Ausgabe 
(5.6.1938) Nr. 153
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Erscheint 7mal wöchentlich

Monalsbezug 2,30 einschl. Zu­stellgebühr; Postbezugspreis monatl. 2P0 «einschl. 48,86 ^ Post- zeitungsgebühri zuzügl. 42 ^ Be­stellgeld, Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch aus Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Ems GmbH., Bremen, Geeren 6-8. Fernspr.: 5 41 21, Nachtr.u.Sonntg. 511 15. Sprechz.: Verlag: werktl. 12—13 Uhr: Schriftleitung D''-' ?- tag und Freitag 121L—1314 Uhr.

Meiner Mima

parteiamtliche Lageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Lreien Hansestadt vremen

Anzeigen - Grundpreise:

Die 22-mm-Zeile im Anzeiacnleil 12 die 78-iuu, Zeile im Tert- teil 75 H,/ Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familienanzeiyen u a.l sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 lNachlaßstaffel ('s Fü, An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr Annabmeichluß 16 Uhr Geschästsstellen: cln Bremrn

Geeren 6—8, Fernspr.: 5 4121,

Nachtruf und Sonntags' 5 1115; Obernstraße Nr. 86. Fernsprecher 5 41 21: Hastedker tzeerstr 463-67. In Oldenburg Staust, iße Nr. 21. Fernsprecher Nr 36 66

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des VeiHsstattlialters in Oldenburg und vremen

Nr. 15Z / 6. Zafirgang

Pfingsten 1SZS

kinzelpreis 15 Nps.

lowamsches Volk

die Slowaken gehen aufs van;e l

Beginn der großen Preßbmger Veranstaktungen / „Vie Zeit zur Verwirklichung des Pittsburger Autonomie-VerSrages ist gekommen" / Vegrüßungstelegramme der

Sudetendeutschen und Karpalendeutschen Partei

, Prag. 8. Juni

In Pretzburg begannen am Sonnabend die von der ganzen Welt mit Spannung erwarteten Feierlichkeiten» die die slowakische Volkspartei anläßlich der 20. Wieder­kehr der Unterzeichnung des Pittsburger Autonomie-Bertrages in Anwesenheit der amerikanischen Abordnung der slowakischen Liga veranstaltet.

Pater Hlinka eröffnet die Kundgebung und be­grüßte besonders die Gäste aus Uebersee, die, wie er hoffe, noch während ihres Europa-Aufenthaltes die Verwirklichung des Pittsburger Vertrages erleben mögen.

In einer leidenschaftlichen Rede gab der General­direktor der Partei, Abgeordneter Sokol, einen Ileber- blick über die Geschichte des slowakischen Freiheits­kampfes, in dessen Mittelpunkt er den Pittsburger Vertrag und das Verhältnis der Tschechen 'zu den Slowaken stellte. Immer wieder wurde er von' stürmi­schen Zwischenrufen unterbrochen, die der anti- zentralistischen Stimmung Ausdruck gaben. Abgeordneter Sokol verwies darauf, daß die Slowaken genau so wie die Tschechen ihren Beitrag zur Errich­tung der tschechoslowakischen Republik geleistet hätten. Aber man verlange dafür auf slowakischer Seite nicht nur gleiche Pflichten, sondern auch gleiche Rechte und Anerkennung der slowakischen Volkspersönlichkeit. Den Versprechungen müßten nun die Taten folgen.

Mit unbeschreiblichem Jubel begrüßt, betonte der Führer der amerikanischen Abordnung, Dr. Hletko, daß die Auslandsslowaken niit ihrer diesmaligen Reise alle Slowaken ohne.Unterschied der politischen Ueber­zeugung in ein gemeinsames Lager bringen wollen. Hletko erklärte, daß er sich durch den betont herzlichen Empfang in Prag nicht habe täuschen lassen. Diese

Feststellung erregte größtes Aussehen und stärksten Beifall.

Nach einer Erklärung des Mitunterzeichners des Pittsburger Vertrages Joseph Husek, wurden Ve­grüßungstelegramme der polnischen Parteien, der ver­einigten magyarischen Parteien und der Sudetendeut­schen und der Karpatendeutschen Partei verlesen, zu denen Pater Hlinka erklärte, haß alle Rationalitäten Telegramme geschickt hätten, nur die Tschechen nicht (!). eine Feststellung, die wiederum erregte Zwischenrufe auslöste.

Nach weiteren Ansprachen wurde eine Entschlie­ßung verlesen, und einstimmig angenommen, in der es u. a. heißt: „Wir. danken unseren amerikanischen

Brudern für ihre großen Blut- und Geldopfer im Kampfe um die Befreiung des slowakischen Volkes und für ihre staatsmännische Voraussicht.

Wir bezeugen feierlich vor der ganzen Öffentlichkeit der Heimat und des Auslandes, daß die Slowaken in der tschechoslowakischen Republik mit' allen Rechten eines selbständigen Volkes leben wollen und nicht auf­hören werden, für ihre natürlichen und vertraglich zu­gesicherten Rechte zu kämpfen. Wir lehnen die Union des nicht existierenden einheitlichen tschechoslowakischen Volkes ab und lassen uns unsere nationalen Rechte nicht nehmen.

kin dreister UmfSIsthungsoersuch

Sie VWplin der Sudetendeutschen als vilttgung für das provozierende verstatten der Präger Soldateska gedeutet

Prag, 5. Juni

Die SudetendeutHe Partei hat in einem Schreiben an den tschechoslowakischen Kriegsminister Machnik zu dessen seltsamen Aeußerungen über das Verhältnis der sudetendeutschen Bevölkerung zu den in ihr Gebiet ein­marschierten tschechischen Truppen Stellung egnommen. In der Ausgabe des „Venkov" vom 2t Juni hatte der Minister Eindrücke von seinen Besichtigungsfahrten in verschiedene Teile der Tschechoslowakei veröffentlicht und dabei festgestellt, „die Bevölkerung deutscher Volkszuge­hörigkeit zeige vielerorts ein befriedigendes Verhalten gegenüber den Soldaten". Geradezu scheinheilig hatte er weiter geschrieben, offenbar habe die Bevölkerung erkannt, daß die Armee nicht gekommen sei, um sie in Unruhe zu versetzen oder einen Druck auf sie auszuüben, sondern daß die Ankunft-des Militärs Beruhigung ge­bracht und verschiedene Nachrichten und Befürchtungen zerstreut habe, die eine Atmosphäre des Mißtrauens geschaffen hatten.

Diesen verständnislosen Versuch, die disziplinierte Zurückhaltung der sudetendeutschen Bevölkerung in ihr Gegenteil zu verdrehen, weist das Tckireiben der SdP. energisch zurück. Im Interesse der Klarheit der Be­ziehungen zwischen dem Sudetendeutschtum und den machthabenden Faktoren sei es geboten, zu diesen Be­hauptungen Stellung zu nehmen. Es sei dem Minister sicherlich bekannt, daß Konrad Henlein am 23. Mai den Ministerpräsidenten Dr. Hodscha auf zahlreiche llnzu- träglichkeiten und Zwischenfälle hingewiesen habe, die sich in den deutschen Gebieten der Tschechoslowakei durch die Anwesenheit und das provozierende Verhalten des Militärs ergeben haben. Das Schreiben führt dann eine Reihe dieser Zwischenfälle auf die der Kriegs­minister in seinem Zeitungsartikel so völlig ignoriert: Daß Militärpatrouillen sich sicherheitspolizeiliche Be­fugnisse anmaßen, daß sudetendeutschen Volksgenossen die Abzeichen und Wimpel der Sudetendeutschen Parte: weggenommen, daß in den Büros der Sudetendeutschen Partei Haussuchungen abgehalten, Werbep.akate und Ankündigungstafeln zerrissen und zerstört wurden, daß Militärabteilungen dringend benötigte bäuerliche Ee-

Vedauern

der tschechoslowakischen Negierung

Berlin, 5. Juni

Auf den deutschen Protest wegen des Vorgehens tschechoslowakischer Soldaten gegenüber dem reichsdeut- schen Ehepaar Exner hat der tschechoslowakische Außen- mlnister Dr. Krofta dem deutschen Gesandten das Be­dauern der tschechoslowakischen Regierung ausgedrückt und gleichzeitig mitgeteilt, daß die Täter eingesperrt worden seien und jeder irgendwie Verantwortliche be­straft werden würde.

rätschaften und Eebrauchsgegenstände mit Beschlag be­legten und eine geordnete Fortführung der Wirtschaft unmöglich machten.

Durch Straßensperrungen habe nicht nur der allge­meine Verkehr auf das' stärkste zu leiden, sondern darüber hinaus werde auch die geordnete Feldarbeit fast vllig unterbunden. Ohne vorherige Ankündigung seien Holzfällungen vorgenommen worden, deren unsach­gemäße Durchführung auch den noch verbleibenden Be­ständen empfindlichen Schaden zugefügt habe. Weiter wird erwähnt, daß Straßenpassanten zu den verschie­densten Arbeiten und Dienstleistungen herangezogen wurden, und schließlich gebe es die zahlreichen Fälle, in denen fudetendeutsche Männer, Frauen und Mädchen beschimpft und körperlich angegriffen worden sind.

Auf das entschiedenste lehnen wilden Bolsche­wismus bei uns und im Auslande ab, und wir geloben, für die Befreiung unseres Volkes und der ganzen Welt vom internationalen Umstürzlertum mit allen Kräften zu arbeiten. Wir begrüßen das Inter­esse des Auslandes an der Ordnung der inneren Pro­bleme der tschechoslowakischen Republik. Wir sprechen die feste Hoffnung aus, daß wir unserem von Gott ge­schaffenen Volk die gesetzliche Bürgschaft feines eigen- rechtlichen Lebens in der tschechoslowakischen Republik erbringen werden.

Wir fordern die Regierung des tschechoslowakischen Staates aus, eine gerechte Politik jeder Nationalität der Bevölkerung gegenüber und ein freundschaftliches Verhältnis zu allen Nachbarstaaten zu betreiben.

Die Zeit der Lösung der slowakischen Frage ist ge­kommen. Einen Aufschub duldet sie nicht. Eine Ver­antwortung für die Verschleierung der Wirklichkeit und die daraus sich ergebenden Folgen trägt das slowakische Volk vor der Geschichte nicht."

Unterredung mit Vr. stletko

Prag, 5. Juni.

Das tschechoslowakische Blatt „Slovensky Hlas", das dem Ministerpräsidenten nahesteht, veröffentlicht eine Unterredung mit dem Vorsitzenden der Abordnung der amerikanischen Slowaken Dr. Hletko. Dr. Hletko er­klärte u. a., daß die slowakische Abordnung mit dem Ergebnis der bisherigen Besprechungen mit den Tsche­chen nicht zufrieden sei', weil sie bisher keine Sicherheit dafür bekommen habe, Laß der Pittsburger Vertrag erfüllt werde.

Das Schreiben schließt wörtlich: „Wenn wir Ihnen im „Venkov" veröffentlichten Eindrücken trotzdem entnehmen können, daß auch die Bürgerschaft deutscher Volks­zugehörigkeit der Armee gegenüber ein durchaus befrie­digendes Verhalten an den Tag legt, so daß also die Armee von sich aus offenbar keinen Grund zur Beschwerde über das Verhalten der sudetendeutschen Bevölkerung findet, so erblicken wir in dieser Feststellung einen neuerlichen Beweis für die beispielhafte Disziplin, der die deutsche Bevölkerung auch unter den gegenwärtigen außerordentlichen und überaus drückenden Umständen bisher fähig war. Die Sudetendeutsche Partei hält es für notwendig, Sie, Herr Minister, von diesem ihrem Standpunkt in Kenntnis zu setzen."

Vnä üis IInkM äer eurostLkckeu IVetlerlLgs

I. 8. v. Bremen, 5. Juni.

Pfingstsonne strahlt über das deutsche Land. Pfingstfriede und Pfingstfreude möchten sich gern auch in den politischen Regionen Europas ein- finden, wenn nur nicht kleinliche und gehässige Kräfte, international gelenkt und miteinander verfilzt, ohne Unterlaß am Werke wären, das Aufkommen jener Stimmung zu verhindern, der gerade wir in Deutschland so gern Raum gäben, und die wir so sehr allen Völkern der Erde wünschen.

Darüber sind wir uns längst schon klar: nicht die Völker sind es, die den Unfrieden und das Unrecht wollen, sondern immer nur besondere Kräfte mit dem Willen, Ungerechtigkeiten zu ver­teidigen und den Frieden zu stören. Aus 'eigen­nützigen Motiven und kleinlichem Haß oder aus engstirniger Sturheit versuchen sie auf ihre Völker einzuwirken, um sie in einen Zustand blinden Grimmes gegen andere, diesen Kräften widerstre­benden Nationen zu versetzen, auch wenn diese Nationen gar nicht daran denken, etwas Unrechtes zu wollen.

Das italienische Blatt „Regime Faszista" nannte dieser Tage mit Recht die Tschechei einen frei- maurerischen Staat. Und es wird niemand in der Welt diese Feststellung erschüttern können ange­sichts der Tatsache, daß fast ausnahmslos alle in diesem Staat Einfluß und Macht ausübenden Männer der Freimaurerei angehören. Wenn dem aber so ist, und wenn wir des weiteren wissen, daß leider auch in Paris die Freimaurerei oft einen übermächtigen Einfluß auf die bedeutsam­sten außenpolitischen Entscheidungen Frankreichs auszuüben versteht, dann ist es wohl nicht mehr schwer, sich zu erklären» warum gerade in diesen Tagen, wo die tschechische Frage aufgerollt wurde, der Haß und die Unversöhnlichkeit gegen alles Deutsche an der Seine so überaus starke Wogen schlug. Und das obwohl doch zumindest das fran­zösische Volk (soweit es sich um das^wirkliche Volk und nicht etwa um Großstadtpöbel handelt), ein im Grunde friedliebendes genannt werden kann, ein Volk, oas durchaus nicht darauf ver­sessen ist, Deutschland mit Krieg zu überziehen.

Dennoch sah es am 21. Mai, oder, wenn man will, sieht es auch heute noch danach aus, als ob man in Frankreich im Verein mit den Tschechen — und natürlich mit den dahinterstehenden Bol- schewisten — es geradezu darauf angelegt hätte, aus dem quellenklar zutage liegenden Recht der Sudetendeutschen einen Zusammenstoß mit Deutsch­land zu entfachen. Das Bezeichnende dabei ist, daß man dem an sich diesen Zusammenstoß gar nicht wollenden französischen Volk die fatalistische Ueber­zeugung einzuflößen versucht, es sei ein Krieg mit Deutschland ohnehin unvermeidlich, und es sei besser, er werde jetzt um die Tschechoslowakei als später um andere, Frankreich schmerzlicher be­rührende Fragen geführt.

Es ist darum überaus notwendig, daß dem fran­zösischen Volk rechtzeitig die Augen vor Tatsachen geöffnet werden, die ihm^bisher verborgen blie­ben, weil der größte Teil der französischen Presse, nämlich der freimaurerisch beeinflußte, bewußt dem

UNUIIIUIIIIIIIIIIUIUIIIIIIUI...»IIIIUIIIIIIIIMIUIIIIIIIIIUIIIUIIMINIII»

vnssr Lassssprsysl

Der tschechische Kriegsminister benutzt die Disziplin der Sudetendeutschen zu einem dreisten Um- fälschungsversuch.

Die Slowakensührer gaben aus ihrer Tagung in Preßburg, scharfe Kampferklärungen gegen die Tschechen ab.

Sowjetspanier unternahmen einen Uebersall aus einen italienischen Dampfer.

Aus Jamaika wird ein Anwachsen der Unruhen oe- meldet.

Der Eaukulturring tagte in Vremen.

Heute wird das 3. Nordsecsührerlager der H2. in Vremen eröffnet.

Eine Schau der Arbeiten der Kunsthochschulstudcn- ten wurde auf der Ausstellung „Vremen — Sckliiüel zur Welt" eröffnet.

Schweizer Verlader folgten einer Bremer Ein­ladung zur Besichtigung unserer Häfen und der Ausstellung.

. Bei der Hansa-Linie hat sich das Recderci-Vetriebs- ergebnis gegenüber 1336 verdoppelt.

Nach dem deutschen Secsrachtenindex ist der Rück­gang der Raten im Avril zum Stillstand ge­kommen.

Die Deutschen Afrika-Linien konnten a s dem ver­stärkten Ladungsangebot Nutzen ziehen.

Im Kamps um die Fußballwcltmeisterschast indete das Spiel Deutschland - Schweiz in Paris trotz Verlängerung unentschieden 1:1.

Vni kreitaxnaelimittaA kanck, nie beriektet, in kraunsekneix gas kivktkest kür ckie ^kackemiv kür vontselie cknKenckkülirer mit einer kecke ckes cknKenckküiirers ckes ventseken keickes statt. — Unser kilck: kin klick auk ckie Ilanptkront cker -Vkackemis. (Lrssss-AokkwLnn.)

Da HA

VMS?