Ausgabe 
(1.6.1939) Nr. 148
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parteiamtliche lageszeitung

Bas Amtsblatt des legierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Vremens

pmtliches verkündungsblatt des Beichsstattstalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 148 / S. Zastrgang

vonnerstag, I.Iuni 18ZS

kinzelprels 15 Npf.

ludet um unsereLegion tondor

ööring empfing die Spanienkämpfer

Parade vor dem Seneralseldmarscha« / Kundgebung und Ordensauszeichnung aus der Moorweide in Hamburg /Sie Heimat Ist stolz auf euch" / festlicher kinzug der freiwilligen

»

l,iulik: Die Lavade denI»exion 6ondov" vor 6enera1kel<1mai'?!rl>ali Hermann 6drii>K. Kerstin: (Von unserem naest IlamlmiK entsandten Londerberiestterstattor 6 oorK k i 8 e i> v r)

Hamburg, 1. Juni

Hamburgs festlicher Tag zum Empfang der heimgekehrten ruhmreichen Legion Kondor ist vorüber. Vor einem Meer brausendet Jubelstürme sind die deutschen Freiwilligen im Hafen gelandet. In einer prachtvollen Parade defilierten auf dem Karl-Muck-Platz die Blocks der Freiwilligen vor Generalfeldmarschall Göring vorüber, um dann auf der Moorweide Aufstellung zu nehmen. Hier hieß Generalfeldmarschall Göring nach dem Abschreiten der Front die Spanienheimkehrer in der Heimat will­kommen.Wir find stolz auf euch!" konnte er als Sprecher des ganzen deutschen Volkes den Männern zurufen, die mit der Waffe gegen den Weltfeind siegreich zu Felde ge­zogen sind.

Nebel verzögerte die flnkunst

Ein strahlender Morgen ist über der Hansestadt an­gebrochen, schon in den frühen Morgenstunden ist eine große Flotte von Dampfern und Barkassen ausgefah- ren. um den KdF.-Schiffen und den sie begleitenden Einheiten der Kriegsmarine den ersten Gruß zu ent­bieten. Ueber die Toppen geflaggt liegen alle Schiffe im Hafen. Generalfeldmarschall Göring ist mit seiner Begleitung frühmorgens im Sonderzug eingetroffen. An Bord der JachtHamburg" ließ dann der General­feldmarschalb die Flotte der heimkehrenden Legion an sich vorüberziehen.

Am Hafen wird das Gedränge immer größer. Die Abipcrrmannscl)aften können dem ständig pachtenden Druck kaum standhalten, der starke Nebel, der über der Unterelbe liegt verhindert das planmäßige Einlaufen der Flotte. Aber gegen die Festesfreude kann dieses Naturereignis nicht ankommen, im Gegenteil, von Mi­nute zu Minute wachten die Wellen der Zuschauer hin­ter den Absperrketten. Inzwischen fährt die Flotte der KdF.-Schiffe mit den PanzerschiffenAdmiral Graf Spee" undAdmiral Scheer" und der 6. Torpedoboots­flottille als Ehrengeleit der Kriegsmarine in langsamer Fahrt voraus. Ein prächtiges Bild bietet die Heim­kehrerflotte. Von ihren Vormasten flattert die Flagge

der Legion Condor. Als erste Schisse haben gegen elf Uhr die Torpedoboote im Hafen festgemacht. Vom Topp ihres Vormastes weht die alte Kriegsmarineflagge zu Ehren des Skagerraklages, dann läuft als erstes Schiff der Flotte unter dem Dröhnen der Schiffssirenen die Stuttgart" im Hafen ein und macht im Kuhwärder Vorhafen fest.

»Im Namen des sührers willkommen"

Langsam schiebt sich, von Schleppern gezogen, der graue Koloß des PanzerschiffesAdmiral Graf Spee" in den Hafen. Kurz danach folgt dieSierra Lordoba". Wenige Minuten später ist derWilhelm Gustloff" sichtbar. Das Flaggschiff der KdF.-Flotte folgt als nächstes.

Um 12.20 Uhr tönt vom Kai der Parademarsch. Eeneralfeldmarschall Göring ist eingetroffen. Er schrei­tet die Front des Ehrenbataillons ab und begibt sich mit seiner Begleitung aus die Ueberseebrücke, an der Wilhelm Gustloff" undRobert Ley" festgemacht ha­ben. Als erster verläßt der Kommandeur der Legion Condor, Generalmajor Freiherr von Richthofcn, das Schiff und meldet dqm Eeneralfeldmarschall, in dessen Begleitung sich Großadmiral Raeder, Generaloberst Keitel, der Kommandeur des Luftgaues XI, General­

Prinzregent Paul auf deutschem Soden

Rosenbach, 1. Juni

Prinzrcgent Paul und Prinzessin Olga von Jugo­slawien, die aus Einladung des Führers zu einem mehrtägigen Staatsbesuch nach Deutschland kommen, sind mit ihrer Begleitung am Mittwochabend, um 20 Uhr, in Rosenbach an der deutsch-jugoslawischen Grenze eingetroffen. Sie wurden in dem prächtig geschmückten Bahnhof von dem jugoslawischen Gesandten in Berlin, Dr. Andric, von dem deutschen Gesandten in Belgrad, von Heeren, und dem deutschen Ehrendienst Chef des Protokolls Gesandter von Doernberg, Ches des Ministeramtes des Generalseldmarschalls Göring, Ge­neralmajor Bodenschatz, und Stabsleiter des Berbin­dungsstabes des Stellvertreters des Führers, ^-Ober­führer Stenger herzlich begrüßt.

Der Jubel steigerte sich, als Prinzessin Olga den Wagen verlieg und sich zu einer Kärntner Trachten­gruppe begab. Erst überreichte ihr ein Mädchen einen Blumenstrauß, dann ein zweites, dann ein drittes, und bald wurde die Prinzessin von Blumen förmlich über­schüttet. Unter nicht endenwollenden Sicgheil-Rufen be­gab sich das Prinzregentenpaar in den Wagen zurück. Um 20.30 Uhr verließ, unter den Klängen der jugo­slawischen Hymne, der Sonderzug den Bahnhof Nosen- bach, um über die Tauernstrecke Berlin zu erreichen.

(Ueber die Empfangsvorbereitungen der Reichshauptstadt siehe Seite 2)

major Wolf, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichsstatthaltcr Kaufmann befinden, das Schiff. Im Namen des Führers und des Vaterlandes heißt ihn der Eeneralfeldmarschall willkommen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Nichtangriffsoertrog Deutschland Vönemark

srievenstat gegen Kriegsstege feierliche Unterzeichnung in Berlin

Berlin, 1. Juni

Die Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und der Königlich-Dänischen Re­gierung über den Abschluß eines Nichtangriffsvertrages sind zum Abschluß gekommen. Am Mittwochmittag um 13 Uhr wurde im Auswärtigen Amt der Nichtangriffsoertrag zwischen Deutschland und Dänemark durch den Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und dem Königlich-Dänischen Gesandten in Berlin, Kammerherrn Herlus Zahle, in feierlicher Form unterzeichnet. Der Vertrag, der aus zwei Artikeln und einem Zeichnungsprotokoll besteht, stellt einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Friedens in Europa dar.

Dem Unterzeichnungsalt wohnten von deutscher Seite Staatssekretär von Weizsäcker, Unterstaatssckretär Ganz und Vortragender Legationsrat von Grundherr, von dänischer Seite Lcgationsrat Setensen-Leth bei.

Aus Anlaß der Unterzeichnung des Nichtangriffs­vertrages gab der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop am Mittwochmittag ein Frühstück im Hotel Adlvn, an dem von dänischer Seite neben dem königlich­dänischen Gesandten in Berlin Kammerherr Herlus Zahle, der Presseattache an der Gesandtschaft Per Fa- ber, Legationsrat Steensen-Leth und Attachs Lollstrop

teilnahmen. Von deutscher Seite waren Reichsminister Graf Schwerin-Krosigk, ferner Staatssekretär von Weiz­säcker, die Unterstaatssekretäre Woermann und Gaus und weitere Vertreter des Auswärtigen Amtes an­wesend.

Mit dem Abschluß des Nichtangriffsvertrages mit Dänemark hat das Deutsche Reich gegenüber seinem nördlichen Nachbarn zum Ausdruck ge­bracht, daß es gewillt ist, auch mit ihm in fried­

lichem Einvernehmen zu leben. Nach dem Abschluß bzw. der Anbahnung von Nichtangriffspakten mit den baltischen Staaten muß der deutsch-dänische Vertrag in der Tat als weiterer Beitrag zur Siche­rung des Friedens in Europa geweitet werden. Gerade in dem Augenblick, wo die demokratischen Westmächte im Begriff sind, sich mit dem Bolsche­wismus gegen Deutschland zu vereinen, kommt diesem Vertrag eine besondere Bedeutung zu, da er den zielbewußten Friedenswillen des Deutschen Reiches erneut beweist. Für die nordländischen Staaten kann es jetzt keinen Zweifel mehr geben,! daß sie von Deutschland nicht bedroht sind. Es bleibt mit Interesse abzuwarten, ob die amerika­nische Pr-esse mit der gleichen sensationellen Auf­machung diesen neuen Nichtangriffspakt veröffent-, licht wie seinerzeit dieBotschaft" Roosevelts und > die Liste der vom Reichbedrohten" Staaten her­vorhob. s

ip« HtMe»

R. ^. Heute nachmittag trifft Prinzregent Paul von Jugoslawien, der für den jungen Konig Peter II. die Regentschaft führt, mit Prinzessin Olga auf Einladung des Führers zu seinem Staatsbesuch in Berlin ein. Der großartige, vom Jubel eines ganzen Volkes getragene Empfang, der dem Fürsten und führenden Staatsmann un­seres südöstlichen Nachbarstaates in der festlich geschmückten Reichshauptstadt zuteil werden wird, gilt nicht zuletzt dem Alaun, dessen beharrlichem, in Erfüllung des Vermächtnisses König Alexan­ders i erprobtem politischen Willen und Weitblick die Sicherung der absoluten Selbständigkeit und Unabhängigkeit Jugoslawiens in erster Linie zu danken ist. Mit bewunderns- werter Konsequenz wurde in Belgrad nicht nur die charaktervolle antibolschewistische Politik des in Marseille ermordeten Königs fortgesetzt, auch in der Frage der Neuordnung Mitteleuropas-ging die jugoslawische Staatsführung zielbewußt ihren eigenen Weg. indem sie sich der gegen Deutsch­land gerichteten Einkreisungsaktion der pluto- kratischen Westmächte von Anfang an. allen Drohungen, aber auch allen Lockungen zum Trotz, mit vorbildlicher Entschiedenheit fernhielt. Diese Haltung Jugoslawiens war und ist, wie der Ver­fasser dieser Zeilen erst kürzlich auf einer Reise durch die Heimat des Prinzregenten PauL bestätigt finden konnte, von einem ebenso ehrlichen wie unbeirrbaren Freundschaftsgefühl der Bevölkerung südlich der Drau gegenüber der deutschen Nation be­stimmt. Ebenso wie den hohen Gästen des Führers im Begrüßungssturm der Berliner Bevölkerung die dankbare Verehrung des geeinten deutschen Gesamtvolkes entgegengebracht werden wird, so wissen wir jedenfalls, datz den Prinzregenten Paul und die Prinzessin Olga im Geist ein 15-Millionen- volk begleitet, das von einem ausgesprochenen deutschfreundlichem Willen zur Mitarbeit am Aufbau einer gerechten zwischenstaatlichen Ordnung beseelt ist. Was Professor Jowanowic, Belgrad, schon 1834 ausfprach:Ohne Deutschland und Jugoslawien kann Südosteuropa nicht organi­siert werden", diese Erkenntnis ist inzwischen zu einer allgemeinen, die öffentliche Meinung Jugoslawiens beherrschenden Anschauung ge­worden.

Was die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten betrifft, so unterstrich Reichs- wirtschaftsminister Funk bei seinem Besuch in Bel­grad Ende September vorigen Jahres unter Zu­stimmung der Belgrader Presse die günstige Entwicklung der deutsch-jugoslawi­schen Handelsbeziehungen auf der Grundlage einer naturgegebenen Ergänzung unserer Vo I k s w i r t s chaf- t e n im Rahmen eines ausbaufähigen Eroßwirt- schaftsraumes. Nach Eingliederung der Ostmark und des Protektorats nimmt Großdeutschlond nicht weniger als die Hälfte der jugoslawischen Ausfuhr auf, während es den gleichen Prozentsatz der Einfuhr bestreitet. Diese wirtschaftliche Stel­lung hat sich Deutschland nicht zuletzt durch un­eigennützige Wahrung der nationalen Interessen seines Handelspartners aufgebaut. Daß dem mate­riellen Güteraustausch Zwischen Großdeutschland und Jugoslawien ein nicht minder lebhafter und zukunftsfreudiger Kulturaus-

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Unser Vsssssnlesel

(vnssrs ksutiAs .4usAsks umkaüt 14 Seiten)

Der Deutsch-Dänische Nichtangriffsoertrag ist feier- llch unterzeichnet worden.

Der Empfang der Condor-Legio» in Hamburg wurde zu einem unvergeßlichen Ereignis.

Prinzregent Paul von Jugoslawien wurde mit sei- ncr Gattin an der deutschen Grenze herzlich be­grüßt.

Molotow gab vor den Obersten Sowjets zu der Londoner Paktfrage einen Zwischenbericht.

England bringt in Palästina barbarische Folter­methoden in Anwendung.

Deutsche Rückwanderer kehren aus den USA. über Bremen in die Heimat zurück.

Admiral Suchon, der verdienstvolleEoeben"- Führer, vollendet morgen sein 75. Lebensjahr.

Mit der RegattaRund um Helgoland" fand die Nordseewoche ihren Höhepunkt.

Zum Abschluß der sechsten Skagerrakgedenkfahrt des DDAC. in Wilhelmshaven, dankte Senator Bern­hard als Eausührer des DDAC. für die kamerad­schaftliche Unterstützung der Fahrt.

Heute beginnt die Grohdeutschlandfahrt 1930 über eine Gesamtstrecke von 5000 Kilometer.

In Italien kam es zu schweren Unwetterschäden.