Ausgabe 
(19.1.1939) Nr. 19
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Meiner Zeituno

parteiamtliche Lageszeinmg

Has Amtsblatt des legierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches verkündungsblatt des leichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 19 / 9. Jahrgang

Donnerstag, 19. Januar 19Z9

kinzelpreis 15 Npf.

Kriegslietzer bei tliamberlain abgelilW

Sie forderten Waffen für Notspanien!

lz/recleeeesiaMit- Mk öee

Heute Stapellauf des KreuzersL"

englische Maeristen und Liberale wetteifern miteinander, den öarcelona-volschewisten Handlangerdienste zu leisten / Her britische Premierminister gegen Ausdehnung des Konflikts

London, 1S. Januar.

Der britische Oppositionsführer Attlee hat an Premierminister Chamberlain ein Schreiben ge­richtet» in dem erim Hinblick aus die schwierige Lage in Spanien" die sofortige Einberufung des Parlaments fordert. Die Politik der Nichtein­mischung, so behauptet dieser Demagoge, sei ledig­lich noch ein Mittel, die rotspanische Regierung in ihrer Verteidigung gegen den Angriff einer frem­den Macht zu behindern. England müsse mit anderenLänderns!) Matznahmen zur Unter­stützung Rotspaniens ergreifen.

Einige unverbesserliche Freunde des bolschewistischen Spaniens, darunter dierote" Herzogin von Atholl, Vernon Bartlett, Pros. Haldane, Sir Walter Layton usw. haben sich mit einem Offenen Brief an die Oeffentlichkeit gewandt, in dem in Verdrehung der Tatsachen behauptet wird, daß die Nichteinmischung

heute eine Waffe sei, mit deren Hilfe man dem spani­schen Volk seinen Willen aufzwingen wolle. 2n dem Offenen Brief wird die Oeffnung der Grenzen nach Spanien und die sofortige Aufhebung der Embargos gefordert.

Der Generalsekretär der kommunistischen Partei, Harrq Pollitt, versuchte gestern noch vor der Kabinetts- sitzung Premierminister Chamberlain zu sprechen. Es wurde ihm jedoch bedeutet, daß Chamberlain ihn nicht empfangen könne. Man nimmt mit Sicherheit an, daß Pollitt einen Vorstoß in der spanischen Frage unter­nehmen wollte.

Der Exekutivausschüß der Labour-Party schließlich hat eine Entschließung gefaßt, in der die britische Re­gierung und die Bevölkerung aufgefordert werden, die französisch-spanische Grenze unverzüglich zu öffnen und den Verkauf von Waffen an Rotspanien zu erlauben.

Einer uns bei Redaktionsschluß zugehenden Meldung zufolge hat Premierminister Chamberlain noch gestern abend aus den Brief des Oppositionsführers Attlee mit einem Schreiben geantwortet. Chamberlain erklärt, daß die Aushebung des Verbotes von Waffenlieferungen

nach Ansicht der britischen Regierung unvermeidlich zu einer Ausdehnung des Konfliktes führen würde. Die Regierung sehe auch keine Vorteile in der vorzeitigen Einberufung des Parlamentes. Bezüglich der Frage der Hungersnot im roten Spanien wird in dem Schreiben angeführt, daß augenblicklich keine Gelegenheit vorhan­den sei, um einen Plan auf der Basis internationaler Hilfe und in dem Umfange, wie ihn die rotspanische Re­gierung ins Auge gefaßt habe, durchzuführen. Ein sol­cher Plan würde in jedem Falle eine längere Zeit be­anspruchen, wenn er wirkungsvoll durchgeführt werden solle. Die Regierung werde weiterhin die Situation in Spanien verfolgen und, wenn die Umstände es erfor­dern sollten, das Parlament einberufen.

Der liberale Abgeordnete Münder, der am Mittwoch­abend in Wolverhampton sprach, griff in seiner Rede Chamberlain wegen seines Rom-Besuches scharf an und stellte die ebenso lächerliche wie verlogene Behauptung auf, daß dieser Besuch in einem Augenblick stattgefun­den habe, wo die italienischen Truppen gegen Barce­lona vorrückten, was zu einer ernsten Drohung für die Unversehrtheit Frankreichs und Englands führe."

francos l-riff an Kataloniens Lebensnerv

stuf dem Vormarsch ;ur pvreni>engren;e pons erobert Erfolge an allen Ironien

Saragossa, 19. Januar.

An der katalanischen Front dauert an allen Abschnit­ten das Vordringen der nationalspanischen Truppen trotz des schlechten Wetters und dichten Nebels an. Das Mästrazgo-Armeekorps unter General Earcia Va- lino rückte längs der Straße Leridafranzösische Grenze vor und eroberte den größeren Ort Pons in 85 Kilometer Entfernung von Lerida. Nach der Ein­nahme von Pons, wo die Roten heftigen Widerstand leisteten, setzte eine Kolonne ihren Vormarsch längs der Hauptstraße fort. während eine andere auf der Straße nach Jgualada abzweigte.

nommen werden sollte, Italien sich nicht mehr länger an die ohnehin längst unwirksam gewordenen Nichtein­mischungsabmachungen halten würde. Man verweist in diesem Zusammenhang erneut auf die hochofsiziöse Note derJnformazione diplomatica", die in unzweideutiger Weise vor einer solchen Intervention zugunsten Rot­spaniens gewarnt habe und verzeichnet mit lebhafter Genugtuung die Stellungnahme der deutschen diploma­tisch-politischen Korrespondenz und die Haltung der deutschen Presse, die zeige, daß auch in dieser für den europäischen Frieden so wichtigen Frage die Achsen­mächte solidarisch sind. In der Presse werden auch andere ausländische Stimmen gegen eine Unterstützung Rotspaniens in letzter Stunde mit einem gewissen

Interesse verzeichnet, wobei insbesondere die englischen Mahnungen" und die französischenGegenströmungen" Beachtung finden.

tftvalkowskg Sonnabend in Berlin

Berlin, 19. Januar

Der tschccho-slowakische Außenminister Lhvalkowsky wird am Sonnabend, 21. Januar, zu einem kurzen Auf­enthalt in Berlin eintreffen, um mit dem Neichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop, Besprechungen zu führen.

Ivlv. Wenn heute am frühen Nachmittag auf der Deutschen Schiff- und Maschinenbau-Aktiengesell­schaft. Werk Act. Ges.Weser". Bremen, in Anwe­senheit des Generaladmirals Dr. h. c. Raeder ein neuer deutscher Kreuzer von Stapel läuft, so wird Bremens Bevölkerung mit Stolz diesem feierlichen Akt beiwohnen, ist hier doch in den Mauern un­serer Hansestadt ein weiteres Glied unserer neuen deutschen Kriegsmarine geschmiedet, das sich wür­dig anreiht an die Kette der schon in Dienst ge­stellten Einheiten. Als der Führer mit der Macht­übernahme die schmachvolle Periode seit dem Zu­sammenbrach beendete und die Fesseln von Ver­sailles zerbrach, stand er vor der Tatsache, datz auch die deutsche Kriegsmarine eben gerade durch die Versailler Bestimmungen in jeder Weise am dringend notwendigen Ausbau gehindert war. Trotz aller widrigen Umstände allerdings war Mustergültiges geschaffen worden seit der Ausliefe­rung und Versenkung der stolzen früheren Marine. Jeder einzelne Mann war in der Zwischenzeit davon überzeugt gewesen, daß nur der allergrößte Einsatz aus den wenigen bestehenden Einheiten eine schlagkräftige Waffe formen konnte. So lag 1933 wohl ein hervorragender Grundstock an aus­gebildeten Offizieren und Mannschaften vor, aber unendlich vieles mutzte nachgeholt werden. Wo autzerhalb Deutschlands alle Na­tionen unter großem Aufwand von Geldmitteln ihre Flotten mit immer größeren Kriegsschiffen erweitern durften, fehlte es uns an den notwendig­sten Schiffstypen. Es war eine Selbstverständlich­keit, daß der Führer diesem entwürdigenden Zu­stand, den die größte Nation Europas traf, rasch ein Ende bereitete und schon nach fünf Jahren er­klären konnte, daß Deutschlands Küsten jedem feindlichen Angriff trotzen könnten.

Keine andere Waffe bedarf einer an sich so umfangreichen Zeit zum Ausbau wie die Kriegs­marine. Das moderne Kriegsschiff stellt ein Meisterwerk der Technik dar, das unendlich viele Konstruktionen aller Einzelteile voraussetzt, so daß Ueberstürzung im Bau am allerwenigsten einen Vorteil verspricht. Trotzdem geht der Ausbau der deutschen Kriegsmarine in einem kaum vo.rstell- baren Tempo vorwärts, und dabei werden hier

Sraf lsaksts Verlinec besuch beendet

Vie altbewährte Freundschaft zwischen den beiden Ländern erfolgreich vertieft

Im Abschnitt Ceroera eroberten die Lcgioniirs- Divisionen wichtige Höhen längs der Straße Mont- blanchJgualada, darunter Llorens und den Llorc m acht Kilometer Entfernung von Jgualada. Die im Ab- schnitt östlich von Montblanch operierende Navarra-Di- vision rückte in der Richtung der Straße Tarragona Jgualada vor und besetzte den Ort Vallespinoza sowie die beherrschenden Höhen des Cullada-Eebirges, von wo aus die Nationalen den Ort Santa Perpetua und die Straße TarragonaJgualada kontrollieren können.

Wie der nationale Heeresbericht mitteilt, gelang es den Truppen Francos besonders auf dem südlichen Frontabschnitt ihren Vormarsch erfolgreich fortzusetzen. General Vagus ging mit seinen Truppen über den Eaya-Fluß, überrannte den feindlichen Widerstand und drang weiter vor.

Mehrere Dörfer, die an der Hauptstraße Barcelona Tarragona gelegen sind, wurden von der bolschewisti­schen Terrorherrschaft befreit. Auch hier wurden die Be­freier mit stürmischem Jubel und stolzer Freude von der Bevölkerung begrüßt. Wie jetzt bekannt wird, be­finden sich unter der Unzahl von Gefangenen ein sowjet- spanischer V r i g a d e k o m m a n d e u r, ein berüchtigter sowjetrussischer GPU.-Spitzel sowie mehrerehöhere" Offiziere.

Auch während des letzten Tages hat die nationale Luftwaffe eine sehr rege Tätigkeit entfaltet. Nach einer ausgiebigen Bombardierung militärischer Ziele im Hafen Barcelonas unterstützten die Flieger in erster Linie die Tätigkeit der Armeen. Ganz besonders taten sich aber die Jagdflieger hervor, die wiederholt Nach­schubskolonnen der Roten unter Feuer nahmen und die Fahrzeuge zerstörten. Vier sowjetspanische Jagdflugzeuge wurden abgeschossen.

Aus Ceroera wird gemeldet, daß die nationalen Truppen die Höhen ostwärts Jgualada eroberten. Ane ferner erst fetzt bekannt wird haben die roten Truppen vor dem Eintreffen der Nationalen mehr als 100 Ein­wohner aus Lervera ermordet. Ein pensionierter Offi­zier der Zivilgarde wurde von den roten Bestien leben­digen Leibes verbrannt, das gleiche Schicksal erlitt ein 80jährigcr Mann. Unter den Ermordeten befinden sich fast durchweg bekannte Gelehrte, die als Pensionäre in Ceroera lebten. Lediglich das überraschende Ein­dringen der nationalen Truppen in Lervera hat größere bolschewistische Greueltaten sowie die völlige Zerstörung der lebenswichtigen Anlagen verhindert.

kinmischung gefährlich!

Rom, 19. Januar.

Die verzweifelten Anstrengungen der französischen Kriegsparteien. Rotspanien noch in letzter Stunde mit Hilfe einer großangelegten Aktion zu retten, werden i» italienischen politischen Kreisen mit gelassener Skepsis beurteilt. Man weist daraus hin, daß eine solch- Aktion angesichts der entscheidenden Siege Francos reichlich verspätet kommen würde, daß aber, wenn ein Versuch in dieser Richtung tatsächlich unter-,

Berlin, 19. Januar

Der ungarische Minister des Aeußern Graf Csaky trat am Mittwochvormittag, 11.52 Uhr, mit den Herren seiner Begleitung vom Anhaltcr Bahnhof aus die Rück­reise nach Budapest an.

Zur Verabschiedung waren der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr v. Ribbentrop, mit dem Staats­sekretär Freiherr v. Weizsäcker, dem deutschen Gesandten in Budapest v. Erdmannsdorff, Gesandten Aschmann und dem Vortragenden Legationsrat Heinburg erschie­nen. Von ungarischer Seite hatte sich der ungarische Gesandte in Berlin, Sztojay, mit den Herren der

Gesandtschaft eingefunden. Ferner sah man den italie­nischen Botschafter Attolico und den japanischen Bot­schafter Oshima.

Ueber den Besuch selbst wurde folgendes Kommunique ausgegeben: Der ungarische Minister des Auswärtigen, Graf Csaky hat nach zweitägigem Aufenthalt die Reichshauptstadt wieder verlassen. Der Führer hat den ungarischen Staatsmann am 16. d. M. empfangen. Ferner hatte Graf Csaky mehrere eingehende Aus­sprachen mit dem Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop. Er hatte Gelegenheit, führende Männer von Partei und Staat bei den verschiedenen zu seinen

Ehren gegebenen Veranstaltungen zu sprechen. Dienstag stattete er Eeneralfeldmarschall Göring einen Besuch ab. Ferner besuchte Graf Csaky den Stellvertreter des Füh­rers Rudolf Hcß und besprach mit ihm Fragen der deutschen Volksgruppe in Ungarn.

Die geführten Unterhaltungen mit dem Reichsminister des Auswärtigen gaben dem ungarischen Gast Gelegen­heit, sich über alle das deutsch-ungarische Verhältnis berührenden Fragen eingehend auszusprechen. Die Unterhaltungen wurden in freundschaftlichem, offenem Geist geführt und ergaben, daß die Ansichten über die zu führende Außenpolitik völlig übereinstimmen und daß die altbewährte Freundschaft zwischen beiden Län­dern weiterhin vertieft werden soll. Es wurde erneut festgestellt, daß die enge Verbundenheit des deutschen Reiches mit Ungarn in gleicher Weise wie die engen ungarisch-italienischen Beziehungen die beste Gewähr für die Fortentwicklung des europäischen Befriedungs­werkes darstellen. (Fortsetzung auf Seite 2)

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Unser Isgessmegel

(Die ksutigo Lusgabs uwkaLt 14 Seiten)

Im Zusammenhang mit den Bombenanschlägen in England wurden 7 Iren zu Gefängnis verurteilt. Chamberlain hat den Versuchen der Kriegshetzer, England in den spanischen Konflikt Hineinzuziehen, einen Riegel vorgeschoben.

Francos Vormarsch gegen die Pyrenäengrenze nimmt einen erfolgreichen Verlauf.

Der ungarische Außenminister ist nach Budapest zurückgekehrt.

Der tschechische Außenminister besucht Sonnabend Berlin.

Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, General­admiral Dr. h. c. Raeder, traf zum Stapellauf des KreuzersK" in Bremen ein.

Die Btemer Kreisdienststelle der NSKOV. ver­öffentlicht ihren Jahresbericht.

Die Reichswaltung des NSLV. sprach sich über die Bremer EauausstellungVolksgemeinschaft Schicksalsgemeinschaft" sehr anerkennend aus. Erneute lleberraschungen gab es bei den Inter­nationalen Deutschen Hallcntcnnismeisterschaften in Bremen.

Eine herzliche Begrüßung wurde den deutschen Arado-Fliegern in Sydney zuteil.

Xnm lieutigen StapvIIank «los Kreuzers ,K" (um 14.45 llkr ank iler .1 (!. .Weser") trat gestern üvr Ober- üekelilsliabcr iler Kriegsmarine, 6eneralackniiral Dr. Ii. e. liaetler, in Ilreinen ein. Unser liilü zeigt iün beim .^Iiselireiten iler Krönt cker Klirvnüonipanie lies KreuzersKönigsberg" vor «lein llreinor liaupibalinliok. l» seiner kexleilung (von links nnel, reeüts): vivisionslioininauckeur (leneralniajor 6rsk von Sponeek.

Senator Konsul Lerndarä nnck Kapitän z. 8. Kelcklianseli, cker l.viter cker Kriegsmarineckienststelle in kremen. (Lieds unseren Silädsricdt iw.Innern, ckss Blattes.) ^.uknadme: Lcdwickt.