Ausgabe 
4.6.1938 (Abend-Ausgabe)
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parteiamtliche Lageszeitung

Has Amtsblatt des legierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen 8. Jahrgang

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsdlatt des Beichsstattliaiters in Oldenburg und Bremen

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Sonnabend. 4. Juni 1SZ8

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Moskau liefert Kanonenfutter

für das chinesische Heer

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SowjetruWche Aktivität in der Mongolei / kin neues Abkommen

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Ireroil ist

In Spamen nichts gelernt

l0isktbeiiclit unseres l.anckoner Vertreters)

' London, 4. Juni

Aus Riga berichten die „Times" nähere Einzel­heiten über den Vertrag zwischen Sowjetrußland und China.

Der Vorläufer zu diesen Abmachungen ist ein im August vorigen Jahres unterzeichneter Nichtangriffs­pakt zwischen den beiden Mächten gewesen. Dankals wurde zur Mitunterzeichnung der damalige Kriegs­minister der Aeußeren Mongolei, Demid, von Urga nach Moskau berufen. Seine engsten Mitarbeiter wur­den unterwegs im Sowjetzug vergiftet. Sein Nach- . folger Sambu besuchte später Moskau, um den Be­sprechungen mit Dr. Sun Fo beizuwohnen.

In der letzten Zeit haben die Sowjets aus allen Straßen, die nach China führen, größte Alrlioitiit entwickelt. In der Aeußeren Mongolei werden ständig „Freiwillige" für China ausgebildet, die zum größten Teil die kommunistische 8. Armee verstärken, deren Aufgabe u. a. in der Durchfüh­rung eines Guerilla-Streites besteht. Moskau gab kürzlich bekannt, daß diese Armee jetzt aus 300 00v Mann besteht, die in rund 1ü verschiedenen Abtei­lungen organisiert seien. Außer der Entsendung von sogenannten „Freiwilligen" hat Moskau einen großen Teil der Kriegslieferungen übernommen. Sowjetrussische Agenten haben völlige Bewegungs­freiheit in China.

In Moskau ist man sehr befriedigt über das Abkom­men, von dem man sich größten Einfluß auf China und auf seine Verwaltung verspricht.

kin dreister Umfölschuirgsverstich

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Me VWplin der SuSetenSeutschen als Billigung für das provozierende Verstatten

der Präger Soldateska gedeutet

Prag, 4. Juni.

Die SutzetenÄsutsche Partei hat in einem Schreiben an den tschechoslowakischen Kriegsminister Machmk zu dessen seltsamen Aeußerungen über das Verhältnis der sudetertdentschen Bevölkerung zu den in ihr Gebiet ein­marschierten tschechischen Truppen Stellung egnommen. In der Ausgabe des „Venkov" vom 2. Jnni^ hatte der Minister Eindrücke von seinen Besichtigungsfahrten in verschiedene Teile der Tschechoslowakei veröffentlicht und dabei festgestellt, „die Bevölkerung deutscher Volkszuge­hörigkeit zeige vielerorts ein befriedigendes Verhalten gegenüber den Soldaten". Geradezu scheinheilig hatte er weiter geschrieben, offenbar habe die Bevölkerung erkannt, daß die Armee wicht gekommen sei, um sie in 'Unruhe zu versetzen oder einen Druck auf sie auszuüben, sondern daß die Ankunft des Militärs' Beruhigung ge­bracht und verschiedene Nachrichten und Befürchtungen zerstreut habe, die eine Atmosphäre des Mißtrauens geschaffen hatten. , .

Dielen verständnislosen "Versuch, die diszrplmierte Zurückhaltung der sudetendeutschen Bevölkerung in ihr Gegenteil zu verdrehen, weist das Schreiben der SdP. energisch zurück. 2m Interesse der Klarheit der Be­ziehungen zwischen dem Sudetendeutschtum und den wachthabenden Faktoren sei es geboten, zu diesen Be­hauptungen Stellung zu nehmen. Es sei dem Minister sicherlich bekannt, daß Konrad Henlein am 23. Mai den Ministerpräsidenten Dr. Hodscha auf zahlreiche Ilnzu- träglichkeiten und Zwüchenfälle hingewiesen habe, die sich in den deutschen Gebieten der Tschechoslowakei durch die Anwesenheit und das provozierende Verhalten des Militärs ergeben haben. Das Schreiben fährt dann «ine Reihe dieser Zwischenfälle auf, die der Kriegs­minister in seinem Zeitungsartikel so völlig ignoriert: Daß Militärpatrouillen sich sicherheitspolizeiliche Be­fugnisse anmaßen, daß sudetendeutschen Volksgenossen die Abzeichen und Wimpel der Sudetendeutschen Partei weggenommen, daß in den Büros der Sudetendeutschen Partei Haussuchungen abgehalten, Werbeplakate und

Ankündigungstafeln zerrissen und zerstört wurden, daß Militärabteilungen dringend beitötigte bäuerliche Ge­rätschaften und Gebrauchsgegenstände mit Beschlag be­legten und eine geordnete Fortführung der Wirtschaft unmöglich machten.

Durch Straßensperrungen habe nicht nur der allge­meine Verkehr auf das stärkste zu leiden, sondern darüber hinaus werde auch die geordnete Feldarbeit fast vllig unterbunden. Ohne vorherige Ankündigung seien Holzfällungen vorgenommen worden, deren unsach­gemäße Durchführung auch den noch verbleibenden Be­ständen empfindlichen Schaden zugefügt habe. Weiter wird erwähnt, daß Straßenpassanten zu den verschie­densten Arbeiten und Dienstleistungen herangezogen würden, und schließlich gebe es die zahlreichen Fälle, in d.nen sudetendeutsche Männer, Frauen und Mädchen beschimpft und körperlich angegriffen worden sind. Damit Minister Machnik bei künftigen Veröffentlichungen auch diese Tatsachen berücksichtigen kann, hat die SdP. ihrem Schreiben eine Auswahl der dem Minister­präsidenten bereits überreichten Unterlagen beigefügt.

Das Schreiben schließt wörtlich: „Wenn wir Ihnen im „Venkov" veröffentlichten Ei. «drücken trotzdem entnehmen können, daß auch die Bürgerschaft deutscher Volks­zugehörigkeit der Armee gegenüber ein durchaus befrie­digendes Verhalten an den Tag legt, so daß also die Armee von sich aus offenbar keinen Grund zur Beschwerde über das Verhalten der sudetendeutschen Bevölkerung findet, so erblicken wir in dieser Feststellung einen neuerlichen Beweis für die beispielhafte Disziplin, der die deutsche Bevölkerung auch unter den gegenwärtigen außerordentlichen und überaus drückenden Umständen bisher fähig war. Die Sudetendeutsche Partei hält es für notwendig, Sie, Herr Minist r, von diesem ihrem Standpunkt in Kenntnis zu setzen."

Kekrvecksns König rvirä am 16. llüal 80 llatire. Kivsv grollsv Teil ckss llaürss verbringt äsr König in seinem sekön gelegenen Loklok Lolliäsn bei Ltookbolm. skrssss-Aokkmann

Zwanzig „sakire" vor erricht

Astrologie ein einträgliches Beschilft

Paris, 4. Juni.

Eine ganze Reihe von sog. Astrologen — die in Frankreich den schönen Namen „Fakire" tragen — hat sich-zurzeit vor einem Pariser Gericht wegen allzu offen­sichtlicher Schwindeleien zu verantworten. Sämtliche Angeklagten tragen phantastisch-exotische Namen, aber nur einer von ihnen ist wirklich ein Orientale, die anderen sind gebürtige Franzosen oder — Juden.

Wie leichtgläubig anscheinend das französische Publi­kum ist, das immer wieder auf diese Art von Schwind­lern hereinfällt, ist aus der Tatsache ersichtlich, daß einer der „Wahrsager" ein jährliches Einkommen von zwei bis drei Millionen Franken aus feinen astralogffchen

Phantasien zog. Ein aus Deutschland geflüchteter Jude namens Schlesinger, der allerdings wohlweislich nur als Finanzmann eines solchen Unternehmens auftrat und insgesamt 40 Angestellt« beschäftigte, um die laufend« Korrespondenz erledigen zu können, hatt« sogar ein« Tageseinnahme von durchschnittlich 10 000 Franken. Die Verhandlungen verliefen für das Publikum sehr erhei­ternd. Als der Vorsitzende einen dieser Sterngucker be­fragte, was er vorher gewesen sei, ehe er sich den Pro­fessortitel zugelegt und dem Himmels-Metier zugewandt habe, antwortete dieser zögernd, daß er ohne jegliche Vorbildung sei.

Den größten Zulauf hatten diese Schwindler immer dann erhalten, wenn die Ziehungstermine der National«»