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Meiner Zeitung
r parteiamtliche Tageszeitung
vas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien Hansestadt Vremen
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der Nationalsozialisten Vremens
flmtiiches Verkündungsblatt des Neichsstattiialters in Oldenburg und Vremen
Nr. 165/6. Jahrgang
Sonnabend, 19. Juni 1SZ6
kinzelpreis 15 Npf.
Neue tschechische örenzverlehung
kampfdoppeldeckerüberdeukschemvaknkos
lechnifche Nnlagen und Straßen vom tschechischen Flugzeug aus pliotograpliiert / kin halbstündiger krkundungsslug
^ , Bayreuth, 18. Juni.
Am Freitagmorgen kreuzte um 8.53 Uhr ein tschechischer'Kampfdoppeldecker, der von Nordosten aus der Richtung Neuern kam, bei Lambach im Böhmerwald die deutsche Grenze und erschien um 9 Uhr über dem Grenzstädtchen Lam, das etwa sieben Kilometer von der Grenze entfernt liegt.
Das Flugzeug ging auf etwa 80 Meter herunter und kreuzte einige Minuten über dem Bahnhof von Lam, der die Endstation der Eisenbahnstrecke Cham—Lam bildet. Der vorn sitzende Beobachter beugte sich weit
- nach rechts aus dem Flugzeug heraus und photographierte den Bahnhof. Das Flugzeug zog dann im Tale des Weißen Regen einige hundert Meter nach Westen entlang, offenbar, um die nach Lam führende Straße zu beobachten und zu photographieren. Es zog dann eine rechte Schleife und wandte sich nach Süden in Richtung auf den Großen Arber. Nach einer erneuten Schleife
- überflog das Flugzeug An ach und Hohenwarth
! und wandte sich dann nach Südosten in Richtung auf
« Eisenstein, wo es um 9.23 Uhr. wiederum die Grenze
° kreuzte.
Es handelt sich um eine offenbar gewallte und bewußte » Grenzverletzung, vermutlich um die technischen Einrich
tungen des von den Tschechen für militärisch wichtig gehaltenen Grenzbahnhofes von Lam festzustellen und ebenso die zur Grenze führende Straße aufzunehmen. Das Flugzeug befand sich 3V Minuten über deutschem Gebiet.
„Illoyalität fett 20 Jahren"
Polnischer Protest gegen llnterdrückungsmaßnahmen
Warschau, 18. Juni
In dem von Polen bewohnten Siedlungsgebiet in der Tschechoslowakei kam es Donnerstag in zahlreichen Ortschaften zu Kundgebungen der polnischen Jugendorganisationen. In Reden wurde auf die großen Aufgaben hingewiesen, die vor der jungen polnischen Generation im tschechischen Gebiet ständen.
In einer Entschließung wird weiter festgestellt, daß die Illoyalität des tschechoslowakischen Staates gegenüber der polnischen Bevölkerung nunmehr schon seit 20 Jahren andauere. Diese Illoyalität bestehe darin, daß in den polnischen Gemeinden tschechische Schulen mit dem Geld des polnischen Steuerzahlers gebaut werden, daß dem polnischen Arbeiter das Brot in Unternehmungen verweigert wird, die er aufgebaut hat, daß Organisationen finanziell unterstützt werden, deren Ziel die Vernichtung des polnischen Besitzstandes ist.
Die polnische Bevölkerung fühle sich nicht verpflichtet, an den Feiern anläßlich des 28jährigen Jubiläums der Gründung der tschechoslowakischen Republik teilzunehmen. Der Auslandspole werde bis zum letzten Atemzüge die ihm zukommenden Rechte verteidigen.
»
Der Präger Berichterstatter des rechts eingestellten „Wieczor Warczawski" stellt fest, daß der Zustand der militärischen Vorbereitungen auf dem ganzen Gebiet der Tschechoslowakei weiter anhält. Der vor drei Wochen einberufene Jahrgang 1814 bleibe weiter unter den Waffen, und die Präger Garnison sowie die Garnisonen der größeren Städte seien bis heute nicht in ihre Kasernen zurückgekehrt und hielten größere Geländeübungen ab.
„üsterreich erhielt politische slnlechen k"
Las fluslandsecho der vremer Nede des NeichswUrtschastsministers funk / „Leistende Zurechtweisung der weltkriegssieger"
London, 18. Juni.
Die Vremer Rede des Reichswirtschaftsministers Funk hat Lei den Londoner Blättern größte Beachtung gefunden. Die meisten Zeitungen bringen ausführliche Auszüge aus der Rede, wobei sie insbesondere zwe^ Punkte hervorheben, nämlich erstens, daß Deutschland die österreichischen Ausländsanleihen nicht übernehmen wolle, und zweitens, daß man deutscherseits mit einer gütlichen allgemeinen Bereinigung in der Schuldenfrage rechne. „Vielleicht", so schreibt die „Times", „sei es am besten, die Rede als einen Versuch anzusehen, „politische Grundsätze" und kommerziell« Praxis auf einen Nenner zu bringen." Der „Daily Telegraph" meint'u. a.: Funks Erklärungen deuteten darauf hin, daß Deutschland wohl die legale Verantwortung für die österreichischen Schulden ablehne, trotzdem aber bereit sei, auf anderem Wege entgegenzukommen. Dieser Hinweis des Ministers werde englischerseits sicher auf Widerhall stoßen; denn niemand in England wünsche ein Zwangsclearing einzuführen, so lange es sich noch vermeiden lasse.
Während die Londoner Blätter im allgemeinen eine Erörterung des auch für England heiklen Problems der
„politischen Schulden", das vom Reichswirtschaftsminister in den Vordergrund gestellt purde, peinlichst vermeiden, gibt der „Daily Expreß" die Tatsachen politischer Anleihen an Oesterreich zu.
Wenn Minister , Funk gesagt habe, daß Oesterreich aus politischen Gründen Anleihen gegeben wurden, um es aufzufuttern und als unabhängigen Staat ausrechtzu- erhalten, so sei das größtenteils wahr. Für die Zukunft aber werde man daraus seine Lehre» ziehen.
Paris, 18. Juni.
Die Rede des Reichswirtschaftsminister^ Funk wird von der Pariser Presse in mehr oder weniger langen Auszügen wiedergesehen. Die Blätter geben sich verzweifelt Mühe, an der Ilnantastbarkeit des deutschen Standpunktes zu rütteln, ohne jedoch die eigenen Thesen rechtlich unterbauen zu können.
Die „Journse Industrielle" will — anscheinend zur Beschönigung der eigenen Armut an Gegenargumenten — in der Rede des Wirtschaftsministers „Unklarheiten" sehen. Seine Ausführungen seien „aher sehr
geschickt" gewesen. Das Blatt meint dann, man könne annehmen, daß Deutschland doch noch dem englischen Standpunkt wenigstens zu einem Teil Rechnung tragen werde: Bezeichnenderweise fügt das Blatt aber rasch hinzu, es müsse auf alle Fälle ein Abkommen zwischen England und Deutschland vermieden werden, das aus dem Rücken der anderen Gläubigerstaaten abgeschlossen werde.
Newyork, 18. Juni.
Die Rede des Reichswirtschaftsministers wird in Amerika stark beachtet. Die „New Park Times" nennt die Rede eine „beißende Zurechtweisung der Weltkriegssieger". Neben den Ausführungen über die Schulden und der Veroitschaftserklärung zu Verhandlungen werden von den Blättern besonders die Stellen der Rede verzeichnet, an denen Reichsminister Funk die Aufwärtsentwicklung in Deutschland mit der Depression in den Vereinigten Staaten vergleicht. Auch die Auffassung Funks zur Frage der Nationalwirtschaft als Grundlage einer neuen Weltwirtschaft ist mit großer Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen worden.
stirsterzbischof gegen „Kritik" am kpiskopat
Scharfe Zurückweisung der scheinheiligen französischen presse wegen ihrer „Anklagen" gegen die österreichischen Vifchöfe
Wien, 18. Juni.
Der Fürsterzbischof von Salzburg, Dr. Cigismund Waitz, veröffentlicht in der soeben erschienenen Nummer der Zeitschrift „Schönere Zukunft" unter dem Titel: „Nochmals: Die Auslandskritik am österreichischen Episkopat" eine scharfe Setllungnahme hauptsächlich gegen die französische Presse wegen deren Kritik an der bekannten Märzkundgebung der österreichischen Bischöfe.
Es sei doch auffällig, so schreibt Bischof Waitz, daß man sich gerade in solchen Ländern am meisten Sorge macht über die Lage der katholischen Kirche in Oesterreich, wo man allen Grund hätte, sich zunächst Sorge zu machen über die Lage der Kirche im eigenen Staat.
Von der großen Reihe kirchenfeindlicher Gesetze Frankreichs zu Beginn dieses Jahrhunderts sei nur ein geringer Teil rückgängig gemacht worden. In scharfen Kritiken an der kirchlichen Obrigkeit in Oesterreich, die aus Frankreich kommen, sei offensichtlich das religiöse und politische Motiv nicht immer genau getrennt. Wenn aber schon von Verantwortung vor dem christlichen Gewissen gesprochen" werde, dann erhebe sich die Frage:
Wo waren diese Stimmen, als an Deutschland und Oesterreich das ungeheure Unrecht von St. Gcrmain und Versailles geschah? Warum meldete sich diese Stimme nicht, als Clemertceau davon sprach, daß es 28 Millionen Deutsche zuviel gebe? Woher sei denn der außerordentliche Geburtenrückgang in Oesterreich gekommen, als daher, daß dem deutschen Volk im Lande Oesterreich in Friedensvertrag alle wirtschaftlichen Lebensadern durchgeschnitten worden seien?
Sei es auch nickit verwunderlich, so fragt der Fürsterzbischof weiter, daß katholische Presseorgane zu heftigen Anklagen gegen die österreichischen Bischöfe sich erheben, während in den gleichen Organen Warnungen vor dem Bündnis mit Sowjetrußland fehlen. Wäre es nicht angezeigt, wenn sich die Kritiker der österreichischen
Bischöfe mit gleicher Schärfe gegen die Sympathien französischer Kreise für Sowjetspanien wendeten, zumal dort, wie aus autoritativen Zeugnissen Hervorgeht, eine Verfolgung von Religion und Kirche herrsche, die an Grausamkeit den ärgsten Christenverfolgungen nicht nachstehe.
wo blieb die „parlamentarische" würde?
Kammer und Senat werden in die Ferien geschickt
Paris, 18. Juni.
Die unglaublichen Raufszenen in der französischen Kammer, die den Parlamentarismus wieder im besten Lichte erscheinen ließen, haben selbst im demokratischen Paris starken Unwillen hervorgerufen. Wie verlautet, haben diese unerfreulichen Vorkommnisse in der Kammer den Ministerpräsidenten Da - lädier in der Absicht bestärkt, baldigst das Parlament in die Sommerferienzu schicken. Man erwartet sogar, daß Daladier noch im Laufe des Freitags das Schlußdekret verliest.
Daladier, so verlautet, will dadurch vor allem neue Zwischensälle vermeiden, die für das Ansehen Frankreichs nicht gerade vorteilhaft sind, und die, wie der „Jour" ironisch erklärt, die Zeitungen veranlassen könnten, an Stelle der Parlamentsberichterstatter in Zukunft Sportschriftsteller zu entsenden, die besser geeignet seien, über die in der Kammer stattfindenden Box- und Ringkämpfe zu berichten . . .
Am Donnerstagabend empfing Daladier die Vertreter des Linksausschusses der Kammer, denen sich auch zwei kommunistische „Beobachter" angeschlossen hatten, um den Ministerpräsidenten zunächst mit den bekannten, von der Regierung vorläufig abgelehnten innerpolitischen Forderungen erneut zu bedrängen. Von marxistischer Seite scheint dabei auch wieder der Druck zugunsten Barcelonas erneuert worden zu ^ein. Denn es verlautet, daß Daladier an seine früheren Erklärungen, wonach Frankreich entschlossen sei, an der Nichteinmischungspolitik festzuhalten, erinnern muhte.
Kammer und Senat sind am Freitagnachmittag in die Ferien gegangen. Vor Schluß der Sitzung billigte die Kammer in zweiter Lesung das Gesetz über die Organisierung der Nation in Kriegszeiten in der vom Senat verabschiedeten Fassung, so daß dieses Gesetz nunmehr endgültig angenommen ist.
Lord Nochermere an die westmöchte
London, 18. Juni.
Lord Rothermere veröffentlicht in der „Daily Mail" einen neuen Aufsatz, der unter dem Motto steht, England soll sich aus jedem Kriege fernhalten, gleichzeitig aber bis zu den Zähnen aufrüsten. England, so erklärt er, habe in einem Kriege nichts zu gewinnen, aber viel zu verlieren. Weder die Tschechoslowakei, noch Spanien, noch China, ständen im Lebensinteresse Englands.'
Lord Rothermere sagt dann, in der letzten Woche habe er klargestellt, daß man sich keine falschen Vorstellungen von der militärischen Stärke Deutschlands machen solle. Eine ebenso gefährliche Täuschung würde es sein, wenn man schlecht unterrichteten Publizisten Glauben schenke und annehme, daß die wirtschaftliche Lage der totalitären Staaten schlecht sei. Der Druck der wachsenden Bevölkerung Nordeuropas habe seinerzeit das Römische Reich zerstört. Heutzutage sei die wachsende Bevölkerung Deutschlands, Jtaljens und Japans der Grund für die allgemeine Beunruhigung. Somit stelle sich die Frage, inwieweit man den territorialen Bedürfnissen der beiden europäischen totalitären Staaten entgegenkommen könne. Mit diesem Problem befasse man sich noch längst nicht genügend. Vielleicht könne man die Gefahr, die heutzutage halb Europa bedrohe, nicht einfach aus der Welt schaffen.
Er. Lord Rothermere, sei aber der Ueberzeugung, wenn England und Frankreich Staatsmänner hätten, die mit ebenso autoritärer Stimme sprechen könnten wie Adolf Hitler und Benito Mussolini, dann würde ein dauernder Pakt doch möglich sein.
Nikolaus von korllw 70 Zalire
Pressö-Lvlkwavn
Ungarns Reichsverweser Nikolaus von Horthy wird heute 70 Jahre alt. Dieser Ehrentag wird nicht nur Anlaß zu DaNkkundgebungen des ungarischen Volkes für seinen verdienstvollen Führer sein, er gibt auch uns willkommene Gelegenheit, des Lebenswerkes dieses mutigen Kämpfers gegen den Bolschewismus und aufrechten Freuüdes Deutschlands zu gedenken. Nikolaus Horthy von Nagybanya entstammt einem alten protestantischen Adelsgeschlecht. Durch den Besuch des Gymnasiums in Oedenburg, also in einem Gebiet mit starker deutscher Mehrheit, ist Horthy schon in frühester Jugend in enge Beziehungen zu deutscher Kultur getreten.
Horthys Aufstieg in der österreichisch-ungarischen Marine, in die er 1886 als Ssskadett eintrat, war außergewöhnlich rasch. Bereits vor dem Weltkrieg stand er mehrfach an verantwortlichen Kommandostellen und führte u. a. S. M. S. „Taurus", das Stationsschiff in Konstantinopsl. Von 1909 bis 1914 war Horthy Flügel- adjutant Franz Josephs I. Während des Weltkrieges befehligte er bis Dezember 1914 die „Habsburg", danach bis Ende 1917 den Kreuzer „Novara". Die „Novara" hatte wiederholt bedeutende Erfolge auszuweisen, so nach Eröffnung der Feindseligkeiten mit Italien durch die Versenkung der Transportflotte St. Giovanni di Madua, wodurch die für Montenegro und die serbische Armee bestimmte Hilfeleistung verhindert wurde. Diese Tat trug wesentlich zur Kapitulation Montenegros und zur Niederwerfung Serbiens bei. Am 10. Juli 1916 durchbrach Horthy mit der „Novara" die Sperrlinie der alliierten Geschwader in der Straße
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Sowjetspanische Milizen besetzten französische Grenz- orte.
Aus der deutschen Stadt Lam wird eine neue tschechische Grenzverletzung gemeldet.
Der ungarische Reichsverweser Nikolaus von Horthy wird heute 78 Jahre alt.
Die Vremer Rede des Reichswirtschaftsministers fand in der ganzen Welt ein starkes Echo. Reichsminister Dr. Goebbels sprach in Königsberg. Gauleiter Carl Röver sprach in der Feierstunde des NS.-Deutschen Studentenbundes in Bremen. Reichsamtsleiter Gesandter Werner Daitz sprach vor den Technikern unseres Gaues zum Thema „Die deutsche Technik in der Neuordnung Europas".
12 Parteigenossen aus unserem Gau nehmen an der Fahrt der Alten Garde durch den Gau Koblem- Trier teil. °
deutschen Kolonien die von der BZ. erstmalig ver öffentlichten Rohlss-Dokumente und noch ander, Schatze aus Rohlfs Nachlaß zur Schau gebracht. Die Handelsflotte des Unterwefer-Gebietes umfaßte Ende 1837 888 Einheiten.
Die Hapag schließt das Geschäftsjahr 1837 mii einem stark erhöhten Vetriebsergebnis ab.
In Delmenhorst ereignete sich ein tödlicher Verkehrsunfall.
Bei der Deutschlandjahrt hält der Deutsche Schild werter die Führung.
Eine sensationelle Wendung nahm der Prozeß gc gen die Straßenränder Gebrüder Götze in Verli;.