Ausgabe 
17.6.1938 (Abend-Ausgabe)
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partLiamiliche Tageszeitung

g. Jahrgang

der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches VerkunLungsblatt des Neichsstattlfalters in Oldenburg und Vremen

Lreitag. 1 ?. Juni 19 ZS

kinzelpreis 10 Npf.

Sensationelle kntstüllungen eines Kammerabgeordneten / Franzosen in istrem eigenenLand von Vaccelona-flnarchisten kontrolliert und besterrfcht

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die Neste der 4Z. Division

Mit drei Geschützen auf französisches Gebiet geflüchtet

Paris, 17. Juni.

Der Sonderberichterstatter der französischen Nach­richtenagentur Havas hatte Gelegenheit. Mir dem Kom­mandanten der 43. roten Division zu sprechen, der ihm erklärte, der Rückzug der Sowjetspanier habe am Mitt­wochnachmittag begonnen. Die drei noch verwendungs- sähigen Geschütze seien über die Grenze mitgefühlt wor­den. Man habe sämtliche Brücken zerstört, um den Rückzug zu decken und auch die Munitionslager ver­nichtet. Der Angriff der Nationalisten sei äußerst heftig gewesen.

Der „Jour" veröffentlicht einen Bericht des rechts­stehenden Abgeordneten Tixier-Bignancour, den dieser in der Kammer verlesen wollte, woran er jedoch infolge der Schlägereien verhindert worden war. Dieser Be­richt, der auf Grund einwandfreier Beobachtungen von Franzosen aufgestellt worden ist, gipfelt in der Fest­stellung, daß schon vor der Flucht der sowjetspanischen 43. Division zahlreiche französische Dörfer in diesem Grenzgebiet von sowjetspanischen' Milizen besetzt wor­den waren, die dort den Rückzug und den Uebcrtritk aus französisches Gebiet vorbereiteten.

In der kleinen französischen Ortschaft Le Plan seien 150 Milizsoldaten untergebracht gewesen, in Fabian ebenfalls; auf französischem Gebiet hätten rote Milizen ihr Hauptquartier aufgeschlagen gehabt. Von diesen

französischen Ortschaften aus sei die 43. Division wäh­rend der letzten Kämpfe ständig mit Lebensmitteln und Kriegsmaterial unterstützt worden. 300 Spanier hätten an der Ausbesserung und Verbreiterung, der französi­schen Landstraßen gearbeitet, die nach Spanien führten, um den Materialtransport unter besseren Bedingungen durchführen zu können.

In Fabian seien die Anarchisten aus Barcelona die Herren. Dieses französische Dorf sei nur noch eine Zweigstelle Spaniens und so wenig französisch, datz man eine besondere Bescheinigung brauche, um überhaupt hinein zu dürfen. Die Franzosen hätten hier nicht mehr das Recht, sich auf eigenem Boden frei zu bewegen. Aber die Sowjetspanier könnten dies ohne jede For­malität.

Daladier Zielscheibe der Noten

Endgültige Vertagung der Kammer? — Auswirkungen der Prügelszenen — Alarmsirene begleitet die Rauferei

(Orabtbsriobi: unseres Larissr Vertreters)

Paris, 17. Juni.

Das Kabinett Daladier versammelte sich am Freitag­vormittag zu einer Beratung über das Dekret für die Kammervertagung. In politischen Kreisen wird be­stimmt angenommen, daß Ministerpräsident Daladier noch heute abend von dem Dekret Gebrauch machen wird. Das Hauptinteresse richtet sich aus die Auseinander­setzung mit den Kommunisten und darauf, ob, wie es an sich durchaus möglich wäre, Daladier die Gelegenheit benutzen wird, den Trennungsstrich zwischen seiner Re­gierung und den Kommunisten zu ziehen. Diese setzen ihren Ansturm auf das Kabinett mit allen nur denk­baren Mitteln fort, insbesondere mit den Forderungen nach Hilfe für Spanien, mit denen sie schon am Vor­abend große Aufregung hervorriefen, ferner mit Neu- anmsldung der Sozialforderungen, die von den Sozial- demokraten unterstützt werden. Auch von dieser Seite er­folgt gegen das Kabinett ein neuer Ansturm.

Die Stellung Dalabiers ist jedoch im Augenblick sehr günstig, nicht zuletzt wegen der Prügeleien am Donners­tagabend in der Kammer, die dem Parlament sehr ge­schadet und dem Vertagungsdekret starken Auftrieb ge­geben haben. Selbst die Alarmsirene des Kammergebäu­des trat in Funktion, als die Gegner in den Wandel­hallen auseinander einschlugen. Es ist durchaus denk­bar, daß sich ähnliche Szenen in der Schlußsitzung wie­derholen.

sranco protestiert in Paris

(Orrüitlmi-iedt unseres Lurissr Vertreters)'

Salamanca, 17. Juni.

Laut Mitteilung des nationalspanischen" Senders hat die nationalspanische Regierung bei der französischen Regierung Protest erhoben, weil ein französisches Militärflugzeug einen nationalspanischen Grenzort überflogen hat.

Sie deutsche kimalaja-krpedition

München, 17. Juni.

Die.deutsche Himalaja-Stiftung teilt mit: Das Flug­zeug der deutschen Himalaja-Expedition hat am Don­nerstag seinen zweiten Flug zum Nanga Parbat durch­geführt. Von Süden kommend überflog es das Massiv in e.ner Höhe von 6300 Meter und umkreiste zunächst die Stelle, wo vor genau einem Jahr sieben deutsche Bergsteiger und neun Träger durch eine Eislawine ums Leben gekommen sind. Es ist geplant, an dieser Stelle später für die Errichtung des Lagers Lasten abzuwerfen. Das Flugzeug ging dann im Gleitslug nieder und warf über dem Hauptlager 175 Kilogramm Lasten ab. Nach insgesamt zweistündigem Flug kehrte es nach Sringar zurück.

erstes Silberstück der „türme"

(LiZensr Lsricdt äsr „Bremer Zeitung")

Amsterdam, 17. Juni.

Der zur Hebung der „Lutine"-Schätze auf der Höhe von Terschelling an der niederländischen Küste einge­setzte größte schwimmende Bagger der Welt, der für die Villiton-Zinngesellschaft erbaut wurde, hat jetzt den ersten Fund zutage gebracht, der zweifelsfrei von dem im Jahre 1789 gesunkenen englischen Kriegsschiff stammt, das Millionenbeträge in Gold und Silber transportierte. Es handelt sich um eine Silbermünze spanischer Prä­gung mit der Jahreszahl 1789. Die Eimer des Bagger­werkes haben inzwischen eine Tiefe von 14 Meter er­reicht. Die Lage des Wracks wird in einer Tiefe von 18 Meter vermutet, so daß man in einigen Tagen das Ziel erreicht haben wird. Zwar vermögen die Eimer der „Karimata" bis auf eine Tiefe von 32 Meter vor­zudringen. Nach 18 Meter beginnt jedoch der feste, aus Lahm bestehende Meeresboden, in den das Wrack nicht eingesunken sein kann. Da infolge stürmischen Wetters vor Terschelling heftiger Seegang eingesetzt hat, ist die Arbeit des Riesenbaggers vorübergehend unterbrochen, worden.

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