Ausgabe 
7.6.1938 (Abend-Ausgabe)
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Erscheint 7mal wöchentlich

Monaksbezug -rs^r 2,30 elnschl. Zu­stellgebühr; Postbezugspreis monatl. 2,30 oT^il iemschl. 48,86 ^ Post- zeitungsgebühr) zuzügl. 42 Be­stellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Ems GmbH., Bremen. Eeeren 6-8. Frrnspr.: 5 41 21, Nachtr.u.Sonnig. 51115. Sprechz.: Verlag: werkt!. 12—1? "hr; Schriftleitung D'> 1- tag und Freitag 1214—13)4 Uhr.

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parteiamtliche Tageszeitung

Oas Amtsblatt des legierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches Derkündungsblatt des Neichsstattlialters in Oldenburg und Bremen

8. Zalzrgang Dienstag, ?. Zum 19Z9

Linzeipreis 10 lpf.

verteMgungstiraßnalimen gegen neue Srenzverletzungen sowietspanifcher vomber

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Wirtschastsverstandlungen London- wasstington abgebrochen

(Oraktbsriolri nvssrss Lonclonsr Vertreters)

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suckle «lie Ausstellung „kremen — §eklüsssl Lur V5ell"

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krklärungen valaüiers

lvratitkericlit unseres kariser Vertreters)

Paris, 7. Juni.

Der französische Ministerpräsident Daladier hat in Foix im Pyrenäengebiet übernachtet, um wei­tere Erhebungen über die Grenzzwischensälle an­zustellen und Abwehrmatznahmen in die Wege zu leiten. Abteilungen Infanterie und Flugzeugab­wehr sind bereits eingetroffen. Der Ministerpräsi­dent hat eine Erklärung abgegeben, in der es heitzt: „Wir werden den Krieg vermeiden» wenn wir stark und entschlossen sind und wenn wir uns nicht fürchten, den Ereignissen ins Gesicht zu sehen.

Die Mehrzahl der Blätter bringt an hervorragender Stelle die Erklärungen des nationalspanischen Rund­

funksenders Salamanca, wonach es sich bei den An­griffen auf französisches Erbiet um Manöver der Sowjetspanier handelt.

„Matin" berichtet, daß Ministerpräsident Daladier gestern über zwei Stunden die Sprengtrichter. die durch die Explosion der abgeworfenen Flugzeugbomben ent­standen sind, besichtigt habe.

„Joür" unterstreicht, das; die Flugzeuge in Richtung Barcelona zurückgeflogen seien. „Journal" besaht sich mit den ersten Ergebnissen der Untersuchung. Zahlreiche Augenzeugen hätten berichtet, datz die Flugzeuge die charakteristischen Formen der rotspanischeN Maschinen ausgewiesen hätten. Die Erenziiberwachung werde auch durch französische Jagdgeschwader verstärkt werden, die den Befehl erhalten würden, gegebenenfalls die Ver­folgung spanischer Flugzeuge beim lleberfliegen franzö­sischen Gebietes aufzunehmen.

„Action Francaise" fordert klare Anweisungen des Kriegsministers an die französischen Flieger, nicht nur auf die Luftpiraten Jagd zu machen, sondern sie gege­benenfalls bis zu ihren Landeplätzen zu verfolgen. Das Blatt zweifelt nicht im geringsten

daran, datz die Bombenabwürfe auf französisches Gebiet am Pfingstsonntag ebenso wie die vom Himmelfahrtstag in Cerbsres das Werk sowjetspanischer Flugzeuge sind. „Petit Parisien" stellt fest, datz es sich um einen regelrechten Erkundungsflug von mehr als zweistündiger Dauer gehandelt habe. „Petit Jour­nal" weist darauf hin, datz derartige Zwischenfälle sich sicher nicht ereignet hätten, wenn die Nichteinmischungs­politik tatsächlich ununterbrochen durchgeführt worden wäre und wenn man nicht wiederholt von dem schänd­lichen Waffenschmuggel und skandalösen Durchgangs­verkehr hätte sprechen müssen, der den Sowjetspaniern Munition geliefert habe. Datz die marxistischen und kommunistischen Blätter Sowjetspanien in Schutz neh­men, nimmt nicht wunder.

Blitzschlag in eine tzochzeitsfeier

Manila, 7. Juni.

In Malamec auf den Philippinen schlug der Blitz in ein Haus, in dem gerade eine Hochzeit gefeiert wurde. Ueber 20 Hochzeitsgäste wurden getötet und zahlreiche andere verletzt.

Vaulsitsr varl kövsr bei seinem Kanaan na Sui-eli ckie Ausstellung. Venator k o i-n I,-> i-ü ei-l-intei-t i„ <1,, Halle ..Veelc.I»" ,1a N.pll ,Ios tVesei'ImIinliokes aer Lromei; Lagerdaus-kesellsekakt. keebts neben Zenator kei-nlmrü .t„.->tell!n>»-,I,>!!>-,' l< " „ i e k e. äuln-ibnie ' lebmiöt

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London, 7. Juni.

Was eingeweihte Kreise in London seit längerer Zeit befürchtet haben, ist nunmehr eingetreten. Die seinerzeit groß angekündigten und begonnenen englisch-amerika­nischen Handelsvertragsverhandlnngen sind abgebrochen und zunächst auf den Herbst vertagt worden.

Man hatte trotz des unerwartet langsamen Fort­schrittes der Verhandlungen* doch eine Zeitlang die Hoffnung aufrechterhalten, daß der Handelsvertrag, der ursprünglich im März 1938 schon fertig sein sollte, wenigstens im Julj unterzeichnungsreif sein werde. Aber es hat sich als unmöglich herausgestellt, die Verhand­lungen entsprechend vorwärtszutreiben.

--"Mb der "Angabe von Gründen ist niian in London sehr zurückhaltend. „Daily Telegraph" behauptet, der tropische Sommer in Washington mache die Wetter­führung der Verhandlungen unmöglich. Für diejenigen, die an solche Ausreden nicht glauben, wird erklärt, die amerikanischen PrWdentschaftswahlen müßten erst vorüber sein, ehe die Verhandlungen wiederaufgenommen werden könnten. Eine Folge der unterbrochenen Ver­handlungen mit Washington ist auch die Unterbrechung der englisch-australischen Wirtschaftsverhandlungen, zu denen drei australische Minister nach London' gekommen sind. Australien fühlt sich durch das englisch-amerikanische Wirtschaftsabkommen sehr stark getroffen. 2n England selbst fürchten die Fabrikanten Ueberschwemmung ihres Absatzgebietes mit amerikanischen Waren.

Nordseeliöfen und fldriadäfen

Berlin,?. Juni.

Bei den am 28. Mai 1838 abgeschlossenen deutsch­italienischen Regierungsverhandlungen ist auch die

Zrage des Wettbewerbs der deutschen Nordseehäfen und der italienischen Adria-Häfen behandelt worden. Mit dem 31. Mai 1838 werden die beiderseitigen Begünsti­gungen außerhalb der Eisenbahntarise für Baumwolle, Kaffee, Kakao, Tee und Drogen bei der Einfuhr nach dem Lande Oesterreich über deutsche Nordseehäsen und italienische Adria-Häfen abgeschafft, ferner alle außer­halb der veröffentlichten Eisenbahntarise bisher ange­wendeten Begünstigungsmaßnahmen, auch soweit sie andere Güter betreffen. Beide Regierungen sind überein­gekommen, in Zukunft keinerlei Maßnahmen zu treffen» die mittelbar und unmittelbar den Stand der verein­barten Eisenbahntarise beeinflussen könnten, und auch keinerlei Wettöewerbsmaßnahmen aus dem Gebiet des Hafenwesens und der Binnen- oder Seeschiffahrt zu fördern. Durch diese Vereinbarungen ist sichergestellt, daß sich die für die Ausstellung der Eisenbahntarife von und nach den genannten Häfen vereinbarten Grundsätze in Zukunft ungehindert auswirken können.

Solche Grundsätze für die Bildung der Eisenbahn­tarife nach den beiderseitigen Seehäfen bestanden bereits bisher für den Verkehr der Länder Oesterreich. Tschecho­slowakei und Ungarn über die deutschen und italieni­schen Seehäfen. Während sich an den für die Länder Tschechoslowakei und Ungarn bestehenden Grundsätzen nichts ändert, mutzten diese Grundsätze für das Land Oesterreich einer lleberprüfung unterzogen werden, da Oesterreich jetzt kein drittes Land mehr ist, sondern wieder ein Teil des Deutschen Reiches. Infolge Aus­dehnung der deutschen Tarifhoheit auf Oesterreich kann in Zukunft bei der Bildung der Tarife von österreichi­schen Bahnhöfen, von und nach deutschen oder italieni­schen Seehäfen nicht mehr, wie oei den Ländern Tschecho­slowakei und Ungarn, der österreichisch-adriatische See­hafentarif maßgebend sein, sondern die deutschen Tarife von österreichischen Bahnhöfen nach deutschen Seehäfen. Während bisher die Tarifsätze nach den deutschen See­häfen um 12 bis 15 Prozent höher gehalien werden mutzten als die Tarife von österreichischen Bahnhöfen nach Trieft, werden in Zukunft die Tarife von öster-

IriNKgelage See Sowjet-Zugend

Warschau. 7. Juni.

Die Moskauer Zeitung „Utschitielskaja Erseta" gibt ein aufschlußreiches Bild vom sowjetischen Erzrehungs- wesen. Das Blatt berichtet aus Krasnojarsk, datz bei der dortigen Schuljugend Trinkgelage und Diebstähle eine „ganz normale und alltägliche Erscheinung" seien. Das Blatt wundert sich. datz die Lehrer durch diese Ver­hältnisse gar nicht beunruhigt seien. Zwar würden monatlich etwa hundert Kinder durch die Gerichte be­straft, aber dies sei durchaus nicht ausreichend. Ueberall sei es der Jugend möglich, Schnaps zu kaufen, so datz man geradezu von eine? verlorenen Jugend sprechen könne.