Ausgabe 
(10.6.1939) Nr. 157
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vremer Zeitung

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstattkialters in Mdenburg und Bremen

Nr. 1S7 / 6. Jahrgang

Sonnabend, 10. Juni 16Z9

kinzelpreis 1S Npf.

Säiöne Motte englischer Staatsmänner

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Wbau oder Verschleierung der kinkreisungt

L tlzamberlam und Lord lzalifar über knglands verbaltms zu Deutschland

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London. 10. Juni.

Auf eine Anfrage im Unterhaus, ob ihm die kürzlich in Deutschland abgegebenen Erklärungen bekannt seien, datz Grotzbritannien die Vernich­tung des deutschen Handels und aller deutschen Existenzgrundlagen plane, um die politische und physische Ausrottung des deutschen Volkes zu er­zielen, erklärte Ministerpräsident Charnberlain u. a.. er habe mit grotzem Bedauern festgestellt, datz solche Behauptungen weiter erhoben würden, obschon er und Lord Halifax viele positive Erklä­rungen im gegenteilige^ Sinne abgegeben hätten.

In seiner Rede in der Londoner Albcrt-Hall am 12. Mai sowie in seiner Unterhausrede am 18. Mai habe er erklärt, datz jede Behauptung, datz England Deutschland zu isolieren wünsche oder der natürlichen und legitimen Ausdehnung seines Handels in Mittcl- und Südosteuropa im Wege stehen wolle, oder datz es irgendeine Kombination gegen Deutschland plane mit der Absicht, gegen Deutschland zum Kriege zu schreiten, phantastisch sei.

' Bei einer außenpolitischen Aussprache im Oberhaus H hielt Außenminister Lord Halifax am Donnerstag b eine Rede, in der er zunächst auf die Frage des Krieas- Materials in Spanien einging und erklärte, daß die italienische Regierung das Recht haben müsse, an Franco Kriegsmaterial zu verkaufen, wenn sie die Ab- l sicht dazu hatte. Er glaube nicht, datz irgendein Grund

... zur Klage über einen Bruch des Abkommens vorliege.

Nachdem sich Lord Halifax dann mit der Lage im r Fernen Osten befaßt hatte, die, wie er sagte, der Re­it gierung beträchtliche Besorgnisse verursache, erklärte er

t zu den Verhandlungen mit der Türkei, daß nach dem

. Abschluß der ersten Stufe die Verhandlungen weitere a Beratungen zwischen den beiden Regierungen statt-

5 fänden. Er hoffe, daß er in sehr kurzer Zeit in der

Lage sein werde, dem Hause mitzuteilen, daß sie er- ? folgreich abgeschlossen worden seien.

Zu den Verhandlungen mit Sowjetrußland teilte u Ä . Lord Halifax unter Bezugnahme auf seine Besprechungen ss v. mit französischen Ministern in Paris und Genf und

dem sowjetrussischen Botschafter in London mit, daß als das Ergebnis dieser Besprechungen gemeinsame englisch-französische Vorschläge der Sowjetregierung un­terbreitet worden seien, die nach Ansicht der britischen Regierung in allen Punkten, in denen es Schwierig­keiten gegeben habe. der Sowjetregierung in jeder wich- r tigen Hinsicht entgegengekommen seien Der sowjetrussi- sche Außenkommissar habe in einer öffentlichen Erklä-

> rung zu diesen Vorschlägen anerkannt, baß sie im

>i- wesentlichen den Wünschen seiner Regierung entsprechen.

V Es seien noch eine oder zwei Schwierigkeiten zu lösen,

die hauptsächlichste hiervon sei die Stellung der bal­tischen Staaten. Er hoffe, Mittel und Wege zu finden, durch die diese Schwierigkeit und irgendwie anderen Schwierigkeiten gelöst würden.

Dann verbreitete sich Lord Halifax noch über die allgemeine Lage und erging sich hierauf in den bekann­ten Vorwürfen gegen die Methoden der deutschen

> Außenpolitik. Abschließend erklärte Lord Halifax, er

, teile nicht die Ansicht derer, die einen Krieg für unab­

wendbar hielten. Es fiele ihm sehr schwer, zu glauben, daß mit der sicheren Aussicht auf Widerstand, mit den furchtbaren Folgen vor Augen, und bei dem Friedens­wunsch und der Verhandlungsbereitschaft aller Völker diejenigen, die sich versucht fühlen sollten, einen will­kürlichen Krieg zu führen, nicht der Ansicht seien, wenn sie sich einmal von dem guten Willen derjenigen über­zeugten, mit denen sie zu tun hätten, daß es klüger und vorteilhafter sei, die Schwierigkeiten, die sich unvermeid­licherweise bei der Behandlung von Forderungen und unbefriedigenden Notwendigkeiten einer sich ständig wandelnden Welt ergäben, auf dem Verhandlungswege zu lösen.

London: „Nicht verpflichtend"

(Oradtdsriobt unseres Iwmlonsr Vertreters)

kb. London, 10. Juni.

Die Erklärungen Lhamberlains und Lord Halifax' an die deutsche Adresse werden von der britischen Presse in einer Weise propagandistisch ausgeschlachtet, die deut­lich erkennen läßt, die Aufmerksamkeit der Welt von den englisch-sowjctrussischen Einkroisungsverhandlungen abzulenken. 2n diplomatischen Kreisen Londons wird sogar ganz offen erklärt, daß diese schön klingenden und zu nichts verpflichtenden Erklärungen gegenüber Deutschland eine Verhüllung der sogenannten Eini­gungsformel zwischen London und Moskau bezwecken.

Der mißtrauischen Linksopposition wird in d,er Re­gierungspresse beruhigend erklärt, die Reden von Lord Halifax, Sir John Simon und Chamberlain seien nur bestimmt gewesen, der deutschen Propaganda d. h. Auf­klärung über die Einkreisungsabsichten Englands ent­gegenzuwirken.

Inzwischen gehen die Anstrengungen zur Herbeifüh­rung einer endgültigen snglisch-sowjetrussischen Eini­gung über die „baltische Staatenlücke" weiter. Der britische Sondergesandte für Moskau, Mr. Strang, hat den ganzen Freitagnachmittag über im Foreign Office

konferiert. Strang wird heute vormittag mit dem Flugzeug London verlassen.

Paris: „verstimmend"

(Oraktbsriskt unseres Larissr Vertreters)

jb. Paris, 10. Juni.

In Pariser diplomatischen Kreisen gibt man sich red­liche Mühe, den Reden Chamberlains und Lord Halifax', um gewissen Befürchtungen vorzubeugen, eine entwertende Tendenz zu geben. Dementsprechend frisieren die Blätter den an Deutschland gerichteten Teil der Reden durch eine verschärfende Note. So bringt der „Jntransigeant" die Meinung der englischen Staatsmänner auf die Formel „rüstet ab, dann sprechen wir mit euch" und meint, früher habe man von Lon­don nach Berlin gerufen: „Wir rüsten ab, um euch zum Sprechen zu ermutigen!" Das „Journal des Debats" meint, daß diese englischen Reden „verstimmend" seien, weil sie weder „die Beruhigungspolitik mit ihren nie­derschmetternden Folgen" ' angedeutet hätten. Der „Temps" erklärt, die Reden hätten wohl nur den deut­schen Vorwurf der kriegerischen Einkreisung entkräften wollen, nicht aber die Möglichkeit einer Aufgabe des Systems eröffnet, wenn auch eine gewisse Entmutigung Londons wegen der von Moskau bereiteten Schwierig­keiten begreiflich sei.

Italien warnt vor Optimismus

Rom, 10. Juni

Die Oberhausrede von Lord Halifax erinnert „Lavoro Fascista" an die britische Politik der Zusammenarbeit, die die Aktion Chamberlains bis zum März dieses Jahres charakterisiert hatte. Man könne sich aber nicht einem leichtfertigen Optimismus hingeben. Die geg­nerischen Blöcke, die Rüstungen, die scharfen ideologischen Konflikte blieben bestehen und zwingen Italien, von seinem beschwerlichen, aber sicheren Wege nicht abzu­weichen.

Winterspiele 1S4tl in Deutschland

Sormisch-Partenkirchen der flustrogungsort / olympische Spiele 1644 in London

London, 10. Juni

Auf der Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees in London wurde an Stelle von St. Moritz einstimmig Garmisch-Partenkirchen zum Austragungs­ort der V. Olympischen Winterspiele 1840 bestimmt. ZuM Austragungsort der Olympischen Sommerspicle 1844 wurde London mit 20 von 34 Stimmen gewählt und zum Austragungsort der Winterspiele 1844 wurde mit 10 von 34 Stimmen in zwei Wahlgängen Cortina d'Ampezzo (Italien) bestimmt. In seinem Schlußwort dankte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Graf Baillet-Latour, den Mitgliedern für ihre Mitarbeit und brachte zum Ausdruck, in welch er­freulichen Matze die heute getroffenen Entscheidungen die Freiheit des 2OK. von politischen Einflüssen bewiesen.

Das Internationale Olympische Komitee gab nach der Beschlußfassung über die Vergebung der Olympi­schen Winterspiele ein Eommuniqus heraus, in dem es heißt:

„Nachdem das Schweizerische Olympische Komitee das Internationale Olympische Komitee unterrichtet hat, datz es ihm unmöglich sei, die V. Olympischen Winter­spiele 1840 gemäß dem Programm zu organisieren, dem es früher zugestimmt hätte, sah sich das Internationale Olympische Komitee zu seinem tiefen Bedauern ge­nötigt, die Winterspiele 1840 einer anderen Stadt anzu­vertrauen. Nach sorgfältigem Studium der Möglich­keit, die Winterspiele bei einer Vorbcreitungszeit von nur acht Monaten zu organisieren, zog es alle gemach­ten Angebote in Erwägung und kam zu dem Entschluß, datz nur Garmisch-Partenkirchen bereit sein würde, die Olympischen Winterspiele im Februar 1840 durch­zuführen."

Deutsches Volk verlangt Wiedergutmachung

Neichsstattkatter Bitter von kpp

Stuttgart, 10. Juni.

Anlählich der Tagung des Deutschen Auslands­instituts in Stuttgart hielt Rcichsstatthalter General Ritter von Epp auf der Kolonialkundgebung eine Rede, in der er einleitend aus die Bedeutung Stutt­garts als Stadt der Ausländsdeutschen für den kolo­nialen Gedanken hinwies. General Ritter von Epp führte dann aus:

„Der Führer beseitigte mit schlagender Folgerichtig­keit ein Hindernis nach dem anderen aus dem Wege zum Wiedererstarken Deutschlands. Seine politische Ar­beit begann als erstes mit dem Schritt heraus aus Ohnmacht und Elend und ging konsequent bis dahin, wo wir heute stehen als mächtiges, starkes und einiges Volk im Herzen Europas.

Seit der Schaffung dieser Macht hat der Führer keine Gelegenheit vorübergehen lassen, bei der er nicht der Welt und insbesondere den Mächten, die unser Eigentum widerrechtlich besitzen, die deutsche Forderung zur Kenntnis gebracht hat. Mit jedem Male seit jener erstmaligen Forderung am 30. Januar 1837 stand hin­ter dieser Forderung ein stärkeres Volk. ein stärker zusammengeschweißter Wille und eine noch stärkere und größere Macht.

Die Rückforderung der deutschen Kolonien durch den Führer ist eine Wiederholung der geschichtlichen Situation, die bestand, als Bismarck die Kolonien erwarb.

In jenen Tagen schon begann die stetig zunehmende Eifersucht Englands, und diese wurde die Triebkraft einer Politik, die zum Weltkrieg führte und zu dem viel schlimmeren Versailles^ das zum Kennwort für die gemeinste und in der Geschichte ohne Beispiel dar­

auf der kolonialkundgebung des Beulsche

stehende Verletzung des Völkerrechts geworden ist." Der Redner wies dann auf die bekannten 14 Punkte Wil- sons hin, in deren Punkt 5 eine „freie, weitherzige und unbedingt unparteiische Schlichtung der kolonialen An­sprüche" vorgesehen war

Nach einem Notenwechsel der deutschen Regierung mit dem Präsidenten Wilson im Oktober 1918 über die 14 Punkte als Friedensgrundlage gaben die verbün­deten Regierungen offiziell durch die Note des ameri­kanischen Staatssekretärs Lansing vom 5. November 1918 der deutschen Regierung Antwort. Sie seien be­reit, „auf Grund der in der Kongreßbotschast des Prä­sidenten vom 8. Januar 1918 aufgestellten Friedens­bedingungen und der in seinen späteren Aussprüchcn verkündigten Grundsätze einer Auseinandersetzung mit der Regierung Deutschlands Frieden zu schließen". Mit der Annahme dieser Note durch Deutschland, so führte der Redner weiter aus, war ein rechtsgültiger Ver­trag abgeschlossen worden, auf Grund dessen Deutsch­land die Waffen niedergelegt habe in dem Glauben an die Geltung der Verträge.

„Deutschland tat damals etwas, was 20 Jahre später ein anderer Präsident glaubte, ihm wieder anraten zu müssen: In den Verhandlungssaal zu kommen und keine Waffen mitzubringen.

Aus der zugesicherten freien, weitherzigen und unbe­dingt unparteiischen Schlichtung der völkerrechtlich ver­brieften Kolonialansprüche wurde unter Bedrohung eine koloniale Entrechtung, eine Entmündigung und eine Beleidigung des deutschen Volkes. Deutschland wurde mit vorgehaltener Pistole gezwungen, den Verzicht auf seine Kolonien zu unterschreiben. Sie wurden unter die ^.Vormundschaft fortgeschrittener Nationen gestellt", die

fluslandsinstittits in Stuttgart

— wie man sagte — auf Grund ihrer Hilfsmittel und ihrer Erfahrungen imstande und bereit sind, eine solche Verantwortung auf sich zu nehmen (!). Lüge, Beschimp­fung und Entmündigung aber brachten für die Sieger obendrein einen enormen Gewinn. Ueber die Mandats­verwaltung war der Ausweg gesunden, den gewaltigen Wert des deutschen Besitzes an Reservcraum nicht auf das Rcparationskonto zu setzen.

Neben dem juristischen Anspruch gibt es aber noch einen gewaltigen moralischen, den Deutschland auf fein koloniales Eigentum hat, aus seiner tatsächlichen Kul­tur- und Zivilisationsleistung in feinen Kolonien als Ausfluß seiner Rolle als Kulturnation. Die ganze Schwere der Entrechtung und Vergewaltigung Deutsch­lands durch Versailles, die ganze Schmach unü Schande, die man ihm mit der Wegnahme der Kolonien angetan hat, wird erst klar, wenn man die deutschen Leistungen auf allen Gebieten von Kultur und Zivilisation als Maßstab heranzieht.

Als ein praktisches Beispiel verwies General Ritter von Epp auf die deutschen Le-stungen aufdem Gebiete der Tropenmedizin, wo Deutschland durch seine Wissenschaft und feine Industrie die Mittel geschaffen habe, die es überhaupt erst ermöglichten, die für jegliche Kolonisation unerläßliche und wertvolle Kraft der eingeborenen Bevölkerung zu erhalten und dem Kolonisator die erforderliche Sicherheit au Leben und Gesundheit in den tropischen Gebieten zu gewähr­leisten Erst mit der Schaffung dieser Mittel durch Deutschland sei es praktisch möglich geworden, dennatür- lichen Ergänzungskontiuent Afrika für die natur- und lebensnotwendigen Erfordernisse zu erschließen.

(Fortsetzung ' -v Seite 2)

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Bemerkungen zu den Reden Chamberlains und Halifax'

Herr Chamberlain und Lord Halifax scheinen das Bedürfnis gehabt zu haben, die englische Po­litik von. der Kennmarke „Einkreisung" zu be­freien. Sie bemühten sich deshalb, wie wir neben­stehend berichten, um den Anschein, datz sie nie im Sinn gehabt hätten, Deutschland etwas zuleide zu tun. Chamberlain bestritt energisch irgendwelche Kriegsabsichten und Einkreisungspläne. Seine Politik diene nur dem Frieden. Diese Worte hören sich wesentlich anders an als das, was wir bisher aus dem Mund britischer Politiker zu vernehmen gewohnt waren. Wenn sie vom „Frieden" sprachen, meinten sie die Verhandlungen mit Warschau, Ankara und vor allem Moskau, dachten sie an Militärpakte und Generalstabsbesprechungen, wäh­rend sie gleichzeitig den Wirtschaftskrieg gegen die autoritären Staaten organisierten. Wer in diesen Monaten allein und wahrhaftig für den Frieden arbeitete, waren Deutschland und Italien, die sich loyal und freundschaftlich mit jenen Ländern einig­ten, die, wie sie bereit waren, Beiträge zur Festigung eben dieses Friedens zu leisten. Tag für Tag lief die Presse Englands gegen diese erfolg­reichen Bemühungen Sturm. Eine Flut von Lügen, Verdächtigungen und Beschimpfungen ergötz sich aus White Hall und Fleet Street, während sich die britischen Staatsmänner und Diplomaten fieber­haft bemühten, Pulver und Kanonen gegen Deutschland zu sammeln und — z. B. im Falle Rumänien und vorher in der Frage des Walöls — gerade die von Chamberlain anerkannte natürliche Ausdehnung des deutschen Handels zu verhindern. Der britische Premierminister braucht sich daher nicht zu wundern, wenn wir seine Worte mit Skepsis aufnehmen. So erfreulich seine Erklärun­gen auch sein mögen, wir haben bisher vergeblich auf die entsprechenden Taten gewartet. Sie haben hierzu jederzeit die Möglichkeit, Herr Cham­berlain. Deutschlands Ansichten und Forderungen wurden Ihnen schon oft genug zur Kenntnis ge­bracht, als datz Sie darüber im Zweifel sein könn­ten, welche Taten für Sie empfehlenswert sind.

Zur Rede Lord Halifax' bemerkt der „Deutsche Dienst" u. a.: Selbst wenn man der englischen Politik unterstellen könnte, daß ihre Handlungen Ende März und anfangs April echte Reaktionen einer echten Schreck­sekunde gewesen wären, so gibt es für die Politik, wie ste sich heute darstellt, keinerlei solche Entschuldigungen mehr. Für den Deutschen ist sie, und wenn Halifax sich auf den Kopf stellt, jene Einkreisungspolitik, die er ,chon einmal erlebt, erlitten und mit der zeitweiligen Ausloschung seiner nationalen Freiheit bezahlt hat. Keine englische Rede, keine englische Rundfunksendung kann dem deutschen Volk die Ueberzeugung ausreden, daß die englische Politik auf die Abschnürung und Fesselung seiner Großmachtexistenz ausgeht.

Wenn man in London dies als eine Ausgeburt der Phantasie oder als amtliche Propaganda bezeichnet, so empfinden wir das Gerede von deutschen Wsltherr- jchaftsplänen und Unterjochung Europas als nicht we­niger Phantasterei und Propaganda, mit dem Unter­schied, daß Deutschland durch Taten und Leistungen, wie z. V. durch Nichtangriffsverträge und die Heim­berufung der spanischen Legion, solchen Behauptungen den Boden entzieht. Wer den Westausgang des Mit­telmeeres räumt, ist über den Verdacht, Europa zu be­herrschen, erhaben. Wer aber Himmel und Hölle in Bewegung setzt, wer bis zur Selbsterniedrigung die

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Unser VsgessmeseS

(Unsers ksutiZs ^.usZabs uwkaüt 14 Ssitsn)

Chamberlain und Lord Halifax setzten sich mit schönen Reden in Gegensatz zu ihren Taten gegen­über Deutschland.

Der rumänische Außenminister äußerte sich über das Wirtschaftsabkommen Berlin—Bukarest. Großadmiral Raeder betonte in Stuttgart die volkspolitische Arbeit der Kriegsmarine.

In einer Rede in Stuttgart unterstrich Reichsleiter von Epp Deutschlands kolonialen Anspruch.

Die Olympischen Winterspiele 1840 werden in Gar- misch-Partenkirchen ausgctragen.

Bei der Deutschlandrundsahrt wurde Langhoff Etappensieger.

Bei der Deschimag ist der Auftragseingang aus Jn- und Ausland gestiegen.

Die Garnison Bremen bereitete ihrer jüngsten Truppe, dem schweren ME.-Bataillon, einen herz­lichen Empfang.

Heute wird der jüngste Zerstörer „Wilhelm Heid- kamp" im Bremer Ueberseehafen feierlich in Dienst gestellt.

Die in Bremen versammelten Leiter der deutschen Großsparkafsen wurden im Rathaus vom Reg. Bür­germeister begrüßt.

Neue Abzeichen für die Einheiten der SA. wurden geschaffen.

Bremens Marine-SA. trainiert für die Wettkämpse der MSA.-Brigade 2, die am 18. Juni in Bremen stattfinden.