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Werner Muno
LM parteiamtliche Tageszeitung
Vas Amtsblatt des Negierenden Mrgermeisters der Lreien Hansestadt vremen
der Nattonalsozialisten Bremens
flmtliches Verkündungsblatt des Neichsstatttiaiters in Oldenburg und Meinen
S. Jahrgang
Montag, 1Z. Juni 1SZS
Einzelpreis 10 Npf.
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Nichttschechm freiwild
Pretzburg, 13.: Juni.
8n den späten Abendstunden des Sonntags ist es in der Pretzburger Innenstadt zu schweren Ausschreitungen tschechischer Polizei gekommen. Die Slowakische Volkspartei hatte vor der Schristleitung des „Slowak" eine improvisierte Kundgebung veranstaltet, um der Freude der drei nationalen Parteien in der Slowakei, der Karpatendeutschen Partei, der Slowakischen Volkspartei und der Vereinigten Ungarischen Parteien über den überwältigenden Wahlsieg Ausdruck zu geben. Der bekannte slowakische Abgeordnete Sidor hielt eine Ansprache, und Volkslieder in deutscher, ungarischer und slowakischer Sprache wurden gesungen.
Als sich die Volksmasjen nach Hause begeben wollte», fuhren plötzlich Ueberfallwagen der tschechischen Polizei auf, aus denen die Polizisten heraussprangen und mit Gummiknüppeln und anderen Schlagwerkzeugen auf die Menge losschlugen. Es kam zu unerhörten Roheitsszenen. Auch Frauen und Kinder wurden von den entmenschten Tschechen nicht geschont. Kam jemand zu Fall. so schlugen diese auch aus die am Boden Liegenden weiter ein. Vergeblich bemühten sich der Abgeordnete Sidor und andere Führer der Nationalitätengruppen,
dem Wüten der Tschechen Einhalt zu tun. Erst spät liehen diese von ihre» Opfern ab.
Nach den Vorfällen traten die in Preßburg weilenden Parteiführer der drei nationalen Parteien zu einer Besprechung zusammen und sandten ein Protesttelegramm an die Präger Regierung, in dem sie gegen das Verhalten der tschechischen Polszei Verwahrung einlegten.
Mährisch-Schönberg, 13. Juni.
Das Präger Innenministerium hatte auf Antrag des Abgeordnete« Künzel in Mährisch-Schönberg einen Umzug der Sudetendeutsche» PartH erlaubt. Der Polizei- chef jedoch verbot den Umzug. Eine Bereitschaft von 4V Mann Gendarmerie und Polizei wurde gegen die sich zum Umzug sammelnden Deutschen eingesetzt. Sie ging ohne weiteres mit Gummiknüppeln und Säbeln vor. Etwa 28 Personen wurden verletzt, darunter befinden sich ältere Frauen und Kinder. Eine 78jiihrigc Frau wurde oom Gehsteig gestoßen und in roher Weise verprügelt, so dah sie schwere Verletzungen erlitt. Zwei Jungturner erlitten schwere Verletzungen im Rücken. Bei einem anderen Verletzten wurden Säbelhiebe festgestellt. 16 Personen sind verhaftet worden, darunter der Leiter des SdP.-Ordnungsdienstes.
Valadiers „Modilmachungsdekret"
oom 21 . Mai
„wir find noch immer nahe am Krieg"
(vrabtbsriclit unseres pariser Vertreters)
Paris, 13. Juni.
Die Tatsache, datz Frankreich am 21. Mai vor einer durch die Machenschaften seiner Kriegstreiber heraufbeschworenen Mobilmachung gestanden hat, wird dem großen Publikum erst jetzt in vollem Umfange klar. Die „Aetion Francaise" stellt fest. datz die Enthüllung anderer Blätter, wonach das Mobilmachungsdekret während des ganzen 21. Mai auf dem Tisch des Ministerpräsidenten bereitgele- gen habe, nicht dementiert worden ist. Es sei also vollkommen anerkannt, datz die Franzosen beinahe am 22. oder 23. Mai beim Erwachen die Anschläge der Mobilmachung gelesen hätten.
Der Stellvertreter des Obersten de la Rocque,.der Abgeordnete Ybarnegaray. hat in einer Rede am Sonntag davon gesprochen, dah am 21. Mai das schreckliche Antlitz des Krieges nahe gewesen sei. Während eines ganzen Abends habe man seinen Atem gespürt. „Habe es sich entfernt, oder ist es hinter den Bergen Böhmens
— Panikdarstellungen als Vruckmtttel
verschwunden, um auf den Hügeln der Pyrenäen wieder zu erscheinen?" Auch in der Presse finden sich zahlreiche Anspielungen auf dieses Thema. Der „Petit Parisien" weist in einer Betrachtung darauf hm, dah Frankreich nach der Aeußerung des Ministerpräsidenten nur wenige Zentimeter vom Kriege entfernt gewesen sei und mahnt, das ganze Gewicht dieser Erklärung Daladiers zu würdigen, „Wir sind noch immer ganz nahe am Kriege. Eine Ungeschicklichkeit, eine Unvorsichtigkeit — und wir fallen in seine Fänge." Auch der „Jour" sagt in seinem Leitartikel, „weder England noch Frankreich, noch Italien haben das Recht zu übersehen, dah der Krieg für sie ebenso drohend ist wie er am 21. Mai war."
Warum alle diese für die Völker außerhalb Frankreichs völlig unverständlichen Warnungen und Panik- darstellungen? Weil mit dieser Psychose auf das französische Volk und auf Europa ein unheilvoller Druck ausgeübt werden soll. Welche Kräfte in Frankreich dauernd am Werk sind, geht aus einem Artikel des „Journal" hervor, in dem mit voller Verantwortlichkeit erneut festgestellt wird, dah die Regierung Blum seinerzeit dem Obersten Rat der Landesverteidigung einen Plan vorgelegt hat, mit der Nichteinmischungs- politik zu brechen. Das gleiche Blatt stellt fest, „Wenn Paul-Boncour am Quai d'Orsay geblieben wäre, hätte Leon Blum sehr wahrscheinlich am 22. Mai das Mobil- machungsdekret unterzeichnen lassen müssen.
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kin zweiter soll Sttwiskp
Neue knlküllungen über die Lvon-flffijre — Zaklreiche Pariser Persönlichkeiten komprsmittiert — stbgeordnete ließen sich bestechen
(pigsnsr Bsriobt äsr „Lrsrasr Leitung")
Paris, 13. Juni.
Wächst die Afsärc Lyon, des vor kurzem in Paris verhafteten „Königs der Rauschgifthändler", sich zu einem neuen „Skandal Siavisky aus? Eine ganze Reihe von Pariser Zeitungen, sowohl der Rechten wie der Linken, geben bereits derartigen Vermutungen Raum. Die Polizei soll über Dokumente verfügen, durch die zahlreiche bekannte Persönlichkeiten in die Angelegenheit verwickelt werden, u. a. ein angesehener Pariser
Rechtsanwält, ein hoher Polizeibeamter und ein ehemaliger sozialdemokratischer Abgeordneter, der gegen die kleine Summe von 18 666 Franken sich für die Aufhebung eines Ausweisungsbefehls eingesetzt hat, der gegen eine Freundin Lyons verhängt worden war.
Jedenfalls steht fest, dah mit der Verhaftung Lyons ein ganzes Netz Verbrechen und Jntrigen aufgedeckt worden ist. Sogar in die Kapuzenmänner-Asfären scheint der Rauschgifthändler Lyon verwickelt zu sein. In den Händen des Untersuchungsrichters befindet sich