Führers der Gattin des Reichs­verwesers im Auftrage des Führers einen herrlichen Strauß roter Rosen.

Unter den Klängen der ungarischen Nationalhymne, die vom Musikzug der SA.-Standarte 14, dem ältesten SA.-Musikzug Deutschlands, gespielt wurde, setzte sich der Sonderzug in Bewegung. Mit einem herzlichen „Aus Wiedersehen!" verabschiedete sich der Reichsverweser.

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I. L. v. Bremen, 28. August

Mit dem ebenso festlichen wie herzlichen Empfang des ungarischen Reichsverwesers in Nürnberg wurde ein glanzvoller Abschluß dem Er­eignis gesetzt, das der Bekräftigung der schicksal­haften Verbundenheit des deutschen mit dem ungarischen Volke galt. Mit dem Besuch ist der Fortsetzung jener Politik neue Triebkraft gegeben worden, die der Gerechtigkeit, der Wohlfahrt und dem Frieden des europäischen Festlandes dient. Und wenn das ungarische Regierungsblatt in seinem Rechenschaftsbericht über die Bedeutung des Besuches Horthys in Deutschland nicht ver­gißt zu betonen, daß die Freundschaft Budapest— Berlin nicht weniger festgefügt sei wie die Freund­schaft Budapest—Rom, dann wollen wir dem nicht allein von ganzem Herzen zustimmen, sondern dazu noch wünschen, daß es allen ehrlichen Frie­densfreunden in der Welt beschieden sein möge, zu erkennen, wie notwendig es ist, daß der Grund­gedanke der deutsch-italienisch-ungarischen Freund­schaft eines Tages auch die Staaten erfaßt, die heute noch mit einer gewissen Zurückhaltung vor der Zwangsläufigkeit einer mitteleuropäischen Schicksalsgemeinschast stehen. Auch sie müssen be­greifen, daß die richtig verstandene und redlich ge­wahrte mitteleuropäische Schicksalsgemeinschast eines Tages das Kernstück der gesamteuropäi­schen Völkerverbundenheit zu werden vermag, wodurch Europa endlich wieder jene welt­politische Stellung zurückgewinnt, die ihm seiner Kultur gemäß und gemäß seiner geistigen und seelischen Stärke des Schaffens zukommt.

-i-

Noch sind wir leider von der europäischen Völ­kerverbundenheit recht weit entfernt. Noch genügt der reine Wille zum Frieden und zum euro­päischen Zusammenhalt für ein Volk nicht, wenn andere Völker ihm ruhiges Schaffen und gedeih­liche Selbstentfaltung mißgönnen. Noch bedarf es einer starken Wehr des einzelnen Volkes, das, von der Mißgunst schäbiger Neider und gehässiger Feinde bedrängt, sich selbst behaupten will. Noch bedarf es sprechender Tatsachen, angesichts deren systematische Kriegshetzer sich sagen müssen, daß sie im Falle der Entfesselung eines Krieges an sich selber schädlicher als an dem Volke handeln, das sie mit Krieg überziehen möchten. Insofern wün­schen wir recht sehr, daß die gewaltige deutsche Machtentfaltung bei der größten Flottenschau und der glanzvollsten Truppenparade anläßlich des Staatsbesuches des ungarischen Staatschefs ihre Wirkung dort nicht verfehlt hat, wo man Mit dein Gedanken spielt, Deutschland von neuem einzu­kreisen. Die Zeiten, wo es einmal nur ein Spa- ziergang war, ins Ruhrgebiet einzubrechen und wo es nicht ryeniger leicht gewesen wäre, die deut­schen Küsten zu beschießen, sind vorbei. Das war, als Deutschlands Wehr gleich Null war, als Deutschlands Ehre in der Welt mit Füßen getreten werden konnte und deutsches Volkstum dem Frei­wild gleich erachtet wurde.

Deutsche Ehre kann man heute nicht mehr un­bestraft besudeln. Die ungeheuerliche Beleidigung des deutschen Soldatentums im Weltkrieg durch tschechische Blätter hat mit Recht den sofortigen und scharfen Protest der deutschen Regierung in Prag im Gefolge gehabt, und man soll dort die an diesen Protest geknüpfte Forderung der Bestra- fung der Schuldigen und der Gewährleistung einer

Unser EraFesspisyeL

Im japanischen Generalangriff aus Hankau kam es zu schweren Kämpfen.

Der ungarische Ministerpräsident gab Erklärungen über Horthyg Deutschlandbesuch und über die Kon­ferenz von Vled ab.

Von Horthy hat nach der Besichtigung der- Stadt der Reichsparteitage seine Rückreise angetreten.

Der englische Schatzkanzler sprach zur tschechischen Frage.

Deutschland hat wegen Beleidigung deutsche» Soldatentums in Prag schärfsten Protest erhoben.

Die 8. Reichstagung der Ausländsdeutschen wurde in Stuttgart eröffnet.

Heute wird die Leipziger Herbstmesse eröffnet.

Bei den deutschen Seeschiffen wird ein erweiterter Feuerschutz eingeführt.

Erwin Vlask stellte in Stockholm einen neuen Weltrekord im Hammerwerfen auf.

Im Leichtathletiklönderkampf Deutschland—Schn -- den führt nach dem ersten Tag Schweden mit 53:51 Punkt:,,.

Das große Reitturnier in der Bahr brachte auch am Sonnabend spannende Rennen.

Während seines fünfjährigen Bestehens verteilte das WHW. Bremen für 7 Milk. RM. Sachspenden. Die Kriegsmarinedienststelle Bremen übernimmt mit dem 29. August Kapitän zur See Feldbausch.