Ausgabe 
(21.1.1939) Nr. 21
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parteiamtliche Hageszeimng

Has Amtsblatt des legierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches Berkündungsblatt des Beiitzsstatttzalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 21 / 9. Iatzrgang

Sonnabend, 21. Januar 19Z9

kinzelpreis 13 Npf.

Vor Mng um varcelona schließt sich

sranco im flugieug über dem seinü

Ver fall 7gualadas stestt unmittelbar bevor / Unaufbaltsamer Vormarsch an allen fronten

Saragossa, 21. Januar.

Das Maestrazgo-Armeekorps nahm gestern den wichtigen Knotenpunkt Calaf an der Strotze PonsIgualada. Dadurch ist den bolschewistischen Streitkrästen zwischen Pons und Calaf der Rück­zug abgeschnitten worden. Sie können jetzt nur noch nach Norden in die Pyrenäen ausweichen. Die Operationen bei Calaf leitete General Garcia Valino. Calaf liegt 15 Kilometer nördlich von der Hauptstratze CerveraBarcelona und ist Bahn­station aus der Strecke LeridaBarcelona.

General Franc» leitet seit einigen Tagen die Offen­sive gegen Barcelona selbst. Auf einem Jnspektionsslug, zu dem er gestern in Begleitung von General Davila aufstieg und der ihn bis in die Nähe Barcelonas führte, wurde das Flugzeug von den Roten vergeblich unter Feuer genommen.

Seit der Einnahme Tarragonas, dem wichtigsten Ziel der bisherigen Offensive, haben die nationalspanischen Truppen entgegen verschiedenen Erwartungen ihren Vormarsch nicht eingestellt, sondern sind in verstärktem Tempo an allen Abschnitten der Front erfolgreich vor­gedrungen. Fast sämtliche nationalen Armeekorps an der katalanischen Front sind bereits in die Provinz Bar­celona eingedrungen, so daß man in Zukunft besser von einer Barcelona-Front spricht als bisher von einer Katalonien-Front.

Angesichts der neuen schweren Niederlagen der rot­spanischen Truppen werden die Aussichten für eine baldige Eroberung Barcelonas in Kreisen des natio­nalen Hauptquartiers sehr günstig beurteilt. So ist did M a e st r a z g o - A r m ee bis auf 58 Kilometer an

Barcelona herangekommen, die Aragon-Armee sogar schon bis auf 53 Kilometer. Die Truppen General Pagues rücken längs der Küste vor und befinden sich noch 70 Kilometer von Barcelona entfernt. Der gestrige Tag hat. obgleich keine größeren Orte erobert wurden, doch einen Eeländegewinn für Francos Truppen dar­gestellt. Bezeichnend war immer wieder die Haltlosig­keit des feindlichen Widerstandes, der zwar immer wie der versuchte, den nationalen Vormarsch aufzuhalten jedoch stets unter der Wucht des nationalen Vordrin­gens zusammenbrach. Der nationale Angriff erfolgte am gestrigen Donnerstag auf einer Länge von 150 Kilo- meter. Die Tiefe betrug stellenweise 17 Kilometer. Die Lage der wichtigen Stadt Jgualada ist sehr kritisch geworden. Die Stadt liegt bereits im Wirkungsbereich der nationalspanischen Artillerie der Aragon-Armee, die die westlich der Stadt liegenden Höhen erobert hat. Der Vormarsch der Truppen aus Spanisch-Marokko nähert sich mit großer Schnelligkeit der Stadt Vendrell.

Schützengräben in Varcelona

Bilbao, 21. Januar.

Die letzten aus Barcelona eingetroffenen Nachrichten besagen, daß die Roten in fieberhafter Eile innerhalb des Stadtgebietes Be festigungen. Schützen­gräben und Unterstände anlegen. Besonders die Stadteingänge und die hauptsächlichen Zufahrts­straßen werden befestigt. (Siehe auch Seite 2)

tarmkonMt in der Pariser Kammer

Pierre tot tzetzt g

Paris, 21. Januar.

Der sattsam bekannte französische Kriegshetzer Pierre Cot, dessen britisches SprachorganNews Chroniclc" ist hat im Rahmen der Pariser außenpolitischen Kammer­debatte eine Rede gehalten, in der er wüste Ausfälle gegen die Achsenmächte richtete.

Er schimpfte insbesondere aus Italien, das nicht nur den Sieg Francos in Spanien anstrebe, sondern auch durch die Zerstörung der französischen Verbindungen mit Nordafrika die Hegemonie im Mittelmeer erreichen wolle. Cot glaubt vor einem neuen München warnen zu müssen, dessen Preis Tunis darstelle.

Dann zog Cot gegen Deutschland los. das nach seiner Ansicht die' Welt bedrohe. Adolf Hitler habe aus den Fehlern der Vorkriegszeit gelernt und es verstanden, an Stelle der Koalition von 1914 gegen Deutschland jetzt eine Koalition für Deutschland zu bilden. Der Redner

gen die Achsenmächte / Herriot mußte die

mußte zugeben, daß Deutschland eines der wenigen Länder sei. die jetzt mehr erzeugen als 1929.

Es kam dann zu wüsten Lärmszenen, als Pierre Cot erneut das Märchen auftischte,' daß die französische Rechtspresse von Deutschland gekauft sei. Die von keiner­lei Sachkenntnis getrübten, die üblichen Vorhaltungen der Bolkssrontideologie wiederholenden Behauptungen Cots über Deutschlands angebliche politische Absichten brachten dem Redner eine Fülle von Zwischenrufen ein, bis es auf der Rechten schließlich zu einem Sturm der Entrüstung kam, der in einen ohrenbetäubenden Lärm ausartete. Dabei entwickelte sich ein regelrechtes Schimpsduell zwischen Rechts und Links. Kammerpräsi­dent Herriot bemühte sich vergeblich, die Ruhe wieder­herzustellen. Das Lärmkonzert, das Pultdeckelgeklapper und das allgemeine Gebrüll dauerten mit unverminder­ter Stärke lange an, so daß er sich schließlich entschloß, die Sitzung aufzuheben.

Sitzung austzeben

Nach einer Pause von 20 Minuten wurde die Sitzung wieder aufgenommen. Ein Abgeordneter der Rechten er­klärte. er wüßte nicht, mit welchen Absichten Cot seine Aeußerungen vorgebracht habe. Wenn man die Kommu­nisten als Agenten Moskaus bezeichne, so wiederhole man nur. was diese selbst von sich sagten.

Daraufhin entstand wieder ein heftiger Wortwechsel. Schließlich versuchte ein Abgeordneter der Rechten und der Kommunistenhäuptling Thorez auseinander loszn- gehen. Einige Diener der Kammer konnten sich jedoch zwischen die Kampflustigen stellen, wodurch Tätlichkeiten verhindert wurden. Pierre Cot setzte dann seine Aus­führungen fort.

Gegen 18.30 Uhr französischer Zeit wurde die außen­politische Aussprache auf Dienstagvormittag vertagt, nachdem noch der Rechtsabgeordnete Jacquinot und der Kommunist Michel gesprochen hatten.

walttzer sunk auch NeichsbankpriWent

per sichrer an Neichsminister funk und Vr. Schacht Ne Aufgaben des neuen Neichsbankpräsidenten

Berlin, 21. Januar.

Die restlose Erfüllung der an die Wirtschaft für die Mederaufrichtung Großdeutschlands zu stellenden zu­sätzlichen Aufgaben erfordert eine einheitliche Führung der Wirtschasts-, Geld- und Kapitalmarktpolitik. Aus diesem Grunde hat der Führer angeordnet, daß die Lei­tung des Rcichswirtschastsministeriums und der Reichs­bank wieder vereinigt wird. Der Führer hat demzufolge den Präsidenten des Reichsbankdirektoriums Dr. Schacht von seinem Amt entbunden und zum Präsidenten des Reichsbankdirektoriums auf die Dauer von vier Jahren den Reichswirtschaftsminister Walther Funk unter Be­tastung in seinem Amt als Reichswirtschaftsminister er­nannt.

Dr. Schacht wird in seiner Eigenschaft als Reichs­minister auch weiterhin Mitglied der Deutschen Reichs­regierung bleiben. Er ist zur Lösung besonderer Auf­gaben vorgesehen.

Der Führer hat an Reichsminister Funk folgendes Schreiben gerichtet:

Sehr geehrter Herr Minister! Ich nehme den Anlaß Ihrer Berufung zum Präsidenten der Deutschen Reichs- bank wahr, um Ihnen zur Uebernahme Ihres neuen Amtes meine aufrichtigsten Wünsche auszusprechen. Es wird Ihre Aufgabe sein,

1. in Ihrer nunmehr die beiden wichtigsten Restarts vereinigenden Stellung so wie bisher die unbedingte Stabilität der Löhne und der Preise sicherzustellen und damit der Mark ihren Wert auch weiterhin zu be­wahren;

2. für den privaten Geldbedarf den Kapitalmarkt m erhöhterem Umfange zu erschließen und zur Verfügung zu stellen:

3. die mit dem Gesetz vom 10. Februar 1937 eingelei­tete Umgestaltung der durch den Dawespakt der unein­geschränkten Hoheit des Deutschen Reiches entzogenen damaligen Reichsbank zn einer der Souveränität des Staates bedingungslos unterstellten Deutschen Noten­bank zu jenem Abschluß zu bringen, der den national­sozialistischen Prinzipien entspricht.

Mit Deutschem Gruß!

Ihr

Adolf Hitler.

^ Der Führer hat an Reichsmimister Dr. Hjalmar Schacht das folgende Schreiben gerichtet:

Sehr geehrter Herr Minister! Ich nehme den Anlaß Ihrer Abberufung vom Zimte des Präsidenten des Reichsbankdirektoriums wahr, um Ihnen für di:

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Deutschland und mir persönlich in dieser Stellung in langen und schweren Jahren erneut geleisteten Dienste meinen aufrichtigsten und wärmsten Dank auszusprechen. Ihr Name wird vor allem immer mit der ersten Epoche der nationalen Wiederaufrichtung verbunden sein. Ich freue mich. Sie in Ihrer Eigenschaft als Reichsmiwister nunmehr zur Lösung neuer Aufgaben einsetzen zu können.

Mit Deutschem Gruß!

Ihr

Adolf Hitler.

*

Die Wiedervereinigung der Leitung des Reichs- wirtschaftsministeriums und des Deutschen Zen- tralnotenbankinstituts ist eine Maßnahme, die jedem, für den die nationalsozialistische Wirt­schaftspolitik kein Buch mit sieben Siegeln bedeu­tet, verständlich ist. Der nationalsozialistische Staat hat seit der Machtübernahme stets an dem Grund­satz festgehalten, alle verfügbaren Kräfte auf ein Ziel, das er zu erreichen gewillt ist, zu konzen­trieren. Der Staat führt im nationalsoziali­stischen Deutschland die Wirtschaft. Er bestimmt die Grundlinien, nach denen sie sich entwickeln soll. Für den Reichswirtschaftsminister und Reichsbank- präsidenten Walther Funk bedeuten diese national­sozialistischen Grundsätze etwas Selbstverständliches, so daß er als alter Nationalsozialist auch sein er­weitertes Aufgabengebiet auszufüllen in der Lage ist. Zahlreiche handelspolitische Erfolge gerade in jüngster Zeit sind seiner tatkräftigen Initiative zuzuschreiben.

Mir Dr. Hjalmar Schacht scheidet eine Persönlich­keit aus dem Amte des Präsidenten des Reichs­bankdirektoriums. die stets bemüht war, den Zie­len des Führers zu dienen. Die Dienste, die Dr. Schacht in schweren Jahren geleistet hat, haben den Führer bestimmt, Schacht in seiner Eigenschaft als Reichsminister nunmehr zur Lösung besonderer Aufgaben vorzusehen.

etütk Äsn Uee^kssLrLrk

Deutschlands wirtschaftliche Anstrengungen, so­weit wie irgendmöglich vom Ausland unabhängig zu werden, sind im Zeichen des Vierjahresplanes von sichtbaren Erfolgen begleitet.

Die Beschäftigung der deutschen Wirtschaft hat die des bisher besten Konjunkturjahres 1929/30 in sehr vielen Industriezweigen überschritten.

Und wenn sich Generalfeldmarschall Hermann Göring entschloß/ in einer Sondernummer der ZeitschriftDer Vierjahresplan" einen Rechen­schaftsbericht über den Stand dieser gewaltigen Aufbauarbeit abzulegen, kann er in seinem ein­leitenden Aufsatz mit Stolz darauf verweisen, daß jeder seine Pflicht getan hat. Erst der Hache Weg ist durchschritten, der zur Bewältigung der im Ok­tober 1936 gestellten Aufgabe bemessen war. Inzwi­schen ist Deutschland durch die Heimkehr der Ost­mark um 83 800 und die Wiedereingliederung des Sudetenlandes um 29 000 Quadratkilometer, ins­gesamt um 112 800 Quadratkilometer größer ge­worden, es zählt heute 78,8 Millionen Einwohner. Mit der wachsenden Größe des Reiches wachsen auch seine Aufgaben.Wir wollen uns keinen Täu­schungen darüber hingeben", sagt der Beauftragte für den Vierjahresplan", daß uns das Jahr 1939 und die weitere Zukunft noch vor große und schwierige Aufgaben stellen wird. Unsere Genera­tion ist zum Kämpfen geboren. Sie mutz kämpfen, um die Lebensgrundlagen für die nachfolgenden Generationen zu sichern. Einen solchen Kampf kann nur eine Generation führen, die von stol­zem Selbstbewußtsein erfüllt ist."

Daß diese Parole erfüllt werden wird, darüber besteht kein Zweifel. So lange das deutsche Volk einig war, sind alle Gefahren, gemeistert worden. In diesem Zeichen wird auch die friedliche Aufbau­arbeit der deutschen Wirtschaft gelingen, ist sie doch, wie Staatssekretär Körner, der ständige Ver­treter des Beauftragten für den Vierjahresplan be­tont, die Leistung des ganzen Volkes. Deutschland kann stolz sein auf seine Facharbeiter, die dank einem hohen Maß von Erfahrung und Können die Qualität der deutschen Erzeugnisse gewährleisten.

Der Vierjahresplan ist keine kriegswirtschaftliche Angelegenheit, er ist in weitestem Sinne natio­nales Leistungsprogramm und erfüllt den Werktag der ländlichen Bevölkerung sowohl wie der städti­schen. In mühseliger und steter Arbeit soll er die wirtschaftliche Freiheitdesöeutschen Volkes sicherstellen.

Deutschlands außenwirtschaftlicher Weg wird noch einmal vom Reichswirtschlaftsminister Funk in allen Einzelheiten wiedergegeben. Der Vier- jahresplan ist heute kein Plan mehr auf vier Jahre, sondern eine Staatsaufgabe, ein FUHrungs- problem, ja ein Auftrag an das Volk, der so lange dauert, bis das nationale Leben und die materielle Wohlfahrt des deutschen Volkes, seine Freiheit, seine Ehre und seine Macht absolut gesichert sind. Erst der kräftige Binnenmarkt, den die nationalsozialistische Wirtschaftsführung und vor allem der Vierjahresplan schufen, hat auch die deutsche Außenhandelspolitik erfolgreich gestaltet und die Grundlage-für einen gesunden Neuauf­bau der Weltwirtschaft aufgerichtet. In den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres

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Unser IsgesspSegel

«D!s ksutiZs ^usZsbs umkakt 16 Ssitsn)

Die Pariser Kammer mußte wegen wüster Lärm- szenen erneut unterbrochen werden.

In Tunis wurde ein italienischer Journalist ver­haftet.

Die Einkreisung Barcelonas macht weitere Fort­schritte.

Der Londoner Flughafen wurde wegen Attentats- g-fahr geräumt.

Der Präsident des Memel-Direktoriums entwickelte sein politisches Programm.

Rcichswirtschaftsministcr Funk wurde vom Führer auch zum Rcichsbanlpräsidentcn ernannt.

Der teutsche Außenhandel 1938 schließt mit einem Einfuhrüberschuß.

Gauleiter Carl Rover überreichte dem Wilhelms- havener Jungvolkführcr Gerhardt, der einen Spion auf frischer Tat stellte, ein Geschenk des Führers. Die OzeanriesenBremen" undEuropa" des Norddeutschen Lloyd erhielten Klima-Anlagen.

Die Erneuerungsarbeitcn am Roland sind so weit vorgeschritten, daß der Kopf der Statue wiederauf- gesetzt werden konnte.

Hans Lazek blieb im Kampf gegen den Belgier Sys überlegener Meister im Schwergewicht.

Bei den Internationalen Hallentennis-Meisterschaf­ten gelangten Henkel und Redl in das Viertelfinale.