Ausgabe 
(29.11.1938) Nr. 329
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vremer Zeitung

parteiamtliche Tageszeitung

Das flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Nremen

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der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches verkündungsblatt des Neichsstatchaiters in Oldenburg und Vremen

Nr. Z29 / 8. Jahrgang

Dienstag, 29. November 19Z8

kinzelpreis 15 Nps.

Valadier droht mit sofortigen kntlalstmgen

Nun-telegramm an sümttiche prüfekten

Listenmäßige krfassung der Streikenden / Neue öeratungen mit den Seneralen / Streikbefekl an

die kisenbakner / Nenautt entlüßt 28 888 flrbeiter

(vrsktberickt unseres kurissr Vertreters)

ll>v. Paris, 29. November.

Ministerpräsident Dalavier hat Montag abend ein Rundtelegramm an sämtliche Präsekten Frankreichs herausgehen lassen, das einen' scharfen Schritt gegen die Streik- drohung mindestens in den öffentlichen Betrieben und Verwaltungen darstellt.

Der Ministerpräsident ordnet an, datz von sämtlichen Beamten, Angestellten und Arbeitern der öffentlichen Betriebe das Verbleiben aus ihren Posten erwartet wird. Die Teilnahme am Streik soll als schwere Ver­fehlung betrachtet werden, die sofortige Entlassung nach sich ziehen würde. Daladier ordnet weiter an, datz keine Beurlaubungen am 3V. Nov. zugelassen werden sollen. Listen der Abwesenden sollen am 1. Dezember der Ministerpräsidentschaft eingereicht werden. Ebenso Be­richte über die Teilnahme an Streikagitation, die unter Strafverfolgung kommen würde.

Die innerpolitisch« Lage in Frankreich ist immer noch sehr gespannt. Daladier hatte auch am Montag Bera­tungen mit hohen Militärs, mit denen zweifellos die Sicherheitsmaßnahmen, die zur Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Betriebe notwendig sind, besprochen wunden.

S« Regierungskreisen äntzert man sich angesichts der energische» Haltung des Ministerpräsidenten, der auf keinen Fall gewillt ist, sich dem kommunistischen Druck z» beugen, sehr optimistisch. Man betont, datz im gro­ßen und ganze» der Streik am Mittwoch wohl nicht mehr den Charakter eines Generalstreiks haben würde, da eine Reihe von Organisationen ihre Mitglieder be- reits aufgefordert hat, nicht zu streiken.

Die Postbeamten haben am Montagnachmittag von den Gewerkschaften den end gültigen Streik­befehl Erhalten. Auch die Eisenbahnergewerkschaft hat ein Merkblatt für ihre Mitglieder herausgegeben, in denen Anweisungen für den Streiktag gegeben wurden. Es beißt darin ii. a.:Keine Abfahrt hon Zügen nach 4 llhr morgens, letzte Frist für die Rückfahrt der Ma­schinen in die Depots 7 Uhr morgens." Auch die Wei­chensteller streiken ebenfalls ab 4 Uhr; sollen aber die Rückkehr der Züge bis 7 Uhr morgens sicherstellen. Die Gewerkschaftsleitung hat ferner Anweisungen erlassen, um Zugzusammenstöße zu verhindern. DerTemps" schreibt jedoch dazu, daß trotz dieser Sicherheitsvorkeh- rungen nicht die Rede davon sein könne, daß Unfälle ausgeschlossen wären. 2m Gegenteil, es beständen sehr groß« Gefahren, die unter Umständen das Leben von Tausenden von Menschen fordern könnten. Wie ver­lautet, soll der Eisenbahnverkehr abends ab 19 Uhr wiederaufgenommen werden. Zum Schluß des Ausrufes der Eisenbahnergewerkschaften heißt es:Welches auch die Einschüchterungsmaßnahmen (Mobilmachung und Requisition) und die Provokationen (gemeint sind vor­beugende Verhaftungen) sein- mögen, die Aktion muß bis zum Höchstmaß verwirklicht werden." Dieser Aufruf hat bei der Rechtsoppositiön große Empörung hervor­gerufen. Einige Blätter fordern die Verhaftung der ver­antwortlichen Funktionäre, die zu einer offenen . Re­bellion aufgehetzt hätten.

Die Renault-Werke haben sämtlichen Arbeitern, d»e am vergangenen Freitag sich an dem wilden Streik be­teiligten, es handelt sich um 28 Dill Mann, gekündigt,

mit dem Vermerk, sich um eine neue Stellung zu be­werben.

Wie verlautet, sind die Demonstranten, die in den letzten Tagen bei kommunistischen Kundgebungen gegen die Regierung von der Polizei verhaftet wurden, zu Gefängnisstrafen von 10 bis 20 Jahren verurteilt worden.

Die Rundfunkansprache des Ministerpräsidenten und

seine energische Erklärung, daß er seine Pflicht gegen­über der Nation erfüllen und den Gesetzen Achtung ver­schaffen werde, hat in der französischen Oeffentlichkeit einen starken Eindruck gemacht. Hier und da verspricht man sich auch gegebenenfalls einen gewissen Erfolg von der Vermittlungsaktion der Front- kämpserverbände. Noch hat man in vielen französischen Kreisen die Hoffnung nicht ganz aufgege­ben, daß die Mehrzahl der Arbeiter, Eisenbahner und Beamten so viel Vaterlandsliebe und Vernunft auf­bringen werden, um der Eeneralstreikparole nicht zu folgen. Immer zahlreicher werden auch die Stimmen, die in diesem rein politischen Generalstreik die Mos­kauer Utheberschaft anprangern und die Ver­haftung der verantwortlichen Hetzer oder sogar das Verbot der kommunistischen Partei fordern.

(Siehe auch Seite 3)

lkamberlain wird Mussolini besuchen

per britische Premierminister und Lord Halifax in der ersten Hülste des Januar in Nom

London, 29. November.

Wie amtlich mitgeteilt wird, werden der Premier­minister Neville Chamberlain und der Außenminister Lord Halifax Mussolini in der ersten Hälfte des Ja­nuars einen Besuch abstatten.

Zu diesem Besuch in Rom schreibt der diplomatische Mitarbeiter derPreß Assooiation" u. a., man dürfe annehmen, datz der Premierminister und Lord Halifax die Gelegenheit wahrnehmen werden, nachdem bereits viele der gemeinsamen englisch-italienischen Fragen vor der Unterzeichnung des englisch-italienischen Paktes ge­klärt worden seien, nunmehr ein größeres Feld zu son­dieren. Line der wichtigsten Fragen seien die Beziehun­gen ItalienFrankreich, die unbefriedigend geblieben seien. Ueber diese Frage sei auch in der letzten Woche ig Paris gesprochen worden. Falls Chamberlain und. Mussolini durch eine persönliche Fühlungnahme eine Besserung herbeiführen könnten, so würde das ein wert­voller BeitMg zur Friedenssicherung in Europa sein.

Neaktion aus die Pariser veststlusse

Nom, 29. November.

Die italienischen Zeitungen veröffentlichen in großer Aufmachung die Londoner Meldung über den angekün­

digten Besuch der britischen Minister in der italieni­schen Hauptstadt. 2n maßgebenden politischen Kreisen betont man, daß die Verwirklichung der Reise schon auf der Münchener Konferenz geplant worden sei, aber da­mals mit Rücksicht auf die noch nicht erfolgte Inkraft­setzung des englisch-italienischen Abkommens verschoben worden ist. Jetzt, Hachdem diese Inkraftsetzung erfolgt sei, wäre die Voraussetzung für eine günstige Atmosphäre gegeben. Vor allem nach den Pariser Besprechungen, so betont man in Rom, entspreche der Besuch des englischen Ministerpräsidenten einer na­türlichen Entwicklung. Daraus kann man schließen, daß zweifellos während der Pariser Be­sprechungen auch über das italienisch-französische Ver­hältnis gesprochen worden ist. Gründe die Chamberlain veranlassen, gerade jetzt sich nach Rom zu begeben, glaubtPopolo di Roma" zu wissen und erklärt, baß man sich in London des ungünstigen Eindruckes, den die Pariser Besprechungen durch die Nichtanerkennung der Kriegführendenreckite an Franco hervorgerufen haben, bewußt ist

Sie beiden größten flntssemtten

Sie polnische Presse nennt lstamberlain und Sir Samuel Haare

Warschau, 29. November Im Zusammenhang mit der Zuspitzung des jüdischen Problems in der Welt stellt das polnische Blatt Wieczor Warszawski" die Frage, welchen Staats­männern aus Grund ihrer politischen Betätigung der Titel des größten Antisemiten zuzusprechen ist. Das Blatt erklärt, von Adolf Hitler abgesehen gebühre die-

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Verkeilte kraiiröslseliv .strkeiter.

Niii'üti 8treiks und demonstrieren vun Llosknu vsr-

I^-,n,nnkn-tl>i>ien valadisrs. Line ^uknabuis von Oswonstratronsn vor der dstrte .Vrbeiter xexen die L.nkt>auinaLllaNi>ion I-rosse-Lokkumnn

Llltokabriü Renault.

ser Titel den beiden führenden englischen Staats­männern Chamberlain und Sir Samuel Hoare.

Diese beiden englischen Staatsmänner hätten zwar außerordentlich empfindsame Herzen und ihr Mund sei »voll von den schönsten Worten über Nächstenliebe ohne Rücksicht auf Sprache, Rasse und Abstammung, und die Engländer seien der Ansicht, daß sich die Politik aller übrigen Nationen von England natürlich abgesehen überhaupt auf das Fundament der evangelischen Tugenden stützen müsse, aber die englische Haltung auf dem Gebiet der politischen Moral gleiche trotzdem der eines Geizhalses, der mit den verschiedensten Mit­teln sein ganzes Leben lang Schätze angesammelt habe, zetzi aber gern den Philanthrop und Apostel aus fremde Rechnung herausstellen möchte.

Die englischen Minister hätten nicht mit Worten der Enrrüftung angesichts der Maßnahmen auf dem Kanti­nen: gegen die bilden gespart, aber als sich aus der Tagesorünung die Frage der Zurverfügungstellung von Gebieten für die jüdischen Emigranten aus Deutschland einstellte, da habe Chamberlain mit Bedauern fest­gestellt, daß sich in den Besitzungen Englands, das über ein Fünftel der gesamten Erdoberfläche verfüge, kein freier Platz mehr befinde. Dabei wisse jedes Kind, daß Hunderte von Hektar fruchtbares Land in den Ueberseebesitzungen Englands brachtiegen und daß in Australien durchschnittlich auf einen Qua- orattilometer nur ein Bewohner kommt. Sir Samuel Hoare verzichte sogar auf die Argumente Lhamberlains und erkläre geradeheraus, England könne keine Juden aufnehmen, weil es eine Verstärkung der antisemiti­schen Strömungen in England besürchre.

England sei es also gestattet gewesen, im Jahre 1299 alle Juden mit Mitteln zu verzagen, denen gegenüber die Maßnahmen Adolf Hitlers außerordentlich human erscheinen, heute aber könne dieses selbe England auch einen Bruchteil der aus dem Kontinent lebenden Juden keineswegs aufnehmen, damit nicht die antisemi­tische Stimmung in England wachse!

Es wiederhole sich also di« Eeschichre mit der bekann­ten englischen Sophistik in der Kolonialsrag«. Alles sei in Ordnung gewesen, als die Engländer mit Feuer und Schwert ihre Kolonien eroberten und die eingesessene farbige Bevölkerung ausrottete. Nach Englands Aus­lastung sei es aber ein Vergehen, das zum Himmel um Rache schreie, wenn andere arme europäisch« Nationen, di« unter dem Rohstoffmangel leiden, auch einen be­scheidenen Anteil an der Ausbeute der Uoberseeschätze haben möchten.

(Fortsetzung aus Seite 2)

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Wann doch. wann erscheint der Meister, der, o Deutschland, dich erbaut, wie die Sehnsucht edler Geister ahnungsvoll dich längst geschaut?"

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Die Tage, an denen sich die Eingliederung der alten deutschen Ostmark in das Reich Adolf Hit­lers vollzog, werden ebenso wie die Tage, wo Sudetendeutschland dem Reiche eingegliedert

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wurde, unserem Volke ewig unvergeßlich bleiben. Nicht so alle Einzelheiten dieser Tage. Sie werden im großen Strom neuen geschichtlichen Geschehens mehr und mehr sich verflüchtigen, und ein Verdienst erwirbt sich darum, wer sie, in leben­diger Schilderung aufgezeichnet, dauernd festzu­halten vermag. Wer sie indeß unmittelbar in der Nähe. des Führers miterleben durfte und von der ungeheuren Spannung und den weitgehenden Entschlüssen und dem unermeß­lichen Jubel der befreiten deutschen Bruder per­sönlich Zeu.ge war, der ist zumal als Mann der nationalsozialistischen Presse berufen, im gedruckten Wart all das niederzulegen, was als fesselndes Geschichtsbild mit höchstem Interesse er­füllen muß all die, welche nur von fern das Ab­rollen jenen Geschehens verfolgen konnten und die, welche als kommende Generationen begreif­licherweise wünschen werden, mehr als nur einen knappen geschichtlichen Tatsachenbericht über das allen Deutschen ewig denkwürdige Jahr 1938 in den Händen zu halten.

Ein vom Schicksal begnadeter, unmittel­barer Zeuge der großen unvergleichlich stolzen ge­schichtlichen Ereignisse des Jahres 1938 war im Gefolge des Reichspressechefs dessen Stabsleiter, Reichsamtsleiter Helmut Sündermann. In seinem soeben im Zentralverlag der NSDAP. Frz. Eher. München, erschienenen Buche mit dem Titel

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Unser VssessvSesel

Chamberlain und Lord Halifax werden sich im Januar nach Rom begeben.

Daladier hat sämtliche Projekten Frankreichs ange­wiesen, alle im Staatsdienst befindlichen Strei­kenden sofort zu entlassen.

Der ungarische Außenminister von Kanya ist zu­rückgetreten.

In Litauen wurden erneut mehrere Memeldeutsche überfallen und verletzt.

In Rumänien explodierte vor Beginn einer jüdi­schen Schauspielvorführung eine Höllenmaschine.

Ein Fo«ke-Wulf-Condor" startete gestern abend in Berlin zu einem Flug nach Tokio.

Die Reichswerkc Hermann Göring haben die Erste Donau-Dampsschifsahrtsgesellschast übernommen. Reich«justizminister Dr. Kürtner stattete dem Emsland einen Besuch ab.

Bremens Schützen siegten im Freundschaftswett- kamps über den Unterkreis Delmenhorst.

Die zwei nächsten Tschammer-Pokal-Tpiele finden in Frankfurt und Stuttgart statt.