Ausgabe 
15.6.1938 (Abend-Ausgabe)
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parteiamtliche Tageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Lreien Hansestadt Vremen

der Nationalsozialisten Bremens

sinnliches Verkiindungsblatt des Neichsstatchalters mOldenburg und Vremen

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Arabische Vul überrennt britische

freischärler-Nevolten in Palästina widerlegen knglands Kolonialministee

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Sem praberausstand -as Nüchgrat gebrochen t

Jerusalem, 15. Juni.

Die Palästina-Presse aller Lager berichtet mit offen­sichtlichem Erstaunen von einer Aeußerung des britischen Kolonialministers in dessen Unterhausrede am Diens­tag. Dem Kolonialminister zufolge soll dem Araveranf- stand in Palästina das Rückgrat gebrochen morden sein.

Dem entgegen wird darauf verwiese», dah am gleichen Tage, an dem die Rede gehalten wurde, folgende revo­lutionären Ereignisie sich abspielten, beziehungsweise Gegenmaßnahmen verhängt worden: Ueber fünf arabi­sche Dörfer in der Gegend bei Akko wurde das Ausgeh- verbot verhängt. Durch Freischärler wurden fünf Ara­ber und zwei Juden entführt, deren Schicksal ungewiß ist. Die Jrak-Oel-Linie wurde angegriffen und beschä­digt. An vier Stellen wurden Telephonhauptleitnngen unterbrochen. In drei Fällen wurden Ernten ganzer Dörser verbrannt. Zwischen Militär und Polizei auf der einen Seite und Freischärler« aus der anderen Seite

kam es an sechs verschiedenen Stellen zu Schießereien. Telephonarbeiter wurde» durch Freischärler überfallen und ihres Arbeitsmaterials beraubt. Ein Freischärler wurde bei Rain erschossen, drei Freischärler wurden ge­fangen genommen. 45« Meter des berüchtigten Stachel­drahtzaunes an der Nordgrenze Palästinas wurden von Freischärler» zerstört.

Jeden Tag vorher spielten sich ähnliche Ereignisse in ebenso gedrängter Fülle ab. Wie man unter diesen Um­ständen annehmen kann, daß der Aufstand erledigt sei, bleibt in Jerusalem unverständlich. Die arabische Zei­tungRalastin" erklärt, daß die Araber nicht gegen einen bestimmten Feind, sondern gegen die Tyrannei schlechthin kämpften. Auch tausend Stacheldrahtverhaue werden die arabische Wut nicht besänftigen. Das Blatt greift sodann den englischen Kolonialminister persönlich an und wirft ihm Verbindungen mit der Judenschaft vor.

In Haifa sind wieder 350 Tonnen Stacheldraht zur Abriegelung der Nordgrenze Palästinas eingetroffen.

(Siehe auch unsere Meldung auf Seite 2.)

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Medizinisches Sulachtei, im Sistmordprozeft

Brüssel, 15. Juni.

Im Lütticher Giftmovdprozeß kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen der Verteidigung und dem Untersuchungsrichter. Die Verteidigung warf dem Richter u. a. vor, daß er nicht alle 11 Personen, die dre Becker vergiftet hüben soll, a-usgraben und untersuchen ließ. Der Untersuchungsrichter erwiderte, daß das bei der Eigenart des benutzten Giftes zwecklos gewesen wäre.

Im weiteren Verlauf der Verhandlung wurde mit den Aussagen der ärztlichen Sachverständigen begon­nen. Pros. Firket wies darauf hin, daß alle Opfer un­ter ähnlichen Erscheinungen gestorben seien. Die Krank­heit habe unvermittelt nach der Einnahme der Nah­rung begonnen. Allen Erkrankten sei der bittre Ge­schmack der eingenommenen Flüssigkeiten oder Nah­rungsmittel aufgefallen, und in 15 Fällen hätten sich Erbrechungserscheinungen eingestellt. Einwandfrei sei nur bei der Witwe Lange Vergiftung als Todesursache festgestellt. Die übrigen ärztlichen Sachverständigen schlössen sich diesen Ausführungen im großen und gan­zen an. Es sollen noch 313 Zeugen vernommen werden.

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VolskstastdesMmisterprüstdentenvon Mandschukuo an das deutsche Volk

flnlößlich der NaW;ierung des deutsch-mandschurischen sreundschastsvertrages

durch Mandschukuo

Hsinking, 15. Juni.

Anläßlich der Ratifizierung des deutsch-mandschuri­schen Freundschaftsvertrages Lurch die mandschurische Regierung übergab der Ministerpräsident von Mand­schukuo, Marschall Lhangchinghui, dem Vertreter des Deutschen Nachrichtenbüros eine Botschaft an das deutsche Volk.

In dieser Botschaft heißt es: An diesem denkwürdigen Tag der Ratifizierung des deutsch-mandschurischen Freundschaftsvertrages, der als eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte Mandschukuos in. Ehren ge-. halten werden wird, ist es mir eine hohe Freude, aus herzlicher Dankbarkeit dem deutschen Volk, für das ich tief« Achtung und Zuneigung empfinde, folgende Bot­schaft zu übermitteln:

Das Volk Mandschukuos bewundert das deutsche Volk, das seit der Errichtung des nationalsozialistischen Regi­mes unter der Führung Adolf Hitlers steigenden Wohl­stand errungen, sich trotz innerer und äußerer Schwie­rigkeiten eine unanfechtbare Stellung unter den Völ­kern der Erde gesichert hat und angesichts der glorrei­chen Tradition der germanischen Nasse unablässig be­strebt ist, allgemeine Gerechtigkeit aufrechtzuerhalten.

Das deutsche Volk bewies uns große Sympathie zu einer Zeit, als wir in einer schwierigen internationalen Lage waren, zuerst durch die Anbahnung freundschaft­licher Beziehungen durch Handelsabkommen; alsdann wurde unsere internationale Position durch den Ab­schluß des Antikomintern-Abkommens mit Japan indi­rekt gestärkt. Nun unternahm, das deutsche Volk Schritte, um durch einen formalen Vertrag die Freundschaft zwi­schen den beiden Ländern zu verewigen.

Ich bin mir voll bewußt, daß alles dies nur dem Scharfblick und der Weitsicht des großen Führers der deutschen Nation zu verdanken ist sowie dem Mute, mit dem Deutschland, für das das mandschurische Volk hohe Bewunderung und tiefe Dankbarkeit empfindet, an den ewigen Gesetzen von Recht und Gerechtigkeit festhält. Ich glaube auch, daß die nächste Ausgabe der beiden Völker darin besteht, der Zusammenarbeit gegen den Bolsche­wismus durch den Abschluß eines Vertrages konkrete Form zu geben.

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warschauer Zigeunerkönig gibt einen kmpsang

(lüiASvsr Lsriebt äsrLrsmsr Leitung")

Warschau, 15. Juni.

Nachdem die Zigeuner im vorigen Jahr in Warschau ihrenKönig" gewählt haben, wollen sie nun in diesem Jahr einen weiteren Schritt zur Befestigung der neuen Dynastie" tun. DerMinisterpräsident" König Ja- nuschs hat die Zigeuner von Polen, Ungarn und Bel­gien aufgerufen, am 7. Juli Janusch l. in Warschau zu huldigen. Der Zigeuner-Premias" gab der PresseEr­klärungen" ab, nach denen man mit einem Zusammen­strömen von 15 000 Zigeunern .rechnet. Die belgischen Zigeuner wollen sogar einenGeneral" mitbringen.

Das erste Jahr derRegierung" König Janusch I. aus dem Hause Kwiek ist nicht ganz sorgenlos verlaufen. Denn zum Bedauern Januschs und feinerUntertanen"

gibt es noch einen zweiten Vertreter der Fami Kwiek, der gleichfalls behauptet,König" aller Zigeur zu sein. Dieser Gegen-König", der vor einigen Jahr in Bismarckhütte in OberschlesienHof" hielt und n in Pomerellen als^ Michael I.residiert", gibt seinl seits bekannt, daß diestaatsrechtlich einzig zulässi Komgshuldrgung" ihm zukomme und in Pomerell stattfinden soll. Zur Diffamierung des pomerellisch Zigeunerkönigtums bedient sich Janusch von Marsch aus nicht sehr fairer Mittel. Er behauptet nämli Michael sei ein ganz gewöhnlicher Gauner, ein gemein Betrüger, ein Pferdedieb und außerdem ein Bigam mit zwei Dutzend Frauen, die ihn mit Wahrsager Kartenichlagerei und Diebstahl durchhalten. Ku Michael schade dem Ansehen desanständigen" ^ geunertums.

TroWem bereitete das pomerellrsche Gegen-Königtu dem WarschauerHof" ernsthafte Sorge. Der 7. Jr wird nun die Entscheidung bringen, welche Partei d stärkere ist.