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14.6.1938 (Abend-Ausgabe)
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parteiamtliche Tageszeitung

Dos Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Lreien Hansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches Nerkiindungsblatt des Neicstsstattlialters in Oldenburg und vremen

HMü 6. Jahrgang

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der Siftmordprozeß

(Ligsuer L erlebt äsrLrowor Leitung")

, Brüssel, 14. Juni.

Im Sensationsprozeß gegen die Massemnörderin Becker schließ sich immer mehr die Kette der Indizien gegen die Verbrecherin, deren vollkommene Kaltblütig­keit und Koketterie immer wieder überraschen.

Unter den Geschworenen befindet sich der frühere Mi­nister Tschoffen, der durch seine scharf gestellten Fragen die Angeklagte oft in eine recht unangenehme Lage bringt. So will Tschoffen von der Eiftmörderin wissen, wieviel Frauen sie mit ihrer Krankenpflege bedacht hat. Bekanntlich brachte die Angeklagte ihren Opfern, meist Frauen, mit denen sie sich zunächst anfreundete, beim Kaffeetisch oder bei einem Glas Wein Digitalin bei, das sehr bald die auf diese Weise Vergifteten aufs Krankenlager warf. Die Becker trat in diesen Fällen bei ihren schwer leidenden Freundinnen als Kranken­pflegerin auf und wiederholte im gegebenen Augenblick die Verabreichung des Giftes, wodurch dann schnell der Tod der Kranken Herbeigeführt wurde. Auf die Frage des Geschworenen Tschoffen, welche Personen außer den in der Anklageschrift genannten elf Ermordeten und den fünf früheren Freundinnen der Becker, die eidlich erklären wollen, daß die Angeklagte an ihnen Giftmord- versuche unternommen habe, von ihr gepflegt worden seien, antwortet die Becker mit überlegenem Lächeln: Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern. Ich weiß nur, daß, wenn ich weitere Namen nennen würde, die Betreffenden jetzt mit allen möglichen Beschuldi­gungen gegen mich aufträten."

Festzustellen ist, daß von sämtlichen von der Vecker gepflegten sechzehn Personen elf auf die gleiche Weise gestorben und fünf unter den gleichen Vergistungserschei- »uugen erkrankt sind. Und stets zeigte sich die Becker alsliebevolle, besorgte Krankenpflegerin", «»e immer wieder Worte des Trostes für die Kranken und deren Angehörigen zur Verfügung hatte.

Den Schluß der Vernehmung der Vecker bildete der Fall des letzten Opfers der Eiftmörderin, der Witwe Weiß. Kurz nach dem Tode der von der Becker ver­gifteten Witwe Lange stattete sie einer Frau Lamy, deren Name sie von der Lange gehört hatte, einenVe- such ab. Durch die Lamy lernte sie die Witwe Werg kennen. Die drei Witwen, nämlich die Becker, die Lamy und die Weiß nahmen an dem Begräbnis der Witwe Lange teil. Nach der Rückkehr vom Friedhof brach die Witwe Weiß, die zuvor im Hause der Becker geweilt

hatte, mit einem Herzkrampf zusammen. Sie wurde in einem Auto in ihre Wohnung gebracht und dort vier Tage lang von der Witwe Beckergepflegt", in deren Armen die Unglückliche an einem Herzschlag verschied. Als der Arzt erschien, um den Totenschein auszustellen, erklärte die Becker auf seine Frage, warum sie nicht rechtzeitig einen Arzt bestellt habe:Ich hielt die Krank­heit für nicht gefährlich".

Zehn Tage später wurde» bei einer Haussuchung bei der Witwe Vecker ein Ring, eine Handtasche, sowie Kleidungs- und Wäschestücke ihres Opfers gefunden und beschlagnahmt. Hiernach wurde die Becker verhaftet. In ihrer Aussage schmäht die Angeklagte die verstorbene Witwe Weiß in gemeinster Weise.

Nach der Beendigung der Vernehmung der Vecker be­gann das Verhör der geladenen dreihundert Zeugen. Zunächst kam der Untersuchungsrichter an die Reihe. Mit leiser Stimme erklärte er, daß er bereits im Jahre 1935 der Vecker mitgeteilt habe, daß sie unter schwerem Giftmordverdacht stehe. Allgemein gelte sie als die

Seneral der Artillerie kettet in vudapest

Budapest, 14. Juni.

Der Chef des Oberkommandos der deutschen Wehr­macht, General der Artillerie Keitel, ist Dienstag vor­mittag im SonderflugzeugHermann Göring" in Buda­pest eingetroffen, um den Besuch des ungarischen Hon- veds im vorigen Jahre in Deutschland anläßlich der Herbstmanöver zu' erwidern.

Mörderin ihrer Freundin, Witwe Crulle. Mit erhobe­ner Stimme habe er der Vecker gesagt:Kommt so etwas noch einmal vor, so werden Sie von mir hören" (!!). Die Becker habe jedoch jede Schuld ent­rüstet von sich gewiesen.

Die Verhaftung der Becker erfolgte übrigens unter dramatischen Umständen. Sie hatte sich bei der Witwe Lamy zu Besuch angesagt, wozu sie eine Flasche Port­wein mitbringen wollte. Die Polizei war inzwischen von der Lamy, die von den Gerüchten über die Vecker erfahren hatte, verständigt worden. Als die Vecker in der Wohnung der Lamy erschien, wurde sie von einem Polizeibeamten festgenommen. Als man sie untersuchte, stellte es sich heraus, daß sie nicht nur die Flasche Port­wein, sondern auch ein Fläschchen Digitalin, jenes schwere Herzgift, mit dem. sie ihre Giftmorde auszu­führen pflegte, mitgebracht hatte. Seit ihrer Verhaftung ist übrigens kein ähnlicher Vergiftungsfall in Lüttich vorgekommen.

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So wurde tastellon genommen!

Kommandeure der bolschewistischen Leoante-strmee bereitsgemaßregelt"

Moskau konzentriert Luftgesäzwader m der Ukraine

lodesstrafe sür ortsfremde / rcuppenzusammenziestung an der polnisch-rumänischen

Srenze Sowjetrußlands

Bilbao» 14. Juni.

Zu der Einnahme von Castellon durch die national­spanischen Truppen werden folgende Einzelheiten ge­meldet: Die nationalen Galicien-Dioisionen umgingen Castellon, um aus südlicher Richtung den Angriff aus die Stadt zu unternehmen. Im südlichen Stadtviertel verteidigten sich die Bolschewisten hartnäckig in der Kaserne Sän Franzisko. die nach erbittertem Kamps unter dem Einsatz von Kampfwagen gestürmt wurde. Der Feind zog sich darauf in die Stierkampfarena zurück, die als neues Bollwerk den Vormarsch der ein- gedrungenen nationalen Divisionen aufhalten sollte. Schon während dieser Kämpfe wurden von der Zivil- Bevölkerung in den anderen Stadtteilen weihe Zahnen

Die nördlich von Castellon operierende Angriffssäule des Generals Aranda konnte bei ihrem Vormarsch auf Castellon bis auf 4 Kilometer heranrücken und den Badeort Penicassin und die Bergwerke von Mrnas P,e- dras besetzen.

An der Teruel-Front erreichten die Truppen des Generals Varela die Hänge des Buitre nördlich von Albentosa. An der Pyrenäen-Front im Abschnitt Vielsa eroberte die Navarra-Division die Ortschaft Hospital.

Unter, der^ umfangreichen Kriegsbeute, die bei Castellon den.nationalen Truppen in die Hände fiel, erscheinen 20 Geschütze sehr bemerkenswert, deren in Spanien nicht gebräuchliche Kaliber die Ausmaße der ausländischen Waffenlieferungen nach Sowjetspanien beweisen.

Laut Rundfunkmeldungen aus dem sowjetspanischen Gebiet wurden verschiedene Kommandeure der bolsche­wistischen Levante-Armee im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Widerstandes an der Castellon- Front abgesetzt und teilweise verhaftet. Es kündigen sich also auch hier die Moskauer Methoden in der Maßregelung der Schuldigen" mit ihrem ungehemmten Blutterror an.

(Ors-btbsriebt unseres sWarsekausr Vertreters)

Warschau, 14. Juni.

Die gesamte Sowjetpresse veröffentlicht eine bedeut­same Regelung des Moskauer Jnnenkommissariats. Da­nach ist mit sofortiger Wirkung die Einreise und der Aufenthalt ortsfremder Personen in den Provinzen der Sowjet-Ukraine verboten, die an Polen und Rumänien angrenzen. Wer in diesen Provinzen an,getrossen wird, ohne dort ortsansässig zu fein, wird zum Tode durch Er­schießen verurteilt.

Die Grenzbezirke sind schon feit einiger Zeit durch EPU.-Berstärkungen beseht worden, weshalb die Mel­dungen vom Aufmarsch sowjetischer Truppen an der pol­

nischen und rumänischen Grenze schwer zu überprüfen sind. Es heißt vor allem, daß zahlreiche Geschwader der sowjetischen Luftflotte zum Ueberfliegen polnischer und rumänischer Gebiete nach der Tschechoslowakei in der Sowjetukraine zusammengezogen sind. Diese Gerüchte werden durch die Verhängung der Todesstrafe für oas Betreten der fraglichen Bezirke nicht zerstreut, sondern mittelbar bestätigt. Hinzu kommt die vielfach besprochene Drohung Moskaus, daß die Sowjetarmee für die Tschechoslowakei bereit stehe, eine Drohung, die sich vor allem gegen Polen und Rumänien richtet, weshalb diese beiden Staaten ihr Defensivbündnis kürzlich durch Ge- neralstabsbesprechungen in Warschau militärisch erwei­tert haben.