Ausgabe 
(7.1.1939) Nr. 7
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-reiner Mum

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Ljas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien fjansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 7/9. Jahrgang

Sonnabend, 7. Januar 19ZS

Einzelpreis 15 Npf.

sinnlicher italienischer Protest in lunis

„Italien wird die unerhörten veleidigungen niemals vergessen!

die antiitalienischen Vemonstrationen dauern an

(vrsbtboriekl uassros Vortiolors in kam)

Rom» 7. Januar

Der italienische Generalkonsul in Tunis hat beim französischen Generalresidenten Labonne Protest gegen die antiitalienischen Ausschreitungen während des Daladier- Besuches eingelegt und die sofortige Bestrafung der jüdisch-marxistischen Rädelsführer verlangt.

Der italienische Diplomat hat insbesondere seine Em­pörung über die wiederholte Schändung italienischer Fahnen durch den Pöbel zum Ausdruck gebracht. Nach den Meldungen italienischer Blätter dauern die antiitalienischen Demonstrationen in Tunis an. Die Polizei hält es auch weiterhin nicht für nötig, einzuschreiten. Die Tunis-Italiener stehen unter einem unglaublichen Druck. Das halbamtliche „Eiornale d'Jtalia" schreibt zu den Vorfällen u. a. folgendes: „Was sich in Tunis ereignet hat, entehrt die französische Nation. Unter den Augen der Polizei ist es soweit gekommen, daß eine italienische Fahne verbrannt werden konnte, ohne daß die Täter bestraft wurden. Italien wird diese un­erhörten Beleidigungen niemals ver­gessen!"

Bisher hat sich das amtliche Rom noch mit keinem Wort zu der Demonstration Frankreichs geaugert.

Während Daladier mit dem Ehrendolch auf Korsika Stöße in die Luft führte, während in Tums offiziell der Ausdruck „unverschämte Ansprüche" siel, lies der Duce in der Romagna Ski. Das faschistische Aa ren zeigt sich im Besitz guter Nerven, trotzdem sich Italien aus die Dauer als große Mittelmeer-Macht den kriege- rischen Gesten gegenüber nicht gleichgültig ver­halten kann. Es mutz dementsprechend darauf aufmerk­sam gemacht werden, datz die Einsilbigkeit Roms nicht falsch verstanden wird. Die antiitalieklischen Vorfalle werden hier bis auf den kleinsten Fall — die seltsame „Treuerklärung" der Tunis-Engländer für die „eng­lisch-französische Waffenbrüderschaft" — sorgsam regi­striert. Seitdem es den Faschismus rn Äonen gibt, ist keine Beleidigung ds« italienischen Volkes durch Wort oder Tat unbeantwortet geblieben. Frankreich belastet sich gegenwärtig mit. einer Hypothek auf deren Begleichung Italien eines Tages in aller Scharfe be­stehen wird. An der Tatsache der italieni­schen Revisionsansprllche ändern gegen­teilige Demonstrationen nichts. Oder wie eine faschistische Zeitung sagt: „Wir versichern unseren Vrüdern auf Korsika und Tunis, daß in diesen Tagen das Herz des Landes wie nie zuvor mit dem ihren zusammenschlägt, datz es sich noch nie so wie jetzt der großen Stunde bewußt war, die Gott für die Be­freiung aller Söhne Roms vorbereitet." (

Zum Tunis-Besuch Daladiers erklärt der Pariser Be­richterstatter des „Popolo d'Jtalia". die durch den Be­uch hervorgerufene kriegerische. Begleitmusik beginne ge­genüber neuen internationalen Ereignissen ^von weitaus größerer Tragweite als die afrikanische Inszenierung furückzutreten. Am Dienstag werde Ehamberlain nach öer Ewigen Stadt kommen. Solange Italien im Mittel- ncerbecken „Maginot-Li»ie"-Schwierigkeiten, Böswillig­keiten und Hindernisse finden werden, die sich seiner überschüssigen Lebenskraft, den Interessen seines Handels und der Entwicklung seines Imperiums in den Weg stellten, werde es keine Ruhe geben. Man könne nicht aus eine Zusammenarbeit Italiens mit jenen Nationen hoffen, die es zu hemmen suchten. In Paris frage man sich nicht ohne Sorge, was der britische Premierminister wohl im Sinne haben möge. Hinter einem heiligen Tgoismus verschanzt, blicke man in Paris mit Besorgnis auf das was sich außerhalb der französischen Atmosphäre abspiele In Europa beginne eine außerordentlich in-

„tondor"-pieger wieder in der Heimat

(Orslithoriebt unseres Berliner Vertreters)

Berlin, 7. Januar.

Die erfolgreiche Besatzung des „Condor" wird heute mittag in Berlin zurückerwartet. Nach ihrem großarti­gen Japanflug, der sie in 48 Stunden über nahezu 14 090 Kilometer hinweg nach Japan führte, und nach ihrem Mißgeschick in Manila, traten die sechs Flieger vor etwa vierzehn Tagen ihre Rückreise aus dem Fernen Osten mit dem Dampfer „Scharnhorst" des Norddeutschen Lloqd an. Am Donnerstag trafen sie wohlbehalten in Genua ein. Nach einem Empfang beim deutschen Generalkonsul fuhren sie gestern von Genua aus mit der Eisenbahn nach Frankfurt, wo sie noch am Abend eintrafen. Hier übernimmt sie heute früh ein Großflugzeug vom Typ „Condor". das sie nach Berlin bringt. Aus dem Flug­hafen Tcmpelhof werden sie mittags um 1 Uhr erwar tet. Zu ihrer Begrüßung werden sich in Lcrtrctung des Rcichslustfahrtministers Staatssekretär Milch und für die Reichshauptstadt Stadtpräsidcnt Dr. Lipport ein- sinden.

tensive und bedeutungsvolle diplomatische Tätigkeit, aus der Frankreich ausgeschaltet sei. Ohne weiteren Kommen­tar verzeichnet das Blatt ferner die Tatsache, daß Da­ladier zwei Tage früher als vorgesehen nach Paris zu­rückkehren werde.

Die „Stampa" weist darauf hin, daß der italienische Handel in Tunis schon seit mehreren Wochen- unter Re­pressalien zu leiden habe, Es brauche gar nicht erst be­tont zu werden, daß diese Form der Jtalienfeindlichkeit zum großen Teil auf das jüdische Element zurück­zuführen sei. In Erwartung des Abschlusses der Reise Daladiers setzten die Pariser Blätter ihre Einschüch­terungsversuche fort, um auf Ehamberlain Eindruck zu machen und die italienisch-englische Zusammenkunft zu dem sehnlichst gewünschten Mißerfolge zu bringen. Von allen Seiten würden dem britischen Regierungschef Rat­schläge und Warnungen zugeflüstert.

„Korsika italienischer voden"

Unter der Ueberschrift „Korsika italienischer Voden" veröffentlicht die von Mussolini gegründete politische Zeitschrift „Gerarchia" einen Aufsatz, in dem betont wird, daß Korsika ebenso wie Tunis in erster Linie die Blicke der Ataliener-auf sich lenke. Nach einem ge­schichtlichen Rückblick auf die Schicksale des früher mit Italien verwachsenen Korsikas weist der Aufsatz darauf hin, daß zwar ein Jrredentismus nicht bestehe, weil das italienische Element in den letzten Jahrzehnten erstickt worden sei, daß aber ein geographischer Jrredentismus vorhanden sei, da die Italiener eine geschlossene Einheit des nationalen Gebietes an­strebten, um in einem Meer, das ihr Lebin bedeute, sich frei bewögen zu können. Korsika stelle heute einen gegen Italien zwischen dem Ligurischen und dem Tyrrhenischen Meer vorgetriebenen Keil dar. Man könne die Tatsache nicht übersehen, daß man sich

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vor blliliiei' und Ueieks- kanrilel' begiükt den polnisvlie» ^aüenminister Oberst Lock naeb der ^iiüunkt aul dem Bery­ll ok. Lrssss-ülokkwsuo

eines geographisch, ethnisch und historisch i t al io n i­sch enBodens bediene, um die Vitalität eines Volkes zu unterdrücken und eine überlebte Hegemünie aufrecht­zuerhalten.

-ala-ier auf -er Heimfahrt

(vrabtbsrlobt unseres pariser Vertreters)

Paris, 7. Januar.

Ministerpräsident Daladier hat am Freitagnachmittag Algier, die dritte und letzte Etappe auf seiner Mittel- meer-Reise verlassen und auf dem Kreuzer „Fach", der von drei Torpedobooten begleitet ist, die Heimreise angetreten.

Der Besuch in Algier vollzog sich fast in demselben Rahmen wie derjenige in Bizerta und in Tunis. Nach einer Konferenz mit den höheren nordafrikanischen Be­fehlshabern aller drei Wchrmachtsteile, deren Vorsitz Daladier übernommen hatte, hielt der Ministerpräsident auf einem Bankett eine Rede, in der er u. a. erklärte: „Die Einheit der Franzosen ist verwirklicht, die Einheit

Frankreichs und seines Imperiums ist das große Ereignis, das wir heute feiern. AIs ich sagte, daß ich die Integrität des Imperiums aufrecht erhalten würde, wollte ich damit nicht nur sagen, daß ich keinen Fuß breit dieses Imperiums abtreten würde, sondern, daß ich mich durch keinen juristischen Vörwand täuschen lassen werde, den man eventuell heraufbeschwören möchte. Für die Aufrechterhaltung dieses Friedens haben wir schwere Opfer gebracht.

Aber wenn wir diese Opfer eingegangen sind, so soll man zur Kenntnis nehmen — und das werden meine letzten Worte sein —, daß sie sich gegen alle direkten oder indirekten Versuche richten, gleichgültig, ob sie nun ihre Zuflucht zur Gewalt oder zur List nehmen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Nenstag: sibreise ttiamberlains

Bas Programm des Nom-Vesuches — Zweistündige Unterredung in Paris

(Orsktbsrielit unseres Bondonsr Vertreters)

London, 7. Januar.

Das Programm des Rom-Besuches Chambcrlains ist nunmehr endgültig bekanntgegeben worden. Der bri­tische Premierminister und Außenminister Lord Halifax werden am Dienstagmorgen mit dem fahrplanmäßigen Zuge von London abfahren und ihre Reise in Paris unterbrechen. Die britischen Staatsmänner werden den Tee am Quai d'Orsay einnehmen und bei dieser Ge­legenheit Besprechungen mit Ministerpräsident Daladier und Außenminister Bannet führen.

In politischen Kreisen vermutet man, daß, die Ein­schätzung des Pariser Aufenthalts auf dt« Besprechun­gen zurückzuführen sind, die der französische Botschafter in London, Eorbin, mit Außenminister Lord Halifax hatte.

In diesem Zusammenhang weist man in unterrichteten französischen Kreisen darauf hin, daß dieser Besuch an der Haltung Frankreichs gegenüber Italien nichts ändern werde und daß Frankreich eine englische Ver­mittlung nicht annehmen wolle.

Nach einem zweistündigen Aufenthalt werden die britischen Minister Paris wieder verlassen. Am Mitt­wochnachmittag werden sie in Rom eintreffen, wo sie in der Villa Madama Wohnung nehmen werden. Am Abend werden sie an einem Bankett teilnehmen, das Mussolini zu ihren Ehren im Palazzo Venezia gibt. Nach Kranzniederlegungen am Donnerstagvormittag werden sie sich zum Quirinal begeben, wo sie vom König von Italien und Kaiser von Aethiopien in Audienz empfangen werdxn. Für den Nachmitag sind sportliche Porfllhrungen im Forum Mussolini vorgesehen. Am

Abend werden die britischen Gäste einer Einladung des Außenministers Graf Ciano folgen. Für den Freitag­vormittag ist ein Besuch beim Papst vorgesehen.

Außenminister Lord Halifax wird sich am Sonnabend- vormittag nach Genf begeben, um an der Sitzung der Genfer Liga teilzunehmen. Ministerpräsident Lhamber- lain wird Sonntag abend wieder in London eintreffen.

Nom in Erwartung

(Drshtbeiiclrt unseres Vertreters in Korn)

Rom, 7. Januar.

Rom wartet in diesen Tagen in Ruhe den britischen Ministerbesuch und den Ausgang der Gespräche mit Ehamberlain ab. Wenn ihnen eine entsprechende Ein­flußnahme auf die italienischen Revisionsforderungen im Mittelmeer, die als unabdingbar erscheinen, auch nicht zukommt, so ist es doch für die römische Politik nützlich, einwandfrei festzustellen, welche Haltung Eng­land gegenüber der Ungleichung der überalterten Mit­telmeerpositionen an den tatsächlichen Machtbestand in diesem Raum einnimmt. Die Erklärungen Lhamberlains im Dezember über Tunis und das Nichtbestehen einer Verpflichtung Englands zur militärischen Hilfeleistung Frankreichs im Mittelmeer bezeichneten die britische Haltung bisher nur andeutungsweise. Was die römische Politik anbelangt, so kann sie mit um so größerer Ruhe abwarten, da das Gesetz des politischen Han­delns im Mittelmeer bei ihr lieg:, nach­dem Frankreich mit der an unfreundlichen Gesten gegen Italien nicht armen Daladier-Reise sein Pulver vor­zeitig verschoß.

Lee Mz«ieüee Eettta«»cüee L-e«keÄe«

Es gehört zu den ältesten und bekanntesten jüdischen Tricks, beim Zutagetreten des Unwesens, der Korrup­tion und der Ausbeutung ihrer Rasse- oder Gesinnungs­genossen durch ein besonderes Ausmaß an Lärm und durch Hetzmärchen, die öffentliche Meinung so lange zu vertvirren, bis das jeweilige Gastvolk in seiner Gut­gläubigkeit die Machenschaften des israelitischen Para- sitentums nicht mehr erkennt und seinen Zorn gegen einen von Juden propagierten „Feind" richtet. Einen derartigen Vorgang können wir nun schon seit Wochen in den Vereinigten Staaten beobachten.

Wohl in keinem Lande der Welt wird zur Zeit eine ähnlich frivole und leichtfertige Hetze gegen, Deutsch­land getrieben, wie in dem erst kürzlich vom Präsiden­ten Roosevelt als besonders gottesfürchtig und vertrags- treu bezeichneten demokratischen Nordamerika. Wer will den Amerikanern diese schönen Eigenschaften strei­tig machen? Nur drängen sich nachdenklicher die Fragen auf, ob der gemeinte „Gott" vielleicht Mammon heißt und in der Wallstreet wohnt, oder ob Verträge gemeint sind, wie sie die USA. z. B. mit Kuba abschloß.

Es ist einem ständig wachsenden Teil des amerikani­schen Volkes allmählich kein Geheimnis mehr, daß hinter der ganzen unseligen Entwicklung niemand anderes als

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Unser Isgesspüegel

(l)is heutige Ausgabe uwks.Lt 14 Leiten)

Nom legte in Tunis wegen der antiitalienischen Ausschreitungen schärfsten Protest ein.

Nach militärischen Besprechungen in Algier setzte Daladier seine Heimreise fort.

Francos Truppen stoßen in Richtung Severa vor. Bei Munkacs kam es zu ernsten tschccho-slowakisch- ungarischen Zusammenstößen.

Die Banl von England mußte das englische Pfund stützen.

Die deutsche Flagge steht in Antwerpens Sceschiffs- verkehr des Jahres 1938 an erster Stelle.

Die Condor-Fliegcr treffen heute in Verlin- Tempelhos ein.

Der Hallentenniskampf Deutschland — Schweden steht 1:1.

Die Fußballspiele des Gaues fallen aus.

Zum Hallentcnnisturnier in Bremen liefen die Meldungen der europäischen Spitzenspieler ein.

Das Rollfeld des Bremer Flughafens wird bis zur Ochtum ausgebaut.

Die Schrottsammelaktion in den Betrieben unseres Gaues wurde bis zum 25. Januar verlängert.

Gestern wurde die Bremer Eiswctte zum 110. Male ausgetragen.