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28.5.1938 (Abend-Ausgabe)
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Werner Zeiluno

parteiamtliche Tageszeitung

Vas flmtsbiott des Negierenden Vürgermeisters der Lreien Hansestadt vremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkundungsblatt des Neichsstattlfalters in Oldenburg und Vremen

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A.Zalfrgang

Sonnabend, 28. Mai 19Z8

kinzelpreis 10 Npf.

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Sensationeller Vesuch des ldefs der französischen Luft­waffe in London

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London, 28. Mai

Der Eeneralstabschef de^ französischen Luftwaffe,

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General Guillemin, der in Begleitung von fünf hohen Offizieren eine einwöchige Englandreise unternimmt, wird für Sonntag in London erwartet. Der „Daily Herald" berichtet in diesem Zusammenhang, datz

es sich um den ersten inoffiziellen Schritt zur Zusammen

arbeit der englischen und der französischen Luftwaffe handele. Es würden Vorkehrungen für einen baldigen Vesuch englischer Militärflugzeuge in Frankreich ge­troffen werden, um die dortigen Flughäfen kennenzu­lernen und um den französischen Fliegern die neuen eng­lischen Typen vorzuführen. In Zusammenarbeit mrt dem britischen Luftfahrtministerium wurde ein Plan für eine ganze Kette von Flugplätzen ausgearbeitet, die als Verteidigungsstützpunkte und als Stand­orte für Bombengeschwader dienen sollten. Offiziell

heiße es zwar, datz dem Vesuch des Chefs des General- stabes der französischen Luftwaffe keine politische Be­deutung beizumessen sei; tatsächlich sei dieser Vesuch aber nur der Vorläufer direkter Besprechungen zwischen den beiden Luftfahrtministerien. Die Errichtung von Bom­berstützpunkten in Frankreich, so schreibt das Blatt schließlich, würde es den britischen Flugzeugen ermög­lichen, weniger Brennstoff und mehr Bomben mitzu­nehmen.

Paris, 28. Mai

Der Londoner Berichterstatter des „2our" erklärt zum Vesuch des Chefs dos Eeneralstabos der französischen Luftwaffe, daß es sich hierbei um eine Auswirkung der englisch-französischen Konferenz vom April ds. Js. han­dele. Man erinnere in London in diesem Zusammen­hang an die bevorstehende Rückkehr der englischen Luft­fahrtsachverständigen aus den Vereinigten Staaten Und Kanada, die Berichte über die Möglichkeiten des An­kaufs von Bombenflugzeugen in Amerika und der Schaf­fung einer Flugzeugindustrie in Kanada erstatten wer­den. Es scheine, als ob dieser Bericht sehr günstig ausfalle.

wie Moses lns Parlament kam

Skandal um einen estemaligen ungarischen Abgeordneten

(Ligsuer Verlebt cksr „Bremer Leitung")

Budapest, 28. Mai.

Am 6. Juli 1930 erschien vor dem Matrikelamt des VIII. Budapester Bezirks ein Mann, der sich als Niko­laus Kenyeres-Kaufmann vorstellte, sich als technischer Rat bezeichnete und erklärte, datz er der evangelischen Konfession angehöre. Der Beamte trug diese Daten, zu deren Nachprüfung er nicht verpflichtet war, da die Aussagen als eidesstattliche Versicherung gelten, in das Matrikelbuch ein, und Herr Kenyeres-Kaufmann empfahl sich. Die Sache war offensichtlich in Ordnung. Kurze Zeit später bewarb sich Herr Kenyeres-Kaufmann um das Abgeordnetenmandat des Tarpaer Bezirkes. Er wurde auch gewählt und zog als Abgeordneter in den ungarischen Reichstag ein. Somit schien also wiederum alles in Ordnung. Aber es schien nur, denn der Gegen­kandidat des Herrn Keneyeres-Kaufmann reichte sofort, sowohl gegen die Wahl des neuen Abgeordneten, wie gegen die Person eine Klage ein, die den frisch gebacke- nen Abgeordneten, nichts weniger als der Urkunden­fälschung bezichtigte. Wiederum einige Wochen später war der Skandal fertig. Die Erhebungen der Staats­anwaltschaft ergaben, datz Herr Nikolaus Kenyeres gar nicht Nikolaus, sondern Moses, noch weniger Kenyeres, sondern Kahan hieß und schon gar nicht evangelischer Konfession war, sondern vollgültiges Mitglied der israelitischen Glaubensgemeinschaft. Am 28. Juni des vergangenen Jahres hob das ungarische Abgeordneten­haus sofort nach Bekanntwerden der Erhebungen der Staatsanwalt das Jmmunitätsrecht des Moses

Kahan alias Kennerss auf, und in dieser Woche hat das Budapester Gericht beschlossen, daß dem ehemaligen Abgeordneten sechs Monate Zeit gegeben werden, um hinter schwedischen Gardinen über die Folgen der Ver­wandlung eines Volljuden in einen Christen und über die Erschleichung eines Abgeordnetenmandats unter arischer Tarnkappe nachzudenken.

Italienischer Konsul übersatten

Freche Tat eines Deserteurs

Paris, 28. Mai.

Auf den italienischen Konsul in Bordeaux hat, wie soeben gemeldet wird, ein Landstreicher, der sich später als Deserteur herausstellte, einen Anschlag versucht. Er drang plötzlich in das Büro des Konsuls ein und be­drohte diesen mit einem Revolver. Der Konsul verlor jedoch seine Kaltblütigkeit nicht und rief sofort die Po­lizei an, die den Burschen kurze Zeit später festnehmen konnte. Wie der Konsul aussagte, hat sich der Deserteur schon bereits einmal im September vergangenen Jahres bei ihm gemeldet und um seine Rückbeförderung nach Italien gebeten, wo er nach Verbiitzung seiner Strafe auf Erlangung von Arbeit hoffe. Man händigte ihm eine Fahrkarte aus, die er jedoch für SO Franken sofort wieder verkaufte. Kurze Zeit später unternahm er das gleiche Manöver beim amerikanischen Konsul, wo er sich als Bürger der Vereinigten Staaten ausgab.

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(Vigsusi vrabtbsriobt cksr „Bremse Zeitung")

?. Stettin, 28. Mai.

Die deutsche Luftwaffe ist von der jugoslawischen Luftwaffe und Regierung zu einem Staatsbesuchs eingeladen worden. Das Reichslustfahrtministerium hat mit der Durchführung den Höheren Komman­deur der Lehrtruppen der Luftwaffe, General­major Förster in Ereifswald, beauftragt. General­major Förster startete am Sonnabendvormittag mit der dritten Gruppe des Greisswalder Lehr- geschwaders vom Flugplatz Ladebrow bei Greiss- wald aus nach Belgrad.

Es ist dies das erstemal seit Einrichtung der neuen Luftwaffe, daß eine geschlossen« Formation einen sol­chen Besuch in einem ausländischen Staate unternimmt. Die Greisswalder Flieger können diesen ehrenvollen Auftrag als besondere Anerkennung für die in den letz­ten Jahren in Ladebrow auf allen Gebieten der Flie­gerei vollbrachten Leistungen betrachten.

An dem Flug nach Jugoslawien nehmen insgesamt 37 Kampfmaschinen teil; an der Spitze befindet sich die Führungsmaschine mit dem Standortältesten von Ereifs­wald und Höheren Kommandeur der Lehrtruppen, Ge­neralmajor Förster mit feinem Stab. Zu den Flug­

zeugen gehören neben den Führungsmaschinen noch meh. rere Transportflugzeuge, die das erforderliche Boden­personal und das Mufikkorps des Fliegerhorstes Ereifs­wald aufnehmen. Die jugoslawische Regierung hat näm­lich den Wunsch geäußert, die Flieger möchten ihi Mufikkorps mitbringen.

Der Fing geht zunächst bis Wien, wo man übernach­ten will. Am Sonntag in aller Frühe wird dann un­mittelbar nach Belgrad gestartet. Man gedenkt bereit- gegen 10.30 Ilhr auf dem Belgrader Flugplatz zu lan­den. Dort wird Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsck persönlich Generalmajor Förster und das Ereifswaldei Offizierkorps begrüßen, um dann die Front der ange­tretenen Mannschaften abzuschreiten.

Der Staatsbesuch der Greisswalder Flieger in Jugo­slawien sieht ein umfangreiches Programm vor, das sich vom Sonntag bis Dienstag erstreckt. Nach dem Emp­fang durch Ministerpräsident Stojadinowitsch aus dem Flugplatz Zenum bei Belgrad wird Generalmajor För­ster mit seinem Stab zunächst beim Prinzregenten Paul von Jugoslawien seinen Besuch machen. Weiter wird Generalmajor Förster den Eeneralstabschef und die Ge­neralität der jugoslawischen Luftwaffe und den Bel­grader Stadtkommandanten sowie den Präsidenten des jugoslawischen Aerb-Kl-ubs besuchen. Als besonders Ehrung der jugoslawischen Wehrmacht und Nation ist