Ausgabe 
(30.11.1938) Nr. 330
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Erscheint 7mal wrchentklch

Monatsbezug 2,30 einschl. Zu- ssellgebühr; Postbezugspreis monatl. 2,30 E (einschl. 44,24 ^ Post­zeitungsgebühr) zuzügl. 42 Be­stellgeld. Bezugspreis Ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Ems GmbH., Bremen, Geeren 8-8. Fernspr.: Z 41 21, Nachtr.u.Sonntg. Z111Z. Sprechz.: Verlag: werktl. 12—13 Uhr; Schriftleitung Diens­tag und Freitag 12»/-—13-/. Uhr.

vremer Zeitung

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Nürgermeisters der Lreien fjansestadt Dremen

Anzeigen - Grundpreise!

Die 22-wm-Zeile im Anzeigenteil 13 die 78-wm-Zeile im Tert- teil 75 Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familienanzeigen u. a., sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 7 (Nachlaßstaffel 6). Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: 8n Bremen: Am Geeren 6—8, Fern­

sprecher Nr. 54121. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstaltliaiters in Oldenburg und vremen

Nr. ZZ0 / 8. Jahrgang

Mittwoch, Z0. November 1SZ8

kinzelpreis 13 Npf.

knglische eügenpreste spielt mit dem feuer

Moblttsaüon deutscher Armeekorps erdichtet

das journalistische Sangstertum des liberalen Mattes „News tlironicle" vergiftet Völkersrieden

London, M. November.

Die sattsam bekannte deutschfeindliche Zeitung „News Chronicle" bringt unter einer riesigen ganzseitigen Überschrift „Hitler mobilisiert drei Armeekorps — IM 6M Mann bis Sonnabend in der Nähe der tschechischen Grenze unter Waffen" ihre neueste Sensation. Das Blatt will „aus verläßlicher Quelle" erfahren haben, daß die geheime Mobilisation des VIII., XVII. und XIV. Armeekorps verfügt worden sei, um gege­benenfalls, wenn ein flagranter Zwischensall an den Ostgrenzen der Tschecho-Slowakei stattfinde, die prodeutschen Elemente und die tschecho-slowakische oder karpato-ukrai- nische Regierung zu unterstützen. Das Blatt bringt dann dunkle Vermutungen über deutsche imperialistische Absichten im Osten.

Diese Sensationsmeldung wird von „News Chronicle" anch noch kommentiert. Die Absichten des Reiches, so wagt das Blatt zu schreiben, würden der Welt eine Warnung sein, dah die Nazis keinen Widerstand in ihrem Vormarsch längs der Donau zum Balkan und vielleicht sogar bis znm Enphrat dulden würden. Nie­mand werde doch glauben, daß die lleberbleibsel der Tschecho-Slowakei nach diese» bevorstehenden Maß­nahme» jemals wieder unabhängig vom Reich werden könnten.

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Nachdem man offenbar mit erfundenen Greuel- meldungen über die „Behandlung der Juden in Deutschland" trotz rührseligsten Appells au das

demokratische Mitleid keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken kann, ist „News Ehro- nicle" also auf einen neuen Sensationsdreih ge­kommen. Es wird der Abwechslung halber wieder einmal in Kriegspsychose „gemacht", wobei die Lügenfabrikanten das Spiel mit dem Feuer allerdings zu ihrem eigenen Schaden — denn die N i ch t Mobilisierung der deutschen Ar­meekorps ist von den im Reich weilenden Aus­ländskorrespondenten mühelos festzustellen — zu weit treiben. Wer erinnert sich bei dem unverant­wortlichen Gebaren des Gift und Galle spuckenden englischen Blattes nicht der (dem jetzigen Skandal allzu ähnlichen) Pressemachcnschaften vom 21. Mai

dieses Jahres?! Damals faselten die deutschfeind­lichen Zeitungen von umfassenden Kriegsvovbe- reitungen des Reiches, obschon Deutschland nicht einen einzigen Soldaten mobilisiert hatte. Der boshafte Unsinn trat vor einem halben Jahr zwar sehr schnell zutage, doch die fluchbeladene Hetz- clique des unsauberen „News Chronicle" scheint nichts hinzugelernt zu haben. Wir aber verbitten es uns auf das schärfste — undwarnenalle, die es angeht —, den Friedenswillen des Führers mit den Methoden übelster Brunnenver­giftung zu verdächtigen und auf diese verbreche­rische Weise die öffentliche Weltmeinung vorüber­gehend zu verwirren. Das nationalsozialistische Deutschland ist weder ein Versuchsfeld für die Ausgeburten einer hatztriefenden Phantasie, noch hat es Verständnis für Sensationshaschereien kriegslüsterner Rüstungsgewinnlers Welchen Zweck alle jene Lügen verfolgen, liegt auf der Hand: der sich anbahnende wirkliche Friede zwischen den Völkern, die von allen Einsichtigen so lebhaft her­beigewünschte Verständigung der Staaten soll sabotiert werden. Noch einmal: Wer Deutsch­land provoziert, darf sich nicht wundern, wenn es einmal sehr deutlich, ja drastisch und nachhaltig antwortet. mü>

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Bei Redaktionsschluß geht uns folgende letzte w„dor"-Meldung zu: 0.30 Uhr MEZ. kurz vor inoi, Flughöhe 400« Meter über den Wolken. Aller Voraussicht nach trifft die Bremer Maschine >ch in kommender Nacht in Tokio ein.

Damit hat die O-^LOd, bald »ach Mitternacht säst a letzten Zwischenlandeplatz am T->nklN-Gols des ,ud- ncsischen Meeres erreicht und zugleich diegroist ä enstrecke des Fluges Berlin-T°k.- zurückgelegt M t r Ankunft in Hanoi wurde bei Nedaktionsichlug zwi- cn 2 und 3 Uhr des heutigen Mittwochmorgen se­hnet.

*

In stündlichem Abstand, fast genau auf die Minute, stfen die Standortmeldungen von Bord der der Kurzmellenfunkstation Qnickborn ber HMndurg i, von wo sie über den Fernschreiber sofort nach cre­

men und nach Berlin weitergeleitet werden. Im Ge­bäude des Werkes Flughafen der Focke-Wuls-GmhH. in Bremen werden die Mitteilungen sofort von einer besonderen „Nachrichtenzentrale", die eigens für diesen Flug geschaffen ist, ausgewertet. 2n einem größeren Raum, dessen Wände und Tische von Landkarten, Plä­nen und Skizzen bedeckt sind, wird fieberhaft gearbeitet.

Ein Stab von Mitarbeitern des Werkes ist hier un­unterbrochen tätig, um aus den wenigen Zeilen der einzelnen-'Meldungen wertvolles Material herauszu­holen. Hat der Fernschreiber eine neue Meldung durch- gegeben, so gehen sofort der Geograph, der Ingenieur, der Schiffsoffizier und andere Helfer an ihre Arbeit. Der Rechenschieber wird betätigt, und bald liegen die Ergebnisse vor. Man weiß, welche Durchschnittsgeschwin- digkeit geflogen wurde, und man vergleicht die zuletzt zurückgelegte Strecke mit den übrigen. «

Kurz vor Redaktionsschluß unserer gestrigen Ausgabe .erreichte uns noch die Nachricht, daß die „Londor"«

Maschine um 0.36 Uhr den Ort Limassol auf Eypern erreicht und dabei eine Flughöhe von 3500 Meter hatte. Im Lause des Dienstags verlief der Weiterflug durchaus planmäßig. Standortmeldungen tra­fen wie folgt ein:

1.38 Uhr: Damaskus, 2.38 Uhr: Bagdad, 5.14 Uhr: Vasra (Irak). Damit waren 3658 Kilometer bis zum ersten vorgesehenen Landeplatz erreicht. Nach einem Aufenthalt von 43 Minuten setzte die v—-L60X mit neugefiillten Vrennstosftanks abermals vom Boden glatt ab. Sie erreichte mittags um 12.37 Uhr bereits den zweiten vorgesehenen Landcplatz (Indien). Die 2188 Kilometer lange zweite Strecke wurde dabei mit einer Durchschnittsgcschwindigkeit von 318 Stdkm. zurück­gelegt.

(Fortsetzung aus Seite 2)

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Von

Oienerallmniuspoletor Lroksssor Albert 8 pesr

Vor fünf Jahren wurde Gencralbamnspektor Professor Albert Speer vom Reichsorganisationsleitor Dr. Leh mit der Leitung des Amtes „Schönheit der Arbeit" betraut, die er neben seinen sonstigen Aufgaben bis heute bei­behalten hat. Aus diesem Anlaß stellt uns Professor Speer nachfolgenden Aussatz zur Verfügung.

Ein hervorstechendes Merkmal unserer von den Ge­danken des Aufbaues und der Leistung bestimmten Zeit ist die kühne schöpferische Laune, die das ganze Leben durchdringt und gestaltet und die sich in der Person des Führers selbst am klarsten und eindrucksvollsten aus­prägt. Es ist natürlich und selbstverständlich, daß der eigentliche Träger und Repräsentant einer schöpferischen Zeit der schöpferische Mensch ist, und dieser schöpferische Mensch hat sich heute auch solcher Gebiete bemächtigt, die bis vor kurzem als ureigenste und alleinige Domäne sogenannter „nüchterner Tatsachenmenschen" galten und von Rechenstift und Statistik beherrscht wurden.

Früher galt es als ausgemachte Sache, daß die Phan­tasie zwar für den der Wirklichkeit fernstehenden Kiinst-

kein pntett -er luden am lag der Nationalen Solidarität

Eine Anordnung des Chefs der Sicherheitspolizei Berlin, 3ü. November.

Aus der Erwägung heraus, daß die Juden an der Solidarität des deutschen Volkes keinen Anteil haben, hat der Chef der Sicherheitspolizei eine An­ordnung getroffen, die am 29. November im „Reichs- und Preußischen Staatsanzeiger" ver­öffentlicht wurde. Die Verordnung untersagt Juden deutscher Staatsangehörigkeit und staatenlosen Juden am Tage der Nationalen Solidarität das Betreten von Straßen und Plätzen. Sie legt den genannten Personen die Verpflichtung auf, sich in der Zeit von 12 bis 2V Uhr in ihren derzeitigen Wohnungen aufzuhalten. Die Verordnung enthält gleichfalls die Androhung von Strafmatznahmen für den Fall der Zuwiderhandlung.

ler eine unentbehrliche Eigenschaft sei, daß sie sich aber auf nüchterneren Gebieten des Gemeinschaftslebens, wie etwa Produktion oder Handel, geradezu verhängnisvoll auswirken müsse. Tatsächlich ergaben die damaligen Er­fahrungen eine scheinbare Bestätigung dieser Ansicht. Die Menschen waren im materialistischen Denken befangen, und an die Stelle verantwortungsbewußter schöpferischer Leistung, die auf wirtschaftlichem Gebiet in dem Wirken der Hansa-Kaufleute eine so edle Blüte erlebt hatte, war die geschäftige Findigkeit jüdischer Schieber getreten.

Die Vereinigung und Ausrichtung des Denkens aus das Ziel völkischer Gemeinschaftsarbeit räumte mit den fehlgeleiteten Ansichten aus und konzentrierte den Wil­len der Nation auf den Aufbau, den nicht ängstliche Be­rechnung, sondern nur kühne Schöpferkraft bewältigen konnte. Heute ist die Phantasie nicht mehr Reservat der Künstler, sondern Eestalterin der Wirklich­keit, und diese Kraft setzt Projekte in die Tat um, an die ein Mensch ohne Phantasie und schöpferische Ge­staltungsfähigkeit überhaupt niemals herangegangen wäre.

Zu den phantasievollsten Schöpfungen, die im Geist der nationalsozialistischen Idee das gesamte soziale und

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Unser Vssessoiese>

„News Chronicle" vergiftet mit Meldungen über angebliche Mobilisierung deutscher Armeekorps den Bölkerfriedcn.

Die Engländer sprengten 175 arabische Häuser in die Lust.

Frankreichs Ministerpräsident hat für den heutigen schwarzen Mittwoch Truppen zusammengezogen.

Für die in Deutschland lebenden Juden wurde für den Tag der Nationalen Solidarität ein Ausgeh- vcrbot verfügt.

Nach der letzten Standortmcldung befindet sich das Fockc-Wulf-Flugzeug „Condor" kurz vor Hanoi. Focke-Wulf schütten 8 Prozent Dividende aus. Reichsbankpräsident Dr. Schacht sprach über die deutsche Finanz- und Handelspolitik.

Bei Waldcuburg in Lberschlesien ereignete sich ein schweres Grubenunglück.

In Mannheim wurden zwei Autobahn-Gangster fünffach zum Tode verurteilt.

Der Bürgermeister von Rotterdam verbot den Fuß­ballkamps Deutschland gegen Holland.

In Emden fand die erste Tagung des Arbeits­kreises Weser-Ems der Deutsch-Niederländischen Ge­sellschaft statt.

Die Vremer Kundgebung der Wirtjchaftsgruppc Bauindustrie zur Förderung des Facharbeiternach­wuchses gab ei» Bild von dem großen Mangel an fachlichen Kräften.