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parteiamtliche Tageszeitung
vas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Lreien Hansestadt Bremen
-er Nationalsozialisten Bremens
flmtiiches Berkundungsbiatt des Neildsstattliaiters in Oldenburg und Bremen
8. IaHrgang
Donnerstag, 16. Juni 19Z8
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persailler Diktat verschuldet die Verwirrung des Weltmarkts / Übernahme der öster
reichischen Vundesschulden weder völkerrechtlich noch wirtschastspolitisch begründet
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Bremen, 16. Juni
Anläßlich des 406jährigen Bestehens des „Schütting", des historischen Hauses der Bremer Kaufmannschaft, fand heute eine Festsitzung im Hause „Schütting" statt, auf der nach einer Begrüßungsansprache des Leiters der Wirtschaftskammer und Präses der Industrie- und Handelskammer Bremen, Karl Bollmeyer, Reichswirtschaftsminister Walter Funk eine Rede über die Grundsätze der deutschen Außenhandelspolitik und das Problem der internationalen Verschuldung hielt. In diesem Zusammenhang ging Reichsminister Funk auf die Ursachen der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise ein und stellte den Krisenerscheinungen in der Weltwirtschaft die gesunde und stabile Lage der deutschen Wirtschaft gegenüber.
Reichswirtschastsminister Funk übermittelte zu Beginn seiner Rede, die oftmals von lebhaften Beifallskundgebungen unterbrochen wurde, die besten Grütze und Wünsche der Reichsregierung und besonders des Führers zu dem Ehrentag der Bremer. Kaufmannschaft. Der Führer habe ihm gleichzeitig aufgetragen, Grütze an Gauleiter Carl Rover und SA.-Eruppensührer Böhmcker als Reg. Bürgermeister dieser Stadt zu überbringen.
Bremen könne den Ehrentag der Bremer Kaufmann- schaft nicht nur in dem stolzen Bewußtsein einer großen Vergangenheit, sondern auch in dem beglückenden Gefühl einer großen Gegenwart begehen. Den» auch der Bremer Handel und die Bremer Wirtschaft haben an dem gewaltigen Aufschwung erfolgreich teilgenommen, den das deutsche Wirtschaftsleben unter der Führung Adolf Hitlers auszuweisen hat. Das Jahr 1932 verzeichnet den Baubeginn von nur 8999 BRT. Handels
schiffen, im Jahre 1836 waren es 814 K6Ü ART,, also mehr als das Hundertfache! Der Warenumschlag Bremens ist von 16,3 Millionen im Jahre 1932 aus 18,2 Mill. To. im Jahre 1937 gestiegen. Hier in Bremen sei der Blick aus das Meer und die weite Welt und damit besonders auf die Weltwirtschaft gerichtet. Jeder Wirt- > schaftler, der diesen von echtem Hanseatengeist erfüllten ! Wirtschastsraum betritt, muß auch von diesem Geist er- j grissen und begeistert werden.
Es ist ein besonderer Reiz, von diesem Platz, der den „Schlüssel zur Welt" bedeuten soll, zur Welt zu sprechen. Deshalb wolle er, der Reichswirtschaftsminister, heute über das Gebiet der deutschen Wirtschaftspolitik spreche», das den Bremern das Nächstliegende und Wichtigste sei, nämlich über die Außenhandelspolitik. Tatsachen, die hier vollbracht und Worte, die hier gesprochen werden, würden in der ganzen Welt mit besonderer Aufmerksamkeit vernommen. Deshalb glaube er, daß der Teil seiner Ausführungen, der sich mit einem politisch und wirtschastspolitisch besonders aktuellen Thema beschäftigt, in der Welt die entsprechende Beachtung findet und richtig verstanden werden wird.
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Zm Anschluß an eine Erörterung der unheilvollen Wirkung politischer Schulden behandelte der Reichswirtschaftsminister die Frage der Rechtsnachfolge der österreichischen Staatsschulden, die er einer eingehenden Untersuchung nach der völkerrechtlichen, der wirtschaftspolitischen und der moralischen Seite hin unterzog. Im einzelnen führte Reichswirtschaftsminister Funk hierzu u. a. folgendes aus:
Die internationalen Erörterungen über die weltwirtschaftlichen Vorgänge und kunjunkturellen Entwicklungen zeigen in der letzten Zeit im allgemeinen die gleiche Tendenz, nämlich die Furcht vor einer neuen schweren Krise der Weltwirtschaft. Hierbei treten bemerkenswerterweise zwei Wirtschaftsgebiete als ausgesprochene Gegenpole in Erscheinung, nämlich auf der einen Seite die Vereinigten Staaten von Amerika, die geradezu als das Störungszentrum bezeichnet werden, und auf der anderen Seite Deutschland, dessen Wirtschaft dem neuen Konjunktureinbruch bisher einen ungebrochenen Widerstand entgegengesetzt hat.
Inmitten eines allgemeinen Konjunkturrückgangs setzt sich der Aufschwung der deutschen Wirtschaft unvermindert fort. Diese konträre Entwicklung der beiden Kon- jnnkturextreme wird am deutlichsten durch die Rohstahl- erzeugung bewiesen. Die deutsche Stahlproduktion beginnt die amerikanische Produktion zu überflügeln. In den ersten fünf Monaten des Jahres 1838 betrug die Rohstahlerzeugung in USA. 9,18 Millionen Tonnen, in Deutschland 9,29 Millionen Tonnen. Dabei betrug die deutsche Rohstahlerzeugung noch vor einem Jahre kaum ein Drittel der amerikanischen.
Wenn es noch einer besonderen authentischen Bestätigung für die allgemeine Krisenpsychose bedurft hätte, so ist dies durch die Vertagung der englisch-amerikanischen Handelsvertragsverhandlungen erfolgt. Nicht die Hitzewelle oder die Wahlvorbereitungen, wie es anfangs hieß, sind die Ursache für diese Vertagung, sondern die krisenhafte Zuspitzung in der Weltwirtschaft. Da man heute draußen offenbar die Krise noch als ein unentrinnbares Schicksal betrachte, beziehen die einzelnen Handelspartner ihre Schutzzollbastionen, um der mit der Krise ausgelösten verschärften ausländischen Konkurrenz standhalten zu können.
Was bedeutet nun eigentlich dieser sogenannte „Weltmarkt", dessen drohende Krise die Gemüter der am internationalen Handel besonders stark beteiligten Völker zur Zeit so sehr in Erregung versetzt? Er bedeutet viel weniger, als man gemeinhin glaubt! Die gesamten Welthandelsumsätze betrugen 1929, also zur Zeit des höchsten bisher erreichten Standes 284 Milliarden RM. Sie gingen wertmäßig bis auf 195 Milliarden im Jahre 1938 zurück und stiegen 1937 auf 130 Milliarden RM. Demgegenüber betrug der gesamte Wirtschaftsumsatz in Deutschland allein im Jahre 1937 nicht weniger als 21Ü Milliarden RM. Die Exportquote betrug im Jahre 1937 bei Deutschland 8,7 Prozent des Volkseinkommens, bei den Vereinigten Staaten von Amerika nur 8,4 Prozent, bei England 10 Prozent und bei Frankreich 11,4 Prozent.
Die Entwicklung der letzte« zehn Jahre zeigt deutlich, daß die einzelnen Volkswirtschaften bemüht sind, sich von den Einflüssen des Weltmarktes mehr und mehr unabhängig zu machen.
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, daß die Vereinigten Staaten von Amerika, obwohl sie über einen in besonders hohem"Matze sich selbst genügenden Binnenmarkt verfügen und der prozentuale Anteil des Außenhandels dort nur sehr gering ist, den Weltmarkt durch ihr potentielles Gewicht so stark beeinflussen. Die amerikanische Krise ist immer wirtschaftlich begründet. Aber die Talchche, daß die Vereinigten Staaten trotz der größten Goldvorräte einen Aus- fuhrüberschutz ausweisen und durch ihre Handelspolitik die Weltmärkte dauernd zu beunruhigen vermögen, beleuchtet die ganze Problematik des gegenwärtigen Welthandels in besonders krasser Weise.
(Fortsetzung im Innern des Blattes)
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