Ausgabe 
31.5.1938 (Abend-Ausgabe)
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12—13 Uhr; Schriftleitung Diens­tag und Freitag 12)4—1314 Uhr.

Meiner Muna

parteiamtliche Lageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Lreien Hansestadt Vremen

W

der Nationalsozialisten Vremens

flmliiches verkündungsblatt des Neichsstatchaiters in Oldenburg und vremen

8. Jahrgang

Dienstag. Zl.Mai 1956

Linzeipreis 18 Npf.

Englands Schritt zur tinsichrung der

allgemeinen wylzrpfllchl

vei ftusbruch eines Krieges werden sofort Zwongsmoßnalimen;ur „Verwendung des

Menschenmateriols" ergriffen

Vsrbrseksr unrl Irrs vs^rlrängsn kranLvssn aus tranLiisiseiHsm 6e- lrisl / VsrlZatlungsn im I,«ncls clsr „varNuelBEvn ÄaaEsteincls uncl kan^itsn" / Nsisencis Dvilistzsn mukLbn in «Isr ^sekselBosIov^alcsi §ekützSngräi»en auskslrsn / Italien kautseinelrskerrsekencleLtsIIung im d^ittelmeer aus / Motorsegler aus §eenot gerettet

Inskip: für den Kriegsfall gerüstet

Aufsehenerregende krklSrungen des britischen Verteidigungsministers im Unterhaus

London, 31. Mai. >

Im Lause der Aussprache im englischen Unter­haus kam es in der letzten Nacht zu einer auf­sehenerregenden Erklärung des Verteidigungs­ministers Tir Thomas Inskip, der erklärte, datz die britische Regierung den Plan für die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Grotzbritannien fertig vorliegen habe und datz dieser Plan im Falle des Ausbruchs eines Krieges sofort dem Par­lament vorgelegt werden könne.

Dieser Teil der Unterhaussitzung spielte sich wie folgt ab: Im Verlaufe seiner Ausführungen über die Vor­bereitungen der britischen Regierung für einen „nationalen Dienst" erklärte Sir Thomas Inskip, daß alles, was die Regierung gegenwärtig tue, sich natürlich nur auf die Bedürfnisse der Friddenszeit beziehe. Jede Regierung jedoch, die sich mit der Verwendung des Menschenmaterials heutzutage beschäftige, würde ver­brecherisch handeln, wenn sie nicht die Lehren des Großen Krieges in Rechnung stellen würde. Die in Frage kommenden Regierungsdepartements hätten daher seit einer Reihe von Jahren die Frage eingehend geprüft, wie das Menschenmaterial in einem Kriegs­falle am besten zu verwenden sei.

Es ist sicher, so erklärte der Verteidigungsminister, daß im Falle eines Krieges es eine kompetente Behörde geben wird. die jeder Person nach Alter und Befähigung einen angemessenen Posten zuweisen wird. Niemand wird sich unter solchen Umständen dieser Verpflichtung entziehen können, indem er sich einen anderen Posten in der Friedenszeit aussuchte.

In Friedenszeiten halte er es jedoch nicht für not­wendig, daß es Vollmachten gebe, die zur Ergreifung von Zwangsmaßnahmen ermächtigen. Wenn aber von einem Mann im passenden Alter durch einen entspre­chenden Parlamentsakt verlangt werde, daß er mili­tärisch diene, dann werde das natürlich für wichtiger gehalten werden, als wenn der Betreffende zur Zeit in der Polizeimacht diene. In Friedenszeiten sei es jedoch nicht möglich, jedem seinen richtigen Platz anzuweisen.

Sir Thomas Jnskips Erklärung rief großes Aufsehen im Unterhaus hervor. Der Labour-Abgeordnete Chu - ter Ede stellte darauf fest, datz also ein Gesetz über die allgemeine Wehrpflicht fertig vorliege und im Kriegsfalle dem Parlament vorgelegt werden könne. Was der Minister gesagt habe. könne nichts anderes heißen, als daß an dem Tage, an dem der Notfall ein­trete, die Eesetzgebunasmaschine bereitstehen würde, das Gesetz einzuführen. Inskip könne nicht leugnen, daß dies der Sinn seiner Erklärung sei.

Inskip sagte darauf, er habe so klar gesprochen, wie er habe sprechen können.

Man erwartet allgemein, daß die Opposition den An­trag stellen wird, eine allgemeine Aussprache über diese Frage herbeizuführen.

Me Noten beißen auf Sranil

Vormarsch der Nationalspanier an der Teruelsront trotz heftigen Widerstandes

Salamanca, 31. Mai.

Der »ationalspanische Heeresbericht meldet u: a., daß der Vormarsch der nationalen Truppen an der Teruel- front trotz heftigen Widerstandes andauert. Die natio­nalen Truppen find nunmehr bis in die Nähe der Ort­schaft Linares de Mora vorgedrungen. Auch aus der Straße Teruel—Saguut konnten die nationalen Trup­pen Raum gewinnen. Die Bolschewisten griffen westlich von Mora de Rubielos bei Valbona die nationalen Abteilungen an, wurden jedoch zurückgeschlagen. Oest- lich von Albocacer wurden mehrere bolschewistische Stellungen nach hartem Kamps erobert. Insgesamt wurden am Montag KSK Eesangene gemacht. Än der katalanischen Front begannen die Bolschewisten eine neue Entlastungsosfensive im Abschnitt Tremp. Jhee Angriffe wurden unter großen Verlusten für die Roten auch diesmal wieder abgewiesen.

Der Brief hinter dem Keizungsrostr

Düsseldorf, 31. Mai.

2m Zuge auf der Strecke Kakdenkirchen nach M.-Elad- bach wurde von Eisenbahwbeamten ein Chinese beob­achtet, der sich höchst verdächtig in dem von ihm allein benutzten Abteil benahm. Da der Fremde aus Holland herübergekommen war, vermuteten die Beamten sogleich, daß hier etwas nicht in Ordnung sei. Es dauerte auch nicht lange, da sahen sie, wie der Chinese ganz unauf­fällig einen Briefumschlag hinter einem Heizungsrohr hervorzog. In diesem Augenblick griffen sie zu. Der Bries enthielt eine größere Summe Geldes, Als sich der Chi­nese verraten sah, versuchte er die Beamten dadurch zum Schweigen zu bringen, daß er ihnen von dem aus Holland eingeschmuggelten Geld einen Hundertmark­schein anbot. Das Bestechungsmanöver wurde aber sehr Lberlaenommen, und der Chinese wurde sofort der Kri­minalpolizei übergeben.

vis ersteu „tttogsväsll Näüciien" üer velltseds» ImktHallsa. Luk versebisäsusn klugstrseksll küdrt äis Osutsclis Imkt-Hallsa in ckisssm Lämmer erstmals lmttstsvaickssssll ein. Die „üisgsnäsll läöäebso" lernen äis Sit-is kür äis Fluggäste kaedgsmäk Iier-mriedtsll. (l?rssss-8okkmanll)

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Sas Mädchen im Schoße Buddhas

ZwIsche-faN in der heiligen Stadt / Sie Photographie einer vorwitzigen knglSnderin

Colombo (Ceylon), 31. Mai.

Die Photographie einer englischen Ferien- reisenden hat in Colombo einen wahren Proteststurm hervorgerufen und droht, wie aus einem hitzigen Noten­wechsel zwischen London und Colombo hervorgeht, ernste politische Folgen zu haben.

Nördlich von Colombo, der Hauptstadt der britischen Kronkolonie Ceylon, liegt Anuradhapura, die gewaltige Ruinenstadt, die für die Buddhisten das ist, was dem Mohammedaner Mekka bedeutet: die „Heilige Stadt". Hier steht die ebenso berühmte wie verehrte Buddha-Statue, die den Gott in riesigen Dimen­sionen auf einem Stuhl sitzend darstellt.

In früheren Zeiten war den Europäern das Betreten von Anuradhapura verboten. In den letzten Jahren jedoch hat es der wachsende Fremdenverkehr mit sich gebracht, daß man dieses Verbot sowohl auf seilen der Europäer als auch bei den Eingeborenen nicht mehr so genau nahm. So versäumte es keiner der vielen Ferien- reisenden aus England, dem Buddha in der Heiligen Stadt einen Besuch abzustatten. Vor kurzem hatte ein Brautpaar aus London, das sich in Colombo aufhielt, einen Ausflug nach Anuradhapura unternommen. Mr. Lamont Watt und seine 18jährige Braut Anne Hollick waren wohl etwas ahnungslose und naive Leute, denen es nicht nur an Erfahrung, sondern offenbar auch etwas an Taktgefühl gebrach. Denn Miß Anne stieg, mit einem kurzen Schottenröckchen und einem koketten Tropenhelm bekleidet, seelenruhig die Stufen zur Vuddha-Statue empor, setzte sich dem steinernen Gott kurzerhand — auf den Schoß und ließ sich in dieser dekorativen Pose von ihrem Bräutigam photo­graphieren.

Der steinerne Buddha, an dem so manches Jahr­hundert vorübergegangen ist, blieb durch diese Attacke eines vorwitzigen Girls aus England ungerührt. Nicht aber blieb es der Photograph, der, selbst ein Buddhist, in Colombo die Ausnahme entwickelte. Statt das Bild seiner hübschen Kundin zu übergeben, sandte er es einer in Colombo erscheinenden Eingeborenen­zeitung, die in der Landessprache herausgegeben

wird. Und diese Zeitung brachte das gotteslästernde Bild, mit einem sehr englandfeindlichen Text versehen, auf ihrer Titelseite. Hatte das Brautpaar das Glück gehabt, daß es bei seiner photographischen Aufnahme in Anuradhapura selbst nicht gleich eine deutliche Lektion erhielt, so sahen nun viele tausend Anhänger Buddhas in Colombo das anstößige Bild. Ein Sturm von Protesten erhob sich, der Vertreter der Buddhisten in der gesetzgebenden Versammlung 2aya- tilaka wurde mit Vorwürfen überschüttet, daß so etwas möglich sei, und wandte sich nun seinerseits in einem geharnischten Schreiben an den britischen Gouverneur von Ceylon.

So hatte die kleine Miß Anne einen politischen Sturm im Wasserglas entfächt. Man legte dem jungen Paar,, nicht ohne ihm von leiten der englischen Behörden eine deutliche Strafpredigt gehalten zu haben, nahe, Colombo sofort zu verlassen und nach England zurückzukehren. Inzwischen formten sich in den Eingeborenenvierteln Demonstrationszüge, in denen leidenschaftlich gegen den Vorfall Stellung genommen und ein erneutes Verbot des Betretens der Heiligen Stadt durch Europäer gefordert wurde. Dem Gouverneur blieb nichts anderes übrig, als die Geschehnisse an das Kolonialamt nach London zu melden, wo man sich nunmehr bemüht, den Zwischenfall wieder beizulegen.

Im Schneesturm läßlich abgestürzt

Ein Opfer des Nachwinters in den Bergen (biigsllsr vrsktbsrielit äsr „Lrsmsr Teilung")

München, 31. Mai.

Die neuen Schneefälle in den bayrischen und Tiroler Alpen haben bereits ein Todesopfer gefordert. Auf einer Klettertour an der Wangscharte im Gebiet des Wetter­steins geriet ein 24jähriger Student aus München in einen Schneesturm. Innerhalb kurzer Zeit war das Seil völlig vereist. Der Bedauernswerte stürzte in die Tiefe und erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurze Zeit darauf starb. Die Leiche konnte geborgen und von einer Rettungsexpedition zu Tal gebracht werden.