Ausgabe 
(2.6.1938) Nr. 150
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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstattliaiters in Möenburg und Vremen

Nr. 150 / S. Jahrgang

Donnerstag, 2. Juni 19ZS

kinzelpreis 15 Npf.

Weder eine vluttat im kgerland

ward Price schildert tschechische Willkür

Soll und Haben

wo stehen wie bevölkerungspolitisch k

^utorisiei-tei' Sonclsrbsr

ekt für ctis öerlinsr Lekriktleitung ctsr „Lremer Leitung"

Mutiger englischer lournalist siedt die wadrlteit

Wir find in der Lage, unseren Lesern einen von unserer Berliner Schristleitung erworbenen Sonderbericht des bekannten englischen Journali­sten Ward Price im deutschen Wortlaut wieder­zugeben. Ward Price schreibt:

Trotzdem Europa in seiner geographischen Ausdehnung noch genau so breit ist wie der Atlantische Ozean, so ist doch in politischer Beziehung unser Kontinent zu den Ausmaßen eines schmalen Sees zusammengeschrumpft. Wenn eine Welle Wer das gefährliche Riff in der Mitte, genannt Tschechoslowakei, springt, schlägt der See ärger­lich an die Küsten von Erobritannien und Deutschland.

Die große Zunahme der Verkehrsmittel und die Schnelligkeit der Verbindungen zwischen einem Land und dem anderen, die die Ursache einer stärkeren Verflech­tung der internationalen Angelegenheiten sind, haben sie doch noch nicht zn einem höheren Grad des Verständ­nisses unter den europäischen Nationen geführt; sie ha­ben vielmehr die Elemente des Haders vermehrt, denn sie hießen jedes Volk die verschiedenartigsten An­schauungen, die durch die Verschiedenartigkeit der Rasse, Sprache und Weltanschauung hervorgerufen sind, rascher gewahr werden und starker empfinden. Es be­steht kein Zweifel darüber, daß unter den Deutschen seit den kürzlichen Ereignissen eine tiefe Er­bitterung Platz gegriffen hat, da, wie es scheint, sich die britische öffentliche Meinung hartnäckig und voller Vorurteile weigert, die Bande des Blutes und der Sympathien anzuerkennen, die die Deut­schen mit ihren Landslsuten verbinden, die innerhalb der Grenzen der Tschechoslowakei leben. Es sollte jedoch daran erinnert werden, daß die verwickelten inter­nationalen Fragen Mitteleuropas, mit denen die Deutschen als Ergebnis ihrer engeren Verbindung mit ihnen so gut vertraut sind, erst kürzlich in den Gesichts­kreis des englischen Publikums gebracht wurden.

- Nach dem Anschluß hatte ich Gelegenheit, das Ge­fängnis in Linz zu besichtigen, in dem örtliche Mit­glieder der österreichischen nationalsozialistischen Partei Monate hindurch gefangengechalten worden waren, und zwar zu zehn in dunklen und stickigen Zellen. Eine plötzliche Eingebung sagte mir in diesem Moment, daß in den vergangenen Jahren Hunderte und vielleicht sogar Tausende britischer Autoreisender durch die Straßen dieser bildhaft schönen und reizenden und um ihre scheinbare Ruhe zu beneidenden Stadt gefahren sind und auch nicht einen Moment vermutet haben, daß einige wenige Meter von ihnen entfernt Männer in mittelalterlichen Burgverliesen lagen, einzig und allein wegen ihrer politischen Ueberzeugung.

Genau so wie früher in Oesterreich sind auch bis heute die Leiden des Sudetendeutschtums in England bis auf wenige Ausnahmen unbekannt geblieben. Wäh­rend der dem Krieg folgenden zwei Jahrzehnte, die den Stempel politischer Unrast trugen, schwankte der Scheinwerfer der öffentlichen Aufmerksamkeit m der Welt hin und her. Die Sudetendeutschen kamen ledoch nie in seinen Strahlenkreis, sondern blieben im Schat­ten der Vergessenheit. Heute aber belichten diese Schein­werfer endlich auch ihre Angelegenheiten.

l den Erfahrungen dreier Tage, in denen ich den hen Teil des sudetendeutschen Grenzgebietes durch- habe ich eine Zahl von Eindrücken »^gebracht, meinem Gedächtnis mrt der ganzen Kraft des Eindruckes haften geblieben find. Als erstes siel fort das vollständig reine Deutschtum der sudeten-

fldolf Miller Spende auch für Österreich

Berlin, 2. Juni.

er Führer und Reichskanzler h^te E ce 1933 bestimmt, daß seine monatlichen Gehalts- ae zur Unterstützung der Hinterbliebenen von im ipf für die nationalsozialistische Bewegung gefalle- SA.-, ss-Männer, Polizei- und Hi-ftspr-nzei- nten zu verwenden sind.

ach der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem h hat der Führer und Reichskanzler nunmehr an- dnet daß auch die Hinterbliebenen der rm Kwmpl Eroßdeutschland gefallenen Kämpfer der Bewegung Polizeibeamte im Lande, Oesterreich aus der Ado f- sr-Spende zu betreuen sind. Alle diesbezüglichen rrstützungsgosuche sind für die Hinterbliebenen. der neichischen SA.- und -Männer über die örtlichen teidienststellen an die Hilfskasse der NSDAP., Mun- 43. Briennerstratze 45. für die Hinterbliebenen der izei- und Hilfspolizeibeamten auf dem Dienstwege den Staatssekretär für das Sicherheltsweien, lrigadesührer Dr. Kaltenbrunner zu richten.

deutschen Bevölkerung auf. Jy jedem Weltgewimmel oder bei Rassenkongressen würden diese Leute als typische Deutsche herauszufinden sein. Besonders unter der jüngeren Generation ist das blonde Haar und die helle Haut sowie auch die kräftige Figur der nordi­schen Rasse so häufig, daß man glaubt, an der Ostsee­küste zu sein, anstatt im Erzgebirge. Genau so wie die deutschen Bewohner find ihre Heime. In ganz Europa existiert keine charakteristischere ausgesprochen deutsche Architektur wie in diesen kleine» Städten, von denen manche schon vor drei Jahrhunderten internationale Be­deutung besaßen, aber vor denen die Flut der Geschichte bis vor kurzem zurückgewichen war.

Es macht auf mich einen schmerzvollen Eindruck, die Feststellung treffen zu müssen, wie ärmlich manche dieser entlegenen Ortschaften jetzt ge­worden sind. Jeder, der den deutschen Charakter kennt, weiß, daß der Deutsche jedes Opfer bringt, um die gute äußerliche Erscheinung aufrechtzuerhalten. Wenn man deutsche Kinder sieht, ärmlich gekleidet, und wenn die Häuser, in denen Deutsche leben, verfallen, wenn die Straßen von deutschen Dörfern nngekehrt bleiben, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, daß bitterste Armut sich tief in die Herzen dieser Menschen eingefressen hat.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Ischechischer Feldwebel schießt auf zwei Veutsche!

Immer neue Herausforderungen , wie lange noch r

Eger, 8. Juni

In der Gastwirtschaft „Keämlingsbastei" in Eger ereignete sich gestern ein Zwischensall, der für die gegenwärtig in Eger herrschenden Verhältnisse be­zeichnend ist.

In dem Lokal saßen eine größere Anzahl von Mit­gliedern der Sudetendeutschen Partei. Später kam in Begleitung von Sozialdemokraten ein tschechischer Feld­webel in die Gastwirtschaft. Als die Musik den Eger- länder Marsch spielte, sprang der Feldwebel auf und schlug dem Geiger sein Instrument aus der Hand. Der Gastwirt machte den Feldwebel darauf aufmerksam, daß er sich anständig verhalten oder das Lokal verlassen möge. Der Feldwebel und die Sozialdemokraten sprangen daraufhin mit erhobener Faust auf den Gast­wirt zu, so daß die anwesenden Gäste dazwischenspringen und Gewalttätigkeiten verhindern mußten.

Als kurze Zeit darauf der 28jährige verheiratete Kellner Joses Kraus und der 20jährige ledige Schlosser Bayer die deutsche Gesellschaft verließen und beim Verabschieden mit erhobener Hand und dem Gruß „Hei?' grüßten, zog der Feldwebel sei­nen Revolver und gab gegen die beiden Fort­gehenden Schüsse ab, die diese in der Kniegegend trafen, so daß die Männer zusammenbrachen. Der übrigen Gäste bemächtigte sich eine furchtbare Er­regung, und es wäre beinahe zu einem folgen­schweren Zusammenstoß gekommen, da die Menge gegen den Feldwebel vorgehen wollte. Staatspoli­zisten deutscher Nationalität gelang es, die erregte Menge zu beruhigen und zum Verlassen des Platzes zu veranlassen. Der Feldwebel wurde ver­haftet.

Die beiden Verletzten — Bayer wurde die Knie­scheibe zertrümmert und Kraus hat einen Steckschuß in der Kniegegend — wurden in das Ege»er Krankenhaus eingeliefert.

-r-

Die Kette der tschechischen Herausforderungen reißt noch immer nicht ab. Die ganzen Begleit­umstände der Bluttat in Eger lassen keinen an-

l deren Schluß zu, als daß auch sie die Folge einer bewußten vorsätzlichen Provokation ist, bei der wiederum tschechisches Militär die Rolle des An­greifers übernahm. Dieser neue blutige Zwischen- fall ist nicht zuletzt ein Beweis dafür, daß man in Prag nicht daran denkt, der wildgewordenen tsche­chischen Soldateska endlich die Zügel anzulegen. So ist bekanntlich der Täter von Eger, der die ,beiden ersten Märtyrer des Sudetendeutschtums in Eger kaltblütig niederschoß, noch immer auf freiem Fuß. Alle Präger Behauptungen, daß man gegen den Schuldigen unnachsichtig vorgegangen sei und daß das sofort eingeleitete Verfahren mit aller Gewissenhaftigkeit und der notwendigen Strenge durchgeführt werde, wurden schon damit widerlegt, daß man den Täter nicht einmal hinter Schloß und Riegel setzte. Auf tschechischer Seite ist das Verhalten Prags naturgemäß als nichts anderes als eine Blankovollmacht zu immer neuen Herausforderungen und Gewaltakten aufgefaßt worden. Die militärischen Maßnahmen, die vor allem das ganze Egerland in ein einziges Heerlager verwandelten, konnten bei der sudetendeutschen Bevölkerung keinen anderen Eindruck hervorrufen, als daß die Orgien des tschechischen Deutschenhasses in Zu­kunft sogar unter dem Schutz der Bajonette statt­finden würden. Diese schwärzesten Befürchtungen sind heute insofern sogar noch übertrosfen wor­den, als das tschechische Militär sich nicht nur als Beschützer des randalierenden tschechischen Pöbels aufspielte, sondern selbst unerhörte Ausschreitun­gen beging, die auf feiten des Sudetendeutschtums bis zur Stunde zwei Tote und mehrere hundert Schwer- und Leichtverletzte gefordert haben.

(Siehe auch Seit» L!)

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Lei uns siebt äie 1/olbsKvmoinseIiall anders aus! Um den „Kvton link" und dio Kuten Mietpreise eines 8tadttvils niebt 2 v variieren, trennte man in dem 8tädteben Vartkord in der onxliseben Kraksebakt Lent cknrob einen 2aua mitten in der 8traüe ein ^rbeiternobnvisrtol von einem „vornehmen" Wohnviertel.

.(krssse-IIokkwMv.).

ir. Dem Kaufmann ist es eine Selbst­verständlichkeit, von Zeit zu Zeit Bilanz zu ziehen und zu prüfen, ob sein Unternehmen nach wie vor für die Zukunft gerüstet ist; beim Ingenieur wird ohne weiteres vorausgesetzt, daß er die Lei­stungskraft seiner technischen Schöpfungen nicht nur für den Augenblick sicherstellt; der Land­mann beziffert den Wert des Bodens, den er beackern will, im Hinblick aus dessen voraussicht­liche Ertragsfähigkeit innerhalb mehrerer Ernte­jahre — bei der Beurteilung der Bevöl­kerungsentwicklung aber solle man sich mit dem augenblicklichen ziffernmäßigen Volksbestand begnügen? Die Frage ist, indem wir sie in dieser Form stellen, bereits mit einem glatten Nein beantwortet: Wir müssen alle Ergebnisse unserer neuesten Bevölkerungsstatistik in erster Linie daraufhin einer genauen Untersuchung unter­ziehen, ob in den Jahren nach 1932/33 die Gefahr des „Volkstodes durch Geburtenschwund", — gleichgültig, ob dieser Volksversall schon in Jahrzehnten oder erst in Jahrhunderten einzu­treten droht — restlos beseitigt, ist oder nicht.

Um das Wichtigste sogleich zu unterstreichen: Nach Prüfung der nunmehr vorliegenden auf­schlußreichen Einzelziffern über die Bevölkerungs­bewegung im Jahre 1936 und der ersten Angaben über die Geburten im Fahre 1937 kann trotz der relativ günstigen Tendenz dieser Zahlen für unse'rVolkdieGesahreinesspciterLn Aussterbens noch nicht als völlig überwunden gelten. Gewiß, die Zahl der ehelich Geborenen ist seit 1933 in erfreulicher Aus­wirkung der nationalsozialistischen Bevölkerungs­politik erheblich gestiegen — sie ist für das Jahr 1937 mit 1207 000 um 314 000 höher als 1932 und mit 1210 022 für das Jahr 1936 um 14 736 höher als 1935 — aber allein zur Bestandserhaltung unseres Volkes sind jährlich säst 1,5 Millionen Ge­burten erforderlich, so daß in Deutschland täglich noch immer rund 600 Kinder zuwenig geboren werden (!). Die volks- biologrschen Ansprüche seien hier zu hoch gestellt? Auch diese Frage ist sehr schnell mit einem Hin­weis auf die Tatsache beantwortet, daß im Jahre 1901 im Deutschen Reich bei 57 Millionen Ein­wohnern über 2 Millionen Geburten gezählt wurden.

Einige interessante Einzelheiten, die sich aus der jüngsten Geburtenstatistik ergeben, mögen unsere bevölkerungspolitische Situation unter ' dem ge­kennzeichneten großen Gesichtspunkt schlaglicht- artig beleuchten. ZweiFaktoren bedingen den Anstieg der Geburtenzahl seit der nationalsoziali­stischen Machtergreifung: die Zunahme der Ehe­schließungen und die Steigerung der relativen Geburtenhäufigkeit in den einzelnen Ehen für sich gesehen, und zwar verteilt sich die Steigerung der Geburtenzunahme auf die Jahre 1933 bis 1937 wie folgt: in zusätzlichen Ehen wurden 1933 19 000 Kinder'mehr geboren als Geburten zu erwarten gewesen wären, wenn die Zahl der Eheschließungen auf dem Tiefstand von 1932 geblieben wäre; für 1934 lautet die entsprechende Zahl bereits 74 700, für 1935: 120 500, für 1936: 127 700 und für 1937: 131000; infolge Steige­rung der relativen Geburtenhäufig­keit wurden 1934 insgesamt 182 900 Kinder mehr

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s» Eger kam es zu einem neuen schweren Zwischen- fall; ein tschechischer Feldwebel schoß aus zwN Deutsche.

Der englische Journalist Ward Price schildert in der „Bremer Zeitung" seine aufschlußreichen tschechischen Rer,e-Eindriickc.

Der ungarische Außenminister legte ein Bekenntnis zur deutsch-ungarischen Freundschaft ab.

Im englischen Unterhaus kam es zu einer lebhaften Wehrdienstpflicht-Debatte.

Franco unternahm an der Teruel-Front einen erfolgreichen Angriff.

In Newyork wurde der Weltmeister im Welter­gewicht Varney Roß von Henry Armstrong entthront. Im englischen Derby gab es durch Vois Roussel vor Scottish Union einen Außenseitersie-».

In Stuttgart wurde ei» Postbeutel mit 40 00» Reichsmark gestohlen.

Vremens Soeschiffsoerkehr hat im Mai weiter -uae- nommen. " ^

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Die Beobachtungsabteilung 22 wurde von Bremen feierlich begrüßt.

Der neue Intendant des Bremer wurde eingeführt.

Staatsthcaters

Der Direktor der Krankenanstalten

Medizinischen Klinik der Stadt, trat sein Amt an.

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