Ausgabe 
(17.6.1938) Nr. 164
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parteiamtliche Tageszeitung

vas flmtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Freien Hansestadt Vremen

der Nationalsozialisten Bremens

sinnliches Nerkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und vremen

Nr. 164 / S. Jahrgang

Freitag, 17. Juni 19ZS

kinzelpreis 1S Npf.

Neichsminifter sunk sprach in Vremen

Versailler Viktat verschuldet die Verwirrung des Weltmarkts / Übernahme der österreichischen Vundesschulden weder völkerrechtlich noch wirtschaftlich noch moralisch begründet

Bremen, 17. Jum.

Anläßlich des 4vvjiihrigen Bestehens desSchütting", des historischen Hauses der Bremer Kaufmannschaft, fand gestern eine Festsitzung im HauseSchütting" statt, auf der nach einer Begrüßungsansprache des Leiters der Wirtschaftskammer und Präses der Industrie- und Handelskammer Bremen, Karl Bollmeyer, Reichswirtschaftsminister Walter Funk eine Rede über die Grundsätze der deutschen Außenhandelspolitik und das Problem der internationalen Verschuldung hielt. In diesem Zusammenhang ging Reichs­minister Funk auf die Ursachen der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise ein und stellte den Krisenerscheinungen in der Weltwirtschaft die gesunde und stabile Lage der deut­schen Wirtschaft gegenüber.

Reichswirtschaftsminister Funk übermittelte zu Be­ginn seiner Rede, die oftmals von lebhaften Beifalls­kundgebungen unterbrochen wurde, die besten Grütze und Wünsche der Reichsregierung und besonders des Führers zu dem Ehrentag der Bremer Kaufmannschaft. Der Führer habe ihm gleichzeitig aufgetragen, Grütze an Gauleiter Larl Röver und SA.-Eruppenfiihrer Vühmcker als Reg. Bürgermeister dieser Stadt zu überbringen.

Bremen könne den Ehrentag der Bremer Kaufmann- schaft nicht nur in dem stolzen Vewuhtsein einer großen Vergangenheit, sondern auch in dem beglückenden Ge­fühl einer grotzen Gegenwart begehen. Denn auch der Bremer Handel und die Bremer Wirtschaft haben an dem gewaltigen Aufschwung erfolgreich teilgenommen, den das deutsche Wirtschaftsleben unter der Führung Adolf Hitlers auszuweisen hat. Das Jahr 1932 ver­zeichnet den Baubeginn von nur 5999 BRT. Handels­schiffen, im Jahre 1938 waren es 514 990 BRT., also mehr als das Hundertfache! Der seewärtige Güterum­schlag Bremens ist von 4,8 Mill. im Jahre 1932 auf 8,13 Mill. To. im Jahre 1937 gestiegen. Hier in Vremen sei der Blick aus das Meer und die weite Welt und damit besonders auf die Weltwirtschaft gerichtet. Jeder Wirt­schaftler, der diesen von echtem Hanseatengeist erfüllten Wirtschaftsraum betritt, mutz auch von diesem Geist er­griffen und begeistert werden.

Es ist ein besonderer Reiz, von diesem Platz, der den Schlüssel zur Welt" bedeuten soll, zur Welt zu sprechen. Deshalb wolle er, der Reichswirtschaftsminister. heute über das Gebiet der deutschen Wirtschaftspolitik sprechen, das den Bremern das Nächstliegende und Wichtigste sei, nämlich über die Außenhandelspolitik. Tatsachen, die hier vollbracht und Worte, die hier ge­sprochen werden, würden in der ganzen Welt mit be­sonderer Aufmerksamkeit vernommen. Deshalb glaube er, daß der Teil seiner Ausführungen, der sich mit einem politisch und wirtschaftspolitisch besonders aktuellen Thema beschäftigt, in der Welt die entsprechende Be­achtung findet und richtig verstanden werden wird.

Im Anschluß an eine Erörterung der unheilvollen Wirkung politischer Schulden behandelte der Reichswirt­schaftsminister die Frage der Rechtsnachfolge der österreichischen Staatsschulden, die er einer

Me drei U-Voolsflottttlen des Jahres 1SZ8

Berlin, 17. Juni.

Der Führer und Oberste Befehlsha- berderWehrmacht hat befohlen, daß die im Laufe des Jahres 1938 zu bildenden drei Untersee- boots-Flottillen die Namen folgender gefallener U-Boots-Kommandanten erhalten:

Emsma » n", Oberleutnant zur See, Kommandant AB. 118, gefallen am 28. Oktober 1918 als einer der letzten ll-Voots-Kommandanten beim Versuch, mit sei­nem Boot nach Skapa Flow einzudringen.

Hundiu s", Kapitänleutnant, für seine erfolgreiche Tätigkeit als U-Boots-Kommandant mit demPour le Merite" ausgezeichnet, zuletzt Kommandant llV. 193, von einer Fernfahrt im Herbst 1918 mit seinem Boot nicht zurückgekehrt.

Wegene r". Kapitänleutnant, war bereits vor dem Kriege U-Voots-Kommandant, er leistete im Kriege als Kommandantll 27" wertolle Ausklärungsdienste und vernichtete mehrere feindliche Kriegsschiffe.U 27" wurde im August 1915 durch die englische U-Boots-Falle Varalong" versenkt, Kommandant und Besatzung ge­tötet.

eingehenden Untersuchung nach der völkerrechtlichen, der wirtschaftspolitischen und der moralischen Seite hin unterzog. Im einzelnen führte Reichswirtschaftsminister Funk hierzu u. a. folgendes aus:

Die internationalen Erörterungen über die weltwirtschaftlichen Vorgänge und konjunkturellen Ent­wicklungen zeigen in der letzten Zeit im allgemeinen die gleiche Tendenz, nämlich die Furcht vor einer neuen schweren Krise der Weltwirtschaft. Hierbei treten bemerkenswerterweise zwei Wirtschafts­gebiete als ausgesprochene Gegenpole in Erscheinung, nämlich auf der einen Seite die Vereinigten Staaten von Amerika, die geradezu als das Störungszentrum bezeichnet werden, und aus der anderen Seite Deutsch­land, dessen Wirtschaft dem neuen Konjunktureinbruch bisher einen ungebrochenen Widerstand entgegenge­setzt hat.

Inmitten eines allgemeinen Konjunkturrückgangs setzt sich der Aufschwung der deutschen Wirtschaft unvermin­dert fort. Diese konträre Entwicklung der beiden Kon- jnnkturextreme wird am deutlichsten durch die Rohstahl- erzeugung bewiesen. Die deutsche Stahlproduktion be­ginnt die amerikanische Produktion zu überflügeln. In den ersten fünf Monaten des Jahres 1938 betrug die Rohstahlerzeugung in USA. 9,18 Millionen Tonnen, in Deutschland 9,29 Millionen Tonnen. Dabei betrug die deutsche Rohstghlerzeugung noch vor einem Jahre kaum ein Drittel der amerikanische».

Wenn es noch einer besonderen authentischen Bestäti­gung für die allgemeine K risenp s-p cho se bedurft hätte, so ist dies durch die Vertagung der eng­lisch-amerikanischen Handelsvertrags­verhandlungen erfolgt. Nicht die Hitzewelle oder

die Wahlvorbereitungen, wie es anfangs hieß, sind die Ursache für diese Vertagung, sondern die krisenhafte Zu­spitzung in der Weltwirtschaft. Da man heute draußen offenbar die Krise noch als ein unentrinnbares Schicksal betrachte, beziehen die einzelnen Handelspartner ihre Schutzzollbastionen, um der mit der Krise ausgelösten verschärften ausländischen Konkurrenz standhalten zu können.

Was bedeutet nun eigentlich dieser sogenannteWelt­markt", dessen drohende Krise die Gemüter der am inter­nationalen Handel besonders stark beteiligten Völker zur Zeit so sehr in Erregung versetzt? Er bedeutet viel weniger, als man gemeinhin glaubt! Die gesamten Welthandelsumsätze betrugen 1929, also zur Zeit des höchsten bisher erreichten Standes 284 Milliarden RM. Sie gingen wertmäßig bis auf 105 Milliarden im Jahre 1936 zurück und stiegen 1937 auf 130 Milliarden RM. Demgegenüber betrug der gesamte Wirtschaftsumsatz in Deutschland allein im Jahre 1937 nicht weniger als 210 Milliarden RM. Die Exportquote betrug im Jahre 1937 bei Deutschland 8,7 Prozent des Volkseinkommens, bei den Vereinigten Staaten von Amerika nur 5,4 Prozent, bei England 10 Prozent und bei Frankreich 11,4 Prozent.

Die Entwicklung der letzte» zehn Jahre zeigt deutlich, daß die einzelnen Volkswirtschaften bemüht find, sich von den Einflüssen des Weltmarktes mehr und mehr unab­hängig zu machen.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, daß die Vereinigten Staaten von Amerika, obwohl sie über einen in besonders hohem Maße sich selbst genügenden Binnenmarkt verfügen und der pro­zentuale Anteil des Außenhandels dort nur sehr gering ist, den Weltmarkt durch ihr potentielles Gewicht so stark beeinflussen. Die amerikanische Krise ist immer wirt­schaftlich begründet. Aber die Tatlache, daß die Vereinig­ten Staaten trotz der größten Geldvorräte einen Aus­fuhrüberschuß ausweisen und durch ihre Handelspolitik die Weltmärkte dauernd zu beunruhigen vermögen, be­leuchtet die ganze Problematik des gegenwärtigen Welt­handels m besonders krasser Weise.

Das nationalsozialistische Deutschland hat durch seine handelspolitischen Methoden und die Regelung seines Zahlungsverkehrs mit dem Auslande, an dessen Ver­besserung wir zur Zeit arbeiten, sich von diesem Circu- lus virtuosus der internationalen Konjunkturzyklen und den Einflüssen ausländischer Wirtschaftsmächte und -kräste soweit als möglich befreit. Dem Ziel der Wirtschaftssreiheit dient in erster Linie der Vier­jahresplan.

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an Sie weltwirtschaftliche Vernunft

7. L. v. Bremen, 17. Juni.

Wirtschaftspolitifche Erkenntnisse, unwiderleg» lich und allgemein gültig für dieganze Welt, hat Reichswirtschaftsminister Walther Funkin feiner gestrigen Rede im Bremer Schütting der ganzen Welt vermittelt. Daß es von Bremen aus ge­schah, von unserem Bremen aus, dem Schlüssel zur Welt, demSchlüssel zum Tor einer neuen Weltwirtschaftsordnung", sagte der Reichswirt­schaftsminister erfüllt uns hier mit besonderer Genugtuung.

Die in ihrer zwingenden Folgerichtigkeit bedeut­same Rede, bei der die Grundsätze der deutschen Außenhandelspolitik aller Welt verkündet und das Problem der internationalen Verschuldung in feiner ganzen weltwirtschaftspolitischen Unselig- keit bloßgelegt wurde, können da draußen gar nicht überhört werden, wo man sich gerade feit Einbruch einer neuen schweren Weltwirtschafts­krise die Köpfe darüber zerbricht, wie der neuen Krise zu begegnen fei.

Der Wirtschaftsminister des Dritten Reiches hat ein Recht, in den alle Welt bewegenden Wirt­schaftsfragen gehört, zu werden; denn es ist unbe­stritten Deutschland, dessen stabile Wirtschaft dem neuen Konjunktureinbruch seinen unge­brochenen Widerstand entgegensetzt, wäh­rend die Vereinigten Staaten sozusagen Deutschlands Gegenpol, wie das Walther Funk so richtig bemerkte, als das Störungszen­trum der Weltwirtschaft heute von der neuerstan­denen Weltwirtschaftskrise bereits schwer erschüt­tert ist. Es war eine stolze Feststellung, die Walter Funk im Hinblick auf die entgegengesetzte Ent­wicklung der beiden Konjunkturextreme Deutschland und Amerika machen konnte, als er aussprach, daß die Rohstahlerzeugung in USA. in den ersten fünf Monaten dieses Jahres mit 9,18 Millionen Tonnen zum ersten Male von Deutsch­land (das im Vorjahr kaum ein Drittel der ame- Ecmischen Rohstahlerzeugung hervorbrachte) mit 9,2 Millionen Tonnen überflügelt worden ist.

Immer ist es schädlich gewesen, wenn die Ursachen von Krisenerscheinungen von den durch diese Krisen betroffenen Wirtschaftsverantwortlichen absichtlich nicht gesehen werden wollten. Denn die Folgen solcher Krisenerscheinungen lassen sich nicht ver­bergen, und wenn wir die Vertagung der englisch­amerikanischen Handelsverhandlungen als eine der Folgen dieser Krisenerscheinungen werten, nicht wegen der Hitzewelle oder wegen der Wahl- vorbereitungen ist die Vertagung erfolgt so darum, weil bei den Verhandlungen Ratlosig- keit um sich griff angesichts eines als unentrinn­bar erachteten Schicksals, das darin gesehen wird, daß trotz des bestehenden Willens Englands und Amerikas sich zu verständigen, neue als notwen­dig erachtete Schutzzollbastionen (zur vermeint­lichen Ausschaltung ausländischer Konkurrenz) die Verhandlungen zum Scheitern brachten.

UnentrinnbaresSchicksal « Handelt es sich wirklich um ein solches bei den neuen Er-

Vnsor?asQssp»syoL

Reichswirtschaftsminister Funk lehnte in einer gro­tzen Rede in Vremen die Uebernahme der öster­reichischen Auslandsschulden ab.

Die Reichsminister Funk und Graf Schwerin von Krosigk besuchten die AusstellungVremen Schlüssel zur Welt", deren Besucherzahl eine halbe Million überschritten hat.

Korpssührer Hühnlein erlietz die Richtlinien für d,e Mahnahmen zur Verhinderung der Omnibus- Unglücke.

, Francos Truppen verzeichnen an allem Fronten wei­tere Erfolge.

Die Lage Valencias wird immer verzweifelter.

In der französischen Kammer kam es zu wüsten Larmszenen.

Der Gelbe Fluh steigt weiter.

Ein feiger Uebersall auf einen Gcndarmeriebeamten fand in Osnabrück seine Sühne

In Neuruppin entfloh der Raubmörder Boleslav Krafta.

Der Norddeutsche Lloyd erzielte 1937 ein verbesser­tes Reederei-Ergebnis.

Für Seefische sind Festpreise angeordnet worden. Jiu Rahmen der HJ.-Standortsportwoche zeigten Marine- und Flieger-HF. ihr Können.

Den Cndkampf um die Futzballweltme.sterschast be-. streiten Italien und Urgars.

(Fortsetzung auf Seite 2)

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>'ack der kestsitnnng im HauseLekiitting" besncliten die Krisis am Xael,mittag riio .4,nssteII»ngKiemen Sckliissel rair IVelt". Unser Bild rvigt üiv keieksminister in derHalle der Breien Ilansestaiit kremvn" vor dem Lug des IVikinger-Seliikkes. Von links naeli reckts: Senator von Hott, krässs L*oII me^er, keieksminister Kral Lekverin v. IIrosigk, keieksminister Bunk, dinier iliin, kalb verdeckt, Lenator Lornkard, keg. Bürgermeister L^.-kruppenkükrvr Lökmeksr. und, mit dem Kücken -um Lvsekauer, kxokvssor ^,8 t 0 N. ^uknakms: 'Lekwiät