Ausgabe 
(20.1.1939) Nr. 20
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parteiamtliche Tageszeitung

Has Amtsblatt des legierenden Vürgermeisters der Freien Hansestadt Meinen

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Die 22-mm-Zeilc Im Anzeigenteil 13 4A4. die 78-mm-Zelle im Tert- teil 75 ^4. Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familienanzeigen u. a., sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 7 (Nachlaßstaikel 0). Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: 8n Bremen:

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkünüungsblatt des Neichsstattiialkers in Oldenburg und Meinen

Nr. 20 / 9. Jahrgang

Freitag, 20. Januar 19Z9

kinzelpreis 13 Npf.

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Segdlitz" in vremen vom Stapel gelaufen

Veulschlands jüngster schwerer Kreuzer ging in flnwefenstett des llberbeselzlslzabees der Kriegs­marine zu Wasser / fldmieal a. V. foerster tzielt die Stapellausrede / frau von kgidg, die Witwe desSegdlitz' -Kommandanten wastrend der Skagereakschlacht, taufte das stolze Schiff

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Gestern nachmittag um 14.45 Uhr lief in Anwesen­heit des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine auf der Werft der Deschimag, Werk A.-E.Weser", Bremen,

Deutschlands jüngster Zehn- tausend-Tonnen-Kreuzer als vierter schwerer Kreuzer nachAdmiral Kip­per",Blücher" und PrinzEuge n" glücklich vom Stapel. Auf Befehl des Führers erhielt dieser KreuzerK" den Namen des Schiffes, das im Kriege mit todesverachtender Tap­ferkeit vor dem Feinde be­stand und das dem Schneid des Mannes Ehre machte, der die größten Schlachten des Alten Fritz entschied:

Seydlitz".

Seit dem vor Tagen erfolgten Einlaufen des Kreuzers,, Königsberg" als dem Traditionsträger der I. Aufklärungsgruppe, der die alte rühm- und narbenbedeckt« Seydlitz an­gehörte, stFnd unsere alte Hansestadt im Zeichen der Kriegsmarine. So wie der KreuzerKönigsberg" schon zum Empfang des General­admirals Dr. h. c. Rae- der vor dem Bahnhof am Mittwochabend die Ehren­kompanie gestellt hatte, so standen seine Blaujacken gestern auf der Werft, aber­mals unter Gewehr in Tuchfühlung mit der Ab­ordnung der alten S e y d l r tz" - M L n n e r angetreten, die dem Ehren­tage der Wiedererstehung

ihrer alten, vom Feinde gefürchteten Waffe, mit be­rechtigtem Stolz entgegengesehen hatten.

Schon um die Mittagsstunde hatte der Strom der Bremer Bevölkerung zum Werftgelände eingesetzt bis schließlich zur Stunde der Schließung der Werfttore

an die eoooo Menschen

den weiten Raum um > den Helgen Kopf an Kopf füllten. Wohl noch selten hat die Bremer Straßen­bahn einen derartigen Spitzenverkehr zu bewältigen ge­habt wie am gestrigen Mittag, wo sie wohl rund ein halbes Hunderttausend Fahrgästc innerhalb weniger Stunden zählen konnte. Sie und unsere Bremer Polizei haben Erstaunliches vollbracht.

Ueber der Helling, auf der einst das Flaggschiff des Norddeutschen Lloyd D.Bremen" zu des Reiches größtem Fahrgastschiff heranwuchs und auf der jetzt der panzergraue mächtige Rumpf derSeydlitz" wimpel-

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vor svbnere Kreuzer, LebrvsstvrscbiK ckosKckmirul Hipper",Llüebvi" unckftriiir Migvn", unk der Helling. Kuknubms: Kebmickt.

und tannengriingeschmiickt auf sein Zuwassergehen wartete, wehten die Fahnen Eroßdeutfchlands. Von den Pressekanzeln, die die Taufkanzel flankierten, bot sich ein überwältigendes Bild. Kopf au Kopf standen die Zehntaufende von Männern und Frauen Bremens, unter ihnen die, deren Hirn und Hand das neue Meisterwerk deutscher Schiffsbaukunst hatten erstehen lassen, und füllten den durch Docks und Neubauten begrenzten Raum, den sonst Tag und Nacht der Lärm der Niet- hämmer beherrscht. Die Gliederungen der Partei und ihre angeschlossenen Verbände waren mit starken Ab­ordnungen vertreten. Aus Bremens Umgebung waren viele Volksgenossen nach Bremen gekommen und auch viele der in unserer Stadt zur Erholung weilenden sudetendeutschen Kinder sollten Zeugen des be­vorstehenden Ereignisses werden. Während sich noch der Anmarsch der Massen vollzog, deren Blicke auf den stählernen Koloß gerichtet waren, trafen auch die Formationen des Heeres und der Luftwaffe, Abord­nungen vom Artillerie-Regiment 22, von der Veob-

achtungs-Abteilung 22, von der II. Abteilung des Ar­tillerie-Regimentes 58, von der Panzerabwehr-Abtei­lung 22, von der Nachrichten-Abteilung 22, von der Nebel-Abteilung 2, vom Flak-Regiment '26 und von der Flugzeugführerschule, ein. Unter den zahlreichen Ehren­gästen sah man Reichsstatthalter Gauleiter Carl Röver mit Gauleiterstellvertreter Joel und Kreisleiter Blanke, Generalmajor a. D. von Seydlitz-Eerstenberg, den Senior der Familie Seydlitz mit mehreren Familienangehörigen, Admiral a. D. Souchon, Vizeadmiral a. D. Taegert, den letzten Kommandanten des PanzerkreuzersSeydlitz", Admiral Saalwächter, den kommandierenden Ad­miral der Marinestation der Nordsee, Divisionskomman­deur Generalmajor Graf von Sponeck und- Eruppenführer Böhmcker, dessen Gast SA.-Gruppen- führer Mey, Führer der SA.-EruppeSudeten", eben­falls der Stapellauf-Feierlichkeit beiwohnte.

(Fortsetzung des Berichtes auf der ersten Lokalseite)

Mum und flttlee allein auf weiter flur

tliamberlain, Valadier unv Sonnet mit aller kntskiiiedenlieit gegen Spanien-Intervention

lDrslitbsriobt unseres Uarissr Vsrtrstsrs)

Paris, 2V. Januar.

Der französische Außenminister Bonnet wird heute im Rahmen der außenpolitischen Kammerdebatte zur Spaniensragc Stellung nehmen. In Rcgierungskreisen erklärt man, daß Bannet in völliger Uebereinstimmung mit Ministerpräsident Daladier sich für die Fortsetzung der Nichteinmischungspolitik einsetzen werde. Falls die Regierung die Vertrauensfrage stelle, so erklärt man, könne man sicher sein, daß Daladier eine Mehrheit be­komme.

Man nimmt am, daß, abgesehem von wenigen Aus­nahmen, die radikalsozialistischen Abgeordneten für die Regierung stimmen werden. Am Quai d'Orsay ist man offensichtlich bestrebt, alles zu vermeiden, was das Ein­vernehmen mit England stören könnte; dazu gehört vor allem auch die vollständige Uebereinstimmung mit der britischen Spanienpolitik. Der britische Ministerpräsi­dent Chamberlain hat bereits wiederholt der Auffassung Ausdruck gegeben, Laß unter allen Umständen jede Unterstützung der beiden spanischen Parteien unter­bleiben müsse. Es ist anzunehmen, daß dies« Wort« in Paris ihre Wirkung nicht verfehlt haben.

Die heftige Kampagne der französischen Linken zu­gunsten einer Unterstützung Sowjetspaniens hat nicht die Resonanz in der Öffentlichkeit gefunden, wie die rote Führung angenommen hatte. Die überwiegende Mehrheit des französischen Volkes denkt nicht daran, auf Grund der kriegerischen Reden des Juden Blum und

seiner kommunistischen. Freunde ein Abenteuer mitzu­machen, das für Frankreich unter Umständen unab­sehbare Folgen mit sich bringen würde. Die mit so großem Tamtam angesagteMassenkundgebung" der Marxisten im Pariser Wintersportpalast war deshalb auch verhältnismäßig schwach besucht. Es hatten sich nur etwa 15 066 Menschen eingefunden, um die end­

losen Reden der marxistischen Häuptlinge, unter denen sich auch Leon Blum befand, anzuhören. Dieses Mal scheint noch die Vernunft gesiegt zu haben: Frankreich hat eingesehen, daß Rotspanien es nicht wert ist, einen Konflikt heraufzubeschwören, der das Leben von Hunderttausenden der besten Söhne des Landes kosten würde. (Siehe auch Seite 2)

Mnlatsversuäi auf tliamberlains Sohn

vombe in den kingang eines Hotels in Südirlanö geworfen

stört. Menschenleben sind glücklicherweise nicht zu be­klagen.

Die Polizei hat sofort das ganze Gelände abgesperrt und fieberhaft nach den Tätern, die wahrscheinlich irische Radikalisten sind, gesucht. Der junge Chamberlain hat seinen Jagdaufenthalt nicht unterbrochen und ist noch am selben Tage, allerdings begleitet von zahlreichen Detektiven, auf die Pirsch gegangen.

Die gesamte Polizei in England befindet sich in höchstem Alarmzustand. Auch am Donnerstag fanden noch einige Bombenanschläge statt. Eine Abendzeitung in Birmingham erhielt eine anonyme Postkarte, in der weitere Anschläge in London, Manchester und Liver- wol angekündigt werden. Die Polizei vermutet, daß es sich in allen Fällen um Aktionen einer einzigen Organi­sation handelt, deren Sitz sich wahrscheinlich in Nord­irland befindet.

(Oiatitbsiiebt äussres lwuckousr Vsrtrstsrs)

London, 26. Januar.

In der britischen Oessentlichleit hat ein Bombcn- attentatsversuch gegen den einzigen Sohn des englischen Ministerpräsidenten, Frank Chamberlain, der sich zu einem Jagdbesuch in Slldirland aufhält, große Em­pörung hervorgerufen.

Chamberlains Sohn, der 24 Jahre alt ist, hielt sich n einem Hotel in Tralee auf. Die Vombe wurde am ätzen Morgen von unbekannten Tätern in den Hotel- üngang geschleudert. Die Explosion war so heftig, daß sämtliche Fenster in der Umgebung zertrümmert wurden. Ein großer Teil des Hotels wurde sogar erheblich zer-

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X. 8. Um eine ganz genaue Vorstellung von der hoffnungslosen Lage Rotspaniens zu haben, nach­dem sich der Ring um Barcelona immer mehr schließt, braucht man augenblicklich nur einen Blick in die demokratischen Länder zu werfen, wo die Kriegsparteien wieder einmal Zeter und Mor- dio schreien und ganz offen Waffenhilfe für die spanischen Bolschewisten fordern, da sie es nicht nur ahnen, sondern auch wissen, daß dort die letzte Stunde für ihre sogenannte demokratischeFrei­heit" geschlagen hat. Auf eine kurze Formel ge­bracht, würde sich folgendes Bild ergeben: Es

sind dieselbenideologischen" Kräfte wieder am Werk, die während der tschechischen Krise Europa in ein blutiges und sinnloses Abenteuer stürzen wollten. Dabei wundert es uns gar nicht, daß der Jude und französische Marxistenhäuptling Leon Blum mit seinen Forderungen nach einer fran­zösischen Intervention in Spanien diesen Tanz aufdemVulkan eröffnet. Die internationalen Kräfte, die ihre Querverbindungen in den Oppo­sitionen und Kriegsparteien der demokratischen Länder haben, wittern wieder eine günstige Ge­legenheit, um den in den Septembertagen des vergangenen Jahres so erbärmlich gescheiterten Versuch, die Demokratien gegen die nationalen Staaten auszuspielen, erneut zu starten, um end­lich den Weltbrand zu entfachen, mit dem sie ihre weltrevolutionären Pläne verwirklichen wollen. Daß Judentum und Bolschewismus hier wieder ihr beliebtes und bestes Werkzeug, nämlich die schon erwähnten Oppositionen und Kriegsvarteien ansetzen, beweisen die letzten Ereignisse, die Frankreich wieder an den bekannten Scheideweg treiben und in England ein beträchtliches Matz an Nervosität und Kriegsfurcht auslösen.

Wie gesagt, Jude Blum und sein englischer Bundesgenosse Attlee haben den Hebel wieder auf Hochspannung mit anschließender Explosion geschaltet.Waffen für Rotspanien!", so klingt der Schrei der aufgewiegelten Massen seit den Tagen der großen Erfolge Francos in Katalonien durch das Regierungsviertel V/bitekall in London wohlbemerkt, bis zu diesen Erfolgen waren sie stumm geblieben! Am morgigen Tage wird dieser Kriegsschrei in den Kundgebungen für das bolsche­wistische Spanien in 60 englischen Städten sein tausendfaches Echo finden. Die alten Freunde des Kommunismus neben Attlee, Pilot und dem Liberalen Mander werden wie dierote" Her­zogin von Atholl, Vernon Bartlett, der uns schon mit so vielen Märchen imNews Ehronicle" be­glückte, Professor Haldan, dessen Augen einen mystischen Glanz bekommen sobald er vom roten Märchen hört, dabei mit gewohntem Schwung den Taktstock führen. Wie bei der September-Krise fordert Attlee in kritischer Stunde als Sprecher der Labour-Party, der Liberalen und der Kommu­nistenim Hinblick auf die schwierige Lage in Spanien" die Einberufung des englischen Parla­ments. Dasselbe malt er seinen blinden Anhän­gern auf Pappschilder, die er ihnen um den Hals hängt, und die ihrerseits damit durch die Straßen ziehen, und den nötigen politischen Staub aufwir­beln zu lassen.

Doch Ministerpräsident Chamberlain, der Italiens Warnung an Frankreich besser als die französische Regierung verstanden zu haben scheint und die Frontstellung in Europa etwas klarer sieht, hat seiner Gegenfpielerin, genannt Oppo­sition, mit seiner Antwort auf Las Schreiben des Führers der Labour-Party vorläufig den Wind aus den Segeln genommen; denn wir sind auch

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(Ois bsutixs z.us§svs mvkaük 16 Ssitsv)

Blum und Attleos Einmischungspolitik im Spanie konflikt ist gescheitert.

An der.Kataloniensront machen Francos Vorstö aus Barcelona Fortschritte.

In Südirland wurde ein Bombenattentat auf d Sohn Chamberlains versucht.

Gras Ciano hatte in Jugoslawien Besprechung mit Stojadinowitsch.

Zwischen der deutschen und der englischen Jndustr werden Besprechungen über Preis- und Marktfram ausgenommen.

In Vremen lief KreuzerSeydlitz« vom Stap> Bauleiter Röver besichtigte die Eauausstellunq d -chulerarbcitcn in der Bremer Börse.

'66 Ostmärker und Sudetendeutschc in der Panze lbwchrabtcikung 22 wurden feierlich auf den Fiibr lereidigt.

Sei den Hallentennismeisterschaften in Vremen la >ete Roderich Menzel einen glänzenden Sieg üb tzelizza-Frankreich.

In der Seeamtsvcrhandlung über das Schulschi '^ltuniral Karpfanger" wurde der Schi-i-ospruch g