Ausgabe 
(12.6.1938) Nr. 159
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vremer Mimg

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Freien Hansestadt vremen

Anzekgen - Grundpreis er

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches Verkundungsblatt des Neichsstattlsalters in Oldenburg und Meinen

Nr. 159/8. Zahrgang

Sonntag, 12. Juni 19Z3

Linzelpreis 15 Nps.

Ischechischer ierror ostne tnde

MarriWche polheischutz l /

Sewalttätiskeilen unter

stufstten-Soldareska kühlt ihre Wut an wehrlosen Sudetendeutsthen Eindrucksvoller Protest der Bevölkerung /Waffenscheine nur fürsschechen

Prag, 12. Juni.

Wie die Bezirksstelle der Sudetendeutschen Partei in Warnsdors, hart an der deutschen Reichsgrenze, mitteilt, ist es dort in der Nacht zum Sonnabend zu neuen Ausschreitungen der Präger Soldateska gegen die deutsche Bevölkerung gekommen. Darüber liegen folgende Einzelheiten vor: ^

Heute finden auch in Warnsdors die Gemeinden!achlen statt. Die Sudetenldeutsche Partei hatte außerhalb der Stadt ein 15 Meter hohes Holzgestell mit dem Partei­abzeichen und der Listennummer als Wahlpropaganda aufgebaut. Bereits im Lause des Freitag wurde die Ab­sicht der Marxisten bekannt, dieses Transparent zu zer­stören. Um das zu verhindern, stellte die Sudetendeutsche Partei in der Nacht zum Sonnabend eine Wache aus.

Gegen 1 Uhr nachts drangen plötzlich, offenbar von den Marxisten gerufen, mit Gewehren bewaffnete Staatspolizisten auf den Standplatz der SdP.-Männer von allen Seiten ein. Die Polizei machte vom Gummi­knüppel und Gewehrkolben Gebrauch, trieb die SdP.- Männer zusammen und führte sie dann in geschlossenem Trupp zum Postamt, wo die Polizeibereitschast unter­gebracht ist.

In einem Raum, wo es weder einen Tisch noch einen Stuhl gab, mußten die völlig durchnäßten Männer die ganze Nacht stehen. Am Morgen trafen die Abgeord­neten Kreisleiter May und Hirte mit zwei Senatoren der SdP. in Warnsdors ein, mm für die Verhafteten zu intervenieren.

Nach dem Bekanntwerden der nächtlichen Ereignisse bemächtigte sich- der Bevölkerung von Warnsdors be­greifliche Erregung. Die Arbeiter weigerten sich, ihre Arbeit aufzunehmen, und die Geschäftsleute hielten ihre Läden geschlossen. I» den frühen Morgenstunde» zogen etwa 10 600 Personen vor das Bezirksgericht»

wohin die SdP.-Männer inzwischen gebracht worden waren, um ihre Freilassung zu fordern.

Im Laufe des Vormittags wurde mit den Verhören begonnen. Bis jetzt find 25 der Festgenommenen ver­hört, die auf freien Fuß gesetzt werden mußten. Der Abgeordnete Dr. Neuwirth hat inzwischen in Prag beim Justizministerium und bei anderen Stellen Schritte eingeleitet, wo ihm versichert wurde, daß die Verneh­mung und Freilassung der übrigen Verhafteten erfol­gen solle. Abgeordneter May setzte es durch, daß die Polizei, die immer wieder gegen die demonstrierende Menge vor dem Bezirksgericht vorgi.ng, aus den Stra­ßen zurückgezogen wurde. Den Ordnungsdienst ver­sehen die sudetendeutschen Ordner..

Wie wir noch erfahren, erlitt einer der verhafteten SdP.-Männer in der Nacht einen Bruch des Oberschen­kels, ein anderer einen komplizierten Schienenbein- bruch. Einer der Verhafteten weist eiM fünf Zenti­meter lange Wunde am Kopf auf. Es ist bezeichnend, daß nach den nächtlichen Ereignissen die Marxisten ge­schlossen und von der Polizei unbehelligt durch die Straßen der Stadt Warnsdors ziehen und Wahlplakate der SdP. herunterreißen konnten!

Die Polizei stellt den Tschechen in großem Umfang Waffenschein auf Waffenschein aus, während dieselben Behördey sich hinter bürokratische Schwierigkeiten ver­schanzen, wenn ständig gefähxdete Funktionäre der Hen-

lein-Bewegung die Bewilligung eines Waffenscheines verlangen. Immer häufiger fällt in den letzten Tagen von feiten tschechischer Provokateure die Drohung mit einer Bartholomäusnacht. Die Behörden, die dem fana- tisierten Tschechentum, das täglich nichts als haßver- zerrte, verlogene tschechische Blatter zu lesen erhält, nun auch noch in größtem Umfange Waffen in die Hände spielen, laden eine furchtbare Verantwortung auf sich.

Immer drückender wird für die Deutschen im besetzten Grenzgebiet die ständige Gefährdung durch die unbe­schäftigte und vielfach zuchtlose Soldateska. Gestern kam es wieder zu einem Zusammenstoß in Hortasitz bei Saaz, wo eine Rotte Soldaten drei SdP.-Männern ihre Abzeichen vom Rock ritz. sie ihnen vor die Füße warf und zertrampelte.

Im Duxer Bezirk konnte man die Straße 'Komotau Sebastiansberg noch gründlicher blockiert finden als vor 14 Tagen. Hier spielte sich wieder ein Zwischenfall ab, der leicht zu schweren Folgen hätte führen können. In Neudorf jagten Soldaten mit ihren Seitengewehren eine Festveranstaltung auseinander. Die Musikkapelle, acht Mann stark, mußte durchs Fenster auf den Hof flüchten. Nur die besondere Haltung der jungen Deut­schen verhinderte eine schwere Auseinandersetzung.

Furchtbar hat der kleine deutsche Bauer in den meist ärmlichen Erzgeüirgsdörfern wie Fley, Willersdorf und Metzdorf unter der Willkür des Militärs zu lei­den. Kein Bauer darf Wiesen und Aecker betreten, die an den Wald grenzen. Riesige Mengen Holz können infolgedessen nicht eingefahren werden; zum Teil ist das Gras noch nicht geschnitten. Unbeschreibliche Ver­bitterung ruft dann der Anblick von Soldaten hervor^- die mit ihren Mädchen oder Frauen am Arm, eine Zigarette im Mund und das Gewehr mit aufgepflanz­tem Bajonett auf dem Rücken durch diese Aecker und Wiesen stampfen, die dem Bauer zu betreten ver­wehrt wird.

Heftiges krdbeben in Westdeutschland

Diisdelmung über velgien und den englischen Kanal Schwankende Sebaude in Düsseldorf Panik in vrüssel Drei rote

(lligever vrsbtbericdt rlsrvremer Leitung")

«id. Düsseldorf, 12. Juni.

Die Düsseldorfer wurden am Sonnabend kurz vor Mittag durch ein heftiges Erdbeben erschreckt. Wie sich aus mehreren Meldungen ergibt, wurde das Beben in allen Stadtteilen Düsseldorfs ver­spürt. Ausfällig war vor allem die außerordent­liche Stärke der Erschütterungen. Besonders stark machte sich das Beben in den oberen Stockwerken der Hochhäuser Düsseldorfs bemerkbar.

Im siebenten Stockwerk eines Hauses find die Er­schütterungen so stark gespürt worden, daß die in den Zimmern stehenden Personen sich unwillkürlich in den nächsten Stuhl setzten, um nicht umgeworfen zu werden.

Die Regale in den Büros wurden so stark bewegt, daß man glaubte, sie würden jeden Augenblick umgeworfen. Aehnliche wenn auch nicht so starke Erschütterungen wurden in den übrigen Häusern Düsseldorfs gespürt. In den tiefergelegenen Stockwerken pendelten offen­stehende Fensterflügel plötzlich hin und her. Einrich- tungsgegenstände gerieten ebenfalls in Bewegung.

Das Erdbeben ist nicht nur in Düsseldorf beobachtet worden» sondern auch in Aachen und Wuppertal.

Brüssel. 12. Juni.

Weite Teile Belgiens wurden Sonnabend mittag durch ein Erdbeben erschüttert, das etwa eine halbe Minute dauerte. In mehreren Stadtteilen Brüssels stürzten die Schornsteine von den Häu­sern aus die Straßen. In vielen Häusern bildeten

sich Risse in den Wänden. Ein Haus in der Brüs­seler Vorstadt Cherbeck stürzte völlig ein. Auch mehrere Fabrikschornsteine brachen zusammen. Zahlreiche Telephonverbindungen und Gasleitun­gen wurden zerstört. Der Einwohner Brüssels be­mächtigte sich eine Panik; sie eilten bei den ersten Erdstößen zu Tausenden auf die Straßen. Es wer­den drei Tote und zahlreiche Verletzte gemeldet.

weiterer Erdstoß in Velgien

Frankreich stark betroffen

Brüssel, 12. Juni.

In Velgien ist gestern kurz nach 14 Uhr erneut ein Beben verspürt worden. Nach den Feststellungen der Erdbebenwarte von Brüssel befindet sich das Epizentrum dieses Erdbebens etwa 60 Kilometer westlich von «r-LL -1 in Richtung der Nordsee. Man vermutet, daß auch sie beiden Beben von mittags ihr Epizentrum in Velgien hatten.

Die Polizei in Brüssel traf sofort besondere Sicher­heitsmaßnahmen und entfernte das Publikum von allen Gebäuden, die einzustürzen drohten. Auch in Lüttich wurde das Beben sehr stark verspürt.

Paris, 12. Juni

Das Erdbeben, das in Brüssel verzeichnet wurde, ist auch /in Paris, Lille, Compisgne, Dünkirchen und anderen nordfranzösischen Städten registriert worden. Vor allem im Norden der französischen Hauptstadt wurde es von den Bewohnern der Höheren Häuser besonders deutlich verspürt. In Lille sind an einigen Häusern Risse zu verzeichnen. Ganz besonders stark wurde das Erdbeben jedoch in Roubaix verspürt. Die Häuser zitterten, als ob ein schwerer Lastwagen durch die Straßen führe. Die Fußgänger auf den Straßen hatten den Eindruck, als ob sie plötzlich den Kontakt mit dem festen Boden verloren hätten. Alles stürzte erschreckt auf die Straßen. Fast sämtliche elektrische Uhren blieben stehen und auch der Rundfunk setzte aus. In verschie­denen Stadtteilen stürzten die Schornsteine ein. In Tourcoina bemächtigte sich der Bevölkerung eine PaniL

Puck *n England ...

London, 12. Juni.

Die Erdstöße, die am Sonnabend in Westeuropa fest­gestellt wurden, haben sich auch in England bemerkbar gemacht. Wie aus den nunmehr aus dem ganzen Lande eingelaufenen Nachrichten hervorgeht, wurden in zahl­reichen L:ten Erschütterungen, die 30 Sekunden bis sechs Minuten anhielten, verspürt. Im Woolwich-Arsenal wurde ein Arbeiter zu Boden geworfen. Im Büro einer vergesellschaft in London lieben Punkt 12 Uhr mittags sämtliche Uhren stehen und in zahlreichen Gebäuden singen Tische und Stähl- an zu wackeln.

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llrachengewiirm im Herzen kuropas

7. 8. v. Bremen, 12. Juni.

Die erschütternde Reihe brutaler Gewaltakts tschechischer Gendarmerie und entfesselter Solda­teska an den Sudetendeutschen reiht nicht ab. Täglich kommen neue Untaten hinzu, und man fragt sich, was daraus werden soll, zumal nicht mehr zu verkennen ist, daß sich schon der verhetzte marxistische Pöbel systematisch zu bewaffnen be­ginnt. Mit geradezu herausfordernder Gleichgültig­keit, wohinter sich offensichtlich ein gewisses Matz von Genugtuung über den Terror an, den Sude­tendeutschen verbirgt, läßt die doppelzüngige Präger Regierung die Dinge treiben, in der frag-' lichen Hoffnung sich wiegend, daß unter dem mächtigen" Schutz Englands, Frankreichs und Sowjetrutzlands dem tschechischen Staate nichts geschehen könne.

Es ist dieser tschechische Staat aus der Landkarte wie ein Drache im mitteleuropäischen Raum an­zusehen, und als giftiges Drachengewürm, das den Frieden Europas bedroht, muß man diesen Staat auch erachten. Es ist uns Deutschen der Friede ein heiliges Gut. Doppelt heilig, nachdem unser ganzes Sinnen und Trachten danach steht, die uns vom Führer gewiesenen Werke der Schönheit und Größe, würdig einer ihrer kulturellen Sendung be­wußten Nation ungestört durchzuführen. Daß dem Tschechentum am europäischen Frieden nichts gelegen,' daß vielmehr die für den tschechischen Staat heute verantwortlichen Staatsmänner --- gemäß den von Moskau her spielenden und zum Zusammenstoß treib endest Einflüssen mit der Tatsache eines entfesselten Krieges in Europa lieb­äugeln, ist keine Frage mehr.

Gerade darum aber muß man an jene Machte Europas, von denen man erwarten möchte, daß sie nicht weniger ernst wie Deutschland die Wah­rung des europäischen Friedens wollen, die Frage stellen, wie sie sich denn nun eigentlich die wei­tere Entwicklung in der Tschechei denken. Es ist dies eine Entwicklung, an deren Ende, wenn ihr nicht von außen her Einhalt geschieht, mit mathe­matischer Sicherheit nach blutigen Unruhen die Anarchie steht.

Entweder hat die Präger Regierung jetzt schon nicht mehr die Autorität, die Ausschreitungen ihrer Polizei und ihres Militärs zu zügeln, oder was ebenso schlimm wäre sie will diese Ausschreitungen gar nicht verhindern. In beiden Fällen ist die Stunde absehbar, wo die Präger Re­gierung selber der von ihr nicht bekämpften Zügel- losigkeit zum Opfer fällt, d. h. wo sieabgelöst" oder wahrscheinlich vertrieben wird von jenen Kräften, die sich heute bereits so stark erwiesen, daß sie bei den Betriebsratswahlen die gesamte tschechische Kriegsindustrie unter ihren Einfluß brachten.

Jetzt richtet sich vorerst noch die Aktivität eines brs zur Siedehitze von der verantwortungslosen Präger Presse aufgehetzten Mobs gegen die Su­detendeutschen. Ist aber erst einmal der Punkt er­reicht, wo durch die Präger Regierung selbst der Mißhandlung und dem Terror an den Sudeten­deutschen mit Rücksicht aus ein von außen her in Prag vernehmbaresQuos s°o" das Ziel gesetzt werden muß, dann richtet sich die Wut dieses Mobs gegen die eigene Regierung, und es mutz dahin kommen, wohin es in Rußland und in Spanien kam: Die vorher mit den Kommunisten liebäugelnden Gewalthaber wurden von den Kom-

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Francos Truppen haben Albocacer erobert.

Der tschechische Terror nahm am Vortage des letzte« Wahlsonntags unerhörte Ausmaße an.

Auf der Schlußtagung des Continentalen Reklame« Kongresses sprach Dr. Goebbels.

Reichsminister Darr« wandte sich gegen die weiter- Ausbreitung der Warengenossenschaften.

Westeuropa wurde durch ein heftiges Erdbeben beunruhigt.

Aus dem großen deutschen Philatelistentag in Bremen erfolgte der Zusammenschluß aller Philate­listen unter Führung der NSG.Kraft durch Freude".

Innerhalb -er kommenden Eaukulturwoche wird ein Film- und Filmideen-Wettbewerb durchgeführt. 200 Gäste des Führers weilen heute in Bremen, Das Haus Schütting steht in diesen Tagen 400 Jahre.

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Werder schlug den VLB. im P-kalkamps erst nach Verlängerung mit 2:1.

Die Norddeutsche Steingutsabrik schüttet für 1837 -ine unveränderte Dividende aus.