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parteiamtliche Tageszeitung
Vas Amtsblatt des Negierenden Nürgermeisters der Lreien Hansestadt Vremen
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der Nationalsozialisten Bremens
flmtliches verkundungsblakt des Neichsstattliaiters in Oldenburg und Meinen
S. Jahrgang
Mittwoch, S. Juni 1SZS
kinzelpreis 10 Nps.
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so lwo vollar für wettere SucheIm tafli / Löfeoeldfcheme bei polhisten entdeckt !
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VerelektrischeSlubl wartet
Washington, 8. Juni.
Präsident Roosevelt ersuchte am Dienstag den Kongreß um Bewilligung von 50 lM Dollar zur Finanzierung der weiteren Suche nach den Entführern des fünfjährigen Jungen James Cash, der vor 10 Tagen — wie gemeldet — aus dem Elternhaus« in Princeton weggeschleppt und, trotzdem die
Eltern das geforderte Lösegeld in Höhe von Ist üllü Dollar gezahlt hatten, nicht zurückgebracht wurde. Bundespolizisten versuchen augenblicklich, die den Entführern übergebenen Geldscheine, deren Serien- nummern bekannt sind, ausfindig zu machen.
Eine Zeitung in Florida meldete heute, daß ein 5-Dollar-Lösegeldschein in Iacksonville von zwei aus Tennessee kommenden Polizisten ausgegeben worden sei. Die beiden Beamten wurden festge
nommen, nach ihrer Vernehmung jedoch wieder freigelassen. Sie konnten sich nicht besinnen, wo sie den Schein erhalten hatten.
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Im Kindesraubfalle Cash wird, wie wir seinerzeit meldeten, bereits seit Änsang Juni vergeblich nach Spuren gefahndet. Vundespolizisten und Tausende von Farmern, Notstandsarüeitern und Pfadfindern, die teils mit Schrots!,inten, teils mit Knüppeln bewafsnet sind, suchen fieberhaft nach dem nächtlicherweile aus dem Bett geraubten fünfjährigen James Cash und seinen Entführern. Die Eltern haben die Hoffnung aufgegeben, ihr Kind wiederzusehen, obwohl sie die verlangten 10 008 Dollar Lösegeld an dem verabredeten Punkt der einsamen Landstraße in einer Schuhschachtel aus dem Automobil warfen. Sucher fanden am letzten Donnerstag die leere Schuhschachtel. Besonders eingehend wird die von Moskitos und Klapperschlangen heimgesuchte Sumpfstätte von Everglades abgesucht, da man befürchtet, das; das Kind dort versteckt gehalten wird.
Sühne für zwei Mordtaten
Berlin, 8. Juni.
Die Fustizpressestelle teilt mit: Heute früh sind der 28 Jahre alte Kurt Hebler, die SS Jahre alte Anna Hebler und der 27 Jahre alte Erich Schmidtchen hingerichtet worden, die vom Schwurgericht in Cottbus wegen gemeinschaftlichen Mordes — Kurt Hebler in zwei Fällen — znm Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden waren. — Kurt Hebler hat am 2S. Januar 1831 in Schwieloch (Kreis Lübben) gemeinschaftlich mit seiner Stiefmutter Anna Hebler seinen Vater aus dem Hinterhalt erschossen und am 2K. Juli 1837 in Saspow (Kreis Cottbus) gemeinschaftlich mit Erich Schmidtchen die Bäuerin Elisabeth Lehmann erschlagen und beraubt.
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ein Präger pngstbeschluß
Dreijährige Dienstzeit bereits vom 1. Oktober ab?
Prag, 8. Juni.
Wie tschechische Blätter melden, soll die dreijährige Dienstzeit bereits ab 1. Oktober d. 2. eingeführt werden. Dann würden also die Soldaten, die jetzt das zweite Jahr dienen, noch ein Jahr länger im Dienst bleiben müssen.
k!n stblenkungsmanöver von der Ischechostowakei
„Eazeta del Popolo" gegen niederträchtige Lügen
Mailand, 8. Juni.
Die italienische Zeitung „Eazeta del Popolo" schreibt, mit der Bombardierung französischen Bodens sei Spanien wieder auf die Tagesordnung gekommen. Vielleicht habe man geglaubt, die Aufmerksamkeit von der tschechoslowakischen Krise ablenken zu müssen, die noch nicht auf dem Wege einer ruhigen Lösung sei. Zwei Jahre würden es im August, seit der italienische Außenminister Frankreich und England eingeladen habe, an der Verhinderung jeder Einmischung im spanischen Bürgerkrieg mitzuarbeiten. Aber immer wieder sei durch die Hilfe Frankreichs und Sowjetrutzlands für die Rotspanier ein Ende des Bürgerkrieges verhindert worden. Die Behauptung nationalspanische Flieger hätten offene Städte bombardiert, sei eine niederträchtige Lüge.
In Wahrheit nähmen die nationalspanifchen Flugzeuge nur die Punkte aufs Kor», wo die französischen und sow;etrussischen Lieferungen aufgestapelt seien. Des- halb griffen sie auch Barcelona und Valencia an. Die französische Regierung habe die Lieferungen an die Rotspan,er zu unterbinden, sonst werde sie die Verantwortung für die Verschärfung der Lage zu tragen haben.
Zur Situation in der Tschechoslowakei, die von der norditalienischen Presse weiter mit größter Aufmerksamkeit verfolgt wird, schreibt die „Stampa", die letzte schwere Krise habe den leitenden Männern in Prag mcht die Augen geöffnet, sondern ihnen den Blick verschleiert. Es sei nicht für möglich zu halten, daß der Regierungschef H'odza eine Rede wie jene in Pretzburg halten konnte. Sogar den Slowaken, die doch auch dem Staate ihren Namen gegeben hätten, werde das Mindestmaß von Autonomie und Gerechtigkeit, das ihnen in dem heiligen Vertrag von Pittsburg zugestanden worden sei, verweigert. Hodza sei bei seiner Rede von Kriegspsychose erfüllt gewesen. Die tschechischen Reqie- rungsmanner lebten offensichtlich außerhalb der Realitäten.
Prag denkt nicht an flutononrie!
Aufschlußreiches Interview des tschechischen Justizministers
London, 8. Juni.
Wie „Times" aus Prag berichten, hat der tschechische Justizminister Dr. Iwan Derer in einem Interview für eine ungarische in Preßburg erscheinende Zeitung erklärt, das Minderheitenstatut werde keinerlei territoriale Autonomie vorsehen. Die deutschen Gebiete sollten nicht von den tschechischen und die ungarischen nicht von denen der Slowakei abgetrennt werden, jedoch werde die angeblich schon bestehende (!) Autonomie in Böhmen, Mähren, Slowenien und Karpato-Ruthenien wei- terentrvickclt werden.. Die Erfüllung der kulturellen Forderungen sei aber von der territorialen Autonomie unabhängig (!). Die verschiedenen Nationalitäten sollten ohne Rücksicht auf ihre Größe ihre Rechtszustände erhalten. Noch im Lause dieser Woche sollte das Statut den Nationalitäten vorgelegt werden.
Sroßfeuer im Vstseebad gorst
Drei Gehöfte und zahlreiches Vieh verbrannt
Stettin, 8. Juni.
In der Nacht zum Mittwoch brach in dem alten Dorfteil Erotzhorst auf dem Gehöft des Besitzers Labs Feuer aus. Das Wohnhaus. 12 Ställe und eine Scheune brannten ab. Die Flammen erfaßten auch das Nach- bar gehöst von Runge, das mit dem Wohnhaus, zwei Ställen und einer Scheune eingeäschert wurde. Ferner wurde das Gehöft des Besitzers Bellin von den Flammen ergriffen; hier wurden das Wohnhaus und zwei Ställe vernichtet. Der Landwirt Labs, hat seinen ganzen Viehbestand von 11 Kühen, 2 Pferden. 9 Schweinen und 50 Hühnern eingebüßt. Die drei Geschädigten sind versichert. Die Brandursache steht noch nicht fest.