Ausgabe 
(2.6.1939) Nr. 149
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

erschtkur r«»l sschrnkll^

Monatsbezug 2LÜ elnschl. Zu­stellgebühr; PostbezugSprelS monatft 2.30 Mi (elnschl. 4Z.S2 ^ Post- zeitungsgebühr) zuzügl. 42 Be­stellgeld. BezugsprelS ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch aus Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- EmS GmbH., Bremen, Geeren 6-8. Fernspr.: 8 41 21,Nachrr.u.Sonntg. 51115. Gprechz.: Verlag: werktl. 12—13 Uhr; Schriftkekung DienS- taa und Freltaa 1214—

oirinei Zeitung

parteiamtliche Tageszeitung

Nas flmwblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Vreme>. Nr. 149 / 9. Jahrgang

Anzeige»-Grundpreise:

Die 22-wm-Zeile im Anzeigenteil 13 ^4. die 78-wm-Zeile im Teil­ten 75 ^4 Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Fomilienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 7 (Nachlaßstaffei 0). Für An- zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: 8n Bremen:

Am Geeren 6—8, Fern- spr>"*'r Nr. 5 4121. Nochtrus und sonntags: Fernlorechek Nr. 51115; Obern straße Nr. 88, Fernlvrecher Nr. 5 4121. In Syke > Mühlendamm Nr. 2.

der Nattonalsozialisten Vremens

pmtliches verkündungsblait des Beichsstattkalters in Oldenburg und Bremen

MW

Freitag, 2. 7uni 19Z9

kinzelpreis 1S Bpf.

Vor jugoslawische Staatsbesuch

Jubelndes verlin empfing die Säfte

prinzregent Paul und Prinzessin Slga vom sichrer auf dem telzrter Valznlzos begrüßt / Hundert-

tausende bildeten Spalier / Sroße pbendtafel

(0rsktberick1 unserer öerliner SciiriktleiiunZ)

^ ra. Berlin, 2. Juni.

Eine sonnenbestrahlte, sahnengeschmückte, jubelnde Stadt empfing gestern den jugo­slawischen Prinzregenten Paul und seine Gemahlin, Prinzessin Olga. Ganz Berlin berei­tete den Gästen des Führers ein herzliches Willkommen. Tausende und aber Tausende von Berlinern umlagerten in den frühen Nachmittagsstunden den Bahnhof und die An- sahrtsstraßen bis zum Schloß Bellevue.

Der Führer begab sich kurz vor Eintreten des Sou- derzuges zum Lehrter Bahnhof, um die hohen Gäste des Reiches persönlich beim Betreten der Hauptstadt zu be­grüben und zu dem neuen Gästehaus zu geleiten. Auch Generalseldmarschall Hermann Gering und seine Ge­mahlin sowie Reichsaußenminister von Ribbentrop hat­ten sich auf dem Bahnhof zum Empfang der Gäste ein- gesunden. Gegen 15.30 Uhr tras der Sonderzug pünktlich ein. Stürme der Begeisterung schlugen dem Führer und dem Regentenpaar beim Verlassen des Bahnhofs und aus der ganzen Fahrt bis zum Schloß Velle- vue entgegen. Um 17 Uhr empfing der Führer den jugoslawischen Prinzregenten in der neuen Reichskanz­lei. Anschließend stattete Adolf Hitler seinen Gästen in Schloß Bellevue einen Gegenbesuch ab. Der erste Tag des jugoslawischen Staatsbesuchs fand seinen festlichen Abschluß mit einer Abendtafel im „Haus des Führers".

Sonne, sahnen und festliche Stimmung

Ueber Nacht sind die letzten Vorbereitungen für den Staatsbesuch abgeschlossen. Als der Tag hell und wol­kenlos heraufzieht, ist die Reichshauptstadt gerüstet: ein festlich gestimmtes Berlin erwartet die Ankunft des Prinzregenten Paul von Jugoslawien und seiner Ge­mahlin. der Prinzessin Olga. Die ganze Stadt steht im Zeichen dieses Staatsbesuches, .ein blanker, blauer Som­merhimmel spannt sich in schimmernder Weite über dem endlosen Häusermeer. Sonnenlicht scheint strahlend auf die zahllosen Fahnen, Banner und Wimpel, deren blaue, weiße und rote Farben in vollen Akkorden zu­sammenklingen und auf die hohen Ehrensäulen. die sich weiß und . wuchtig in der Feststraße emporrecken und die goldenen Staatswappen und Hoheitszeichen, die die Adlerwände der Ost-West-Achse krönen. Es scheint auch auf Hünderttaufende von festlich gestimmten Men­schen herab, die bereits in den Mittagsstunden dieses herrlichen Sommertages unübersehbar auf die Fest- straße zuströmen.

Her finmarfti, der verlmer

Der Anmarsch beginnt bereits in den Vormittags­stunden. Aus allen Stadtteilen ergießt sich ein nicht endenwollender Sirom von Menschen in die Innenstadt, um sich von hier aus an der mehrere Kilometer langem prächtig geichmückten Feststraße zu verteilen. Kurz nach Mittag ist die ganze Stadt in Bewegung. Die Betriebe haben geschlossen und marschieren gemeinsam an die Empfongsstrccke, wo sich ein gewaltiges Menschenspalier bildet. Alle Verkehrsmittel sind überfüllt. Auf dem Stadtbahndamm und in den U-Bahnschächten jagt ein

Verlin, 2. Juni.

Mittwoch mittag wurde, wie bereits gemeldet, im Auswärtigen Amt durch den Reichsminister des Aus­wärtigen von Ribbentrop und den Königlich-Dänischen Gesandten in Berlin. Kammerherrn Herluf Zahle, der Nichtangriffsvertrag zwischen Deutschland und Däne­mark unterzeichnet.

Der Vertrag hat folgenden Wortlaut:

Der deutsche Reichskanzler und Seine - Majestät der König von Dänemark und Island fest entschlossen, den Frieden zwischen Deutschland und Dänemark unter allen Umständen aufrechtzuerhalten, sind übereingekommen, diesen Entschluß durch einen Staatsvertrag zu be­kräftigen, und haben zu Bevollmächtigten ernannt: der deutsche Reichskanzler den Reichsminister des Auswärtigen Herrn Joachim von Ribbentrop,

Seine Majestät der König von Dänemark und Island den Außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten Minister in Berlin Herrn Kammerherrn Herluf Zahle, die nach Austausch ihrer in guter und gehöriger Form befundenen Vollmachten folgende Bestimmungen verein­bart haben:

Artikel 1.

Das Deutsche Reich und das Königreich Dänemark werden in keinem Falle zum Kriege oder zu einer an­deren Art von Gewaltanwendung gegeneinanderschrei- ten. Falls es von feiten einer dritten Macht zu einer Aktion der im Absatz 1 bezeichneten Art gegen einen der vertragschließenden Teile kommen sollte, wird der andere vertragschließende Teil eine solche Aktion in keiner Weise unterstützen.

Artikel 2.

Dieser Vertrag soll ratifiziert und die Ratifikations­urkunden sollen sobald als möglich in Verlin ausge­tauscht werden. Der Vertrag tritt mit dem Austausch -er Ratifikationsurkunden in Kraft und gilt von da

Zug den andern. Mit klingendem Spiel rücken die For­mationen der Partei an. Schmetternde Marschmusik und der dumpfe Rhythmus der Iungvolktrommeln dröhnen durch den grünen, lichtdurchflirrten Tiergarten. Schon um ein Uhr stehen die Absperrmannschaften der SA., der und des NSKK bereit, sich zu einer einzigen lebendigen Kette zusammenzuschließen, die vom Lehrter Bahnhof bis zum Schloß Bellevue reicht. Der Ansturm der Menschen aber dauert an. Mit Banken und Hockern,

mit Leitern und Stühlen ausgerüstet. Hakenkreuz- und blauweißrote Wimpel in der Hand — rücken sie an, um dem Führer und seinem hohen Gast bei der Fahrt über die Feststraße zuzujubeln.

kfirenspalier der weftrmach»

Auch das Ehrenspalier der Wehrmacht ist inzwischen aufgezogen Gewehr bei Fuß sind die Soldaten der neuen deutschen Wehrmacht angetreten, in ihren schmucken Paradeuniformen, den blanken Stahlhelm über den sonnengebrüunten Gesichtern.

Noch eine halbe Stunde bis zur Ankunft der hohen Gäste. Da klingt plötzlich in die Märsche und Lieder der Musikzüge, in das Trommeln der Spielmannszüge Motorenlärm, — der eherne Gesang stählerner Vogel. Flugzeuge brausen über den, Tiergarten, über die Öst- westachse hinweg. Hunderttausende, Millionen Augen richten sich zu den stählernen Maschinen, die in Parade- formation am'Himmel dahinschießen, empor.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Die öäkne <<ie» /taeo-eae-e

^sr Ztootskssuck clss ?rilirlSgSN1sn ?oul

Von Dr. ftlanns 8. Reinftarftt

500 Jahre türkischer Herrschaft, die mit der verhäng­nisvollen Schlacht auf dem Amselfeld im Jahre 1380 begannen, haben das Wissen um seine staatliche Ver­gangenheit im serbischen Volke schwinden lassen und von dem großen serbischen Reiche des Zaren Stephan Duschan in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts war kaum mehr als die Erinnerung geblieben. Aber unter der dünnen Oberschicht des türkischen Herreuoolkes hatte sich in den Massen der serbischen Bauern, die lediglich Objekte der feudalen Verwaltung und Arbeiter für die türkische Kriegerkaste waren, Volkskraft und Volks­bewußtsein erhalten. Aus diesen Kräften erwuchs am Anfang des vergangenen Jahrhunderts der serbische Aufstand im Jahre 1804, mit dem das Serbentum seinen Weg zum modernen Staat antrat.

In der Stunde der nationalen Wiedergeburt trat der Bauernsohn George Petrovich an die Spitze seiner Landsleute, der „schwarze George", wie ihn die Türken nannten, der Gründer der Dynastie Karageorgewitsch. Er schlug die Janitscharen. die — um ihre Herrschaft zu sichern — mit einem Schlage alle serbischen Führer ermordet hatten, und blieb, von einer Volksversamm­lung zum Anführer gewählt, an der Spitze des serbischen Bauernheeres. Nachdem Karageorge das Gebiet um Belgrad für unabhängig erklärt hatte, ließ er sich vier Jahre nach dem Beginn des Ausstandes zum „ersten und obersten Führer des serbischen Volkes" ausrufen und nahm für sich und seine Nachkommen diese Würde als erblich an. Das war die Geburtsstunde der Dynastie Karageorgewitsch.

Karageorges Ziel war nicht mit der Befreiung der altserbischen Kernlandschaft erreicht: Er träumte von einer Vereinigung aller Valkanchristen in einem gryß- balkanischen Staat, der auf den Trümmern der euro­päischen Türkei unter serbischer Führung entstehen sollte. Aber das kleine Land vermochte seine Unab­hängigkeit nicht zu wahren in einer Zeit, da die Gebiete des Balkans in der europäischen Großmachtpolitik nichts anderes als Kompensationsobjekte waren.

1811 standen die Russen in Belgrad, und ein Jahr später wehten wieder die Roßschweife der türkischen Statthalter über den Festungen des Landes, von dessen Unabhängigkeit eine Autonomie der inneren Verwal­tung übriggeblieben war. Karageorge aber ging nach Oesterreich ins Exil und wurde in Eraz interniert.

Sein Nachfolger vermochte dem Schwung seines poli­tischen Denkens nicht zu folgen, und der großserbische Gedanke trat zurück hinter einer Politik der Sicherung des Erworbenen. Nach diesem ersten Schritt stand das Land vom Jahre 1815 bis 1842 und von 1858 bis 1903 und der Herrschaft des zweiten serbischen Königshauses, der Obrenowitsch. Als Vasall der Pforte wurde 1829 Milosch Obrenowitsch als erblicher Fürst vom Sultan anerkannt. Seine und seiner Söhne Milan und Michails Regierungszeit standen unter dem Zeichen der poli­tischen Jntrigcn der Großmächte, die dazu führten, daß jede Schwankung im Kräftespiel der europäischen Poli­tik auf die innere Lage Serbiens ihre Schatten warft

Als 1841 die Türkei in einer Atempause Zeit fand, sich dem tributpflichtigen Serbien wieder zuzuwenden, mußte Michailo das Land verlassen und aus der Wahl

Unser VsgsssoZsgsl

(Unsers bsutiZen Ausgabe umkskt 14 Leiten)

Berlin empfing jubelnd den jugoslawischen Staats­besuch.

Der Wortlaut des deutsch-dänischen Nichtangriffs- vertrages liegt vor.

London und Paris sind nach der Molotow-Reds bestürzt.

Ein Mahlschwindel Englands auf der Insel Malta macht böses Blut.

General Moselcy-llSA. gab Aufschluß über die Judenhörigkeit von USA.

Ein englisches ll-Boot mit 80 Mann wird auf seiner Abnahmefahrt als überfällig gemeldet.

Schweden zieht die Borlage zur Befestigung der Alands-Jnseln zurück.

In Newqork wurde abermals ein Finanzskandal größten Ausmaßes aufgedeckt.

Zur Sonnenwendfeier auf dem Bookholzberg, in deren Mittelpunkt eine Rede Alfred Rosenbergs steht, sind Sonderzüge eingesetzt.

Die holländische Luftwaffe erwarb drei FW-58- Flugzcuge.

In der Huckelriede fand das Richtfest der Offiziers­heime statt.

Bei den Wirtschaftskammern wird eine Abteilung Fremdenverkehr errichtet.

Für den Bezug von Butter durch den Einzelhandel wurden neue Bestimmungen erlassen.

Der Holländer Schulte gewann gestern die erste Etappe der Großdeutschland-Radrundfahrt. Englands Olqmpia-Zweite Dorothy Odam stellte mit 1,66 Meter einen neuen Frauenweltrekord im Hochsprung aus.

Der k?ül>ien xeleitvt seine bolie^i suKttsIn^viselie» döste vvi» llr>I»ib«k rmm Lebloli kvllovue. (Gestern trsksn auk cksm Geirrter Labnbok Lrinmegent Lavl von äugoslarvisn unck Li-inssssin Olga rm einem msbrtöAiFEn kssuck in äsr äsutsebsn Usiokslmuptstsät ein. Unser Uilä MiZt äsn Tt,Irrer nnä Lrinursgent Lsul vor äein llranäenburgor Tor ant äsr l?alrrt rmw LelrloK LsIIsvne. (Lrssss-llokkmsnn)

„In Keinem safte Sewaltanwendung

Der Wortlaut des Mchtangriffsvertrages Deutschland—Dänemark

an für eine Zeit von 10 Jahren. Falls der Vertrag nicht spätestens ein Jahr vor Ablauf dieser Frist von einem der vertragschließenden Teile gekündigt wird. verlängert sich seine Geltungsdauer um weitere 10 Jahre.

Zu Urkund dessen haben die beiderseitigen Bevoll­mächtigten diesen Vertrag unterzeichnet.

Ausgefertigt in doppelter Urschrift in deutscher und dänischer Sprache in Berlin 31. Mai 1939. gez. Joachim von Ribbentrop. gez. Herluf Zahle.

Zeichnungsprotokoll.

Bei der heutigen Unterzeichnung des deutsch-dänischen Vertrages ist das Einverständnis beider Teile über

„Von bedeurenDem Wert"

Der dänische Außenminister Dr. Munck zum Berliner Abkommen

Kopenhagen, 2. Juni.

Der in Berlin abgeschlossene Nichtangrissspalt zwi­schen Deutschland und Dänemark wurde von Außen­minister Dr. Munck gestern vormittag dem König in einem Staatsrat und mittags dem dänischen Reichs­tag zur Ratifikation vorgelegt. Vor dem Reichstag erläuterte Dr. Munck in einer kurzen Ansprache Inhalt und Bedeutung des Berliner Abkommens.

Er erklärte u. a.: „Die Zusage, die Dänemark gibt, geht darauf aus, daß wir im Falle eines Krieges zwi­schen Deutschland und einer anderen Macht neutral bleiben wollen. Das ist eine natürliche Konsequenz der unparteiischen neutralen Haltung den Machtgrup­pen gegenüber, die allgemeine Zustimmung im dä-

folgendes festgestellt worden: Eine Unterstützung durch den nicht am Konflikt beteiligten vertragschließenden Teil im Sinne des Artikels 1 Absatz 2 des Vertrages liegt nicht vor, wenn das Verhalten dieses Teiles mit den allgemeinen Regeln der Neutralität im Einklang steht. Es ist daher nicht als unzulässige Unterstützung anzusehen, wenn zwischen dem nicht an dem Konflikt beteiligten vertragschließenden Teil und der dritten Macht der normale Warenaustausch und Warentransit fortgesetzt wird.

Berlin, den 31. Mai 1939. gez. Joachim von Ribbentrop. gez. Herluf Zahle.

nischen Volke hat und die Dänemarks Politik in der gegenwärtigen Entwicklung ist und bleibt.

Es ist darum auch die Uebereinstimmung mit der Politik, die Dänemark seit langem geführt hat. Die dänische Regierung ist der Ueberzeugung, daß das Ab­kommen unter den unruhigen Verhältnissen, die in der Welk bestehen, von b cde u te nd e m We rt sein wird. Ich hoffe, daß es die allgemeine Zustimmung des Reichstages findet.

Nach der Rede des Außenministers wurde eine mehr­stündige Pause eingelegt, um den Parteien Gelegenheit zu geben, jede für sich im eigenen Kreis den Pakt mit Deutschland zu erörtern.

Ueber die amtliche Meldung hinaus bringen die Kopenhagener Blätter noch Darstellungen ihrer Ber­liner Korrespondenten zu der Beendigung der deutsch- dänischen Vertragsverhandlungen. In einer redaktio­nellen Notiz von „National Tidende" wird besonders die Sicherung des dänischen Außenhandels im Kriegs­falle in dem Begleitprotokoll zu dem Pakt. unterstrichen,