Ausgabe 
11.6.1938 (Abend-Ausgabe)
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parteiamtliche Lageszeitung

vas flmtsblatt des Negierenden Nürgermeisters der Lreien Hansestadt Nremen

der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches verkiindungsblatt des Neichsstatttialters in Oldenburg und vremen

8. Jahrgang

Sonnabend, 11. Juni 1SZ8

kinzelpreis 10 Npf.

heftiges Erdbeben im Icheinland

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In Vüffeldorf gerieten Hochhäuser in Bewegung / Panik in den Straßen vrüssels / Schornsteine brachen zusammen / Zahlreiche Verletzte

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«ib. Düsseldors, 11. Juni. Die Düsseldorfer wurden heute wenige Minuten vor Mittag durch ein heftiges Erdbeben erschreckt. Wie sich aus mehreren Meldungen ergibt, wurde das Beben in allen Stadtteilen Düsseldorfs ver­spürt. Auffällig war vor allem die außerordent­liche Stärke der Erschütterungen. Besonders stark machte sich das Beben in den oberen Stockwerken der Hochhäuser Düsseldorfs bemerkbar.

Im siebenten Stockwerk eines Hauses sind die Er­schütterungen so stark gespürt worden, baß die in den Zimmern stehenden Personen sich unwillkürlich in den nächsten Stuhl setzten, um nicht umgeworfen zu werden. Die Regale, in den Büros wurden so stark bewegt, daß man glaubte, sie würden jeden Augenblick umgeworfen. Aehnliche wenn auch nicht so starke Erschütterungen wurden in den übrigen Häusern Düsseldorfs gespürt. In den tiefergelegenen Stockwerken pendelten offen­

stehende Fensterflügel plötzlich hin und her. Eiwrich- tungsgegewstände gerieten ebenfalls in Bewegung.

Das Erdbeben ist nicht nur in Düsseldorf beobachtet worden, sondern auch in Aachen und Wuppertal.

Brüssel, 11. Juni

Weite Teile Belgiens wurden Sonnabend mittag durch ein Erdbeben erschüttert, das etwa eine halbe Minute dauerte. In mehreren Stadtteilen Brüssels stürzten die Schornsteine von den Häu­sern auf die Straßen. In vielen Häusern bildeten sich Risse in den Wänden. Ein Haus in der Brüs­seler Vorstadt Cherbeck stürzte völlig ein. Auch mehrere Fabrikfchornsteine brachen zusammen. Zahlreiche Telephonverbindungen und Gasleitun­gen wurden zerstört. Der Einwohner Brüssels be­mächtigte sich eine Panik; sie eilten bei den ersten Erdstößen zu Tausenden auf die Straßen. Es wer­den mehrere Verletzte gemeldet.

Auch aus der Provinz werden größere. Schäden ge­meldet. Im Observatorium von Üccles wurden durch das Beben alle Apparate außer Betrieb gesetzt.

Sei der strbett angefallen und schwer verletzt /

heimtückischer Überfall auf fuSetendeutsche wahlkanSiSaten

Prag, 11. Juni.

Am Sonntag wird auch in Wartn an der Eger die Eemeindewahl durchgeführt. Am Donnerstagnachmittag wurde der dortige Listenfiihrer der Sudetendeutschen Partei namens Kilches auf einem Felde von dem Tschechen Masek von hinten überfallen und ohne jeden Erund in gröbster Weise mit einem Prügel geschlagen. Er erlitt eine schwere Verletzung am Hinterkopf und eine Gehirnerschütterung. Außerdem wurde ,hm von dem feigen Verbrecher der Arm gebrochen. Die Eendarmerre stellte zwar „Erhebungen" an, doch ist noch nicht bekannt, ob der Tscheche verhaftet wurde. Das Befinden des schwer verletzten Kilches ist ernst.

Pirna, 11. Juni.

In Schreckenstein bei Aussig tat sich in den letzten Tagen wiederholt der tschechische Korporal Koula, Kom­mandant der Aussiger Vrückenwache, durch brutales Auftreten gegenüber sudetendeutschen Arbeitern und jungen Sudetendeutschen hervor. Korporal Koula mar­schierte nun Freitag früh mit mehreren Soldaten durch Schreckenstein. Plötzlich ließ er die Soldaten gegen sudctendeutsche Arbeiter Front machen, die einander mit erhobener Hand grüßten. Er gab den Befehl, die Gewehre schußfertig zu machen und ließ sie gegen dre Arbeiter in Anschlag bringen. Nur der Besonnenheit eines Sudetendeutschen ist es zu verdanken, dag unab­sehbare Folgen verhindert wurden.

Am Donnerstag hatte derselbe Korporal, als er mit derselben Abteilung am Morgen nach Schrecken,tem marschierte mit vorgehaltenem Revolver zwei »udeten- deutsche, die sich ebenfalls mit erhobener Hand grugten, angehalten und mit Fußtritten mißhandelt. Einrgen Arbeitern, die den Bedrohten zu Helfe eilen wollten,

stellte sich ein Soldat der Abteilung Koalas mit schuß­bereitem Gewehr entgegen. Aber nicht nur an sudeten­deutschen Arbeitern kühlte der Tschechenkorporal sein Mütchen, sondern er vergriff sich auch an sudetendeut­schen Jugendlichen. So bearbeitete er am Mittwoch einen jungen Mann, der mit erhobener Hand einen Kameraden grüßte, mit Faustschlägen und würgte ihn.

ssckechiscke Kommunisten überfallen Sdp.-flmtswalter

Pirna, 11. Juni.

In Sandau bei Böhmisch-Leipa wurde der Amtswal­ter der SdP., Gustav Reichelt, Freitag früh beim Ver teilen von Einladungen zu einer Wahlversammlung der SdP. von dem tschechischen Kommunisten Sligure ohne jeden Erund überfallen und niedergeschlagen. Als sich Reichelt wieder erheben wollte, wurde er von dem hin- zugeeilten tschechischen Kommunisten Kotte mit einer Hacke angegriffen. Reichelt erlitt schwere Verletzungen und einen Bruch des rechten Unterarms. Auf seine Hilferuf« eilten Fußgänger herbei und brachten ihn ins Krankenhaus.

Militärflugzeug abgestürzt

Prag, 11. Juni.

Dieser Tage nahm die Besatzung eines tschechischen Militärflugzeuges in der Umgebung von Vrünn Schieß­übungen auf ein Schleppziel vor. Hierbei geriet das Flugzeug ins Trudeln und havarierte. Die Leiden Mit­glieder der Besatzung kamen uns Lehen.

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Oben: Kuk äsr Oräsnsburg Vogslsaug in üsr lliksl ist sin groLsr 8onnvsnäplate sntstanäsn. —Unten: ölsuss Litenngsmmmsr mit einem IVanäbiiü von K. Araber. ' l?rssss-8okkwann (2)

francos Iruppen vor taftellon

Teruel, 11. Juni.

Die nationalspanischen Truppen haben die Stadt Lucena del Eid, die seit gestern völlig eingekreist war, besetzt. Lucena ist der bedeutendste Ort der Umgebung von Castellon; er diente den Bolschewisten als wichtige Verteidigungsbasis. Die Truppen des Generals Aranda haben sich nunmehr Castellon bis auf wenige Kilometer genähert. Sie erreichten bereits den um die Stadt gelegten Verteidigungsgürtel. Bei gefangenen Volsche- wisten wurden Dokumente gefunden, aus denen die schweren Verluste der Roten ersichtlich werden. So erlitt

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die 32. bolschewistische Brigade in den letzten 14 Tage, 160» Mann Verluste an Toten und lleberläuser» während andere Brigaden für die gleiche Zeit bis zr 400 Toten meldeten.

flraberdorf Sandschak niedergebrann

Jerusalem, 11. Juni.

Das Sandschakdorf Arabi Scharki, das bereits vo: kurzem von einem türkischen Truppen überfallen worder war, wurde in der Nacht zum Sonnabend von den gleichen Trupp wiederum angegriffen und nieder­gebrannt.