Ausgabe 
(3.6.1938) Nr. 151
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Meiner Zeitung

parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblakt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches Verkiindungsblatt des NeiHsstatldalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 151 / S. Jahrgang Freitag, Z. Juni 19Z8

Einzelpreis 15 Bps.

Vluwrdm - Kampforden der Bewegung

kine Verfügung des sührecs

Sie mutigsten, opferbereitesten und tapfersten Männer der Bewegung fallen für immer unseren Nachkommen leuchtendes Vorbild fein

Berlin. S. Juni.

Der Führer hat, wie die NSK. meldet, folgende Anordnung erlassen:

Im Kampf um das Grotzdeutsche Reich wurden Hunderte ermordet, viele Tausende verletzt und in die Kerker geworfen. Diese mutigsten, opferbereitesten und tapfersten Männer der Bewegung sollen für immer unseren Nachkommen leuchtendes Vorbild sein. Um dem auch sichtbarlich Ausdruck zu geben verfüge ich:

1. Der bisher für die aktive Teilnahme am S. November 1923 verliehene Blutorden wird nunmehr auch an solche Parteigenossen verliehen, die im alten Reich und in den österreichischen Gauen im Kampf für die Bewegung s) zum Tode verurteilt, dann zu lebenslänglichem Kerker begnadigt wurden, b) Freiheits- bzw. Kerkerstrafen (auch in österreichischen Anhaltelagern) von mindestens einem Jahr verbüßt haben, c) beson­ders schwer verletzt wurden.

2. Der Blutorden bleibt nach dem Tode des Trägers im Familienbesitz.

3. Der Reichsschatzmeister der NSDAP. ist für die Bearbeitung aller Blutordens­angelegenheiten zuständig. Die Verleihung des Blutordens erfolgt durch mich auf Antrag des Reichsschatzmeisters.

4. Die notwendigen Ausführungsbestimmungen erläßt der Reichsschatzmeister der NSDAP.

München, den 3V. Mai 1938.

Ver Sroße Kampforden

So, wie die nationalsozialistische Bewegung sich aus einer freiwilligen Gemeinschaft kämpferischer Menschen zum Träger eines neuen Staates und des seit Jahrhunderten erträumten Reiches der Deutschen erhoben hat, so sind auch mit diesem dynamichen Wachstum der Bewegung ihre Sym­bole erhoben worden.

Die alte Sturmfahne der SA. ist die Fahne des neuen Reiches geworden, das Hoheitszeichen der Partei das Hoheitszeichen des Staates, und das schlichte Abzeichen, das einst die Parteigenossen als stolzes Bekenntnis zu ihrer Gemeinschaft trugen, ist in einer besonderen Form inzwischen zur höchsten Auszeichnung des nationalsoziali­stischen Deutschlands gewachsen.

In diese stolze Entwicklungsreihe gliedert sich nunmehr nach dem Willen des Führers auch der

(gez.) Adolf Hitler.

nationalsozialistische Blutorden ein, einst bei seiner Stiftung als Erinnerungszeichen für die Kämpfer des 9. November gedacht. Ihn werden in Zukunft alle die Männer tragen, die Freiheit, Leben und Gesundheit für den Sieg der Bewegung einsetzten.

Den ersten Blutovden der Bewegung am 9. No­vember 1923 vor der Feldherrnhalle sind Hunderte gefolgt, und Tausende haben aus ihm die Kraft zu immer neuem Einsatz gefunden. Tausende sind für ihr Bekenntnis in die Kerker des Systems gewandert, haben ihr Leben aufs Spiel gesetzt; Tausende sind im Kampf mit der roten Unterwelt verletzt worden und haben schwere Schädigungen der Gesundheit davongetragen. Das gilt für das alte Reichsgebiet wie nicht zuletzt für das von Not und Terror befreite Oesterreich.

Alle. diese Männer haben freiwillig und ohne jeden Befehl, nur ihrem Glauben folgend, Jahre hindurch größte Not, seelische Qyal, Terror und

vor Llntoräen vorn 9. November 1923.

(Vrssss-Lokkwanii.^

Verfolgung aus sich genommen. Die Verleihung des Blutordens der Bewegung bedeutet für sie den einzigen Dank, den wir ihnen heute abstatten können. Die Träger des Ordens, der nunmehr zum Großen Kampsorden der Bewegung geworden ist, sind vor den Volksgenossen sichtbar ausgezeichnet als die Besten und die Treuesten, die bei dem Ein­satz für die Bewegung vor nichts zurückgeschreckt sind.

Wie das schlichte Eiserne Kreuz des Weltkrieges, so wird der Billiarden der Bewegung ein heiliges unantastbares Zeichen für jeden Volksgenossen sein, deren Träger wir achten und ehren als Männer, die für ihr Volk das Beste gaben.

freudiges Ereignis im Kaufe Köring

Berlin, 3. Juni.

Die Gattin des Ministerpräsidenten Eeneralfeld- marschall Eöring ist gestern 13.49 Uhr von einem ge­sunden Mädchen entbunden worden. Mutter und Kind befinde» sich wohlauf.

Zudem freudigen Ereignis erfahren wir weiter, datz das Töchterchen den Namen Edda bekommen hat.

tschechische Soldateska raubt Neichsflagge

Hausfriedensbruch mit Bajonetten Neichsdeutsches kliepaac bedroht

Prag überspannt den Bogen

Prag, 3. Juni.

Im sudetendeutschen Gebiet ereigneten sich in letzter Zeit Uebergrisse tschechischer Truppen, die sich sogar gegen reichsdeutsche Staatsbürger richteten. U. a. wurden die reichsdeutschen Staatsangehörigen Heinrich und Marie Exner, wohnhaft in Nieder- ullersdorf 178 im Bezirk Senstenberg (Tschechoslowakei) von Soldaten gezwungen, die Hakenkreuzflagge auszuliefern, die sie, entsprechend der Regierungsermächtigung, am 1. Mai zusammen mit d-w tschechoslowakischen Staatssahne an ihrem Hause gehißt hatten.

Die deutschen Reichsangehörigen Heinrich und Marie Exner wurden, nachdem sie sich bereits zu Bett begeben hatten, durch kräftiges Klopfen an der Haustür geweckt. Vor der Tür standen vier mit Gewehren bewaffnete tschechisch« Soldaten, die etwas in tschechischer Sprache forderten, was Exner nicht verstehen konnte. Frau Ex­ner, die die Landessprache beherrscht, richtete an die Soldaten in tschechischer Sprache die Frage, was denn los sei. Die tschechischen Soldaten forderten die Heraus­gabe der Hakenkreuzsahne. Frau Exner fragte die Sol­daten nach einer schriftlichen Anweisung der zuständigen Behörden. Die vier Soldaten drangen jedoch, ohne diese Aufforderung zu beachten, in das Schlafzimmer ein und bedrohten Frau Exner mit ihren aufgepflanzten Bajo­netten. Ein Soldat setzte ihr sogar das Bajonett aus die Brust. Die Soldaten drohten, die ganze Wohnung zu demolieren und die Familie niederzuschlagen, wenn die Hakenkreuzflagge nicht sofort ausgeliefert würde. Angesichts dieser unmigverständlichen Gewaltandrohung sah sich Exner schließlich gezwungen, vom Boden die dort aufbewahrte Hakenkreuzflagge zu holen. Die Soldaten nahmen auher der Flagge den beiden Reichsdeutschen noch zwei Abstimmungsabzeichen vom 10. April 1938 mit dem Bild des Führers und Reichskanzlers unter schwer»» Beschimpfungen dss Führers und der Aaken-

kreuzflagge fort. Eine Beschwerde der Eheleute Exner am nächsten Tage aus der zuständigen militärischen Kommandostelle in Niederullersdors blieb erfolglos. Datz man sich der Rechtswidrigreit der Beschlagnahme" wohl bewuht war, geht aus der dort gemachten Zusage hervor, die Flagge wieder herausgeben zu wollen.

wüste Beschimpfung des sichrer-

Wie die Marodeure...

Dresden, 3. Juni.

Wie dieDresdener Neuesten Nachrichten" von ihrem Präger Vertreter erfahren, handelt es sich bei dem Raub der deutschen Reichsflagge durch tschechische Soldaten in Niederullersdors um einen besonders empörenden Fall auch wegen der näheren Umstände des Uebersalles auf das Haus Exner. Die vier Soldaten der tschechischen Grenztruppen hatten tatsächlich die Frech­heit, mit ihren blaNken Bajonetten die im Bett sitzende Frau Exner zu bedrohen, so das, der Ehemann das Schlimmste befürchten muhte. Mithin sind in der Tschechoslowakei fremde Staatsangehörige, sogar Frauen, nachts nicht einmal in ihrem Bett mehr sicher, und die völlig zügellose Soldateska kann schwer bewaffnet ganz nach Belieben gruppenweise schwerste Ungesetzlichkeiten begehen, ohne datz sie jemand daran hindert oder etwa gar versucht, die bei dem tschechischen Militär gezüchtete Hahpsychose zu dämpfen.

Neue kreirzverletzung

Annaberg (Erzgebirge), 3. Juni Eine neue Grenzverletzung durch ein tschechoslowaki­sches Eendarmerieflugzeug wurde gestern in der Zeit von etwa 18.45 Uhr bis 18.59 Uhr einwandfrei fest­gestellt.

Es handelt sich um einen Eindecker von dunkelblauer Farbe, der, wie von Gendarmerie und Zollwache ein­wandfrei festgestellt worden ist, die tschechischen Hoheits­zeichen und die Buchstaben 0. X. trug. Am Seiten- steuer waren deutlich die k^au-weig-roten Farben sicht­bar. Um 18.45 Uhr erschien das Flugzeug über Königs- walde, etwa 8 bis 10 Kilometer von der Grenze, gegen 18.50 Uhr über Bäreastein, Hammer-llnterwiesenthal und Oberwiesenthal. Es verließ die Grenze bei Ober- wiesenthal und flog in Richtung über den Keilberg nach St. Joachimsthal.

Washington verlangt Aufklärung

Washington, 3. Juni.

Das Staatsdepartement gab am Donnerstag be­kannt, dag der amerikanische Gesandte in Prag, Carr, bei den tschechische» Behörden Aufklärung über die Ver­haftung und polizeiliche Vernehmung verlangt hat, der der Chicagoer Student William Rueff unterzogen worden ist.

Rueff wurde in Begleitung der Engländerin Miß Unity Mitsord am Dienstagabend auf der Fahrt von Prag nach Karlsbad von tschechischer Polizei angehal­ten, durchsucht und unter Spionageverdacht festgehal­ten. Er rief sofort die Hilfe der amerikanischen Gesandt­schaft an, die alsdann seine Freilassung erwirkte. Ruess erklärte amerikanischen Zeitungsvertretern voller Em­pörung, daß er noch nie so schlecht behandelt worden M wie von der tschechischen Polizei.

Unerträglicher Zustand

Das Maß der tschechischen Provokationen dürste bald voll sein. Nachdem erst vor zwei Tagen erneut zwei wehrlose Suüetendeutsche von einem tschechi­schen Unteroffizier kaltblütig niedergeschossen wurden, ist man aus tschechischer Seite jetzt zu noch schwereren Uebergriffen übergegangen. Es genügt den Machthabern in Prag offenbar nicht, datz ihre wildgewordene Soldateska wehrlose Zivilisten, nur weil es sich um Sudetendeutsche handelt, ab­knallt. Die neue Herausforderungswelle richtet sich diesmal auch gegen Reichsdeutsche, die sich auf tschechoslowakischem Gebiet befinden.

Man soll sich in Prag gesagt sein lassen, daß diese Zwrschenfälle nicht mit der Entschuldigung, sie seien eine innerstaatliche tschechische Angelegen­heit, aus der Welt geschafft werden können. Feder Reichsdeutsche im Ausland genießt den Schutz des Reiches. Uebergrisse und Gewaltakte gegen deutsche Staatsangehörige sind schwerste internationale Zwischenfälle, die in der gleichen Rangstufe stehen wie die schweren Verletzungen deutschen Hoheitsgebietes durch tschechische Militär­flieger, die ebenfalls schon vor Tagen eine außer­ordentlich ernste Lage schufen.

Man muß sich heute fragen, was Prag mit diesen ständigen Herausforderungen, die in immer neuen Variationen auftauchen, bezweckt. Beabsichtigt man ein wohlüberlegtes Attentat aus den internatio­nalen Frieden» oder welche Erklärung soll noch für die ungeheuerlichen Vorkommnisse der letzten Tage gesunden werden? Wenn tschechisches Militär sich erdreisten kann, die Reichsflagge zu beschlag­nahmen und sich dabei zu schwersten Verunglimp­fungen des deutschen Reichsoberhauptes und zu brutaler Gewaltanwendung hinreißen läßt, so gibt es nur noch eine Möglichkeit, für die man sich entscheiden kann. Entweder ist Prag nicht mehr Herr der Lage, oder die tschechische Regierung

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Tschechische Soldateska raubte eine Reichsflagge und bedrohte mit den Bajonetten ein reichsdeutsches Ehepaar.

Aus Annaberg wird eine neue tschechische Grenz­verletzung gemeldet.

Franco weilte an der Teruel-Front.

Der Führer erhob den Vlutorden zum Große» Kampforden der Bewegung.

Frau Emmy Göring wurde gestern von einer Tochter entbunden.

Der Gauleiter von Oberdonau, Eigruber, hatte einen schweren Autounfall.

Das 3. Nordsee-Führerlager ist auf der Pauliner Marsch aufgebaut worden.

NS.-Oberschiiler vom Starnberger See weilen als Gäste des NSKK. in Bremen.

Aus Einladung des Reg. Bürgermeisters besichtigte das Konsularkorps die AusstellungBremen Schlüssel zur Welt".

Zuchthausstrafe wurde in Oldenburg gegen eine« raffinierten Rückfallbetrüger aus Bremen aus. gesprochen.

Die DRL--Krerse Niedcrsachsens wurden als Unter« kreise den Partcikreisen angeglichen.

Für den Schmeling-Kampf wurden im Vorverkauf bereits Karten im Werte von 250 999 Dollar ab­gesetzt.

In Kattowitz wurden Millionen-Unterschlogungen zweier Juden aufgedeckt.

Bei Lodz brannte eine der größten polnischen Sle - Hütte» niede-.