Ausgabe 
(23.8.1938) Nr. 231
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(lligener vraLtderickt ckerLreiner Leitung")

Kiel. 23. AUgust.

Der Reichsverweser des Königreiches Ungarn, Seine Durchlaucht Nikolaus Horthy von Nagybanya. traf in Begleitung des Führers, seiner Gemahlin und des ungarischen Ministerpräsidenten von Imredy, des ungarischen Außenministers von Kanya und des Honvedministers General von Ratz aus seiner Deutschlandreise am Montagmorgen mit dem Sonderzug in Kiel ein. Der Führer und Reichskanzler begrüßte seinen hohen Gast auf dem Hauptbahnhof und geleitete ihn zur Germaniawerft, wo Frau von Horthy die Taufe eines neuen Kreuzers der deutschen Kriegsmarine aus den NamenPrinz Eugen" vornahm. Reichsstatthalter ss-Gruppenführer Dr. Seyß-Inquart hielt die Taufrede. Nach dem Taufakt legte der Reichsverwsser am Marineehrenmal in Labor einen Kranz nieder. Danach begaben sich der Führer und der Reichsverweser an Bord des Aviso Grille", um der größten Flottenschau des Dritten Reiches beizuwohnen.

am Montag

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hob dabei die ff §jx ^riegsmarinestadt Kiel erlebte evor die Eeinaninen ihrer größten Tage. Seit vielen Tagen haben die lts abgedrM LZxgMerung und Stadtverwaltung gewetteisert, ihre Stadt festlich zu schmücken. ,Zu Tausenden und aber lausenden wehte die Fahne Ungarns, das Rotweißgrün rit der Krone, und die Flagge des Dritten Reiches von n Türmen, Dächern und Giebeln der Stadt. Am afenufer zög sich eine riesige Fahnenallee entlang, in rren Mitte ein über zehn Meter hoher Pylon mit 12 rvtzen Flaggen stand. Aus die Förde hinaus grüßte von » I Irr Bellevüe-Vriicke ein gewaltiger Doppelpylon mit jrai ungarischen Staatswappen und döM Hoheitszeichen - - . > ds Reiches. Auch die Ufer des Hafens waren bis nach rolle LreiM hinaus festlich geschmückt. Besonders eindrucksvoll « , dar der Hauptbahnhof und sein Vorplatz gestaltet. Eir- »HL-VlkMManden aus Blumen und Tanncngrün, Fahnen über .... sahnen und festlich frohe Menschen grüßten den Reichs- subsrubpM Verweser des ungarischen Staates, als er an der Seite Adolf Hitlers in Kiel eintraf. Seit den frühen Morgen- nden war die Bevölkerung zu Hunderttausenden un- erwegs. Die Betriebe und Schulen hatten geschlossen, fiel stand vollkommen im Zeichen des hohen Staats- s unä absei!Luches und des feierlichen Stapellaufs.

er sützrer in Kiel

Kurz vor 8 Uhr trifft der Führer in Begleitung von Reichsminister Dr. Goebbels auf dem Kieler Haupt- iahnhof ein.

»Aus dem Bahnsteig begrüßte der Führer Reichsaußen- inister von Ribbentrop, den Oberbefehlshaber der riegsmarine, Generaladmiral Raeder, den Oberbe- '-hlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchiffch, n Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, General ;er Artillerie Keitel, Staatssekretär der Luftfahrt Ge- . der Flieger Milch als Vertreter des Oberbefehls-

l. vorgesch s,bers p^r Luftwaffe sowie fast sämtliche Reichsmmister end Reichsleiter. Man sah die Reichsminister Dr. Gürt- L-l. Funk, Rüst, Dr. Frank. Lammers, Rcichsführer ss vimmler. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. Stabschef Ruhe und andere führende Männer von Partei und staat. Ferner wurde der Führer vsm Kommeindreren- )en Admiral der Marinestation der Ostsee. Admiral n,jr biüAbrecht, vom Kommandierenden Admiral der Luft- tasse See General der Flieger Zander, vom Gauleiter iüberpräsidenten Lohse. vom Oberbürgermeister der

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' . ar^iegsmarinestadt Kiel Vehrens und vom Polizeipräsi-

llstkl ä., dienten SA.-Obergruppenführer Meyer-Quade emp-

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' Äbelstürme der die Bahnsteige bis aus den letzten H füllenden Menge brandeten dem Führer entgegen, >e Welle der Begeisterung pflanzte sich fort und von den Zehntausenden vor dem Bahnhof aus- ommen. Der Orkan des Jubels brach nicht ab und bertönte das Rollen des herannahenden Sonderzuges, 6» >it dem kurz daraus die hohen ungarischen Gäste ein-

>e stnkunft des Neichsverwesers

^ Ein historischer Augenblick war gekommen. S. D. der K-leichsverweser des Königreiches Ungarn, mtez Nlko- ^^uis Horthy von Nagybanya, und I. D.

Magew

Köskens,

.... . Frau von

UMrthq verließen den Sonderzug, während das Mustk- Mj-rps der Abordnung der Kriegsmarine die ungarische ^-iationalhymne spielte. Von warmer Herzlichkeit ge- ^>°gcn war die Begrüßung der beiden Staatsober­häupter und Führer ihrer Völker. Der Führer und 'tichskanzler hieß seine hohen Gäste aus das aller- n Ezlichste willkommen. In den langen und Herzlichen giii/ändedruck der beiden Staatsoberhäupter kam dre jahr- xi<»ndcrtealte geschichtliche Freundschaft und enge Ver- hMdcnheit der beiden Völker klar und sinnfällig zum Musdruck. Herzlich begrüßte der Führer dann D. v°u Horthy und überreichte ihr ern prachtvolles ' "umeiigebiiide.

Darauf stellte der Führer dem Reichsverweset Reichs- -7-^.tzenminister von Ribbentrop und Eeneraladmiral aeder vor, während der Reichsverweser den Komglich-

/Gx, inzarischen Ministerpräsidenten Dr. vitez Bela von . ^^Medy und den Königlich-Ungarischen Außenminister I k»^4u!oman von Kanya mit dem Führer bekannt machte.

und Eeneraladmiral Raeder stellten die --<>bngen Reichsminister und Reichsleiter vor. Bei der kM^rstellung wechselte der Reichsverweser mit den deut- ^ Herren herzliche Worte der Begrüßung, wahrend der Führer mit Frau von Horthy unterhielt. Der ^ lpuhrer begrüßte darauf die in Begleitung des Reichs- stipierwesers befindlichen weiteren leitenden Männer der is»s<i?ugaiischen Regierung.

Nach dem Abschreiten der Front einer Ehrenkompanie vor dem Hauptbahnhof, die von der Marineschule Kiel gestellt wird, begibt sich der Reichsverweser, geleitet vom Führer und der engsten Begleitung, auf dem Landwege nach der Bellevue-Vrücke, um sich auf die Station'sjachtNixe" einzuschiffen und die Fahrt zur Krupp-Eermaniawerft anzutreten. Beim Besteigen der Nixe" feuern die im Hafen liegenden Schiffe einund­zwanzig Schuß Salut. '

lausende bei »Prinz kugen"

Viele Stunden vor Beginn des Stapellaufs von Prinz Eugen" ist das riesige Gelände der Ger­maniawerft von Zehntaufenden von Zuschauern um­lagert. Das sausende Zischen der Niethämmer von den zahlreichen Hellingen der Werft ruht. Riesige Haken­kreuzfahnen wehen von den äußersten Sprossen und ein gewaltiges Hoheitszeichen ziert den großen Außenkran. Herrlich leuchtet der schlanke Silberleib des Kreuzers I", umkränzt mit golddurchflochtenen Tannengirlanden, am Bug die Hakenkreuzflagge und am Heck die Reichs­kriegsflagge. An Back- und Steuerbord glänzen die Wappen des Hauses von Savoyen, weht die Reichs-

Die Tauko ckvs lii'vuLersLriiiL bin gen" in Kiel. Der l?ülirer ii»,1 Ikvivliskaii/.ler seliroitet mit seinem Linst, ckoi» »ngni'isclieii ltvielisvemvvser von llortli^, bei seinem büntrekken auk ckem Lieläncks cker Liei'mnuin-IVvrkt üiv bront der INirenüompaniv ab. ' Luknahms: brsgs.

kriegsflagqe neben der alten österreichisch-ungarischen rotweitzgrünen Kriegsflagge und der ungarischen Flagge. Rechts pom Schiff sind die Ehrenabteilungen der Kriegsmarine in Paradeuniform mit aufgepflanz­tem Seitengewehr sowie die Formationen des Heeres und der Luftwaffe angetreten.

Der Stapellauf des neuen Kreuzers

Punkt zehn Uhr verkünden Heilrnse in der Ferne die Ankunft des Führers und seines hohen Gastes, des Reichsverwesers von Horthy und seiner Gemahlin. Die Musik spielt die ungarische Nationalhymne und un­ter dem Jubel der Zehntausende der Werftarbeiter und der Ehrengäste erscheint der Reichsverweser, geleitet vom Führer und Reichskanzler.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Dr. Krupp von Vohlen-Halbach und den Vorstand der Eermaniawerft erstattet der Festungskommandant Admiral Mewis die Meldung. Dann schreitet der Reichsverweser neben dem Führer die Front der Ehrenkompanie ab.

Unter dem Jubel der Zehntausende begeben sich die Staatsoberhäupter zur Taufkanzel, wo jetzt der Stander des Reichsverwesers und der Stander des Führers hoch­gehen. Frau von Horthy wird von Herrn Krupp von Bohlen-Halbach geleitet. Neu« Jubelstürme begrüßen den Führer und seinen hohen Gast, als beide auf der Taufkanzel erscheinen. Reichsstatthalter -Gruppen­führer Dr. Seyß-2nquart tritt an das Mikrophon, um die Taufrede zu halten. Er führte dabei u. a. aus:

Als im März dieses Jahres durch Ihren Entschluß und durch den von Ihnen aufgerufenen einigen Willen der Nation das tausendjährige Wollen des Deutschen Volkes zur Wirklichkeit wurde und das größere Deutsch­land geschaffen war, beschlossen Sie, dem heute von Stapel laufenden Kreuzer einen Namen aus der ge­samtdeutschen Geschichte zu geben. Ihre W-a h l traf PrinzEugen.

Mein Führer, mit diesem Namen des Reichsfeldmar­schalls rufen Sie jene deutsche Vergangenheit als Zeu­gen für das Werk der Gegenwart auf, m der es Deutsch­land in seiner Gesamtheit war, das den Vernichtung be­deutenden Ansturm des Ostens gegen das Abendland endgültig abwehrte, zugleich aber seine die christliche Kultur schützende' Existenz gegen die Angriffe eines allerchristlich'en Königs verteidigen mußte.' Es waren die gutgesinnten Staaten Mitteleuropas, die in richtiger Erkenntnis ihrer unlösbaren Schicksals ge­mein schaft mit dem Deutschen Reich gingen zum eigenen Wohl und zur Befreiung der Donaüvolker, auf daß diele in diesen Gemeinschaftskreis eintreten konnten.

(Fortsetzung aus Seite 2)

Im Namen -es Volkes

Sesetz über die Verantwortlichkeit von Mitgliedern elzemaliger österreichischer Sundes- und Landesregierungen und ihrer Kelfer

Berlin, 23. August

Im Reichsgesetzblatt Nr. 131 Teil 1 wird folgendes Gesetz über die Verantwortlichkeit von Mitgliedern ehe­maliger Bundes- und Landesregierungen und ihrer Helfer veröffentlicht. Es lautet: Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkün­det wird:

8 1

1 Mitglieder ehemaliger österreichischer Bundesregie­rungen, die sich bei ihrer Betätigung im öffentlichen Leben einer Rechtsverletzung oder einer volksfeindlichen Handlung schuldig gemacht haben, und ihre Helfer können vor einem Staatsgericht in Wien zur Verant­wortung gezogen werden. »

2. Das gleiche gilt für die Mitglieder der ehemaligen Landesregierungen (Bürgermeister der Stadt Wien) und ihre Helfer.

3. Das Staatsgericht in Wien stellt fest, ob schuldhaft das Recht verletzt oder eine volksfeindliche Handlung begangen ist.

8 2

Die Anklage erhebt im Namen des deutschen Volkes der Reichskommissar für die Wiedervereinigung Oester­reichs mit dem Deutschen Reich.

8 3

Der Reichsminister des Innern kann den nach der Feststellung des Staatgerichts Schuldigen das vorläufige Reichsbürgerrecht entziehen; er kann ihnen die

deutsche Staatsangehörigkeit aberkennen. Daneben kann er zum Zwecke der Wiedergutmachung ihr Vermögen zu­gunsten des Deutschen Reiches einziehen. '

8 4

Verfahren vor anderen Gerichten und vor Verwal­tungsbehörden über dieselben Gegenstände werden bis zur Entscheidung des Staatsgerichtes unterbrochen. Die tatsächlichen Feststellungen des Staatsgerichtes sind für die Gerichte und für die Verwaltungsbehörden bindend.

88

Die Mitglieder des Staatsgerichtes werden auf Vor­schlag des Reichsministers des Innern vom Führer und Reichskanzler ernannt.

8 6

Die näheren Bestimmungen über die Einrichtung des Staatsgerichtes, sein Verfahren sowie die sonst zur Durchführung dieses Gesetzes erforderlichen Vorschriften erläßt der Reichsminister des Innern.

Berlin, den 17. August 1938.

Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler

Der Reichsminister des Innern Dr. Frick

Der Reichsminister der Justiz Dr. Gürtner

Der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers.

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Durch Reichsgesetz sind die' Handhaben geschaffen worden, ein politisches Verbrechertum zur Verantwortung zu ziehen, das in der deutschen Ostmark jahrelang Amt und Macht zur Knebelung der Dolk'srechte mißbraucht hat. Auf Lug und Trug haben die Machthaber des Schuschniggsystems ihre Herrschaft aufgebaut. Da es keinen Zweifel darüber gab, daß das gesamte österreichische Volk vo I ksd e ut sch dachte und seit dem Zusammenbruch von 1918 die Tat der Heim­kehr in die Gemeinschaft aller Deutschen ersehnte, haben die vergangenen Systemgrößen dem Willen des Volkes Rechnung tragend diesem ein politisches Programm vor­gegaukelt, das sie später, nachdem sie im Sattel saßen, verrieten und in das Gegenteil umkehrten. Ein brutales Polizeiknüppelsystem mußte die Wut und Empörung der Volksmassen über diesen schamlosen Be­trug unterdrücken.

Erst heute vermögen wir allmählich einen Einblick in die internen Methoden dieser furchtbaren Gewalt­herrschaft zu gewinnen. Ein flüchtiger Blick durch die Aktenstöße des Systems etgibt ein Bild politischer Willkür, das an das finsterste Mittelalter erinnert. Recht und Gesetz sind in den Händen dieser politischen Gangster Spielball zur Befriedigung persönlicher Rachegelüste gewesen.

Aus den Akten, die infolge des schnellen Zugriffs der österreichischen SA. und in der denkwürdigen Nacht vom 12. März nicht mehr beiseitegebracht werden konnten, geht einwandfrei hervor, daß Unschuldige ohne jeden Grund in die Gefängnisse geworfen wurden, ledig­lich weil sie sich bei den herrschenden Systemgrößen per­sönlich mißliebig gemacht hatten. Tausende Existenzen sind auf diese Weise vernichtet worden. Moralisch, phy-

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Nach der Rundfunkrede Daladiers traten zwei Re- gierungsmttgliedcr zurück.

Ministerpräsident Chamberlain überprüfte die Franco-Note.

Vor dem Führer und seinem Gast fand die bisher größte Flottenparade des Dritten Reiches statt.

Frau von Horthy taufte den neuen deutschen Pan­zerkreuzer auf den NamenPrinz Eugen".

Die Reichsregierung erließ ein Gesetz über die Ver­antwortlichkeit von Mitgliedern ehemaliger öster­reichischer Bundes- und Landesregierungen und ihrer Helfer.

Das FlugzeugNordmeer" traf abermals in New ?>ork ein.

Die Männer des Arbeitsgaues XVII haben ihre Vorbereitungsübungen sür Nürnberg aufgenommen.

Die Fahrzeiten der Sonderzüge des Kreises Bremen zum Reichsparteitag 1938 stehe« nunmehr fest.