Ausgabe 
(4.6.1938) Nr. 152
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parteiamtliche Lageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zielen Hansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches verkündungsblatt des Neikffsstattkalters in Oldenburg und Vremen

7lr. 152/8. Jahrgang

Sonnabend, 4. Juni 1SZ3

kinzelpreis 15 Npf.

Verschleppt und zu Fronarbeit gezwungen

Zwei Vresdener der Willkür kaßerfüllter Soldateska ausgeliefert / wieder tschechische Militärflieger über reichsdeutschem Soden

" (vrnktdsrickt unssrss krnZsr Vsrtrstsrs)

Prag, 4. Juni.

Die Grenzverletzungen seitens tschechischer Mili­tärpersonen halten noch immer an. Täglich über­fliegen tschechische Flugzeuge die deutsche Grenze und erscheinen in geringer Höh« über deutschen Ortschaften. Es ist ferner in der letzten Zeit an der beide Länder trennenden Grenze zu Zwischenfällen gekommen, bei denen reichsdeutsche Staatsbürger von tschechischen Soldaten tätlich angegriffen und schwer mißhandelt worden sind.

In.einem Falle gaben tschechische Soldaten sogar auf Einwohner der deutschen Ortschaft Steindach bei Mittel- walde in Schlesien einige Schüsse ab, die jedoch glück­licherweise ihr Ziel verfehlten. Der reichsdeutsche Bahn­arbeiter Ernst Holz begab sich zusammen mit einem tschechischen Staatsangehörigen, der ebenfalls in Stein- bach wohnt, auf einen Spaziergang durch die Felder an der Grenze. Dort suchten plötzlich mehrere tschechische Soldaten auf, die mit Gewehr, Patronentaschen und Gasmasken ausgerüstet waren. Sie riefen auf tschechisch den beiden etwas zu, was jedoch nicht ver­standen wurde. Aus ein Winken des einen Soldaten hin verschwand der andere in einem nahe gelegenen Gebüsch und erschien kurze Zeit später mit dem Stahl­helm auf dem Kops wieder.

Dann entsicherte er sein Gswebr und. legte auf die beiden sich auf deutschem Gebiet (!) aushaltenden Män­ner an. Diese hatten sofort das Vorhaben des tschechi­schen Soldaten durchschaut und ergriffen die Flucht in der Richtung auf den Ort Steinbach. Es krachten hinter ihnen drei Schüsse, die der tschechische Soldat abgegeben hatte. Glücklicherweise verfehlten' die Kugeln, wie er­wähnt. ihr Ziel. Aus reichsdeutscher Seite konnten Ein­schüsse festgestellt werden.

Ein anderer ernster Zwischenfall, bei dem zwei Dresdner die Leidtragenden waren, ereignete sich an der Grenze bei Eichwalde. Hier wurde der reichsdeutsche Autohändler Erich Klein aus Dresden, der sich in Be­gleitung der Dresdenerin Anna Parusel befand, von tschechischen Soldaten an der Grenze aufgehalten lyü>

Schärfste Verwahrung

Berlin, 4. Juni.

Der deutsche Gesandte in Prag hat im tschecho­slowakischen Autzenministsrium gegen die gewalt­same Entfernung der deutschen Flagge aus der Wyhnung des reichsdeutsche« Ehepaares Exner und wegen der Mißhandlung des Reichsdeutschen Schneps schärfste Verwahrung eingelegt.

aufgefordert, sich zu Fuß auf tschechoslowakisches Gebiet zu begeben. Nach über einstijndigem Marsch erreichten sie schließlich ein Gasthaus, in dessen Nähe Zivilisten auf Anweisung tschechischer Offiziere zu Straßenarbeiten herangezogen wurden.

Obwohl ein Ossizier die Ausweise kontrollierte und an ihnen klar erkannte, daß es sich bei Klein und der Parusel um reichsdeutsche Staatsangehörige handelte, mußten sie an der Errichtung von Baumsperren mit­arbeiten. Aus den Protest Kleins hin wurde schließlich die Frau von der Arbeit verschont, doch mußte er selbst weiter Bäume sällen. Die zur Errichtung von Barri­kaden herangezogenen Zivilpersonen wurden von der tschechischen Soldateska mit Fußtritten und Schlägen bedacht. Eine Stunde mußte Klein diese Arbeit ver­richten, bevor er sich mit seiner Begleiterin aus deut­sches Gebiet zurückbegeben durfte.

Immer nervöser...

Sogar die Jagd verboten!

Prag, 4. Juni.

Die am 1. Juni abgelaufene Schonzeit für Schalen­wild erfährt in diesem Jahre eine außergewöhnliche Verlängerung. Das tschechoslowakische Heeresministerium und das Innenministerium haben unter Berufung auf das Staatsverteidigungsgesetz mit sofortiger Wirksam­keit jegliche Ausübung von. Jagden im Grenzgebiet, ferner jedes Schießen aus Schießstätten auf die Dauer der in Gang befindlichen außerordentlichen Maßnahmen verboten. Die Außerachtlassung des Verbotes wird mit Strafen bis zu 500V Kronen geahndet. -

Das neue Verbot, dem bereits so viele andere rigorose Maßnahmen im sudetendeutschen Gebiet vorausgegangen sind, zeigt wieder einmal deutlich die Nervosität der tschechischen Amtsstellen, die dort wahrhaft unerträg­liche Zustände geschaffen hat.

(Siehe auch Seite 2)

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englische vlättee zeigen kinstcht

Zugeständnisse an die sudetendeutsche Haltung — Vas Problem der Volksabstimmung freimütig beleuchtet

London, 4. Juni.

Alle englischen Blätter in London verzeichnen die Zwischenfiille in der Tschechoslowakei und bringen auch ausführlich die Stellungnahme der deutschen Öffentlich­keit zu diesen neuen unerhörten Angriffen.

Der Berliner Korrespondent der „News Chronicle" schildert die Entrüstung in der Reichshauptstadt und entschiedene Haltung Deutschlands. Er mißt der deut­schen Haltung große Bedeutung bei und. verweist auf den Anlaß zu ernstester Stellungnahme.

Bemerkenswert ist ein Bericht des Korrespondenten der „Daily News" aus Preßburg, in dem es heißt, daß die Tschechen keine Truppen von der deutschen Grenze zurückgezogen hätten, sondern daß es sich nur um Aus­nahmefälle bei Reservisten gehandelt hätte, damit sie auf ihren Bauernhöfen helfen können.

Die Stärke der Armee sei noch die, wie sie vor zwölf Tagen gewesen sei. Prag hätte also keinerlei Versuche gemacht, an dem gegenwärtigen Zustand etwas zu ändern.

Unter „Probleme, die der Lösung harren", nennt die „Times" in ihrem Leitartikel an erster Stelle die Tschechoslowakei, die immer noch das drin­gendste Problem für die europäische Diplomatie darstelle. Die Briefe, die aus Leser­kreisen in der Redaktion einliefen, zeigten das Inter­esse. das man in England an der Lösung dieses Problems nehme. Der Brief des Dekans in der St.-Pauls-Kathedrale (in dem Brief tritt det Londoner Geistliche für eine Volksabstimmung im sudetendeut­schen Gebiet ein über die Frage, ob die Sudetendeut­schen ins Reich zurückkehren wollen oder nicht. Die Schriftleitung) sei typisch für viele Zuschriften und eine wirksame Bekundung der Ansicht, daß man den Deut­schen in der Tschechoslowakei durch eine Volksabstim­mung oder ein anderes Mittel gestatte, über ihre eigene Zukunft zu entscheiden, selbst wenn das ihre Abwanderung von der Tschechoslowakei zum Reich be­deuten solle. Mit dieser Ansicht stimme wahrscheinlich die Mehrheit der Engländer überein. Aber das Problem sei nicht ganz so einfach. Es treffe nicht ganz zu (was der Dekan geschrieben hatte. Die Schrift- leitung), daß England im Weltkrieg für den Grund­satz der Selbstbestimmung gefochten habe (!).

„Aber die Anwendung dieses Grundsatzes wurde un­klugerweise den Deutschen verweigert, gleichgültig ob in Oesterreich oder in Böhmen. In beiden Ländern haben sie Versuche gemacht, für ihre Einheit mit dem übrigen Teil der deutschen Rasse zu stimmen. Aber ihren Wün­schen wurde nicht stattgegeben. Die hundertprozentige Anwendung des Grundsatzes der Selbstbestimmung ist überall offensichtlich unpraktisch. Aber die Sudetendeut­schen haben unzweifelhaft Anlaß, die Berichtigung einer Ungerechtigkeit des Versailler Vertrages zu fordern. Viel läßt sich darüber auch noch aus einem anderen Grunde sagen. Das würde nämlich ein willkommenes Beispiel für eine friedliche Aenderung bieten — immer unter der Voraussetzung, daß die Sudetendeutschen zum Reich übergeführt werden wollen. In der Vergangenheit hat es bei der Aufrechterhaltung des Status quo zuviel Starrheit gegeben, und zwar bis zu einem Punkt, bei dem nur noch Gewalt das ändern könnte."

Die „Times" behauptet dann anschließend, daß es sich allerdings nicht leugnen lasse, daß es Schwierigkeiten für eine derartige Volksabstimmung gebe. Die Tschecho­slowakei habe einen- wohl organisierten und parla­mentarischen Staat aufgebaut, in dem die Sudstendeut- sche-n ein beträchtliches und geschätztes Element seien. Die gegenwärtige Grenz« sei von der Natur gezeichnet und außerdem stark befestigt, so daß sie eine strategische Grenze geworden sei, auf die die Tschechen nur höchst ungern verzichten würden. Die Tschechoslowakei sei weiterhin eine gut ausbalancierte wirtschaftliche Ein­heit, zum Teil industriell, zum Teil landwirtschaftlich, und die Deutschen seien die besten indu­striellen Arbeiter. Die tschechoslowakische Re­gierung wolle sie nicht verlieren. Schließlich sei die gegenwärtige Grenze auch die historische Grenze. Aus diesem Grunde könne man verstehen, daß die tschechische Regierung nicht gern einer Volksabstimmung zustimmen würde, die wahrscheinlich in ihrer Forderung auf An- gliederung der Sudetendeutschen aus Reich und dem

Verlust dieses Gebietes resultieren würde. Trotzdem würden die Herrscher der Tschechoslowakei, wenn sie das für möglich hielten, und den anderen Minderheiten Ungarn und Polen eine ähnliche Wahl bieten, auf lange Sicht die Gewinner seien, da sie dann ein har­monisches und zufriedenes Volk haben würden, das zahlenmäßig immer noch größer als das Belgiens oder Hollands und zweimal so stark wie das Dänemarks oder der Schweiz sein würde.

„Es war ein Unrecht, daß diese Minderheiten in die Republik eingeschlossen worden sind und dieses Unrecht würde beseitigt werden. Die Nachbarstaaten, die aus rassischen Gründen ein Interesse an ihren Blutsbrudern nehmen, würden sich dann um sie selbst zu kümmern ha­ben und würden jede Art von Anspruch verlieren, sich in die Angelegenheiten der Tschechoslowakei einzu­mischen. Es würde eine drastische Entscheidung für die gegenwärtige Unruhe sein, aber etwas Drastisches möge notwendig sein."

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8cbrvvi-or 8ekikksllnks.il suk äsi- Lide. Lnrr: vor Sei bünksürt lies Lsiser-IVilksIm-KsiisIs ant Ni-nnsdüttcl- kooK keecko vvuräo, nie bei-,eiltet, äor spanische vsmpker „ölar Laltiov" von Sein ongiiseken vampker „Laltara" ank Stenerboräseits gerammt, so SsÜ äer spaniseks vampker sokort unterging. — iünser 6116 j reigt äen spanischen Vsmpkvr väkrsnL äes Sinkens. ^..ukvskws: L b'rsgs-Samburg.

Noch immer nicht genug!

Die Reichsvegierung hat sich gezwungen gesehen, wie wir an anderer Stelle berichten, durch den deutschen Gesandten in Prag, von Eisenlohr, schärfste Verwahrung gegen die neuen schweren tschechischen Uebergrisfe einzulegen. Der deutsche Schritt in Prag-ist in der schärfsten der üblichen diplo­matischen Formen erfolgt, da sich bisher sämtliche deutschen Demarchen und Proteste in Prag als wirkungslos erwiesen haben.

Es bedarf keines besonderen Hinweises, daß der neue deutsche Schritt bei der Präger Regie­rung den außerordentlichen Ernst der Lage unter­streicht, der durch die ständigen tschechischen Her­ausforderungen geschaffen worden ist. Selbst das Ausland kann sich heute nicht mehr dem Eindruck entziehen, daß die Präger Regierung offenbar keinerlei Anstalten zu machen gedenkt, ihrer Ver­antwortung nachzukommen und sich den selbst­verständlichen internationalen Gepflogenheiten zu> unterwerfen. So ist inzwischen auch schon die englische Poesie dazu übergegangen, festzustellen, daß alle Ermahnungen auch der britischen und französischen Regierung in Prag taube Ohren gesunden haben und nach den bisherigen Erfah­rungen höchstwahrscheinlich auch m Zukunft finden werden.

Diese Sachlage schasst insofern einen völlig neuen Tatbestand, als sowohl London wie auch Paris durch ihre verschiedenen Aktionen bisher eine gewisse Gewähr und Verantwortung dafür übernommen haben, daß sich die angebahnte Lösung der tschechoslowakischen Frage in normalen Bahnen weiterbewegt. Die Objektivität und die Respek­tierung der nüchternen Tatsachen erfordern heute die Feststellung, daß von einem Erfolg des mäßigenden Einflusses der britischen und franzö­sischen Regierung aus Prag, der bisher lediglich zu gefährlichen Irrtümern Anlaß gegeben hat, keine Rede mehr fein kann.

Wie die Ereignisse beweisen, hat Prag die zu sreigiebig gewährte vermutliche Rückendeckung durch Großbritannien und Frankreich bisher im Gegenteil als nichts anderes als eine Ermunterung aufgefaßt, auf dem alten WeM fortzufahren. Die Folgen waren-immer neue Herausforderungen und neue Uebergrisfe, die einen noch ernsteren Zustand schaffen mußten. Jede vorsätzliche und systema­tische Herausforderung, die sich bei Prag heute schon in aller Öffentlichkeit darbietet, muß schließlich zu einem Höhepunkt führen, der eine Steigerungsmöglichke-it nur noch dann zuläßt, wenn man zu den äußersten und verwegensten Mitteln greifen will. Sie mutz vor allem aber auch eine Lage schaffen, die es unter,Umständen unmög­lich macht, einen mäßigenden Einfluß überhaupt noch zur Geltung zu bringen; ebenso wie sie auf der anderen Seite das Gesetz des Handelns aus den Händen einer verantwortlichen Regierung in die Hände disziplinloser und nur von einem fana­tischen Haß erfüllter untergeordneter Instanzen legt.

-Das das Letztere betrifft, so kann die Präger Regierung selbstverständlich schon heute nicht mehr von der unmittelbaren Verantwortung für die Ausschreitungen ihres Militärs freigesprochen werden. Die augenblickliche Sachlage gebietet im Gegenteil die Feststellung, daß sich das mangelnd« internationale Verantwortungsbewußtsein einer amtierenden Regierung im vorliegenden Falle in

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Prag erhöht die Militärdienstzeit auf drei Jahre. Die Reihe der tschechischen Provokationen wurde um weitere ernste Fälle bereichert.

Ein Teil der englischen Presse versucht sich in die Lage der Sudetendeutschen einzufühlen.

Der französische Außenminister erging sich in unge­heuerlichen Verdächtigungen Deutschlands.

Moskau hat die Entsendung ei- r Miiitärmission nach Prag beschlossen.

Vor dem Verner Strasgericht haben sich 22 Person«« wegen Wafsenschmuggels nach Rotspanien zv ver­antworten.

Morgen beginnt das große III. Nordsee-Führer­lager der H2. in Bremen.

„Bremen, der Bahnhof am Meer" heißt ein neuer Bremen-Film, der hier zur Zeit gedreht wird.

Die 4mal-46ll-Meter-Freistil-Vestleistung des Bre­mischen SB. ist als Weltrekord anerkannt.

Mit zwei Zubringer-Regatten begann die Nordsee, wache 1338.

Bei einem schweren Einsturzunglück in einem Stein­bruch bei Wien kamen drei Arbeiter ums Lebe«.