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9.6.1938 (Abend-Ausgabe)
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Erscheint 7mal wöchentlich

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vrmer ZMno

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Nürgermeislers der Lreien Hansestadt Vremen

der Nationalsozialisten Bremens

flmUiches Derkündungsbiakl des Deichsstatttzakers in Oldenburg und Nremen

S. Zatzrgang

Donnerstag, 9. Zum 19ZS

Einzelpreis 10 Npf.

llw Flaschen mit Vombenfüllung explodierten in französischer Stadt

Pikrinsüure, ein unliebsamer Knall und eine peinliche frage

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Eine folge der Hitze

Paris, S. Juni

Wie Havas meldet, explodierten infolge der außergewöhnlichen Hitze der letzten Tage am Mitt­woch auf dem Bahnhof Pierrefitte im Departement Obere-Pyrenüen hundert auf einem Güterwagen befindliche Flaschen mit Pikrinsäure. Die Bahn­angestellten und Arbeiter sowie die Bewohner der anliegenden Häuser flüchteten panikartig vor den ausströmenden Giftgasen. Ein 72jähriger Mann, der in seinem Haus von den Geschwader» überrascht wurde, kam ums Leben.

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Die Hitze über Frankreich ist gewiß außerordentlich be­dauerlich und auch der Unfall, über den Havas hier be­richtet. Weniger harmlos erscheint uns aber die Frage, was eigentlich die Pikrinsäure, die bekanntlich in erster Linie zur Füllung von Granaten Verwendung findet, ausgerechnet auf dem kleinen Pyrenäen-Bahnhof Pierre­sitte zu suchen hat. Wir entsinnen uns nämlich einer kürzlichen Meldung der „Action Francaise" aus der süd-

französischen Stadt Tarbes, daß dort täglich zahlreiche Munition durch das Auretal in den Abschnitt von Bielsa an die 43. rotspanische Division geliefert wurde und denken ferner an den merkwürdigen Aufruf des „Populaire", diese 43. Division zu adoptieren. Sollte da etwa ein kleines Adoptionsgeschenk unterwegs sein, das nun mit einem unliebsamen Knall, der sogar einem französischen Bürger das Leben kostete, von sich reden macht?

stlles Massengrab entdeckt

Freiburg, 9. Juni.

AuhLem Platz vor dem Freiburger Münster war man Ende April Lei der Setzung des Mwibaumes in einer Tiefe von 21L Meter aus zwei Sandsteinplatten gesto­ßen. Nachdem dieser Tage der Maibaum wieder ent­fernt worden ist, wurde ein Gewölbe von 4 Meter Höhe und Breite freigelegt, im dem zahlreiche Menschenschädel und Knochen lagen. Man vermutet, daß es sich um ein Massengrab von Soldaten handelt, die im Jahre 1743 oder 1744 auf dem Münsterplatz bestattet wurden, weil infolge Belagerung durch die Franzosen eine Beisetzung außerhalb der Stadt nicht möglich war. 2n der Kam­mer wurden auch Bekleidungsreste, Uniformknöpfe usw. gefunden. Die wissenschaftliche Bearbeitung wird wei­tere Aufklärung über den Fund bringen.

Bombenabwürfe in Südfrankreich aufgeklart

Varcelona wollte Frankreich mit -essen eigenen slügreugen unter Vruck setzen

(Oraütbsriebt unssrss Uarissr Vertreters)

Paris, 9. Juni.

Wie in französischen Lustsahrtkreisen verlautet, haben die Ermittlungen über den Zwischenfall vom Psingst- sonntag, als „unbekannte" Flugzeuge französisches Gebiet nahe der Pqrenäengrenze mit Bomben bewarfen, die Urheberschaft Barcelonas ergeben.

Als schlüssigstes Beweisstück wird ein Propellcrteil betrachtet, der in der Nähe des bombardierten Geländes ausgesundcn wurde. Er war mit einem „11" gekenn­zeichnet. Sämtliches sowjetrussisches Material, das in Spanien zur Verwendung kommt, trägt die Markierung „UdSSR.". Offenbar hat eines dieser Flugzeuge bei den langwierigen Manövern, die der Bombardierung vorangingen, eine Beschädigung erlitten und hier ei den Propellerteil verloren. Auch nur die Vermutung, daß Flugzeuge sowjetrussischer Herkunft an dem Zwischen- .all beteiligt gewesen sind. soll jedoch in Frankreich nicht laut werden. Deshalb ist von der Untersuchung überhaupt nicht mehr die Rede, lediglich „Jour" kommt auf sie zurück. Er schreibt u. a.: Ein Fliegerofsizier, der die Flugzeuge beobachtet habe erklärt, daß es sich um neun Vloch-Flugzeuge gehandelt habe —also französische Flugzeuge, die französches Gebiet bombardiert hätten (!). Aber es sind nicht nur französische Vloch-Flugzeuge an die spanischen Roten geliefert worden, sondern auch Sowjet-Bombenflugzeuge, die nach dem gleichen französischen Modell gebaut wurden.

In Rechtskreisen wird daran erinnert, daß schon wäh­rend der letzten Genfer Tagung von rotspanischer Seite Drohungen laut geworden find, Barcelona werde, wenn

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Frankreich etwa plötzlich die Unterstützung einstellen sollte, es zu einer anderen Haltung zu zwingen wissen.

Inzwischen hat Mittwoch nachmittag, wie erst jetzt durch die Pariser Morgenblätter bekanntgeworden ist, erneut ein aus Spanien gekommenes Flugzeug franzö­sisches Gebiet bei der Biscaya-Stadt St. Jean d« Luz überflogen. Auch diesmal hat die französische Abwehr nicht funktioniert; weder die Flakbatterien noch die Jwgdpatrouillen sind in Tätigkeit getreten.

USfl. baut Mesenstugboote

Newqork, 9. Juni.

Der Leiter der Aeronautischen Abteilung im USA.- Marineministerium, Konteradmiral Cook, teilte mit, daß die amerikanische Marine den Bau eines Riesen­flugbootes von der Art des soeben fertiggestellten 41,5 Tonnen schweren Atlantik-Llippers der Boeine- Werke plane.

Das Flugboot soll eine Größe von 50 Tonnen errei­chen und ohne Zwischenlandung die Strecke Sän Fran- zisko—Hawai und zurückfliegen können. Die Kosten werden auf 3 Millionen Dollar geschätzt. Das Flugboot werde eine 10 bis 14 Mann starke Beiatzung haben. Falls sich die Konstruktion als erfolgreich herausstellte, sei von der. Marineleitung beabsichtigt, inerhalb der nächsten Jahre eine Flotte von 15 oder mehr solcher Flugschiffe zu Lauen-

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vor kliosonrlo Auaü. Die 23. engttscliv Imktstakkel, üis in Ismailia. (Ho^plen) stationiert ist, bekrönt äieson kleinen Unnü namens ckoep. ^.n allen Hägen „seiner" Ltakksl nimmt er begeistert teil.

(Liösss-Aokkwann.)

Lösegelb nach Mord erpreßt

Miami (Florida), 9. Juni.

Die Leiche des entführten fünfjährigen Jungen James Cash wurde, wie der Chef der Vundesgeheimpolizei Hoover bekanntgab, aufgefunden. Die Entführer haben das Kind offenbar bereits kurz nach dem Raub er­mordet und dann das Lösegeld — ähnlich wie im Lind- bergh-Fall — von dem Vater erpreßt, als das Kind schon tot war. — In Princeton (Florida) wurde ein Mann unter dem Verdacht der Täterschaft festgenom­men, der vorläufig in Haft gehalten wird.

Dollar sollen mitsuchen

Washington, 8. Juni.

Das USA.-Abgeordnetenhaus beschloß am Mittwoch im Einklang mit Rooseoclts Gesuch die Bewilligung von 59 900 Dollar zur Finanzierung der Suche nach den

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Entführern des fünfjährigen James Cash. Das Hau bewilligte darüber hinaus noch einen Sonderfond vo 159 999 Dollar zur Untersuchung ähnlicher Entführung- fälle.

Mexikanische trappen im Kamps mit vanditen

Mexiko-Stadt, 9. Juni.

Außer der Bekämpfung des Cedillo-Aufstandes mach auch die Unterdrückung des Bandenunwesens der mexi klinischen Regierung stark zu schaffen. So mußten in de letzten Tagen Vundestruppen mehrfach gegen Vanditeu scharen eingesetzt werden, die die nach den Vereinigte Staaten führenden Eisenbahnlinien beunruhigten. Nai mehrtägiger Verfolgung wurde ein Bande in der Näh von Atotonilco im Staat Guanajuato aufgerieben. Ein andere Bande, die am Montag zwischen Nopala r.N Uuntal einen Zug beschossen hat, wurde zerstreut.