Ausgabe 
(8.6.1939) Nr. 155
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vremr Mum

Parteiamtliche Tageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Nürgermeisters der Lreien kjansestadt Nremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkundungsblatt des Neilftsstattlzalters jn Oldenburg und Meinen

Nr. 155 / g. Jahrgang

Vonnerstag, 8. Juni 1SZ9

kinzelpreis 15 Npf.

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Nichtangriffspakte mit Wand und Lettland

feierliche Unterzeichnung in Verlin / Geltungsdauer der Verträge lv lalzre

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anderen Art von Gewaltanwendung gegeneinander schreiten.

Falls es von feiten einer dritten Macht zu einer Aktion gegen einen der vertragschließenden Teile kommen sollte, wird der andere vertragschließende Teil eine solche Aktion in keiner Weise unter­stützen.

Artikel 2

Dieser Vertrag soll ratifiziert und die Ratifikations­urkunden sollen sobald als möglich in Berlin ausge­tauscht werden.

Der Vertrag tritt mit dem Austausch der Ratifi­kationsurkunden in Kraft und gilt von da an für eine Zeit von zehn Jahren. Falls der Vertrag nicht späte­stens ein Jahr vor Ablauf dieser Frist von einem der vertragschließenden Teile gekündigt wird. verlängert sich seine Geltungsdauer um weitere zehn Jahre. Das gleiche gilt für die folgenden Zeitperioden.

(Fortsetzung auf Leite 2)

Die keieiliebv llnteirsiednunA der Xielitaaxrikkspalite mit I.ettlsnd »ml lüntlsnä im ^nsvviiitiKen >Vmt. In dsr Glitte llcicbssuksnminisler von kübbontrop, links der isttiscks ,4uLcnministcr Gunters, rechts der estniscüe ^uLsnivinistsr Zelter. (prssse-klokkinaon)

Berlin, 8. Juni

Am Mittwochvormittag fand im Auswärtigen Amt die feierliche Unterzeichnung der Nichtangriffsverträge zwischen Deutschland — Estland und Deutschland — Lett­land statt.

Gegen 19 Uhr empfing Reichsminister des Auswär­tigen von Ribbentrop den lettischen Außenmfnister Munters und im Anschlug daran den cstnischen Außen­minister Leiter zu einer Aussprache. Um 1V.3Ü Uhr unterzeichneten sodann Reichsaugcnminister von Ribben­trop, der lettische Außenminister Munters und der cst- nische Außenminister Setter in feierlicher Form den deutsch-lettischen und den deutsch-estnischen Nichtangriffs- vertrag.

Dem Unterzeichnungsakt wohnten von lettischer Seite der lettische Gesandte in Berlin. Kreewinich. und Mini- sterialdirekror Lampe, von estnischer Leite der Gesandte Estlands in Berlin. Tofer mit Ministerialdirektor Kirota bei Deutscherseits waren anwesend' Staarssekre- tär von Weizsäcker, die Unterstaatssekretäre Woermann und Gaus und Vortragender Leaationsrat von Grund­herr.

See Nilktangriffsoertrag

zwischen Veutschlond und kftlond

hat folgenden Wortlaut: Der deutsche Reichskanzler und der Präsident der Republik Estland. fest ent­schlossen, den Frieden zwischen Deutsch­land und Estland unter allen Umständen aufrechtzuerhalten, sind übereingekommen, die­sen Entschluß durch einen Ltaatsvertrag zu bekräftigen, und haben zu Bevollmächtigten ernannt: der deutsche deutsche Reichskanzler den Reichsminister des Ausroär- Herrn Joachim von Ribbentrop: der Präsident der Republik Estland den Minister für auswärtige An­

gelegenheiten Herrn Karl Selter. die nach Austausch ihrer in guter und gehöriger Form befundenen Voll­machten folgende Bestimmungen vereinbart haben:

Artikel 1

Das Deutsche Reich und die Republik Estland werden in keinem Falle zum Krieg oder zu einer

See fülirer besichtigt Sas Volkswagenwerk fallersleben

Stadt des KdF.-Wagens, 8. Juni.

Am Mittwoch stattete der Führer unerwartet dem im Bau begriffenen Volkswagenwerk Fallersleben einen Be­such ab, um sich vom Fortschritt der Arbeiten am Werk zu überzeugen. Die Anfahrt des Führers erfolgte über die Kuppe des Klieversberges, dessen Höhe einen um- sassenden Ueberblick über die Anlagen bietet. Nach ein­jähriger Arbeit ist hier bereits ein Riesenwerk unter Dach.

Auch die Stadt des KdF.-Wagens, die der Unter­bringung und Ansiedlung der Werksangehörigen dienen soll, hat bereits große Fortschritte zu verzeichnen. Die Führung durch die Anlagen hatte der Reichsorganisa­tionsleiter Dr. Ley, begleitet von dem Konstrukteur des KdF.-Wagens, Professor Porsche, und Direktor Merlin, übernommen.

Der überraschende Besuch des Führers löste bei der Arbeiterschaft große Freude und Begeisterung aus.

(Einen ausführlichen Bericht über den Stand des Volkswagenwerks bringen wir morgen aus der Feder unseres nach Fallersleben entsandten o. ».-Sonder­berichterstatters.)

Aussprache mit dem sichrer

Sie flußenminisler Munters und Setter in der neuen Neichskanzlei

Berlin, 8. Juni.

Im Anschluß an die Unterzeichnung der Nichtangrifss- vertrage zwischen Deuschland und Estland und Deutsch­land und Lettland empfing der Führer in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop den lettischen Außenminister Munters und den cstnischen Außenminister Selter in der Neuen Reichs­kanzlei zu einer längeren Aussprache. Beiden Mini­stern erwies eine Kompanie der fs-Leibstandarte Adolf Hitler mit Fahne und Musik im Ehrenhof der Neuen Reichskanzlei Ehrenbezeugungen.

Im Auswärtigen Amt hat zwischen dem Reichs­minister des Auswärtigen sowie dem estnischen und dem lettischen Minister für die auswärtigen Angelegen­heiten ein offener Meinungsaustausch stattgefunden.

Uebereinstimmend kam dabei der Wunsch zum Aus­

druck, die deutsch-estnischen und die deutsch-lettischen Be­ziehungen in freundschaftlichem Geiste wei­ter zu vertiefen. Von deutscher Seite wurde dabei betont, daß die Reichsregierung in der Aufrechterhal­tung der politischen Unabhängigkeit Estlands und Lett­lands ein wichtiges Element für die Sicherung des Frie­dens in Osteuropa sehe. und daß sie deshalb gewillt sei, ihrerseits diese politische Unabhängigkeit stets zu respek­tieren.

In gleichem Sinne wurde von estnischer und lettischer Seite auch bei-dieser Gelegenheit auf den bereits früher zum Ausdruck gebrachten Standpunkt hingewiesen, daß die estnische und die lettische Regierung entschlossen sind. für die Wahrung der politischen Unabhängigkeit ihrer Länder selbständig Sorge zu tragen und an einer Poletik der strikten Neutralität festzu­halten.

lkamberlain enthüllt die Ziele der kinkreiser

Krieg unter jedem Verwand — „Indirekte vefiikle" genügen — Sonderbeauftragter geht nach Moskau

(Orabtbsricbt unseres londoner Vertreters)

London, 8. Juni.

In dem offensichtlichen Bestreben, einen schnelleren Abschluß der Sowjetoerhandlungen herbeizuführen, kün­digte Premierminister Chamberlain am Mittwochnach­mittag im Unterhaus an, daß die britische Regierung einen Beamten des Foreign Office nach Moskau schicken werde, und zwar den Leiter der Zentralabteilung des englischen Außenministeriums, William Strang. Dieser soll, so wird verschleiernd behauptet, nur den Botschafter Großbritanniens in Moskau genauestens über die Hal­tung der Londoner Regierung zu allen offenstehenden Fragen unterrichten.

Wie festgefahren die Sowjewerhanblungen im Augen­blick tatsächlich sind. zeigt eine weitere Mitteilung des Premierministers im Unterhaus, Chamberlain. der sich zunächst hinter die gewohnte Erklärung zurückziehen wollte, daß es ihm unmöglich sei im Augenblick In­formationen über den Stand der Verhandlungen ab­zugeben. mußte später bann doch zugeben, daß „gewisse Staaten" es nicht wünschten, mit Garantien bedacht zu werden. Chamberlain gab offen zu, daß es unmöglich

sei. Garantien solchen Staaten zu geben, die diese Ver­sprechungen überhaupt nicht wünschten. Trotzdem, so wiederholte der Premierminister würden die Schwierig­keiten sicherlich aus dem Wege geräumt werden Er ver­mied es aber geflissentlich, die Antwort der Sowjets in irgendeiner Form zu bewerten. Er erklärte lediglich, daß die britische Regierung die Sowjelregicrung mit ihren Vorschlägen voll zufriedengestellt (!) habe und daß beide bereit seien, ein Abkommen auf der Basis völliger Gegenseitigkeit abzuschließen.

In seinem Eifer, die Erfolge der britischen Einkrei­sungspolitik glaubhaft erscheinen zu lassen, ließ sich Chamberlain zu einigen Mitteilungen verleiten, die tatsächlich die stärksten Beweise für die Richtigkeit der deutschen Auffassung über die Ziele der Kricgshetzer enthalten. Der Premierminister erklärte nämlich, daß nicht beabsichtigt sei, die militärischen Vereinbarungen zwischen England. Frankreich und Sowjetrußland aus den Fall eines Angriffs auf die Gebiete der drei Staa­ten zu beschränken (!). Es könne auch sein. daß eine der drei Regierungen ihre Sicherheit indirekt (!) durch eine Aktion einer anderen europäischen Macht bedroht fühlen könnte. Mit anderen Worten: Chamberlain ver­

zichtete ausdrücklich auf die Feststellung eines Angrisss als Voraussetzung des Funktionicrens des Dreierpaktes. Es genügt, wenn irgendeine der drei Regierungen be­haupte. sie fühle sich indirekt bedroht, »im sofort die militärische Automatik des Einkreisungspaktes auszu­lösen. Deutlicher kann das verbrecherische Vabanque- spiel der Demokratien nicht mehr enthüllt werden, die jetzt also die Möglichkeit vorbereiten, jederzeit unter einem nichtigen Vorwand andere friedliebende Staaten mit Krieg überziehen zu können.

siuf französischen Wunsch

(Orobtbo'ricbt uvsercs Lsrisse Vertreters)

jd. Paris, 8. Juni.

Die Erklärung Chamberlains, daß ein englischer Funktionär nach Moskau geschickt werden soll. hat in Pariser politischen Kreisen sichtbare Erleichterung aus­gelöst. Man gibt zu daß diese Entsendung auf einen französischen Wunsch zurückzuführen sei.

(Siehe auch Seite 2)

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k. 7-lü. Der Unterzeichnung der Nichtangriffs­pakte zwischen Deutschland einerseits sowie Est­land und Lettland andererseits kommt angesichts der gegenwärtigen außenpolitischen Gesamtlage eine besonders hohe politische Bedeutung zu. Einmal hat Deutschland wiederum einen wichtigen Beitrag zur Schaffung undBekräf- tigung des wahren Friedens geliefert; zum andern stellen die Baltenstaaten Estland und Lettland gerade jetzt neben Finnland einen wesent­lichen Erörterungsgegenstand der englisch-franzö- sisch-sowjetrussischen Verhandlungen dar, und zwar wird von Moskau eine Hereinnähme dieser Rand­staaten in das westliche „Garantiesystem" geför­dert. Sowjetrußland geht mit seiner Forderung an London und Paris, die Baltenstaaten (gegen deren Willen!) mitzugarantieren, zweifelüs daraus aus, seinen Einfluß an der Ostseeküste zu ver­stärken. Unverständlicherweise wird aus London, obschon England an Nordosteuropa in keiner Weise unmittelbar interessiert ist, eine wachsende Bereitschaft der britischen Diplomaten zur Erfül­lung der Sowjetwünsche auf Einbeziehung der Baltenstaaten in das Garantie- (lies: Einkrei- sungs-)Lystem gemeldet. Diese Haltung Englands ist lediglich aus den Zielen seiner hartnäckigen Einkreisung-vpolitik gegen Deutschland zu erklä­ren. Daß.der neueste Trick der westlichen Demo­kratien. durch Nichtnennung der baltischen Staaten im Text des erstrebten Earantievertrages mit Moskau die Schwierigkeiten zu umgehen, an dem wirklichen Tatbestand der Einmischung in die Verhältnisse der betreffenden Staaten nichts än­dert, liegt auf der Hand. Mit der Unterzeichnung der Nichtangriffspakte in Berlin ist nun jene den baltischen Staaten bisher drohende Zukunfts­gefahr beseitigt und ein Manöver der deutschfeind­lichen Mächte durchkreuzt worden.

Die gestern zum Abschluß gekommene Entwick­lung wurde durch eine Erklärung Schwedens, Nor­wegens und Finnlands vom 18. Mai dieses Jahres, nach der die drei Staaten sich von Deutschland nicht bedroht fühlen und an der Politik der unbe­dingten Neutralität festzuhalten entschlossen sind, mehr oder weniger eingeleitet. Die genannten novd- ländischen Staaten brachten ferner zum Ausdruck, daß sie eine zusätzliche Festlegung politischer Vereinbarungen mit Deutschland für unnötig hal­ten. Auch Dänemark erklärte, daß es nicht von Deutschland bedroht sei; als unmittelbares Nachbar­land schloß es am 31. Mai mit dem Reich einen aus­drücklichen Nichtangriffspakt ab.

Bereits Mitte April, vor der Antwort des Füh­rers an Roosevelt. wurde in der estnischen und der lettischen Presse der Standpunkt vertreten, daß der am 23. März unterzeichnete deutsch- litauische Nichtangriffsvertrag auch für die beiden anderen Baltenstaaten von hervorragender Wich­tigkeit sei. In der Tat mußte sich jener Nicht­angriffspakt zwischen Deutschland und Litauen, das mit dem Reich einen nicht geringen Teil seiner Grenze gemeinsam hat, zugunsten Estlands und Lettlands auswirken. Nunmehr ist die mit dem deutsch-litauischen Vertrag gegebene Sicherheit im Baltenraum durch unmittelbare Verträge der Reichsregierung mit den Regierungen in Riga und Reval unter Betonung der unerschütterlichen Neu­tralität Estlands und Lettlands verstärkt worden.

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Unser Tssssrvisssl

(vis bevtixs Ansxsds umks.Lt 16 Lsitsu)

London schickt in der Einkreisungsfrage eine« Sonderbeauftragten nach Moskau.

Der Duce dankte den italienische» Spanienfreiwil­ligen für ihren Einsatz.

In Verlin wurden die Nichtangriffsverträge zwi­schen Deutschland. Estland und Lettland feierlich unterzeichnet.

Der Führer besichtigte das Volkswagenwerk Fallers­leben.

Baldur von Schirach traf in Bukarest ei».

Die nächste Verleihung von Mütter-Ehrenkreuze» findet am Erntedanktag statt.

Ein Eisenbahnunfall auf der Strecke Weimar—Vera forderte sechs Tote und sechs Schwerverletzte.

Der Deutsche Umbenhauer liegt weiterhin an der Spitze der Großdeutschland-Rundfahrt.

Die Garnison Bremen erhält einen weitere» Trup­penteil.

In Bremen fand eine Aussprache zwischen Export, Handel und Industrie statt.

Die Bremer HJ. veranstaltete in der Kampfbahn ihr Jungbann-Sportfest.

In einem Abendspiel schlug Werder Breme» Eintracht Frankfurt mit 1:0.