Ausgabe 
3.6.1938 (Abend-Ausgabe)
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Erscheint 7mal wöchentlich

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parteiamtliche Lageszeitung M» der Nationalsozialisten Vreinens

vas flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen flmtliches verkündungsblatt des Beichsstattlsallers in Oldenburg und Bremen

8. Jahrgang

Freitag, Z. Juni 1SZ8

Einzelpreis 18 Npf.

Kriegsrat von verchtesgaden

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tschechisches Militär schießt aus Neichsdeutschett

Zwei dresdner auf tschechisches Sebiet verschleppt und zum Varrikadenbauen gezwungen — tschechische Militärflugzeuge über reichsdeutschen ortschaften

Phantastereien vonnets

(Orabtbsriekt unseres Bariss» Vertreters)

Paris, 3. Juni.

Im Auswärtige» Ausschutz der französischen Kammer haben sich soeben Ereignisse abgespielt, die — bezeich­nenderweise am gleichen Tage, an dem von London aus Versuche für eine Verständigungsinitiative grötzeren Umfangs erfolgten — die unheilvollen Einflüsse auf die französische Autzenpolitik in voller Tragweite blitzartig erhellen. Autzenminister Vonnet hat einen Bericht über die außenpolitische Lage erstattet, gespickt mit den un­glaublichste» Ausfällen gegen Deutschland in einer sol­chen Form, datz die ganzen Ereignisse seit Mitte Mai in einer neuen Beleuchtung erscheinen. Schon Don­nerstag abend wurden Einzelheiten über die Vorgänge im Ausschutz bekannt. Sie erschienen so unglaubwürdig, datz im Interesse der deutsch-französischen Beziehungen jede Verwendung unmöglich erschien. Inzwischen berich­ten die Pariser Blätter solche Einzelheiten aus dem Bortrag des Ministers, datz man sie nicht länger unbe­achtet lassen kann. Einzelne Blätter nennen diesen Be­richt „dramatisch".

Bonnet hat „enthüllt", datz der französische Votschaster in Berlin, Francois-Poncet, Behauptungen über deutsche Angrifsspliine gegen die Tschechoslowakei aufgebracht habe. Er habe am Abend des 21. Mai den Quai d'Orsay telephonisch in Kenntnis gesetzt von einer Teilmobili­

sierung der dentschcn Armee, die Sinne» kurzem be­stätigt worden sei. Vonnet behauptete, in Verchtesgaden sei ein Kriegsrat abgehalten worden. Er hat dem Reichsautzenminister von Ribventrop sowie anderen Ka­binettsmitgliedern unterstellt, sie hätten eine „Gewalt­lösung" gepredigt. Vonnet hat die seltsame Tatsache, datz trotz dieser angeblichen Vorbereitungen nichts „passiert" ist, aus Einwirkungen der englischen und französischen Diploipatie sowie auf die Haltung der Sowjetunion und der Vereinigten Staaten zurückge­führt.

Alle diese Dinge werden von einer großen Zahl von Blättern übereinstimmend wiedergegeben, darunter dem offiziösen „Petit Parisien". Nur einige wenige Zei­tungen sind wohl vor der Tragweite dieser Aeußerun­gen zurückgeschreckt und haben darauf verzichtet, von ihnen Gebrauch zu machen. Der Ausschußvorsitzende Mrstler hat zudem den Ausschußmitgliedern strengstes Stillschweigen auferlegt.

Itagaki japanischer Kriegsminister

Tokio, 3. Juni.

Generalleutnant Jtagaki wurde nach einer Audienz beim Kaiser und nach langen Unterredungen mit Fürst Konoe und dem Chef des Generalstabes Prinz Kanin sowie dem bisherigen Kriegsminister General Sugiyama zum Kriegsminister-ernannt.

(vrabtbsriekt unseres Bragsr Vertreters)

Prag, 3. Juni.

Die Grenzverletzungen seitens tschechischer Mili­tärpersonen halten noch immer an. Täglich über­fliegen tschechische Flugzeuge die deutsche Grenze und erscheinen in geringer Höhe über deutschen Ortschaften. Es ist ferner in der letzten Zeit an der beide Länder trennenden Grenze zu Zwischenfällen gekommen, bei denen reichsdeutsche Staatsbürger von tschechischen Soldaten tätlich angegriffen und schwer mißhandelt worden sind.

In einem Falle gaben tschechische Soldaten sogar auf Einwohner der deutschen Ortschaft Steinbach bei Mittel-

Veuischec Schritt in Prag

Berlin, 3. Juni.

Der deutsche Gesandte in Prag hat im tschecho­slowakischen Autzenministerium gegen die gewalt­same Entfernung der deutschen Flagge aus der Wohnung des reichsdeutschen Ehepaares Exner und wegen der Mißhandlung des Reichsdeutschen Schneps schärfste Verwahrung eingelegt.

walde in Schlesien einige Schüsse ab, die jedoch glück« licherweise ihr Ziel verfehlten. Der reichsdeutsche Bahn­arbeiter Ernst Holz begab sich zusammen mit einem tschechischen Staatsangehörigen, der ebenfalls in Stein­bach wohnt, auf einen Spaziergang durch die Felder an der Grenze. Dort suchten plötzlich mehrere tschechische Soldaten auf, die mit Gewehr, Patronentaschen und Gasmasken ausgerüstet waren. Sie riefen auf tschechisch den beiden etwas zu, was jedoch nicht ver­standen wurde. Auf ein Winken des einen Soldaten hin verschwand der andere in einem nahe gelegenen Gebüsch und erschien kurze Zeit später mit dem Stahl­helm aus dem Kops wieder.

Dann entsicherte er sein Gewehr und legte auf die beiden sich anf deutschem Gebiet (!) aufhaltenden Män­ner an. Diese hatten sofort das Vorhaben des tschechi­schen Soldaten durchschaut und ergriffen die Flucht in der Richtung auf den Ort Steinbach. Es krachten hinter ihnen drei Schüsse, die der tschechische Soldat abgegeben hatte. Glücklicherweise verfehlten die Kugeln, wie er­wähnt, ihr Ziel. Aus reichsdeutscher Seite konnten Ein­schüsse festgestellt werden.

Ein anderer ernster Zwischenfall, Lei dem zwei Dresdner die Leidtragenden waren, ereignete sich an der Grenze bei Eichwalde. Hier wurde der reichsdeutsche Autohändler Erich Klein aus Dresden, der sich in Be­gleitung der Dresdenerin Anna Parusel befand, von tschechischen Soldaten an der Grenze aufgehalten und aufgefordert, sich zu Fuß auf tschechoslowakisches Gebiet zu begeben. Nach über einstündigem Marsch erreichten sie schließlich ein Gasthaus, in dessen Nähe Zivilisten auf Anweisung tschechischer Offiziere zu Straßenarbeiten herangezogen wurden.

Obwohl ein Offizier die Ausweise kontrollierte und an ihnen klar erkannte, datz es sich bei Klein und der Parusel um reichsdeutsche Staatsangehörige handelte, mußten sie an der Errichtung von Baumsperren mit­arbeiten. Auf den Protest Kleins hin wurde schließlich die. Frau von der Arbeit verschont, doch mußte er selbst weiter Bäume fällen. Die zur Errichtung von Barri­kaden herangezogenen Zivilpersonen wurden von der tschechischen Soldateska mit Fußtritten und Schlägen bedacht. Eine Stunde mutzte Klein diese Arbeit ver­richten, bevor er sich mit seiner Begleiterin auf deut­sches Gebiet zurückbegeben durfte.

Kein Vementi zu erkalten

(Oradtberiebt unseres Burlssr Vertreters)

Paris, 3. Juni.

Don maßgebender französischer Seite wird zu den Indiskretionen auf der Sitzung des Auswärtigen Kam­merausschusses nicht Stellung genommen. Es wird zwar verbucht, die Vragweite dieser Veröffentlichungen abzu­schwächen, ein Dementi wird jedoch nicht gegeben, und zwar mit dem Hinweis darauf, düß die Ausschußver- handlungen vertraulich seien.

8o wird d»s Haus des veutselien l?remdenvvrkobrs in Heidin gestaltet, Bntwurk: ^.rebitsktsn Rsicbsbabn- dirsktor Böttcher (Berlin) und RsiebsbsbndLussssssor vierksiosisr (Berlin). Ltädtsbaulicbs und künstle­rische Betreuung durek den kensralhauinspektor kür die Reichshauptstadt. ^Brssse-llokkwann)

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